Vorige Ausgabe | Englische Ausgabe | TidBITS Home Page | Deutsche TidBITS | Nächste Ausgabe

TidBITS#772/28-Mar-05

Wie gehen Sie am besten damit um, wenn eine Ihrer Kreditkartennummern gestohlen wurde? Adam schreibt über Erfahrungen, die er selbst gemacht hat und bietet Vorschläge an, um Risiko und Ärger zu vermindern. Ausserdem diese Woche: Matt Neuburg zeichnet ein gefälliges Bild von der Intaglio-Zeichensoftware von Purgatory Design. In den Neuigkeiten berichten wir vom Erscheinen von BBEdit 8.1 und dem iPod photo-Softwareupdate, erwähnen die Einigung Apples mit dem Verbreiter der Tiger Preview und wir reichen einen DealBITS Rabatt für den GoodPage HTML Editor von TARI weiter [Hinweis: Die deutsche Übersetzung enthält das Gewinnspiel DealBITS nicht -- jpf].

Themen:

Copyright 2005 TidBITS: Reuse governed by Creative Commons license
<http://www.tidbits.com/terms/> Contact: <editors@tidbits.com>


Deutsche Take Control E-Bücher unschlagbar günstig -- Hartmut Greiser aus dem deutschen TidBITS-Team hat zwei der hochwertigen E-Bücher aus der Take Control-Reihe ins Deutsche übertragen. Beide empfehlen sich für Einsteiger und Umsteiger am Mac. Take Control - Mac-Kauf leicht gemacht hilft, Kaufentscheidungen zu fundieren und dabei Geld zu sparen. Take Control of Upgrading to Panther hilft sowohl Nutzern des klassischen MacOS als auch Nutzern anderer Betriebssysteme, den Umstieg in die Mac OS X-Welt stolperfrei hinzubekommen.

Die beiden folgenden Links führen zu den Bestellseiten, das Preis-/Leistungsverhältnis ist mit zurzeit 6,17 Euro bzw. 9,56 Schweizer Franken unschlagbar (die Buchbeschreibungsseite weist US-Dollar aus, auf der Bestellseite erscheinen dann wahlweise Euro oder CHF). Bezahlt wird mittels Kreditkarte, anschliessend laden Sie die Dateien im pdf-Format in Nullkommanichts auf Ihren Computer. Die E-Bücher sind mit den Programmen Vorschau oder Adobe Reader lesbar, wer lieber Papier in der Hand hält, kann sie mit diesen Programmen in professioneller Qualität ausdrucken. Wir informieren in den deutschen TidBITS über das Erscheinen überarbeiteter Versionen dieser E-Bücher, die Sie dann kostenlos herunterladen können. [jpf]

Mac-Kauf leicht gemacht, überarbeitete Version 1.01, Download: 1,2 Megabyte, 83 Seiten, <http://www.takecontrolbooks.com/de/buying-mac.html>

Upgrading to Panther, überarbeitete Version 1.21, Download: 1,2 Megabyte, 110 Seiten, <http://www.takecontrolbooks.com/de/panther/upgrading.html>


MailBITS/28-Mar-05

[Übersetzung: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>]

Apple einigt sich mit einem Tiger-Verbreiter -- Apple Computer hat sich mit Doug Steigerwald aussergerichtlich geeinigt. Steigerwald hat kürzlich die North Carolina State University abgeschlossen und ist ein Mitglied der Apple Developer Connection, die eingestand, Entwicklerversionen von Mac OS X 10.4 Tiger über das Internet verbreitet zu haben. Steigerwald wird Apple eine nicht genannte Summe zahlen, doch News.com zitiert Apple mit den Worten "Es ist nicht unser Bestreben, Studenten ins Gefängnis zu schicken". Gegen zwei weitere Männer wird das Verfahren fortgeführt. Apple hat die Klage im Dezember unabhängig von anderen Klagen gegen Gerüchtewebseiten eingereicht. Gegen Steigerwald läuft weiterhin ein Ermittlungsverfahren. [ACE]

<http://news.com.com/2100-1047_3-5632119.html>
<http://news.com.com/Apple+sues+over+loose+Tiger/2100-1047_3-5500034.html>

BBEdit 8.1 fügt Quellkontroll-Unterstützung hinzu -- Bare Bones Software hat BBEdit 8.1 veröffentlicht, welches eine Unterstützung für die Subversion Quellkontroll-Management-Anwendung hinzufügt. Die Aktualisierung verbessert auch die Text Factory-Funktion durch Hinzufügen neuer Menüs und Paletten; ausserdem enthält es eine Unzahl an Fehlerbereinigungen (darunter "triumphant return" mit Command-Option-Doppel-Klick für "Auswahl finden"). BBEdit 8.1 ist für registrierte Nutzer von BBEdit 8.0 kostenlos, der Download ist 11,8 Megabyte gross. Mac OS X 10.3.5 oder jünger wird vorausgesetzt. [JLC]

<http://subversion.tigris.org/>
<http://www.barebones.com/support/bbedit/current_notes.shtml>
<http://www.barebones.com/support/bbedit/updates.shtml>

iPod Updater 2005-03-23 veröffentlicht -- Apple hat in der Vorwoche eine Aktualisierung für Besitzer eines iPod photo herausgegeben. Der heftige 28,9 Megabyte "schlanke" iPod Updater 2005-03-23 bringt die iPod-Software auf Version 1.1 und fügt die Unterstützung für den iPod Camera Connector hinzu (angekündigt im Februar, jetzt im Apple Online Store erhältlich). Zusätzlich verbessert die Aktualisierung Diashows auf dem iPod photo. Der Updater ist sowohl per Software-Aktualisierung als auch als eigenständiger Download erhältlich. Obwohl die Aktualisierung für Besitzer anderer iPods nichts neues enthält, wird für diese iPods die Software auf den aktuellen Stand gebracht. (daher der mächtige Downloadumfang). [JLC]

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=08001>
<http://www.apple.com/ipod/download/>


Intaglio: Möge das Quartz mit dir sein

von Matt Neuburg <matt@tidbits.com>
[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]

Erinnern Sie sich an das magische Gefühl, das Sie hatten, als Sie Ihren ersten Macintosh benutzten und mit den anfangs mitgelieferten Anwendungen wie MacPaint und MacDraw spielten? Das Magische - obwohl Ihnen das zu der Zeit nicht bewusst gewesen sein mag - lag in der Tatsache, dass diese kleinen Programme im Grunde nur Schaufenster für die dem Mac zugrunde liegende Technologie waren. Man konnte ein Rechteck oder einen Kreis mit einer dicken oder dünnen Linie zeichnen, gefüllt mit einer Fläche oder einem Muster, weil all das primitive Grundeigenschaften von QuickDraw waren; eigentlich griffen Sie auf denselben Code zu, der auch dem Mac sein unverkennbares Aussehen gab, das ihn von vornherein befähigte, Fenster und Knöpfe zu zeichnen.

<http://www.folklore.org/StoryView.py?project=Macintosh&story=Round_Rects_Are_Everywhere.txt&topic=QuickDraw>
<http://en.wikipedia.org/wiki/QuickDraw>

Sie können immer noch ein Stück dieser unbeschwerten Begeisterung erleben, wenn Sie ein wenig mit den Mal- und Zeichenwerkzeugen von AppleWorks herumspielen, wenn Sie es haben; diese sollen MacPaint und MacDraw emulieren (und sie mögen auf eine gewisse Weise direkte Nachfahren von ihnen sein), dennoch natürlich mit einem modernen Anstrich. SuperPaint, Thema einer meiner frühesten TidBITS-Besprechungen, war ein anderes Imitat von MacPaint bzw. MacDraw; es ist nicht mehr erhältlich, aber wer noch eine Kopie davon herumliegen hat, wird feststellen, dass es ziemlich gut unter Mac OS Classic läuft.

<http://www.swiss.ai.mit.edu/~bob/clarisworks.php>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=03174>

In Mac OS X ist QuickDraw nicht mehr die native Technologie des Systems zur Bildschirmdarstellung; diese Ehre geht an Quartz. Das Aussehen von Mac OS X kommt zum grossen Teil von der Tatsache, dass Quartz native Unterstützung für Bezierkurven und Koordinatentransformationen (für Rotation, Verzerrung und Skalierung) bietet, zusammen mit hochentwickelten Effekten wie Transparenzen, Schattenwürfen und Verläufen.

<http://developer.apple.com/documentation/MacOSX/Conceptual/OSX_Technology_Overview/MacOSXTechnology/chapter_4_section_3.html>
<http://developer.apple.com/documentation/GraphicsImaging/Conceptual/drawingwithquartz2d/>

Intaglio von Purgatory Design zielt darauf, Ihnen die Fähigkeiten von Quartz in der Weise zur Verfügung zu stellen, wie MacDraw dieses für QuickDraw getan hat. Und es ist auch zu einem bemerkenswert hohen Grad erfolgreich.

<http://purgatorydesign.com/Intaglio/>

Zeichne, Partner -- Intaglio ist ein Zeichenprogramm. Die Werkzeugpalette ist überschaubar. Einige Werkzeuge erstellen Vektorobjekte: Linie, Rechteck, abgerundetes Rechteck, Polygon, Kreis und Bogen; Freihand-Stift und Bezierkurven-Stift; Text; bemessene Linie. Klicken Sie auf eines davon, dann klicken und ziehen Sie in einem Dokument, und Sie zeichnen. Andere Werkzeuge arbeiten mit existierenden Objekten oder helfen Ihnen mit dem Dokument als Ganzem: Auswahl (und Punktauswahl, um mit Bezierkurven zu arbeiten), Verlaufswerkzeug, Pipette, Massband und Zoom.

Sie müssen ein paar "Klick-Tricks" lernen, die zum grössten Teil Standard sind und die die meisten Benutzer von Zeichenprogrammen bereits verinnerlicht haben. Wenn Sie eine geometrische Figur zeichnen, klicken Sie die Umschalttaste beim Ziehen, um einen Quadrat oder einen Kreis zu ziehen, und drücken Sie die Wahl-Taste, wenn das Objekt im Ursprung des Mauszeigers entspringen soll. Klicken Sie mit gedrückter Wahl-Taste auf den Mittelpunkt eines Bogens, um seinen Radius zu ändern. Verschieben Sie ein Objekt mit gedrückter Wahltaste, um es zu duplizieren. Verschieben Sie ein Objekt bei gedrückter Umschalttaste, um die Bewegung auf horizontale oder vertikale Achse zu beschränken. Ziehen Sie einen Bezierpunkt mit gedrückter Wahltaste, um neue Richtungsgriffe herauszuziehen. Bewegen Sie einen Richtungsgriff mit gedrückter Wahltaste, um ihn unabhängig vom gegenüberliegenden Griff zu bewegen.

Eine volle Palette an Werkzeugleisten und Inspektoren-Fenstern erlaubt Ihnen das Verändern verschiedenster Objektattribute: Farbe und Transparenz seiner Füllung; Farbe und Transparenz; Linienstärke, Pfeile, Strichtyp sowie Art der Anfangs- und Endpunkte seiner Linie. Es gibt auch ein Standardset von Geräten, um Ihnen zeichnen zu helfen, z.B. Ausrichten am Gitter oder Hilfslinien, Ausrichten von mehreren Objekten sowie deren Gruppierung und Sperrung.

Der Spass fängt dann wirklich an, wenn man anfängt, einem Objekt einige für Quartz charakteristische Transformationen und Eigenschaften zuzuweisen. Ein Objekt kann in der Grösse verändert werden; es kann rotiert oder verzerrt werden, um seine Mitte oder jeden anderen Punkt. Pfade können kombiniert und getrennt werden. In einer Gruppe von Objekten kann das oberste für den Rest der Gruppe als Maske fungieren; Ähnlich dazu kann ein Bitmap-Bild beschnitten werden, indem es mit einem Vektorobjekt gruppiert wird, so dass der Gruppe ein Maskenattribut zugewiesen wird, und Rückkonvertierung in ein Bitmap-Bild. Die Füllung eines Objektes kann ein Muster sein, also die gekachelte Wiederholung jeder beliebigen rechteckigen Zeichnung. Die Füllung eines Objektes kann ein Farbverlauf sein. Transparenz ist ein Attribut jeder Farbe (Ein Verlauf mit unterschiedlicher Transparenz für verschiedene Farben sieht wirklich cool aus). Sie können einem einzelnen Objekt sogar Verfremdungen wie Weich- und Scharfzeichner sowie Schattenwurf hinzufügen. Und wenn Sie mit Text arbeiten, steht Ihnen die komplette native Cocoa-Palette für Textwerkzeuge zur Verfügung, die Abstände, Einzüge, Tabulatoren, Ausrichtung, Schriften, Unterschneidungen etc. beinhaltet. Dem Text können grafische Transformationen zugewiesen werden, er kann an einen Pfad gebunden werden (und bleibt editierbar), oder kann zu einer Grafik konvertiert werden, womit weitere Änderungsmöglichkeiten offen stehen.

Welches Ende ist oben? -- Ich glaube, als einfaches Zeichenprogramm brilliert Intaglio bewundernswert. Abgesehen von den "Klick-Tricks" ist die Lernkurve, die Sie benötigen, um fröhlich zu zeichnen, quasi nicht vorhanden: Sie starten Intaglio, experimentieren eine Weile und bekommen toll aussehende Resultate und die Welt ist in Ordnung. Es gewinnt auch damit, indem es Ihnen das Gefühl gibt, dass Ihr Werkzeugkasten wirklich Quartz selbst ist, dass hinter Ihrem einfachen Klicken und Ziehen die Leistung von Mac OS X hervorbricht und Ihre Zeichnung mit Farbe, Transparenzen, Verläufen, rotierten und verzerrten Formen sowie todschicken Texteffekten versieht. Ich kann es nicht besser zusammenfassen als zu sagen, dass Intaglio wirklich das gleiche Gefühl für Spass und Staunen mit Grafiken zu erwecken scheint wie es einst MacPaint und MacDraw taten.

Wenn das alles wäre, wäre Intaglio ein schönes Low-End-Zeichenprogramm: wie ein gefälliges Spielzeug, ein brauchbares Hilfsprogramm, und mehr als genug Power zum Zeichnen für die meisten Anwender. Jedoch hat Intaglio ein paar Fähigkeiten, die es etwas hochwertiger machen. Ich sage nicht, dass man es mit Canvas, CorelDRAW oder Adobe Illustrator vergleichen könnte (oder sollte), aber einige Gedanken haben deutlich gemacht, dass Intaglio mehr als nur ein Spielzeug ist.

<http://www.deneba.com/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05801>
<http://www.allume.com/mac/creative/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05193>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07806>
<http://www.adobe.com/products/illustrator/main.html>

Zum Beispiel hat Intaglio bemerkenswerte Import- und Exportfähigkeiten; Sie können verschiedenste Formate importieren, inklusive EPS, Vektor PICT, natives Claris Draw und PDF, während die Fähigkeit zur Bearbeitung beibehalten wird, und wenn Sie in ein Bitmap-Format (über QuickTime), können Sie die Auflösung einstellen. Intaglio arbeitet mit ColorSync zusammen und kann jedem Farbraum, der in einem Dokument enthalten ist (RGB, CMYK und Graustufen) ein eigenes Farbprofil zuordnen. Dokumente können Seiten und Ebenen enthalten. Sie können Dokumenteigenschaften einstellen (z.B. Autoren- oder Schlüsselwortfeld ausfüllen), so dass Intaglio auch Spotlight-fähig ist, wenn Sie zu Mac OS X 10.4 aufrüsten. Alles, was Sie an einem Objekt manuell verändern können, können Sie auch numerisch über einen Dialog einstellen. Am bemerkenswertesten ist die Skript- und Aufnahmefähigkeit von Intaglio für AppleScript; Aufnahmefähigkeit, eine Seltenheit in Mac OS X, bedeutet, dass Sie wie üblich zeichnen können und Ihre Aktionen in AppleScript-Befehle übersetzen lassen können, als eine einfache Hilfe zu erlernen, wie Sie diese Befehle auch selbst schreiben können.

Vielleicht gibt es gerade aus diesem Grund etwas Verunsicherndes über Intaglios Unzulänglichkeiten und fehlende Fähigkeiten. Es gibt keine Suchfunktion, zum Beispiel. Ein aufspringendes Menu am unteren Rand eines Fensters lässt Sie eine Eigenschaft des momentan aktiven Objekts auswählen, die im Statusmenü des Fensters angezeigt wird - z.B. sein Typ, Index, Name, Nummer oder Stil - aber es ist sicher offensichtlich, dass Anwender es bevorzugen würden, all diese Informationen auf einmal sehen zu können. Das Programm hatte bis vor kurzem überhaupt keine Kontextmenüs. Das Handbuch ist ärmlich: es ist ein Hilfe-Dokument, in dem man kaum findet, was man sucht.

Besonders enttäuschend ist Intaglios störrische Weigerung, dem Stand der Technik zu folgen, selbst wenn dieser bewährt ist und allgemein verwendet wird. Nehmen Sie zum Beispiel das Pipetten-Werkzeug. In jedem anderen Programm, das ich verwende, nimmt es Eigenschaften des Objektes wie seine Farbe in die dazugehörige Eigenschaftenpalette auf, wenn Sie darauf klicken, so dass alle folgenden Zeichenschritte, die Sie tätigen, diese Eigenschaften haben, oder so dass Sie diese Eigenschaft verändern können (zum Beispiel könnten Sie das Gelb dieses Objekts in die Farbpalette laden wollen, um ein harmonisches blasseres Gelb mit dem nächsten Objekt zu verwenden). In Intaglio betrifft das Klicken mit der Pipette nur das aktuell ausgewählte Objekt (und wenn keins ausgewählt ist, gibt Intaglio einen Warnton aus). Das ist blöd: es ist unnötig, da Intaglio das Kopieren und Einfügen von Farben zwischen Objekten bereits unterstützt, und es gibt keinen Weg, Farben in die Paletten einzufangen und von dort weiter mit ihnen zu arbeiten. Intaglios Implementierung von Stilen ist ähnlich schwach. Stile in einem Zeichenprogramm zu haben ist definitiv eine gute Sache, denn wenn Sie mehr tun als mit lediglich zwei Objekten mühsam zur gleichen Zeit zu arbeiten, sind die Chancen gross, dass Sie ähnliche Eigenschaften gleichzeitig mehreren Objekten zuordnen wollen, während Sie fortfahren. Aber der Einsatz von Stilen in Intaglio ist umständlich und starrköpfig, wobei man diese einfach bei AppleWorks hätte abkupfern können, das Zeichenstile einfach und brilliant implementiert.

Nicht-abschliessendes Endergebnis -- Wie oft der Fall ist auch Intaglio deshalb ein Programm, das ich liebend gern lieben würde, aber nicht ganz kann. Wenn Intaglio eher ein Spielzeug wäre, wäre es ein grossartiges Spielzeug. Aber es kostet 90 USD, was eine beträchtliche Investition ist, und lädt den Anwender ein, in Intaglio ein Programm mit einigen guten höherwertigen Qualitäten zu sehen. Die fehlende Suchfunktion, das verwirrende Handbuch und das Verhalten von Stilen weisen jedoch in die Richtung, diese Einladung auszuschlagen. Fügen Sie hierzu die Tatsache, dass ich in jeder neuen Version von Intaglio, die ich seit Januar heruntergeladen habe, mindestens ein Fehlverhalten beim Zeichnen und einen Absturzfehler innerhalb der ersten Teststunde entdeckt habe. Fehler sind kein Verbrechen - sie sind sprichwörtlich unvermeidlich - aber meine gesammelte Erfahrung mit Intaglio hat mich nicht mit Zuversicht erfüllt.

Glücklicherweise ist es einfach für Sie, sich Ihr eigenes Bild zu machen. Eine Demoversion von Intaglio (mit der Sie nicht sichern können, gedruckte und exportierte Dokumente haben ein Wasserzeichen) ist als 3 MB grosser Download erhältlich. Das Programm benötigt Mac OS X 10.2 Jaguar, für einige Fähigkeiten wird Mac OS X 10.3 Panther benötigt.

<http://purgatorydesign.com/Intaglio/download.html>


Gestohlene Kreditkartennummern und hilfreiche Firmen

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>]

Der Diebstahl von Kreditkartennummern ist eines der Ereignisse, das immer nur anderen passiert... bis es Sie trifft. Genau das passierte mir kürzlich, und die Auswirkungen waren wesentlich aufschlussreicher und weitreichender, als ich zunächst erwartet hätte.

Wann? -- Der erste Hinweis darauf, das etwas nicht stimmte, kam, als Tonya die Abrechnungen unserer allein für Geschäftsangelegenheiten genutzten MasterCard überprüfte. Dort tauchte ein Betrag von 19,95 USD für irgendeine Yahoo-Angelegenheit auf. Aber anhand der begrenzten Informationen des Kreditkartenbeleges war es unmöglich zu sagen, worum es sich genau handelte. Tonya wusste, dass Sie nichts bestellt hatte, was zu einer solchen Belastung hätte führen können, und als Sie mich fragte, konnte ich mich genauso wenig an einen Vorgang erinnern. Um zu überprüfen, ob ich nicht einfach etwas vergessen hatte, durchsuchte ich alle E-Mails rund um das relevante Datum und ging sogar soweit, in OmniWeb die History der besuchten Links auf Yahoo-URLs zu kontrollieren.

Die Situation wurde immer suspekter, deshalb rief Tonya die auf der Kreditkartenabrechnung aufgeführte Telefonnummer an - und verbrachte einige Zeit in einer Warteschleife. Während sie wartete ging ihr auf, dass Sie Yahoo Personals angerufen hatte, den Online-Datingservice von Yahoo. Sie rief mich sofort ans Telefon, da ihr klar war, dass die gesamte Situation schwierig würde, wenn den Leuten vom Kundenservice registrierten, dass eine Ehefrau über eine Abrechnung eines Datingservices auf der Kreditkarte ihres Mannes Auskünfte wünscht. Ich war gut und hörte erst mit meinen Witzen, dass mir der Yahoo Datingservice nicht ein Rendezvous vermittelt hatte, auf, als der Kundenservice ans Telefon ging.

<http://personals.yahoo.com/>

Es war schwierig mit dem Yahoo-Kundendienst, da wir zur Preisgabe weiterer persönlicher Informationen nicht bereit waren, darunter einige, von denen sie behaupteten, sie seinen notwendig um das Konto, das die Belastung ausgelöst hatte, ausfindig zu machen. Am Ende erzählten sie uns dann doch, dass das Yahoo Personal-Konto tatsächlich denselben Nutzernamen wie mein Yahoo-Konto hatte (woraufhin ich sofort das Kennwort veränderte, nur zur Sicherheit), aber das im Yahoo Personals eingetragene Geburtstagsdatum entsprach keinem unserer wirklichen Geburtsdaten. Diese Information war entscheidend für Yahoo, das Yahoo Personals-Konto zu sperren und unser Geld zu erstatten.

Sperrungen -- Der Yahoo Personals-Kundendienst empfahl uns die Sperrung der benutzten Kreditkarte. Das hatten wir ohnehin als nächsten Schritt geplant. Der Herausgeber unserer Kreditkarte war so vorneweg die Karte zu sperren und eine neue auszustellen, dass wir nicht einmal den ganzen Vorgang schildern konnten. Tonya führt Buch über alle einzugsberechtigten Händler, als nächstes stellte sie also diese Konten um. Der Vormittag war im Eimer, doch wir meinten, alles wesentliche geregelt zu haben. Dem war leider nicht so.

Einige Tage später waren Tristan und ich unterwegs als ich mich erinnerte, dass seit einiger Zeit aus einem Reifen unseres Zweitwagens Luft entwich. Normalerweise wäre dies kein Thema gewesen, doch Tonya hatte eine Verabredung und ich wollte sie daran erinnern, den Reifen aufzupumpen und ihr Handy für den Notfall (um mich zum möglichen Reifenwechsel zu rufen...) nicht zu vergessen. Im Staat New York ist es verboten, ohne Freisprechanlage mit den Handy im Auto zu telefonieren, deshalb drückte ich die Schnellwahltaste und gab Tristan das Handy, um es ihr mitzuteilen. Er gab mir das Handy zurück und meinte, da sei etwas merkwürdiges. Ich nahm das Handy, hörte hin und endete beim Kundendienst von Verizon Wireless. Ich legte auf, versuchte es noch einmal und landete wieder dort. Dieses Mal wartete ich, bis jemand meinen Anruf übernahm und mich darüber informierte, dass unser Anschluss gesperrt sei, weil die Monatsabrechnung nicht vom Kreditkartenkonto hatte eingezogen werden können. Es schien, dass Tonya eine Einzugsermächtigung übersehen hatte. Glücklicherweise konnte ich Tonya über ein anderes Handy erreichen, doch die Kreditkartengeschichte wuchs sich zu einem Ärgernis aus.

In der Folgewoche kümmerte sich Tonya darum, den Mobilfunkanschluss wieder ans Laufen zu bekommen und protestierte nachdrücklich und erfolgreich gegen den Versuch von Verizon Wireless, uns eine Gebühr von 15 USD in Rechnung zu stellen. Sie betonte, dass es für Verizon ein leichtes gewesen wäre, uns per Telefon oder Schreiben zu informieren, dass ein Einzugsversuch missglückt sei. Unnötig darauf hinzuweisen, dass die Bedienstete beim Kundendienst nichts tun konnte ausser unser Feedback weiterzugeben (wenn überhaupt).

Doch dies war nicht das Ende der Scherereien, obgleich die Nächste allein meiner Schludrigkeit zu verdanken war. Für die Take Control E-Bücher richtete ich ein Google AdWord-Konto ein, welches die MasterCard auch belasten konnte. Ich vergass aber, Tonya darüber Bescheid zu geben, dieses Konto auf die Liste der Einzugsberechtigungen zu setzen. Sie ahnen es - beim nächsten Versuch von Google, die Kreditkarte zu belasten wurde dieser zurückgewiesen.

Hier aber wird der entscheidende Unterschied zwischen Verizon Wireless und Google deutlich. Wo es Verizon Wireless nicht in den Sinn kam uns zu informieren und uns deshalb unnötig Ärger einbrockte, informierte mich Google per freundlicher E-Mail darüber, dass unsere Werbung vorübergehend stillgelegt, aber mit einem Link zu meinem Konto die Neueingabe der Kreditkartennummer und Freischaltung möglich sei. Der Gesamtvorgang dauerte nur wenige Minuten, wovon die meiste Zeit meine gegenüber Tonya zum Ausdruck gebrachte Überraschung über Googles Unterstützung im Gegensatz zu Verizon Wireless' Ignoranz war.

Kreditauskunft -- Eines Tages schilderten wir diese Geschichte einer Freundin beim Abendessen. Sie erzählte uns, dass ihr etwas ähnliches passiert sei. In ihrem Fall allerdings ging der Betrug soweit, dass der Täter die Rechnungsadresse ihrer Kreditkarte verändert hatte, so dass sie ohne Abrechnungen keinen Hinweis auf Unregelmässigkeiten erhielt. Sie empfahl uns, eine Kreditauskunft zu beantragen, um auszuschliessen, dass irgendwelche unlauteren Geschichten mit unseren Finanzen geschehen.

Ein wenig Recherche brachte hervor, dass die derzeitige US-Gesetzgebung von den drei grossen Kreditauskunft-Unternehmen - Equifax, Experian und TransUnion - verlangt, jedem Interessenten einmalig pro Kalenderjahr kostenlose Kreditauskunft zu erteilen (Sie können also alle drei einmal zur selben Zeit oder jeweils alle vier Monate um Auskunft ersuchen, um mögliche Unstimmigkeiten auszumachen). Leider ist den Firmen reichlich Zeit für die US-weite Bereitstellung ihrer Dienste eingeräumt worden. Im Westen und im Mittleren Westen stehen die Dienste inzwischen zur Verfügung, im Süden dauert es jedoch bis zum 1. Mai und im Osten bis zum 1. September dieses Jahres (Einige Staaten, namentlich Colorado, Georgia, Maine, Maryland, Massachusetts, New Jersey und Vermont, verlangen bis zu zwei kostenfreie Kreditauskünfte jährlich).

<https://www.annualcreditreport.com/>
<http://www.epic.org/privacy/fcra/>
<http://www.epic.org/privacy/preemption/>

Unsere Freundin meinte, sie habe den Service von FreeCreditReport.com genutzt, der ebenfalls eine kostenlose Kredit-Auskunft erteile, aber zugleich die gebührenpflichtige Beauftragung für seine Berichts- und Überwachungsdienste verlange. Dies kann sinnvoll sein, gerade wenn Sie regelmässig über Änderungen im Bilde sein wollen. Sie können (und das habe ich getan) Ihre Mitgliedschaft gebührenfrei beenden, wenn Sie Ihre kostenlose Kreditauskunft erhalten haben, Sie können aber natürlich auch 10 USD bezahlen, wenn Sie auf das "Beenden-Sie-meine-Mitgliedschaft"-Spiel keine Lust haben. Erfreulicherweise wies meine Kreditauskunft keine sonderlich beunruhigenden Vorgänge aus, wenn ich auch bemerkenswerterweise als ein Jahr jünger gelte als in Wirklichkeit. Ich werde das gelegentlich in Ordnung bringen und ab September eine regelmässige Auskunft in Auftrag geben.

<http://www.freecreditreport.com/>

Gelernte Lektionen -- Heutzutage ist der Einkauf im Internet für viele Menschen alltäglich. Ich glaube nicht, dass im Internet das Risiko des Kreditkartenkaufs höher liegt als über das Telefon oder im Geschäft. Allerdings erhöht die Häufigkeit des Kreditkarteneinsatzes die Missbrauchswahrscheinlichkeit Ihrer Kreditkartennummer durch Dritte. Und dann ist es vor allem ein Ärgernis, weil Ihr Risiko bei Kreditkarten in den USA auf 50 USD beschränkt ist - und dass diese Summe in Rechnung gestellt wurde habe ich bislang auch noch nicht gehört. Wie unsere Erfahrung zeigt, kann der Nervfaktor hoch sein und eventuell ist der Betrug mittels Kreditkartennummer nur der Einstieg in einen wesentlich umfänglicheren Identitätsdiebstahl. Deshalb empfehle ich folgende Vorsichtsmassnahmen:

<http://www.omnigroup.com/applications/omniweb/>
<http://www.stclairsw.com/HistoryHound/>

<http://www.consumer.gov/idtheft/>

Auf viele Bereiche eines Kreditkartennummerndiebstahls mögen Sie keinen Einfluss haben. The Register enthält einen Artikel, der eine Reihe von Grossunternehmen, Bildungseinrichtungen und andere Organisationen beschreibt, die allein in diesem Monat die Kontrolle über sensible Kundendaten verloren haben. Daran können Sie nichts ändern (abgesehen von der Kontrolle, wie mit Ihren Daten verfahren wird - wo möglich), aber ein wenig gesunder Menschenverstand und Risikobewusstsein reduziert die Auswirkung eines möglichen Diebstahls Ihrer Kreditkartennummer (wenn Sie noch viel mehr spannendes über den Diebstahl von Kreditkartennummern lesen möchten, folgen Sie dem zweiten Link zu einer englischsprachigen Webseite).

<http://www.theregister.com/2005/03/23/id_theft_cannot_be_escaped/>
<http://www.livejournal.com/users/publius_ovidius/111672.html>


Aktuelle Themen in TidBITS-Talk/28-Mar-05

vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Christian Putze <christian@putze.net >]

Die zweite URL unter jedem Diskussionsthema verweist auf die entsprechende Diskussion auf unserem Web Crossing-Server, der um einiges schneller ist.

Adressbuch-Werkzeuge -- Nachdem ein Leser das alte Adressbuch 4.2.6 unter Mac OS 9 benutzt hat, sucht er nun etwas ähnliches, das unter Mac OS X läuft. (Address Book Utilities -- 2 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2525>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/384>

Weitere Möglichkeiten um MP3s in Ihrem Auto abzuspielen -- Die Popularität des iPods hat viele neue Lösungen hervorgebracht mit denen Sie Musik im Auto abspielen können, darunter auch eingebaute Radioempfänger mit AUX-Eingängen an der Front. ("Other options for playing MP3s in your car" - 4 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2526>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/385>

Kampagne, um iPods umweltverträglicher zu machen -- Eine Naturschutzgruppe versucht öffentlich zu machen, dass das Material, das im iPod verbaut wird, umweltfreundlicher hergestellt werden könnte (obwohl Apple bereits eine sehr umweltfreundliche Einstellung hat). Aber das wirft die Frage auf: Warum iPods blossstellen, wenn Taschenlampenbatterien und andere Einwegartikel genauso gefährlich sind? ("Campaign to make iPods greener" - 7 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2527>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/386>

DVD-Jon gegen Apple -- Ein Artikel über die Anstrengungen eines Entwicklers, Apples digitales Rechtemanagement (DRM) für iTunes zu umgehen, ruft eine Diskussion zum Thema "DRM und freie Märkte" hervor. ("DVD Jon vs Apple" - 4 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2528>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/387>

Wie könnten "Intelligente Ordner" unsere Arbeitsweise ändern? -- Könnte die "Intelligente Ordner"-Funktion im kommenden Mac OS X 10.4 Tiger eine Revolution sein in der Art wie die Menschen mit Ihrem Mac und Ihren Daten interagieren? ("How Might Smart Folders Change the Way We Work" - 4 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2529>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/388>


Übersetzung dieser Ausgabe: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>, Sven Kornmann <kornmann@arcor.de> und Christian Putze <christian@putze.net>.

Lektorat: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>.

Koordination dieser Ausgabe: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>.

Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

Nichtkommerzielle oder gemeinnützige Medien dürfen unsere Artikel nachdrucken, wenn sie einen Link auf die Seite der deutschen TidBITS oder eine volle Referenz angeben. Andere kontaktieren uns bitte per E-Mail. Der Inhalt der Artikel ist ohne Gewähr. Wenden Sie sich bitte an den Autor. Namen von Publikationen, Produkten oder Firmennamen können durch Gebrauchsmustereintrag geschützt sein. TidBITS engl. ISSN 1090-7017.

Vorige Ausgabe | Englische Ausgabe | TidBITS Home Page | Deutsche TidBITS | Nächste Ausgabe