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TidBITS#754/08-Nov-04

Als ob der Gewinn der World Series durch die Boston Red Sox nicht bereits eigenartig genug gewesen wäre, hat jetzt Geoff Duncan auch noch seinen ganz privaten "Fluch des Mac OS X" gelöst. Dank der Prozessorkarte Sonnet Encore/ST G4 Duet kann er jetzt mehr als nur wenige Stunden hintereinander mit Mac OS X arbeiten und selbst Mac OS 9 läuft jetzt schneller als vorher. Wir werfen zusätzlich einen Blick auf das Update zu Mac OS X 10.3.6 und verweisen auf eine neue Liste von USB-Druckern, die mit Apples AirPort-Basisstationen zusammenarbeiten.

Themen:

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MailBITS/08-Nov-04

[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]

Neue Liste von mit AirPort kompatiblen USB-Druckern -- Leider veröffentlicht Apple seit einiger Zeit keine Liste mehr mit USB-Druckern, die mit den AirPort Express- und AirPort Extreme-Basisstationen kompatibel sind (diese AirPort-Modelle verfügen über einen USB-Anschluss, der die Basisstation in einen Druckerserver für alle am drahtlosen Netzwerk angeschlossenen Computer verwandelt). Als ich nach dem Grund fragte, wurde mir mitgeteilt, dass die Liste zu groß geworden sei. Das ist natürlich schade, da auf den Websites der Hersteller häufig kein Hinweis darauf zu finden ist, ob ein bestimmter Drucker mit einer AirPort-Basisstation zusammenarbeiten wird. Sie wollen ja nicht eine Basisstation kaufen und dann zu Hause enttäuscht feststellen müssen, dass Sie den USB-Drucker nicht anschließen können; und Sie wollen sicher auch keinen USB-Drucker kaufen, den Sie anschließend nicht an der Basisstation betreiben können.

Jetzt ist aber eine neue Liste aufgetaucht: die "iFelix Unofficial AirPort Extreme and Express Printer Compatibility List". Sie verfügt über eine sehr gute Informationsstruktur: Drucker, die einmal auf Apples Liste vertreten waren, sind fett geschrieben; später hinzugefügte erscheinen in normaler Schrift und solche die James Clay (der Autor der iFelix-Liste) selber getestet hat, sind in dunkelrot gehalten. Die Seite führt zusätzlich auch Drucker auf, die bekanntermaßen nicht kompatibel sind und solche, die über eine drahtlose Verbindung ebenfalls benutzt werden können. Es ist eine großartige Liste und ich möchte alle dazu aufrufen, eigene Erfahrungen ebenfalls bei iFelix zu deponieren. Eine Diskussion in Apple-Foren zu AirPort Express kann ebenfalls sehr hilfreich sein. [GF]

<http://www.efelix.co.uk/tech/1013.html>
<http://discussions.info.apple.com/webx?128@241.xeJJaayPASb.1@.6898602a>

EU iTunes Music Store: Korrektur -- In der letzten TidBITS-Ausgabe haben wir fälschlicherweise geschrieben, dass Irland das einzige EU-Land sei, das vom iTunes Music Store nicht profitieren könne (siehe "Apple stellt iPod Photo, iPod U2 und Euro iTMS vor" in TidBITS-753_). Was wir aber eigentlich sagen wollten war, dass Irland das einzige Land in der _Euro-Währungszone_ sei, dass den EU iTunes Music Store noch nicht nutzen kann. [JLC]

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07877>
<http://www.euro.ecb.int/en/what/countries.html>


Mac OS X 10.3.6 verbessert Netzwerk- und Anwendungszuverlässigkeit

von Mark H. Anbinder <mha@tidbits.com>
[Übersetzung. Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>]

Am 5. November veröffentlichte Apple Mac OS X 10.3.6 als kostenlose Aktualisierung für Mac OS X 10.3 Panther. Das Update enthält eine neue Safariversion, die nun nicht mehr länger als 60 Sekunden Webseiten zu laden oder ein Formular zu übertragen versucht, sondern stattdessen den Anwender fragt, ob der Versuch abgebrochen werden soll. Zudem hat Apple einen Fehler der iDisk-Synchronisierung ausgemerzt; 10.3.5 hatte Veränderungen der Laufwerksgröße nicht korrekt angezeigt.

<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=300080>
<http://www.apple.com/macosx/upgrade/>

Apple hat den Dateiaustausch via AFP (AppleShare-style networking), NFS (Unix file sharing) und SMB (Windows-style Networking) sowie die Möglichkeit, Anwendungen von einem Netzwerkvolume aus zu öffnen, verbessert. Das Update enthält außerdem neue Versionen des Rechners, DVD-Players, von Bildschirmfoto sowie weitere Fehlerkorrekturen.

Das Mac OS X 10.3.6 Update gibt es über die Software-Aktualisierung oder als eigenständiges Installationsprogramm. Die Größen variieren zwischen 14 und 35 Megabyte, je nachdem, welche Security Updates bereits installiert wurden. Außerdem gibt es einen Combo-Updater (92 Megabyte), um Mac OS X 10.3. auf die Version 10.3.6 zu aktualisieren.

<http://www.apple.com/support/downloads/macosxupdate_10_3_6.html>
<http://www.apple.com/support/downloads/macosxcombinedupdate_10_3_6.html>
<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=25799>

Apple hat auch Mac OS X Server 10.3.6 veröffentlicht, welches zusätzlich zu den oben genannten Aktualisierungen Open Directory, File Services, Fibre Channel Utility, Mail Server und LDAP aktualisiert.

<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=300100>

Zwei unbeabsichtigte Konsequenzen des Mac OS X 10.3.6-Updates haben wir registriert, eine schlechte und eine gute. Zum einen wird durch die Aktualisierung die Entwicklerversion von Safari vom Juni 2004 unbrauchbar. Entwickler erhalten über Apples Entwicklerseite eine neue Entwicklerversion, vorausgesetzt, sie haben einen anderen Browser dafür zur Verfügung (beispielsweise Camino oder Firefox). Zum anderen scheint Apple eine Macke mit den iBooks und PowerBooks in Ordnung gebracht zu haben, die einige Sekunden bis zu einer halben Minute benötigten, um nach dem Zuklappen in den Schlafmodus zu wechseln. Über die Zeit konnte diese Verzögerung zu einem exzessiven Festplattengebrauch führen, bevor der Computer völlig im Schlafmodus war (Wenn ich mein Laptop zuklappe, möchte ich es _sofort_ in seine Tasche packen und nicht erst nach 40 Sekunden!).


Im Chor mit dem Sonnet Encore/ST G4 Duet

von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser <info@linarte.com>]

In der Belletristik gibt es das Genre “Alternative Geschichte", in dem darüber spekuliert wird, was hätte geschehen können, wenn historische Schlüsselereignisse anders verlaufen wären. Was wäre passiert, wen z.B. England den Konföderierten im amerikanischen Bürgerkrieg zu Hilfe gekommen wäre? Was, wenn Kublai Khans Einmarsch in Japan 1281 erfolgreich gewesen wäre? Was, wenn Martin Luther weiter Jura studiert hätte, anstatt sich 1505 völlig überraschend der Religion zuzuwenden? Was wäre anders abgelaufen?

Während der letzten Jahre habe ich in einer Art alternativen Geschichtsschreibung gelebt, in meiner hieß es aber: Was, wenn es Mac OS X nie gegeben hätte? Oder, etwas präziser: Was wäre, wenn ich keine Möglichkeit hätte, Mac OS X zu nutzen? Wenn diese Szenarien sich anhören wie Science-Fiction oder wie die Fieberträume eines Verschwörungstheoretikers, dann versichere ich Ihnen: Das ist nicht der Fall – genauso habe ich gelebt bis zum Einbau des Sonnet Encore/ST G4 Duet Prozessor-Upgrade.

<http://www.sonnettech.com/ product/encore_ st_ duet.html>

Möge das X über Sie kommen -- Im Frühjahr 2002 hatte ich mir einen Power Mac G4 (QuickSilver) mit Dual Prozessor zugelegt, da ich hoffte, mich der Mac OS X Bewegung anschließen und mein kleines Studio für digitale Audioprojekte auf den neuesten Stand bringen zu können. Ich hatte mich Ende der 80er Jahre zwar dem Mac zugewandt, um die feindselige Anhäufung von technischen Taschenspielertricks mit Namen “Unix” zu umgehen (einen PC habe ich nie in Betracht gezogen), musste aber feststellen, dass Apple die Alternativen auf Unix und Windows reduziert hatte. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als mich mit dem Thema zu beschäftigen.

Ich war begeistert von der G4-Leistung unter Mac OS 9 (da meine wichtigste Audiosoftware mit mehreren Prozessoren umgehen kann), aber zu meinem großen Ärger stellte sich Mac OS X als das vollkommene Desaster heraus. Ich erspare Ihnen die unappetitlichen Einzelheiten, aber das Betriebssystem ließ sich oft gar nicht erst installieren, vom Booten ganz zu schweigen. Programme stürzten ohne erkennbare Ursache ab oder sie spielten verrückt: sogar während des Betriebes ignorierten Programme oft Eingaben von der Tastatur oder Bewegungen der Maus. Mein Mac brauchte im Schnitt weniger als vier Stunden von einer Kernel-Panik zur nächsten und er brach oft innerhalb von Minuten nach dem Startprozess ab. Einige Symptome schienen sich mit den verschiedenen Aktualisierungen und Revisionen zu ändern, andere wiederum schienen sich am Wetter oder den Mondphasen zu orientieren. Egal, wie ich es auch drehte und wendete: Mac OS X war in einem Maße instabil, dass es eigentlich unbrauchbar war.

Freunde, Kollegen und Macintosh-Fachleute waren ratlos; so ein Problem hatte noch keiner gesehen. Sie empfahlen eine Neuinstallation und – nachdem das nicht helfen wollte – einen Ersatz meiner Hardware, besonders des RAM Speichers.

Also habe ich alles ausprobiert. In meinen Notizen ist nachzulesen, dass ich Mac OS X 10.2 seit Mitte September 2002 sage und schreibe 166 mal neu installiert habe, wobei diese Installationen in der Regel nicht lange überlebten und Panther sich überhaupt nicht installieren ließ. Der Rechner bestand sämtliche Hardwareüberprüfungen, aber in den Jahren 2002 und 2003 habe ich trotzdem meinen RAM ersetzt (5 x), meine Festplatten (3 x), meine Videokarten (3 x), Tastatur und Maus (4 x), außerdem die Audio-Interfaces (3 x). Ich habe sogar den Rechner selbst vier Mal ausgetauscht, und verschiedene Tauschaktionen mit anderen Dual-Prozessor-Systemen ähnlichen Jahrgangs organisiert. (Einigen Apple-Mitarbeitern schulde ich besonderen Dank dafür, dass sie sich in dieser Zeit ganz privat ein Bein ausgerissen haben bei dem Versuch, mir zu helfen: ihr wisst, dass ich euch meine. Danke!) Wie auch immer – obwohl sich einzelne Symptome bei diesen verschiedenen Versuchen manchmal änderten: Mac OS X flippte weiterhin aus, während Mac OS 9 keine Probleme hatte. Für mich gab es keinen nachvollziehbaren Grund, weshalb Mac OS X nicht laufen sollte, aber die nackte Tatsache, dass es nicht funktionierte, ließ sich nicht ignorieren. Freunde und Kunden ließen mich schon nicht mehr an ihre Macs, aus Angst, ich würde sie beschädigen: vielleicht lag ja ein Fluch auf mir.

Satz mit X -- Irgendwie war es mir nicht besonders wichtig, dass ich Mac OS X nicht nutzen konnte. Bis zum Frühjahr 2003 gab es so gut wie keine professionelle Audiosoftware für MAC OS X. Treiber für professionelle Audio-Interfaces standen nicht zur Verfügung, und die frühen Versionen hatten jede Menge Bugs. Anwendungen wie Digital Performer, ProTools, Cubase und Logic gab es für Mac OS X nicht oder sie waren lahm, unzuverlässig oder ihnen fehlten wesentliche Merkmale. Apples CoreAudio, die digitale Audioarchitektur, die zunächst in Mac OS X 10.2 Jaguar verfügbar war, begann sich erst mit den Jaguar-Aktualisierungen 2003 zu stabilisieren; es bleibt aber bis heute ein “bewegliches Ziel“, bei dem die Entwickler sich mit Treffern schwer tun. Wichtige Software, die ich für die meisten Musikprojekte benötige, ist für Mac OS X immer noch nicht verfügbar – der Haupthinderungsgrund, wenn ich daran denke, wie oft und regelmäßig ich mit einer Ablage von fast 6.000 Projekten zu tun habe. Für mich trifft dasselbe zu, was Apple mal zu einem Romanschriftsteller gesagt hat: "Klar - Mac OS X ist mit allem, was Sie jemals geschrieben haben, kompatibel –- schreiben Sie es einfach neu!" Sogar, wenn Mac OS X bei mir laufen würde – anwenden könnte ich es nicht.

Im Prinzip habe ich dann aufgegeben. Pflichtschuldigst habe ich montags versucht, Mac OS X laufen zu lassen (oder es zumindest zu installieren), um Verbindung zu den TidBITS-Servern zu bekommen und um für die Kollegen via iChat erreichbar zu sein, den Rest habe ich aber mit Mac OS 9 erledigt. Ich war sogar schon soweit, dass ich überlegte, das Thema Computer völlig zu den Akten zu legen und Vollzeit-Musiker zu werden. Natürlich war das eine verrückte Idee, aber ich schaffe es wenigstens, eine Gitarre ohne Upgrades jahrzehntelang zu betreiben!

Ein Sonett komponieren -- Eines Tages schließlich zeigte mein Mac OS 9 System beim Starten diesen Hinweis: "Der interne Speichertest hat ein Problem mit dem eingebauten Cachespeicher entdeckt. Wenden Sie sich an einen Servicetechniker wenn Sie Hilfe benötigen." Der Fehler - und seine nichtssagende Beschreibung – tauchten nicht wieder auf, auch nach mehreren Dutzend Warm- und Kaltstarts im Laufe einiger Wochen nicht. Ein Anruf bei einem vertrauenswürdigen Apple-Techniker ergab, dass der Fehler sich auf den Prozessorcache bezog: wenn es da ein Problem gab, war eine mögliche Lösung, die Prozessorkarte des Rechners zu ersetzen. Bei diesem Hinweis klingelte es bei mir: war es möglich, dass ein Teil der Instabilitäten meines Mac OS X durch zeitweilige Cache-Probleme auf dem zweiten Prozessor ausgelösten wurden? Immerhin greift Mac OS 9 in der Regel nur auf eine CPU zu, und vielleicht wirkte sich meine Mac OS 9 Audiosoftware auf die zweite CPU nicht so aus, dass daraus ein Problem entstand. Mac OS X hingegen ist mehr auf Ausgleich bedacht und verteilt die Arbeit auf die Prozessoren, möglicherweise mit der Folge, eher über einen Fehler zu stolpern.

Man sagte mir, dass ein Austausch sehr teuer würde, auch wenn Apple immer noch Dual Prozessorkarten für einen G4 so "alt" wie meinen anbieten sollte. Der Kauf eines neuen Rechners stand allerdings auch nicht zur Debatte, da keiner der aktuellen Macs mehr unter OS 9 starten kann. Also entschloss ich mich, bei Drittanbietern nach Prozessor-Ersatz zu suchen.

Es stellte sich heraus, dass die Auswahl eines Prozessor-Upgrades für Power Mac G4 Systeme eine Unzahl an Möglichkeiten zur Folge hat, und Apples unbestimmte Modellbenennung – sogar innerhalb von Begriffen wie "QuickSilver" oder "AGP Graphics" – hilft einem dabei auch nicht weiter. (TidBITS beklagt schon seit langem Apples minimalistische Konventionen bei der Bezeichnung ihrer Produkte; siehe auch "Die Modell-Implosion bei den Macintosh - Was sagt der Name aus?" in TidBITS-485.) Viele Power Mac G4 Besitzer wissen wahrscheinlich nicht, wo sie ihr Modell in der Apple Produktnamensliste suchen sollen, aber das spezifische Mac Modell kann einen Einfluss auf Typ und Geschwindigkeit der verfügbaren Prozessor-Upgradeoptionen haben. Es gibt zum Beispiel begrenzte Updates für frühe "Yikes" G4s, für vergleichsweise aktuelle Mirrored Drive Door oder FireWire 800-Maschinen gibt es noch keine Prozessorupgrades. Zur Übersicht über die G4 Power Macs hat Apple eine verwirrende Produktmatrix veröffentlicht; wenn Sie Ihr Modell nicht sowieso schon kennen, dann stellen Sie sich darauf ein, unter Ihren Tisch zu kriechen und die Lage bestimmter Ports auszukundschaften.

<http://db.tidbits.com/ getbits.acgi? tbart= 05436>
<http://www.info.apple.com/ kbnum/ n58418/>
<http://www.info.apple.com/ kbnum/ n42739/>

Nur um alles noch ein bisschen komplizierter zu machen - die Uni-North ASIC Komponente in einigen der früheren AGP Graphics Power Mac G4 Modellen unterstützt keine Dual-Prozessoren (obwohl diese Maschinen den Upgrade von Einzelprozessoren unterstützt): Sonnet beschreibt, wie man die Uni-North-Version erkennt; so weit ich sehe, gilt diese Information für alle Multiprozessor-Upgrades für AGP Graphics G4s, nicht nur für Sonnets Duet Produkt.

<http://www.sonnettech.com/support/errata/duet_ errata.html>

Wie sich herausstellte gibt es zurzeit drei Dual Prozessor Optionen für meinen Power Mac G4: Sonnet Encore/ST G4 Duet, GigaDesigns Dual G-celerator und die PowerForce Dual G4 Series 133, u.a. im Vertrieb bei PowerLogix und Other World Computing. Aktuelle Preise reichen von 580 USD für einen 1 GHz GigaDesign G-celerator (lässt sich bis 1.2 GHz übertakten) bis etwa 650 USD bis 750 USD für Sonnet oder PowerForce 1.25 - 1.3 GHz Dual Prozessor Upgrades, abhängig vom jeweiligen Produkt und Händler.

<http://www.sonnettech.com/product/encore_ st_ duet.html>
<http://www.gigadesigns.com/ productsM5d1012q.html>
<http://www.gigadesigns.com/ productsM5d1213q.html>
<http://www.powerlogix.com/ products/ G4_ dual_ cpu_ 133/ index.html>
<http://eshop.macsales.com/ Catalog_ Item.cfm?ID= 6499&Item= PLGPFD745723ACQ>

Da ich einer der wenigen bin, die Dual Prozessoren unter Mac OS 9 einsetzen, kam der PowerForce Dual G4 für mich nicht in Betracht, was – soweit ich nach meinen Recherchen sagen konnte – einen einzigen Prozessor für Mac OS 9 übrig ließ. Ermutigt hat mich der Umstand, dass keiner aus der Musik- und Audioszene mit einem vergleichbaren Setup wie ich irgendwelche Probleme oder Kompatibilitätsärger mit Sonnet Prozessorupgrades hatte. Manche Leute haben mit PowerForce und GigaDesigns Upgrades gute Erfahrungen gemacht, aber der eine oder andere hatte digitales "Knistern" bei bestimmten Funktionen (z.B. bei ADAT synchronisieren). Es ist mir völlig klar, dass immer andere Voraussetzungen im Spiel waren: die Leute hatten nicht das gleiche Equipment; nur einer hatte das gleiche Macintoshmodell wie ich, und mancher mag versucht haben, das GigaDesigns Upgrade zu übertakten (das funktioniert hier durch das Umsetzen der Jumper über das Verändern des Multiplikators für den Systembus). Wie auch immer, das Sonnetupgrade schien mir die beste Ausgangsbasis zu sein.

Ich war zwar nicht darauf angewiesen, aber das Sonnet Duet Upgrade würde auch einen Leistungszuwachs mit sich bringen, von 800 MHz auf 1.27 GHz, grob gerechnet eine 58-prozentige Erhöhung der Taktgeschwindigkeit. Es wäre aber unrealistisch, eine Leistungserhöhung in diesem Umfang zu erwarten: ich hätte immer noch dieselben 256K L2 und 2 MB L3 Caches, die Busgeschwindigkeit meines Systems betrüge immer noch 133 MHz und meine Festplatten, Videokarten, das Netzwerk und andere Systeme werden dadurch auch nicht schneller. Abgesehen von einigen CPU-intensiven Aufgaben rechnete ich mit einem Leistungszuwachs für einige Rechenoperationen zwischen 15 und 20 Prozent, für Arbeiten jedoch, die sehr vom Internetzugang, von Plattenzugriffen und grafischen Prozessen abhängen erwartete ich keinen messbaren Unterschied.

Installation -- Bei der Installation von Prozessor-Upgrades in einen Power Mac G4 gibt es einen weiteren verwirrenden Aspekt: wie findet man heraus, ob der Mac die notwendige Firmware besitzt? Bei einigen AGP Graphics, Gigabit Ethernet und Digital Audio Modellen kann es erforderlich sein, die Firmware auf Version 4.2.8 zu aktualisieren. Die aktuell installierte Firmware Ihres Rechnermodells finden Sie mit Hilfe des Apple System Profiler in Mac OS 9 oder Mac OS X (er zeigt Ihnen eine Liste in den Produktionsinformationen oder in der Übersicht der Hardware), während es Firmware-Aktualisierer online bei Apple gibt. Die Firmware eines Power Mac G4 kann allerdings nur von einem Mac OS 9 System aktualisiert werden, das von einer beschreibbaren Festplatte (nicht von einer CD aus!) gestartet wurde, außerdem muss jede Firmware-Aktualisierung erledigt sein, bevor Sie versuchen, einen Prozessorupgrade einzubauen. Bedenken Sie bitte auch, dass Power Mac G4 Prozessor-Upgrades ganz allgemein nur Mac OS 9.2.1 oder höher unterstützen: wenn Sie also eine ältere Version von Mac OS 9 einsetzen (Mann, die ersten G4s haben Mac OS 8.6 unterstützt!), dann müssen Sie Ihr System vor dem Upgrade aktualisieren und gegebenenfalls Ihre Firmware gleich mit.

<http://www.info.apple.com/ kbnum/ n120068/>

[Übersetzung: Sebastian Völtz <sebastian.voeltz@web.de>]

Das Prozessor-Upgrade für einen G4 Power Mac erfordert rein mechanisch den Ausbau der vorhandenen Prozessorkarte und die Installation der neuen an gleicher Stelle. Obwohl die Karte zur Sicherheit fest mit Motherboard verschraubt ist, ist der Vorgang grundsätzlich nicht anders als beim Einbau von Arbeitsspeicher oder einer PCI-Karte. Es erfordert allerdings ein paar zusätzliche Schritte, weil die Prozessoren eigene Kühlsysteme haben - normalerweise mit Kühlkörpern (großen, lamellenbesetzten Metallteilen zum Abführen der Wärme), manchmal sogar mit eigenen Lüftern. Im Detail gibt es noch Unterschiede zwischen verschiedenen G4-Modellen, jedenfalls könnte der Aus- und Einbau der Prozessoren und der Kühlungen auf Leute, die nicht gerne an ihren Computern rumbasteln, abschreckend wirken. Lesen Sie auf jeden Fall die Anleitung für Ihren spezifischen Mac, bevor Sie beginnen. Die Anleitung von Sonnet ist verständlich und gut illustriert mit Fotos für jedes unterstützte Computermodell. Also keinen Schreck kriegen angesichts der vielen Bilder mit werkzeugbewehrten Händen. Nur ein kleiner Teil davon trifft für Ihren Mac zu. (Sonnet liefert in den jeweiligen Regionen auch deutsche und französische Anleitungen.) Ich brauchte für den Einbau etwa zehn Minuten, und das obwohl ich ihn gelegentlich unterbrach, um Fotos vom Ablauf zu machen. Wenn Sie neugierig sind oder einfach mal in meinen Mac schauen möchten, besuchen Sie einfach die folgende URL.

<http://www.tidbits.com/resources/754/duet-installation/>

Nach der physischen Installation sind sowohl unter Mac OS 9 als auch X nur noch wenige Softwarehäppchen nötig, um das Upgrade voll auszuschöpfen (obwohl es grundsätzlich in beiden Umgebungen auch ohne diese läuft). Unter Mac OS 9 ermöglicht die Software den Ruhezustand, unter Mac OS X die Nutzung des L2- und L3-Caches (wenn die nicht schon durch den ROM genutzt werden) und die korrekte Erkennung von Prozessor und Cache durch das Betriebssystem.

Das Urteil der Jury lautet... Und - nach all diesen verschlungenen Pfaden und Mühen - hat sich das Upgrade auf die Sonnet Encore/ST G4 Duet gelohnt? Meine Antwort ist ein schallendes "Ja!"

Erstens: Welcher Fluch auch immer auf meinem Rechner in Verbindung mit Mac OS X ruhte, er ist offensichtlich aufgehoben! Mac OS X 10.3 Panther ließ sich installieren und läuft anscheinend normal. Ich habe ein paar Programmabstürze erlebt, aber die scheinen nichts weiter als übliche Softwarefehler zu sein - das Betriebssystem läuft stabil und arbeitet so, wie Apple sich das wohl vorgestellt hat.

Zweitens - zu meinem Glück: Mac OS 9 läuft weiterhin. Genau genommen läuft es besser als je zuvor. Obwohl es auf diesem Rechner nie schleppend war, fliegt es nunmehr im positiven Sinne. Den drastischsten Geschwindigkeitsschub erfuhr meine primäre Audio-Software, in der ich bei einigen Funktionen eine Beschleunigung um etwa 30 Prozent beobachte (Umwandlung von Sample-Raten und Formaten usw.) und eine Verbesserung um Aufsehen erregende 60 Prozent bei einigen speziellen Arbeiten (wie Software-Hall und -Effekte). Obwohl ich diese Rechenpower nicht absolut _brauche_, ist sie recht erbaulich, und in einigen Projekten experimentiere ich nun mit prozessorintensiveren Ansätzen als zuvor.

Ich habe ein paar Vorbehalte, muss aber betonen, dass diese - soweit ich das beurteilen kann - Eigenheiten meines Rechners sind und nicht generelle Probleme der Sonnet-Karte. Ich habe Kontakt zu elf anderen Duet-Benutzern aufnehmen können, und weder hat einer von ihnen die gleichen Probleme, noch konnte Sonnet sie auf Testsystemen reproduzieren:

Nochmals: Nach bestem Wissen und Gewissen habe nur ich diese Probleme, oder irgendetwas ist noch immer schräg mit meinem Rechner. Ich benutze zum Beispiel zwei Grafikkarten von verschiedenen Herstellern (die im Originalsystem gelieferte Nvidia GeForce2 MX und eine ATI Radeon) - eine unübliche Konfiguration. Außerdem habe ich mehrere interne Festplatten und benutze regelmäßig Audio-Hardware über FireWire, was ebenfalls den Ruhezustand behindern könnte.

Zum Glück sind die Neustart- und Ruhezustandproblem für mich nicht essentiell. Mein Rechner ist mit Audio-Verarbeitung oft etliche Stunden beschäftigt, also bin ich nicht darauf angewiesen, dass er sich von selbst in den Ruhezustand versetzt. (Ein automatischer Ruhezustand würde außerdem die TidBITS-Verarbeitung und nächtliche Datensicherungen unterbrechen.) Auch Starten oder Ausschalten nach einem festen Zeitplan benötige ich nicht. Das Neustart-Problem würde mir unerwünschte Ausfälle bereiten, wenn mein Rechner sich automatisch neu starten müsste (wenn ich ihn zum Beispiel als Server konfiguriert hätte); in diesem Fall würde ich zwecks "Starthilfe" wahrscheinlich auf etwas wie den PowerKey Kick-off von Sophisticated Circuit zurückgreifen.

<http://www.sophisticatedcircuits.com/products/kick-off/kick-off.html>

Unterm Strich sind also Prozessor-Upgrades ein gangbarer Weg für diejenigen, die noch auf Mac OS 9 angewiesen sind, oder für die es noch keine angemessene Software unter Mac OS X gibt, um nicht nur die Laufzeit ihres Rechners zu verlängern, sondern auch ihn deutlich zu beschleunigen. Das ist in meinem Fall noch gar nicht mal so dramatisch, aber stellen Sie sich vor, einen Prozessor mit 500 MHz oder weniger in ein Doppelprozessor-Monster mit 1,2 bis 1,4 GHz zu verwandeln! Und für die diejenigen von uns, die sich mit Mac OS X noch immer nicht wohl fühlen, ist ein Prozessor-Upgrade eine praktikable Methode, ihr derzeitiges System am Laufen zu halten, und Mühe und Kosten für einen neuen Mac zu meiden. Sonnets Encore/ST G4 Duet verschafft mir Zugang zu Mac OS X, ohne Arbeit von Jahren wegzuschmeißen, die nur mit Mac OS 9 zugänglich ist: Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Mac OS X-Programme alles können, was ich brauche, oder ich mich entscheide, Vollzeitgitarrist zu werden, ist es für mich eigentlich die einzige Lösung.


Aktuelle Themen in TidBITS-Talk/08-Nov-04

vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]

Die zweite Adresse unter jedem Diskussionsthema verweist auf unseren Web-Crossing-Server, der schneller ist, aber noch nicht das von uns gewünschte Erscheinungsbild aufweist.

Spracherkennungs- und Diktiersoftware für Mac -- Welche Möglichkeiten gibt es zurzeit für Spracherkennung und Diktiersoftware auf dem Mac? Leser teilen ihre Erfahrungen. ("Voice Recognition Dictation Software for the Mac" - 4 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2366>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/228>

Kommentare zum iPod Photo -- Der neuste iPod von Apple hat bei unseren Lesern gemischte Reaktionen ausgelöst, einige würden sich beispielsweise wünschen, dass der iPod Photo direkt mit der Kamera kommunizieren könnte. ("iPod Photo" - 4 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2365>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/227>

Serverseitige Anti-Spam-Lösungen auf Open-Source-Basis -- Der Artikel über den Spamfilterdienst von Postini von letzter Woche hat eine Diskussion über Open-Source-Lösungen des Junkmailproblems und deren Wirksamkeit ausgelöst. ("Server-side open source anti-spam solutions" - 3 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2364>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/226>

Statistik-Software für den Mac -- Macs werden natürlich nicht nur von Designern und anderen kreativen Köpfen benutzt und es gibt offensichtlich auch viele Statistikprogramme, mit denen sich gekonnt ganze Zahlenberg auswerten lassen. ("Statistics software for the Mac" - 25 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2362>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/224>

Print-to-Web-Workflow -- Unterdessen würde man ja wohl annehmen, dass der Übergang von gedruckter Information ins Internet eine einfache Angelegenheit wäre, aber es gibt dabei offenbar immer noch einige Hürden zu überwinden. ("Creating a print to Web workflow" - 2 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2361>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/223>


Übersetzung dieser Ausgabe: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>, Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>, Hartmut Greiser <info@linarte.com> und Sebastian Völtz <sebastian.voeltz@web.de>.

Lektorat: Heike Kurtz <mail@heikekurtz.de>.

Koordination dieser Ausgabe: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>.

Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

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