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TidBITS#762/17-Jan-05

Wir sind von der MacWorld Expo zurück mit einer großen Ausgabe, die sich größer anfühlt als Apples winzige neue Produkte, der Mac mini und der iPod shuffle, die wir beide besprechen. In dieser Ausgabe finden Sie auch Einzelheiten zu iWork '05 und iLife '05, Adams Gedanken darüber, dass Apple endlich in die Offensive geht und unsere traditionelle Vorstellung der besten, der innovativsten und der abgefahrensten Produkte der MacWorld Expo. [Beachten Sie bitte die Hinweise der deutschen Übersetzer -- jpf]. Wem das noch nicht genug gute Neuigkeiten sind, der sollte sich Apples rekordverdächtigen Quartalsgewinn ansehen!

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MailBITS/17-Jan-05

[Übersetzung: Klaus Werner Wirtz <kww@q-dsl.de>]

Apple meldet Rekordgewinn für das erste Quartal -- Direkt nach den Produktankündigungen der MacWorld Expo veröffentlichte Apple die Ergebnisse des ersten Quartals des Geschäftsjahrs 2005, die CEO Steve Jobs als die "höchsten Quartalserlöse und -nettogewinne in Apples Geschichte" rühmte. Das Quartal, das am 25.12. 2004 endete, bescherte der Firma einen Nettogewinn von USD 295 Millionen, verglichen mit USD 63 Millionen ein Jahr zuvor. Die Erlöse betrugen USD 3,49 Milliarden, ein Zuwachs von 74 Prozent, und die Gewinnmarge war 28,5 Prozent; im Vorjahresquartal betrug sie noch 26,7 Prozent.

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07504>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07853>
<http://www.apple.com/pr/library/2005/jan/12results.html>

Im ersten Quartal verkaufte Apple 1.046.000 Macintosh-Rechner und 4.580.000 iPods, das sind 26 Prozent mehr Prozessoren und fabelhafte 525 Prozent mehr iPods gegenüber dem Vorjahresquartal, das die Weihnachtseinkäufe beinhaltet, die von Ende November bis Weihnachten laufen. Apple hat nun insgesamt mehr als zehn Millionen iPods verkauft. [MHA]


Apple wird aggressiv

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]

Lange Zeit war Apple von der Aura des 97-Pfund-Schwächlings [Zum besseren Verständnis hier zwei Links: http://www.dolfzine.com/page223.htm, http://www.bblex.de/online/glossar/bios/atlas.php -- SK] umgeben; dem Eindruck, dass egal wie gut durchdacht, zuverlässig und absolut elegant die Produkte der Firma, ein ungezogener Muskelprotz wie Dell Apple im Vorübergehen Sand ins Gesicht schleudert. Selbst Apples verspottend gesprächige Switcher-Werbespots, egal wie erfolgreich und notwendig sie auch gewesen sein mögen, versuchten überredend, überzeugend zu sein. "Der Mac ist besser" sagten sie, "deshalb sollten Sie wirklich über den Umstieg nachdenken."

Aber Apples Ankündigungen des iPod shuffle und des Mac mini (abgesehen von ihrer enervierenden Großschreibung) markieren einen krassen Umschwung in Apples Verhalten. Man konnte die Fröhlichkeit in Steve Jobs Stimme spüren, als er den iPod shuffle vorstellte, indem er zunächst den Marktanteil des iPods 2003 zeigte (ca. 31 Prozent verglichen mit dem 62-prozentigen Marktanteil der weniger teuren flash-basierten MP3-Spieler) und dann den heutigen iPod-Marktanteil (etwa 65 Prozent gegenüber 29 Prozent bei den flash-basierten MP3-Playern). Kurzum, der Marktanteil des iPod hat sich 2004 verdoppelt, und das fast ausschließlich auf Kosten der flash-basierten MP3-Spieler, und mit dem iPod shuffle sagt Apple im Grunde: "Der Rest des MP3-Player Marktes? Den werden wir als nächstes einnehmen." Apples Angestellten-Leistungsplan muss einen Mengenrabatt auf den Charles Atlas Muskelaufbaukurs von der Rückseite eines alten Comichefts bekommen haben.

<http://www.apple.com/de/ipodshuffle/>

Apples Verlangen, den Markt für MP3-Abspielgeräte zu beherrschen, mag überheblich klingen, aber es ist nicht abwegig, wenn man bedenkt, dass der iPod sich in den letzten drei Monaten des Jahres 2004 4,5 Mio. Mal verkauft hat, fast die Hälfte der 10 Millionen, die insgesamt bisher verkauft wurden. Das ist eine wahnsinnig steile Wachstumskurve (und wenn Apple Probleme hatte, ausreichend Stückzahlen für die Ferienzeit zu produzieren, mag man ihre kleine Ängstlichkeit, nicht dieses Maß an benötigtem Lagerbestand vorauszusagen, verzeihen).

Obwohl Jobs während seiner Keynote den Mac mini vor dem iPod shuffle vorstellte, und trotz der Tatsache, dass er sich überraschend wenig Zeit nahm, ihn dem Publikum zu präsentieren, wenn man es im Vergleich zu den iPod-Verkaufszahlen sieht, so ist der Mac mini doch klar Apples Spiel mit seinem neu gefundenen Muskel. Nur gelegentlich in der Geschichte der Firma hat Apple versucht, mit PC-Verkäufern im Preis zu konkurrieren, und diese Versuche waren bestenfalls halbherzige, willensschwache Bemühungen, die in solchen Scheußlichkeiten wie dem Power Mac 4400 mündeten, dem möglicherweise schlechtestem Macintosh, der je gebaut wurde. Mit dem 500 Euro Mac mini, der 100 Euro billiger als ein 60 GB iPod photo ist, betritt Apple erneut den Billigmarkt.

<http://www.apple.com/de/macmini>

Aber ich habe einen Power Mac 4400 benutzt und der Mac mini ist kein Power Mac 4400. Trotz der professionellen Skepsis eines Journalisten habe ich lediglich an einer Konfigurationswahl wirklich etwas zu bekritteln - der Entscheidung, die Basiskonfiguration nur mit 256 Megabyte Arbeitsspeicher auszurüsten, ein lächerlich kleiner Wert, der Mac OS X zum Holpern bringt. Ansonsten geht der Mac mini nur solche Kompromisse ein, die durch seinen Formfaktor und den Wunsch, seinen Preis niedrig zu halten, bedingt sind. Als solche sind Airport Extreme und Bluetooth nur als Sonderausstattung zu haben, und selbst Arbeitsspeicher lässt sich durch den Anwender nicht sehr leicht installieren. Obwohl die Verwendung einer 2,5 Zoll-Notebook-Festplatte unnötig teuer erscheinen mag, wird behauptet, dass als Apple die Gesamtkosten der billigeren aber größeren 3,5 Zoll-Festplatten kalkulierte und sich die zierlichen Notebook-Festplatten als ein insgesamt günstigerer Ansatz erwiesen. Berichten zufolge entschied sich Apple bei der Wahl der Komponenten, auf das Billigste zu verzichten, da die Kosten bei Ausfall einer Komponente am Ende höher sind als die Extrakosten für [hochwertigere -- SK] Komponenten (um nicht zu erwähnen, dass die Kunden am Ende glücklicher sind).

Um einen wahrhaft amüsanten Gedanken zu verfolgen, lesen Sie sich Robert X. Cringelys Kolumne mit Vorhersagen für 2005 durch, in der er vorschlägt, dass Apple einen Teil seiner 6 Milliarden Dollar Bargeldreserven verwenden solle, um - absichtlich - eine Menge Geld mit dem Mac mini zu verlieren, als ein Weg, Abermillionen von den kleinen Kisten zu verkaufen. Es ist gerade verrückt genug, dass es ein wenig Sinn macht.

<http://www.pbs.org/cringely/pulpit/pulpit20050107.html>

[Übersetzung: Robert Kohl <robert.k@frozentraffic.com>]

Der Messe Effekt -- Apples grosser Erfolg war überdeutlich auf der Messe zu sehen. Die IDG World Expo wählte diesmal als Messehalle die Südhalle des Moscone Convention Center. Diese Entscheidung hebt sich deutlich von der des vergangenen Jahres ab, als die Stände in der Nord- und Südhalle verteilt wurden und die überall eingezogenen Vorhänge den riesigen leeren Platz verbergen sollten - zumindest im Erdgeschoss der Messehallen. Es war schon deprimierend, wenn man von oben hinuntersah und all diesen riesigen unbenutzten Platz bemerkte ("Achten Sie einfach nicht auf die Betonwände hinter den Vorhängen"). Dieses Jahr wurde die Südhalle komplett gefüllt und auf die Nordhalle verzichtet. Es zeigte doch deutlich, wie die IDG World Expo die Idee und Ausstrahlung einer vollen Halle verstanden hat. Laut Messebetreiber kamen 20 Firmen mehr zur Messe als im Vorjahr (280 dieses Jahr im Gegensatz zu den 260 im vorherigen), und im Ganzen wurde auch mehr Ausstellungsplatz gebucht. Die Anzahl der Besucher stieg auch. Laut einer externen Firma sind letztes Jahr 32409 Besucher registriert worden. Dieses Jahr rechnet der Messebetreiber mit 35000 bis 40000 Besuchern.

(Nebenbei bemerkt, bis zuletzt benutze IDG World Expo ein Zählsystem, dass die Zahl der Besucher deutlich höher ansetzte. So wurde jeder Besucher gezählt, der die Ausstellungsfläche betrat. Diese Zählweise erhöhte natürlich die Anzahl der Besucher, denn die Besucher, die mehrmals die Ausstellungsfläche betraten, wurden mehrfach gezählt. Da die neue Messeleitung auf genauen Besucherzahlen besteht, wurde dieser Nonsens zu den Akten gelegt.)

Trotz des iPod-Erfolges und Apples neu gefundener Aggressivität, fallen dem Besucher eine ungeheure Anzahl von iPod-Ausstellern auf. Ich habe auf meinem Besuch 14 Firmen gezählt, die allein iPod-Hüllen verkauft haben, weitere 13 hatten eine Art von Audio-Lautsprecher-Zubehör (ähnlich den Einbausätzen für die Installation des iPods im Auto oder im Wohnzimmer) und fünf weitere Firmen verkauften iPod-Zubehör, welches nicht in die oben genannten Bereiche fällt. Das sind nun 32 Firmen von 280, welche zum grössten Teil überhaupt keine Macintosh Produkte herstellen. Das heisst, das 10 Prozent der Aussteller nicht einmal Macintosh-Produkte verkaufen. Die Anzahl der unterschiedlichen iPod-Hüllen ist riesig und wahrscheinlich nur für diejenigen interessant, die ihr Aussehen mit dem des iPods in Übereinstimmung haben wollen. Im Scherz meinte ich zu Dan Frakes, der für das Mac Publishing Playlist Journal schreibt, dass ich noch keine iPod-Hülle aus Holz gesehen habe, doch er verbesserte mich und sagte, zwar noch keine gesehen zu haben, aber es gebe handgefertigte iPod-Docks aus Holz (Dan und Chris Breen vom selben Magazin waren auf der CES Electronics Show letzte Woche, wo ein ähnlicher Andrang von iPod-Zubehörherstellern zu beobachten war). Wärend der hauseigenen Radiosendung Shawn King's Your Mac Live schlug der Macworld-Chefredakteur doch vor, nächstes Jahr die Nordhalle als Ausstellungsfläche dem iPod und seinen Umfeld zu überlassen und die Südhalle den Macinthosh-Herstellern.

<http://www.westshorecraftworks.com/>
<http://www.yourmaclife.com/>

Neben der schlechten Raumplanung, die Journalisten in überfüllte Räume während der Keynote von Steve Jobs brachte und dem umfangreichen und doch immer gleichen iPod-Zubehör, war die Macworld Expo ein grosser Erfolg. Die Besucherzahl war hoch, die Aussteller waren mit den den Besuchern und den Verkäufen zufrieden. Die Besucher wiederum waren zufrieden mit den vielen Neuvorstellungen [die englischsprachige Ausgabe enthält den traditionell sehr umfangreichen Beitrag über die Highlights der Show -- jpf].

Bleibt die Frage nach der Macworld Boston. Die Rückkehr im letzten Jahr nach Boston war in vielerlei Hinsicht erfolgreich. Nur ist sie in der Anzahl der Aussteller und Besucher deutlich unter der Macworld San Francisco angesiedelt. In Boston waren gute 25 Prozent der diesjährigen Macworld S.F. zu sehen. Es ist vorstellbar, dass Boston wieder zu einer ausgewachsenen Messe und zu einem vollwertigen Gegenstück der Macworld San Francisco wird. Es bleibt abzuwarten, welche Richtung die IDG World Expo einschlägt. Die Firma entwickelt eine "Macworld on Tour", eine Reihe kleiner und kurzer Messen, die in einer Reihe von Städten im gesamten Land stattfinden werden. Die Idee ist gut, um Leute anzuziehen, die gerne einen Tag auf der Messe verbringen würden und einfach nur zu weit von San Francisco entfernt wohnen. Nur die Aussteller könnten sich vielleicht unter Druck gesetzt fühlen, da sie ihre Mitarbeiter ständig von einer Ausstellungsstadt zur nächsten senden müssten.

<http://www.macworldontour.com/>
<http://www.macworldexpo.com/live/20/media//news/CC444665>


Macworld Expo San Francisco 2005 Superlativen: Kostenloser TextWrangler

von Adam C. Engst and Jeff Carlson <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>]

[Anmerkung der deutschen Übersetzung: Die Originalausgabe der TidBITS enthält einen sehr umfangreichen Beitrag über Produktvorstellungen auf der MacWorld Expo im Januar 2005. Leider erlaubt die manpower des deutschen Übersetzerteams keine zeitnahe Vorlage des gesamten Abschnitts. Gleichwohl wollen wir die unseres Erachtens erwähnenswerte Lizenzänderung des TextWranglers nicht untergehen lassen. Sie finden daher nachfolgend diesen Unterabschnitt in deutscher Sprache. Die weiteren Unterabschnitte erreichen Sie in englischer Sprache über den nachfolgenden Link -- jpf]

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07956>

One More Thing... TextWrangler 2.0 ist kostenlos -- Bare Bones Software hat mit der Veröffentlichung des TextWranglers in der Version 2.0 die Anforderungen an Texteditoren erhöht. TextWrangler ist damit gleichauf mit BBEdit 8.0, der aktuellsten Version des leistungsfähigen Text-, HTML- und Programmierereditors. TextWrangler 2.0 enthält viele der BBEdit-Funktionen, darunter eine Tabbed-Oberfläche für den Zugang zu vielen Texten über Reiter, die Suche eines beliebigen Sets von dateien, Multi-Thread-Suchen und die Unterstützung für SFTP und für die Rechtschreibekorrektur des Mac OS X (obwohl Falschschreibungen nicht markiert werden). Obgleich eine Reihe HTML-Funktionen von BBEdit fehlen, gibt es eine HTML-Colorierung für HTML- und andere Dokumente, außerdem kann TextWrangler sog. Text Factories (eine Sammlung von Befehlen, die an einer Datei oder mehreren ausgeführt werden sollen) ausführen, wenn diese aus einem mit BBEdit 8.0 gesicherten Dokument kommen.

Trotz des bemerkenswerten Leistungszuwachses des TextWranglers hat Bare Bones eine Lizenzänderung vorgenommen und bietet die Software nun zum kostenlosen Herunterladen an. Das Programm erreicht nun einen Referenzstatus, an dem sich Wettbewerber messen lassen müssen (denken Sie nur an die Text Factory-Möglichkeiten, um überflüssige Header aus Nachrichten zu filtern, die aus Eudora importiert wurden). Wer eine frühere Text Wrangler-Version gekauft hat kann von Bare Bones einen Gutschein erhalten, der beim Kauf eines anderen Bare Bones-Produktes angerechnet wird. Wenn Sie nicht bereits per E-Mail informiert wurden, kontaktieren Sie Bare Bones. [ACE]

<http://www.barebones.com/products/textwrangler/>
<http://www.barebones.com/store/>


Aktuelle Themen in TidBITS-Talk/17-Jan-05

vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Jens Peter Franke <gjpfranke@gmx.net>]

Die zweite Adresse unter jedem Diskussionsthema verweist auf unseren Web-Crossing-Server, der schneller ist, aber noch nicht das von uns gewünschte Erscheinungsbild aufweist.

Neue Version von Graphing Calculator -- Unser Artikel aus der vergangenen Woche führt zur Diskussion anderer Mathe-Programme ("New version of Graphing Calculator" - 2 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2427>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/287>

Neues iDVD 5 -- Unterstützt das soeben angekündigte iDVD 5 DVD-Brenner von Drittherstellern? Nein, doch mit in einem bedeutenden Vorbehalt. ("New iDVD 5" - 10 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2429>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/289>


Übersetzung dieser Ausgabe: Robert Kohl <robert.k@frozentraffic.com>, Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>, Klaus Werner Wirtz <kww@q-dsl.de> und Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>.

Lektorat: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>.

Koordination dieser Ausgabe: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>.

Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

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