
Während die Welt mit angehaltenem Atem auf Tiger wartet (noch vier Tage!) und wir die letzten Korrekturen an unseren Take-Control-Büchern über Tiger anbringen, haben wir doch noch die Zeit für eine weitere Ausgabe von TidBITS gefunden. Adam wirft einen Blick auf NoteBook 2.0, Glenn Fleishman blickt auf die soeben fusionierten Firmen Adobe und Macromedia zurück und Matt Neuburg erzählt uns davon, wie sein iMac G5 förmlich in Rauch aufging.
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[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Apple veröffentlicht Sicherheits- und Java-Updates -- Apple hat vergangene Woche das Security Update 2005-004 veröffentlicht. Die Aktualisierung ist 1 MByte gross und ersetzt eine Komponente von iSync die einen Überlauffehler aufwies. Ebenfalls veröffentlicht wurde das "Java Update for Mac OS X 10.3.9", das einen Fehler behebt, der bei einigen Anwendern nach der Installation von Mac OS 10.3.9 zum Absturz von Java-Applets führen konnte. Das Java-Update ist ebenfalls 1 MByte gross; beide Aktualisierung können ebenfalls über Software Update heruntergeladen werden. [JLC]
<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=301326>
<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=301382>
Default Folder X 2.0 unterstützt Tiger -- Default Folder ist das erste Programm, das ich nach einer Installation des Betriebssystems hinzufüge. Die guten Leute bei St. Clair Software sind letzte Woche ihrem exzellenten Ruf erneut gerecht geworden und haben die aktualisierte und zu Tiger kompatible Version von Default Folder X 2.0 ganze 11 Tage vor dem Veröffentlichtungstermin von Mac OS X 10.4 herausgegeben.
<http://www.stclairsoft.com/DefaultFolderX/release.html>
Diese Aktualisierung ist kritisch: ältere Versionen von Default Folder arbeiten nicht mehr unter Tiger. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie zuerst die neue Version unter Panther installieren (wo sie problemlos funktioniert), bevor Sie Ihr System auf Mac OS X 10.4 Tiger aktualisieren. Default Folder X 2.0 ist für registrierte Besitzer kostenlos und die Datei ist 4.7 MByte gross. [GF]
DealBITS-Verlosung: Gewinner von MaxSleeve und iProtect -- Glückwünsche an Peggy Russell von kachergisbookdesign.com und Michael Bobek von mac.com, die in der DealBITS-Verlosung von letzter Woche je ein MaxSleeve und iProtect von MaxUpgrades für 38.98 US$ gewonnen haben. Selbst wenn Sie nicht zu den Glücklichen gehören, können Sie 15 % beim Kauf eines MaxSleeve und/oder iProtect sparen (und sogar Ihrer gesamten Bestellung mit Ausnahme der Versandkosten), wenn Sie in der Bestellung den Code MXPROMODB1 in das Kommentarfeld hineinschreiben. MaxUpgrades hat uns gesagt, dass der Rabatt nicht auf der Bestellbestätigung erscheinen wird, aber auf der Rechnung trotzdem abgezogen ist. Dieses Angebot gilt für alle TidBITS-Leser. Wir danken den 769 Teilnehmern, 45 davon sind von anderen Teilnehmern vermittelt worden. Halten Sie weiterhin Ausschau nach weiteren DealBITS-Verlosungen. [ACE]
<http://www.tidbits.com/dealbits/maxupgrades1/>
<http://www.maxupgrades.com/istore/index.cfm?fuseaction=product.display&Product_ID=102>
<http://www.maxupgrades.com/istore/index.cfm?fuseaction=product.display&Product_ID=103>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=08067>
von Glenn Fleishman <glenn@tidbits.com>
[Übersetzung: Alexander Lorani
<alexanderlorani_at_yahoo.com>]
Es hat 20 Jahre gedauert, aber nun ist die Branche für Grafikanwendungen auf die zwei verbleibende Firmen der ersten Stunde zusammen geschrumpft. Adobe kündigte letzte Woche seinen Übernahmeplan für Macromedia an; ein kompletter Aktienkauf im Werte von 3,4 Milliarden US$. Das Geschäft, sofern es denn durch beide Aufsichtsräte und das amerikanische Kartellamt abgesegnet wird, gibt den Anteilseignern von Macromedia in Zukunft ungefähr eine 18-Prozent-Anteil an Adobe.
<http://www.adobe.com/aboutadobe/invrelations/adobeandmacromedia.html>
Als der Macintosh vom Stapel lief, übernahmen schnell vier Unternehmen das Grafikgeschäft: Adobe, Aldus, MacroMind und Quark. Jeder hatte seine Stärken: Adobe war der Typografie- und Vektorgraphik-Riese. Aldus und Quark führten beide Seitengestaltungsprogramme im Sortiment, die beide mit Tonnen an Aufklebern auf der Verpackungsfolie bepflastert waren. Und MacroMind hatte die Werkzeuge für Multimedia-Autoren.
Führungskampf bei der Webgestaltung -- 1992 gingen MacroMind und Authorware zusammen und formten Macromedia. 1995 kauften sie Altsys, den Hersteller von Aldus Freehand (mehr dazu später) und Altsys Fontographer. Macromedia stellte 1998 sein Bearbeitungsprogramm für Webseiten Dreamweaver vor und brachte dann durch zwei Akquisitionen noch etwas Speck auf die Rippen: 1999 wurde Andromedia, gekauft, ein Hersteller für Webverkehr-Analyse, und 2001 wurde Allaire gekauft, das Unternehmen hinter der Cold-Fusion-Skriptsprache.
Macromedias Kombination aus Skriptunterstützung und Interaktivität brachte das Unternehmen in Führung auf dem Web-Gestaltungsmarkt. Shockwave und Flash wurden die de facto Standards für vektorbasierte interaktive Präsentationen. Trotz einiger Anstrengungen konnte kein Konkurrent auf diesem Markt Fuß fassen.
Gleichermassen zementierte Macromedias Integration von Cold Fusion und ASP in Dreamweaver die Führerschaft auf dem graphischen Webseiten-Markt. Dreamweavers Unterstützung von Skriptsprachen und Datenbanken lies dann auch Adobe GoLive (ex-CyberStudio, welches Adobe der deutschen Firma GoLive abkaufte) hinter sich.
Druckgestaltungs-Revierkämpfe -- Während MacroMind die interaktive und Webgestaltungswelt übernahm, wurden Aldus und Adobe die Platzhirsche bei Seitengestaltung, Illustration und Bildbearbeitung.
Aldus baute eine grosse Serie an Produkten auf, begann bei PageMaker, fügte dann FreeHand hinzu (hergestellt von Altsys unter Lizenz von Aldus), Persuasion (das wohl beste Präsentationsprogramm seiner Zeit), SuperPaint und IntelliDraw.
Adobe startete mit Zeichensätzen und PostScript und brachte dann Illustrator für vektorbasierte Illustrationen heraus - immer in hartem Funktionswettbewerb mit FreeHand. Aber Adobes gottähnliche Dampfwalze war Photoshop. Photoshop entstand 1990 aus der Arbeit zweier genialistischer Brüder, einer arbeitete bei Industrial Light and Magic [Unternehmen für grafische Effekte, gegründet von "Star Wars"-Regisseur Georg Lucas - Anm. des Übersetzers], der andere an der Universität von Ann Arbor, Michigan. Photoshop wurde ein sofortiger Erfolg und zerstörte seine fähige Konkurrenz Color Studio von Fractal Design.
Mit Lizenzumsätzen, die durch Photoshop, Illustrator, Zeichensätzen und PostScript getrieben wurden, entstand eine immer größer werdende Adobe, welche dann 1994 ein Fusionsangebot an Aldus abgab. Die Fusion machte es notwendig Aldus FreeHand auszugliedern; die Rechte fielen zurück an Altsys, die wiederum im folgenden Jahr die Rechte an Macromedia weiter verkaufte.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04019>
Acrobat wuchs derweil von einer kleinen Fussnote bei der Markteinführung - mit einer Nutzerlizenz für jeden Nutzer - zu dem einzig echten Dokumentenaustauschformat, das das Aussehen und Inhalt des Originaldokuments beibehält. Sogar Microsoft konnte effektiv nie mit Acrobat mithalten, und das will was heißen.
Adobe kaufte später noch FrameMaker, das dritte übrig gebliebene Seitengestaltungs-Programm und führte daraufhin InDesign als den Nachfolger von PageMaker ein, welches etwas in die Jahre gekommen war und locker von QuarkXPress geschlagen wurde.
Die neue Grafiksoftwarewelt -- Jetzt sind wir am Ende dieser Entwicklungen angekommen. Adobes Konkurrenten sind nicht mehr Quark oder Viewpoint (früher MetaCreations, andere Namen davor) sondern Apple und Microsoft. Während Adobe versucht, seine Software auf beiden Plattformen herauszubringen, werden sie von oben von Apples professionellen Video-Werkzeugen bedrängt und von unten von Microsofts und Apples konsumerorientierten Gestaltungs- und Fotowerkzeugen belästigt.
Um die notwendige Größe zu erreichen um mit den Betriebssystemherstellern konkurrieren zu können, ist Adobes Kauf von Macromedia durchaus sinnvoll und wird vermutlich keine kartellrechtlichen Einsprüche hervorrufen. Die beiden Firmen haben eine ähnlich kleine Schnittmenge wie damals bei der Fusion von Aldus und Adobe als FreeHand an Macromedia weitergereicht wurde. Macromedias Dreamweaver wird sicherlich GoLive verdrängen, aber es wird einige Zeit brauchen, um Dreamweaver voll in die Creative Suite einzubinden. Da zur Zeit gerade Creative Suite 2 aktuell ist, erwarte ich, dass die volle Dreamweaver-Integration mit einigen GoLive-Funktionszwischenlösungen erst in Creative Suite 3 erfolgen wird.
FreeHand und Illustrator stehen mal wieder im Konflikt aber vermutlich wird FreeHand erneut der Verlierer sein. Obwohl Freehand noch unterstützt wird, hatte es doch in den letzten Jahren einen eher niedrigen Stellenwert im Macromedia-Angebot, während Illustrator immer in Adobes Rampenlicht stand.
Alles in allem kann die derzeitige Entwicklung ein Gewinn für Schaffende im grafischen Gewerbe sein, weil es konsistentere Preise und bessere Integration zwischen den Programmen verspricht, die sie ohnehin bereits im Einsatz haben. Die meisten Webgestalter verwenden Flash, Director und Shockwave, Illustrator oder FreeHand, InDesign oder Dreamweaver. Es ist nur eine natürliche Entwicklung, dass eine einzelne Firma dies alles aus einer Hand anbietet.
Ich sagte eingangs, dass zwei Firmen übrig bleiben. Offensichtlich ist Adobe eine davon, mit über 2 Milliarden US$ Umsatz inklusive der früheren Macromedia-Kunden. Das andere Unternehmen ist Quark Inc, eine Firma, die mit seinem Flaggschiff QuarkXPress zwei Jahre nach Aldus' PageMaker gestartet war.
Quark versuchte auch einige andere Produkte herauszubringen, wie zum Beispiel Quark Immedia, ein merkwürdiges Multimedia-Autorenwerkzeug, oder ein Bildbearbeitungsprogramm einer japanischen Firma, das sie irgendwie nie richtig am Markt platzieren konnten. Quark ist in Privatbesitz, die Finanzsituation ist daher unbekannt, obwohl es immer als extrem profitabel wahrgenommen wurde.
Die Zukunft liegt als eindeutig in der Hand von wenigen Grafiksoftware-Herstellern mit integrierten Programmen - integriert wie die iLife-Familie, die Creative Suite oder Microsoft Office. Mit dem Kauf von Macromedia hat Adobe einen großen Schritt in die Erhaltung seiner Multiplattform-Rolle gemacht und gibt das Tempo in der Grafikbranche vor.
Von Jeff Carlson <jeffc@tidbits.com>
[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]
Wenn man sich die technischen Spezifikationen des Mac mini allein anschaut, sitzt der Computer fest in der Mitte von Apples Computerangebot - es ist im Prinzip ein eMac ohne Monitor, Tastatur und Maus. Was beim Mac mini bemerkenswert ist, ist seine physikalische Größe, ein winziges Rechteck, das nur leicht größer als die meisten externen Festplatten ist.
Interessanterweise haben die geringen Ausmaße eine große Leinwand geschaffen, auf die die Leute ihre Vorstellungen darüber, was der Mac mini sein könnte, projizieren. Mit seiner kleinen Grundfläche ist der Mac mini im Wohnzimmer beliebt geworden, und er besteht den "Ehefrauen-Test", weil er ein dezentes Medienabspielgerät ist, ohne wie ein, naja, Computer auszusehen. Er hat auch ein Zuhause in Autos gefunden, wo Enthusiasten auf Musik und Videos zugreifen wollen, ohne ein Vermögen für spezielle Komponenten ausgeben zu müssen.
Oh, und dann ist da der Preis: der Standard-Mac mini kostet 500 US$ (480 EUR), was offensichtlich Nicht-Macbenutzer zur Mac OS X-Plattform lockt.
Diese Faktoren haben zu einer unerwarteten Flut an Webseiten geführt, die sich dem Mac mini widmen. Offensichtlich spielt das Phänomen, ein Gerät, das im Einstiegssegment unglaublich populär ist, zu ergattern, eine Rolle, aber seit dem Original iMac hat es kein solches Interesse an einem ansonsten unbeachtlichen Computer gegeben.
Ich habe mich vor kurzem auf die Suche nach Seiten gemacht, die den Mac mini thematisieren, weil ich den Grund für so viel Aktivität herausfinden wollte. Außerdem suchte ich eine Antwort auf die Frage: Verspricht eine Explosion von Nischen-Webseiten einem Produkt Erfolg, oder ist es ein Goldrausch-Opportunismus? Die Zeit wird es natürlich zeigen, aber in der Zwischenzeit genügt es für eine interessante Reise.
Nachrichten und Informationen -- Die Seite, auf der ich meine Erkundung begann, Modmini.com, wurde von Robert Cassidy und Andrew Laurence, der oft Beiträge für TidBITS liefert, erstellt. Abgesehen von ihrem Namen ist die Seite nicht so sehr auf Mods (Modifikationen) ausgerichtet in dem Sinne, wie das andere tun (zum Beispiel der Einbau von Mac minis in alte iMac- oder sogar Centris-Gehäuse). Stattdessen greift sie praktische Überlegungen auf, z.B. wie man den Mac mini als DVD-Jukebox nutzt (mit Videos auf der Festplatte gespeichert), und wie man AirPort und Bluetooth hinzufügt - beides BTO-Optionen - nachdem man den Mac mini empfangen hat.
Wenn Sie mehr nach einer Seite mit täglichen Nachrichten und Informationen Ausschau halten, bieten 123Macmini und BYODKM [Bring Your Own Display, Keyboard and Mouse - Bring deinen eigenen Monitor, Tastatur und Maus mit - SK] regelmäßige Nachrichtenportionen und Rezensionen (Produktvorstellungen, die den Mac mini betreffen sowie allgemeine Mac OS-Nachrichten). Beide bieten auch Diskussionsforen, wo man Geschichten und Tipps austauschen sowie die jetzt schon uralte Frage stellen kann: Mac mini oder [fügen Sie hier den Namen eines beliebigen Computers ein]???
<http://www.123macmini.com/>
<http://www.byodkm.net/>
Heimkino -- Der Mac mini wurde schnell der preisgünstige, unauffällige Computer der Wahl als digitaler Hub, und einige Seiten mit spezifischen Informationen zur Medienzentrale sind auf den Zug aufgesprungen. MacHTPC, HTmini.com und Home Theater Mac bieten Neuigkeiten und Rezensionen im Hinblick auf den Mac mini als Heimkino, sowie allgemeine Mac-Nachrichten, sofern einschlägig.
<http://www.machtpc.com/>
<http://htmini.com/>
<http://www.hometheatermac.com/>
Ebenso eine Bemerkung wert ist das CenterStage-Projekt, das aber nicht unbedingt an den Mac mini gebunden ist, aber ebenfalls vom kleinen Mac inspiriert wurde. CenterStage ist ein Open Source-Projekt zur Entwicklung einer Heimkino-Umgebung für den Mac, die mittels Fernbedienung gesteuert werden kann (stellen Sie sich TiVo vor mit allen Eigenschaften, die Sie wirklich wollen). Die Entwicklung ist noch in einem frühen Stadium, aber eine 0.1 Alphaversion steht zum Download bereit.
<http://www.centerstageproject.com/>
Wenn Sie sich manchmal fühlen, als sei Ihr Auto Ihr Zuhause, dann sollten Sie sich MacVroom reinziehen, wo Sie um die Mac mini Fahrzeug-Integration "eine Rundfahrt machen" können. Bei MacVroom dreht sich alles um die Fortschritte, einen Mac mini in Autos einzubauen, inklusive Informationen über die Verwendung kleinformatiger LCD-Bildschirme, alternative Stromversorgungen und mehr.
Mac mini-Gemeinschaft -- Alle Seiten, die oben erwähnt werden, beinhalten Diskussionsforen oder Kommentarfunktionen im Stil von Weblogs, aber zwei Seiten wurden einzig und allein zum Zweck der Gründung von Online-Communitys für Mac mini-Benutzer und -Fans errichtet. Macminiforums umfasst Foren zur Nutzung, Fehlerbeseitigung und Modifikation von Mac minis, sowie Kleinanzeigen. MacminiCenter ist ein Mac mini-Wiki, das von einer Gemeinschaft gepflegt wird (welches einfach Spaß macht, es dreimal laut zu sagen), mit Informationen und Links zu spezifischen Hardware- (wie z.b. LCD-Projektoren), Software- und anderen Kategorien.
<http://macminiforums.com/forums/>
<http://www.macminicenter.com/wiki/index.php?title=Main_Page>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Vor einigen Wochen hat die Firma Circus Ponies die Version 2.0 ihres eleganten Notizensammlers NoteBook veröffentlicht und dabei das Programm in wichtigen Bereichen massgeblich verbessert. Die Aktualisierung zählt über 150 neue Funktionen auf und ist für bestehende Kunden gratis, allerdings muss ein neuer Lizenzcode gelöst werden, da das Lizenzsystem geändert worden ist.
<http://www.circusponies.com/>
Wie ich im Artikel "The Well-Worn NoteBook" in TidBITS-745_ geschrieben habe, bin ich ein eingefleischter Anwender von NoteBook, das ich dazu verwende, Aufgaben, Checklisten und Informationsfetzen aus E-Mails und Webseiten zu verwalten und all die kleinen Zettel und Notizen aufzubewahren, die sich in den dunklen Winkeln meines Schreibtisch angesammelt haben. Meine Arbeitsweise mit NoteBook hat sich mit der neuen Version nicht geändert, deshalb gibt Ihnen der vorherige Artikel einen umfassenderen Überblick über das Programm.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07803>
Inhaltskarte -- Mit NoteBook 2.0 sind einige meiner Arbeitsschritte dank den neuen Funktionen aber flüssiger geworden. Herauszuheben ist eine neue Inhaltskarte, die in einer Art schmaler Schublade eine ständig sichtbare Inhaltsübersicht einer Notebook-Datei anzeigt. Das tönt nach einer kleinen Änderung, ist aber enorm hilfreich, da ich dadurch beim Arbeiten immer eine Gesamtübersicht im Blick habe. Zusätzlich kann man jetzt Objekte zwischen Seiten verschieben, indem das Objekt einfach auf die passende Stelle in der Inhaltskarte gezogen wird. Ich benutze die Inhaltskarte ständig. Eine Verbesserung würde ich mir aber doch noch wünschen, nämlich die Möglichkeit, den Inhalt von zwei unterschiedlichen Seiten gleichzeitig anzeigen zu lassen, wie das auch bei einem herkömmlichen Notizbuch möglich ist.
Aufgaben-Index -- Seit meinem letzten Artikel über NoteBook habe ich meine Vorgehensweise beim Bearbeiten von Aufgaben ("To-Do Items") geändert, hauptsächlich aufgrund des Buches "Getting Things Done" von David Allen. Vorher habe ich meine Aufgaben auf einer Seite pro Woche und unterhalb einer Überschrift für jeden Tag verwaltet. Obwohl das nicht allzu schlecht funktioniert hat, bin ich schnell dazu übergegangen, gewisse Dinge längere Zeit zu ignorieren und dadurch ist die Liste der täglichen Aufgaben immer länger und länger und deren Bearbeitung immer unwahrscheinlicher geworden. Im Buch von David Allen wird ein anderes Vorgehen empfohlen. Das Ziel soll sein, immer den nächsten Schritt in einem gewissen Projekt zu kennen und diese nicht nach Projekt anzuordnen, sondern nach Kontext: Telefonanrufe, E-Mails, Briefe, Besorgungen etc. Die Idee dahinter ist, dass wenn Sie beispielsweise am Schreibtisch sitzen, Sie sich alle Aufgaben dieses Kontexts anschauen und etwas erledigen, für das Sie gerade genug Zeit und Energie haben. Natürlich ist das im Buch etwas komplizierter und umfassender beschrieben, aber es funktioniert für Tonya und mich sehr gut und ich habe deshalb auch die Verwaltung meiner Aufgaben in NoteBook angepasst.
<http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/0142000280/tidbitselectro00/ref%3Dnosim/>
Jetzt habe ich einen Abschnitt in meiner Notebook-Datei mit einer Seite für jeden von mir gewünschten Kontext erstellt und auf diesen Seiten stehen jeweils die zu erledigenden Aufgaben. Ich habe ebenfalls Termin-Seiten für alle Leute angelebt, mit denen ich regelmässig zusammenarbeite, damit ich keine Dinge vergesse, die wir gemeinsam zu besprechen haben. Nichts davon war in der vorherigen Version von NoteBook möglich, aber da die Entwickler von NoteBook ebenfalls das Buch von David Allen gelesen haben, sind einige Funktion hinzugekommen, die diese Art von Organisation unterstützen. Herauszuheben ist der Aufgaben-Index, das ist eine automatisch generierte Seite, die alle Aufgaben (Objekte die eine Checkbox aufweisen) sammelt und in zwei Spalten anzeigt: unerledigt und abgeschlossen. Es bietet eine gute Übersicht über all meine Aufgaben, die über die verschiedenen Kontexte verstreut sind; es wird auch im Buch von David Allen empfohlen, jeden Freitag alle Aufgaben zu sichten und sicherzustellen, dass keine Pendenzen zu lange liegenbleiben.
Sortieren, Verbinden und mehr -- Ein anderer Bereich in dem sich NoteBook 2.0 verbessert hat, betrifft das Sortieren; man kann jetzt Sortierungen erstellen und automatisch anwenden lassen. Ich hatte etwas Probleme beim Einstellen der Sortierungen in der von mir gewünschten Weise; die automatische Sortierung scheint zurzeit noch etwas anfällig zu sein, wenn sie aber funktioniert, ist das eine grossartige Möglichkeit, Aufgaben danach zu ordnen, ob sie bereits erledigt oder wann sie zum letzten Mal geändert worden sind.
Ich habe jetzt auch vermehrt angefangen, Objekte miteinander zu verbinden, da NoteBook 2.0 es jetzt auch erlaubt, nicht nur Seiten, sondern auch einzelne Zellen miteinander zu verbinden. Wer mehr als eine Notebook-Datei verwendet, kann jetzt sogar auf Zellen in anderen Dateien verweisen.
Schnipsel enthalten jetzt viel mehr Metadaten aus der Quelle und man kann jetzt ganz einfach feststellen, aus welchem Programm ein Schnipsel ursprünglich herkam. Wenn ein E-Mail beispielsweise aus Apple Mail importiert wurde, bekommt das Objekt automatisch einen Verweis auf den entsprechenden Eintrag des Absenders im Adressbuch.
Es gäbe noch viele weitere Funktionen aufzuzählen, die meisten habe ich selbst noch gar nicht benutzt.Die Integration mit den von Apple mitgelieferten Programmen hat sich markant verbessert (leider verwende ich selber keines dieser Programme) und es ist jetzt problemlos möglich, auf Adressbuch-Einträge zu verweisen, iChat-Sitzungen zu starten oder E-Mail-Nachrichten direkt in Apple Mail zu erstellen. NoteBook kann ebenfalls Erinnerungen für fällige Aufgaben in iCal unterbringen; ein praktischer Weg um Alarmfunktionen zu bekommen, ohne gleich ein eigenes System dafür entwickeln zu müssen. Wer Toolbars gern hat, kann jetzt die Toolbar am unteren Rand von NoteBook komplett umstellen und selbst gestalten; mir gefällt daran vorallem die "Brotkrumen"-Darstellung des eigenen Standorts im aktuellen Dokument. Die Sprachaufnahme lässt jetzt auch sehr lange Aufnahmen zu und kann an relevanten Stellen Notizen einfügen. Sie können Sprachaufnahmen an iTunes weiterleiten und sogar auf einen iPod laden. Wenn wir schon beim iPod sind, Sie können jetzt auch eine Übersicht auf den iPod schicken und dort anzeigen lassen. Der HTML-Export ist verbessert worden und erlaubt es jetzt, komplette Webseiten aus NoteBook zu generieren, inklusive der internen Links.
Bei einigen Programmen kommen mir immer sofort neue Funktionen und Verbesserungsvorschläge in den Sinn. Abgesehen von einer Doppelseiten-Anzeige ist das bei NoteBook nicht der Fall. Tatsächlich ist es sogar umgekehrt. Ich bin immer ein wenig deprimiert, wenn ich beim Schreiben eines Artikels über eine bestimmte Software feststellen muss, wieviele Funktionen ich noch nicht einmal angeritzt habe, besonders natürlich bei einem täglich genutzten Programm wie NoteBook. Positiv gesehen gibt es dagegen immer noch etwas zu lernen und zu erfahren. Schwierig wird es nur dann, wenn man eine bestimmte Aufgabe lösen möchte und sich nicht mehr daran erinnern kann, dass diese Funktion ja bereits existiert. Vielleicht sollte ich eine Seite in NoteBook all diesen Funktionen widmen, die ich zurzeit zwar nicht benötige, die mir in Zukunft aber nützliche Dienste leisten könnten.
NoteBook 2.0 kostet 50 US$ für Neukunden; Aktualisierung für bestehende Besitzer sind kostenlos. Ausbildungs- und Mengenrabatte sind erhältlich, desgleichen eine Demoversion für 30 Tage. Das Programm benötigt Mac OS X 10.3 oder neuer.
von Matt Neuburg <matt@tidbits.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com>]
Diese Geschichte handelt davon, wie mein iMac G5 sich der Legion von Maschinen anschloss, die sich vor kurzem spontan verabschiedet haben und davon, wie das Problem gelöst wurde.
Meinen 20" iMac G5 habe ich Ende November gekauft, und ich war von Anfang an uneingeschränkt glücklich damit. Er hat munter seine Arbeit getan, GarageBand lief ohne Stottern und er hat sogar Microsoft Word-Dokumente ganz schön flott gescrollt. Man kann damit DVDs beschreiben. Er hat eine große Festplatte. Auf den zum Niederknien schönen Monitor passen 2 komplette Textseiten und man merkt: alles ist seinen Preis wert. Und dann ist da natürlich noch der verblüffende Formfaktor: der Computer besteht nur aus einem 2 Zoll dicken Monitor, der alles enthält, was ein Computer braucht.
Noch vor meinem Kauf hatte ich mich in den Apple-Diskussionsforen umgesehen, wo ich mir im Laufe der Zeit eine fundierte Ausbildung aneignete. Ich lernte z.B., dass der Durchsatz des iMac G5 Bus' beschleunigt wird, wenn man RAM passend und paarweise installiert; deshalb habe ich die mitgelieferten 256 MB RAM durch zweimal 512 MB ersetzt. Das Entfernen der iMac G5-Rückenabdeckung und das Installieren des RAM waren erstaunlich leicht. Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften dieses Modells ist übrigens die ausgesprochene Wartungsfreundlichkeit durch den Nutzer. Vier interne LEDs helfen bei der Diagnose, dazu sind die Einzelteile so transparent angeordnet und miteinander verbunden, dass der Nutzer im Nofall Festplatte und sogar das Midplane leicht selbst austauschen kann (bei letzerer handelt es sich im wesentlichen um eine metallene Platte, auf der alles andere befestigt ist - mit dem Austausch des Midplane ersetzt man Logic-Board und Lüfter, und es setzt das Entfernen aller anderen Teile voraus, die vom Nutzer gewartet werden können).
<http://discussions.info.apple.com/imacg5/>
<http://developer.apple.com/documentation/Hardware/Developer_Notes/Macintosh_CPUs-G5/iMacG5/04_Expansion/chapter_5_section_1.html>
<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=86812>
<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=300205>
<http://www.info.apple.com/usen/cip/pdf/imacg5/033-2494.pdf>
Ein Hauch von Sterblichkeit -- Vor etwa einem Monat fing es an: mir fielen anekdotenhafte Berichte in Apple-Diskussionsforen und anderswo auf, die im großen und ganzen immer wieder dieselbe Geschichte erzählten: iMac G5-Nutzer hätten festgestellt, dass die Maschine einen beißenden Geruch absondert, ähnlich dem schmelzenden Plastiks oder brennender Reifen, und kurz darauf sei der Rechner in die Knie gegangen. Ich speicherte diese Information ab, dachte aber nie, dass sie mich mal betreffen würde.
<http://discussions.info.apple.com/webx?128@@.68ab823e>
<http://discussions.info.apple.com/webx?128@@.68a4aa56>
<http://www.macintouch.com/imacg5part05.html>
<http://www.macintouch.com/imacg5part06.html>
<http://www.macintouch.com/imacg5part07.html>
Es kam wie es kommen musste. Am Dienstag, dem 29. März 2005, fing mein iMac an, merkwürdig zu stinken. Es war ein fauler, leicht atemraubender Geruch, der an verbrannte Reifen erinnerte; ich musste alle Fenster öffnen, um im Zimmer bleiben zu können. Plötzlich zeigte sich, wie nützlich die Vorbereitung durch die Reports zu diesem Thema waren, die andere Nutzer geschrieben hatten. Ich ging davon aus, dass der Rechner sich in Kürze verabschieden würde, aber im Augenblick schien er noch zu funktionieren. Deshalb machte ich sofort zwei Sicherungen - einmal auf vier DVDs und dann nochmal als Synchronisation auf meinem treuen iBook G3/600, das - verbunden mit der Stereoanlage - im Wohnzimmer steht. Ich habe auch den Apple Hardware Test gemacht (indem ich den Rechner von der Spezial-CD gestartet habe, die bei seiner Lieferung dabei war), aber keine Beanstandungen für den Computer festgestellt. Am nächsten Tag, dem Mittwoch, lief der iMac am Morgen zunächst noch. Ich ging mit einigen Freunden zum Mittagessen, und als ich nachmittags zurückkam, fand ich den iMac im Tiefschlaf, aus dem er nicht mehr zu wecken war. Ich schaltete ihn ab und war nicht mehr in der Lage, ihn neu zu starten.
Ein Doktor im Haus -- Meine erste Reaktion war, (mit dem iBook) auf die Apple iMac G5-Supportseite zu gehen, von wo aus ein Link zu einer Reihe von Seiten führt, die man als Diagnose-Assistent verwenden kann. Sie führten mich durch eine Analyse der Situation. Bei jedem Schritt werden eine Reihe von Fragen oder Anweisungen zur Auswahl angeboten, mit deren Hilfe man der Lösung Seite für Seite näher kommt.
<http://www.apple.com/support/imac/>
Der Assistent entlockte mir die Aussage, dass der Computer nicht hochfährt, dass kein Startton zu hören war und das die Steckdose in der Wand funktioniert. Er forderte mich auf, die Rückenabdeckung des iMac zu entfernen, den Strom anzuschließen und die vier internen LED's zu beobachten. Wäre das erste LED dunkel gewesen, dann hätte das ein neues Netzteil bedeutet. Da das erste LED aber leuchtete, wies der Assistant mich an, erst den internen Anschaltknopf und dann den System Management Unit Reset-Knopf zu drücken, um zu sehen, ob der Rechner sich jetzt starten ließe. Wieder nichts! Der Assistant gab jetzt seine endgültige Diagnose bekannt: das Midplane musste ersetzt werden.
<http://www.apple.com/support/imac/assistant/nopower/>
(Nebenbei bemerkt: diese Webpage-Serie zu Diagnosezwecken ist lehrreich und unterhaltsam. Sie erfahren eine Menge über Ihren Computer einfach dadurch, dass Sie ein imaginäres Szenario durchspielen. Wäre mein Computer z.B. nach dem Drücken des internen Anschalters hoch gefahren, nach dem Wiedereinsetzen des Rückenteiles jedoch nicht, dann hätte die Diagnose gelautet, dass ich ein neues Rückenteil brauche.)
Auf der letzten Diagnoseseite erlebte ich eine nette Überraschung - einen Link, der nahtlos zu einer Bestellmöglichkeit für ein neues Midplane führte. Es schien, als wäre das Problem zu lösen, ohne eine Menschenseele deswegen direkt ansprechen zu müssen. Ich klickte auf den Link, gab die Seriennummer des Computers ein und bestellte das Midplane. Man muss eine Kreditkartennummer eingeben für den Fall, dass man versäumt, das originale Midplane zurück zu schicken, aber wenn alles planmäßig verläuft - da der Computer ja noch Garantie hat - dann ist die ganze Angelegenheit gratis. Apple bezahlt das Midplane selbst, ebenso den Versand des neuen Midplane an Sie wie auch das Zurückschicken des alten Midplane in der gleichen Verpackung (dafür ist der zweite Aufkleber gedacht, der - adressiert und vorausbezahlt - unter dem Aufkleber mit Ihrer Adresse angebracht ist).
<http://www.apple.com/support/imac/assistant/nopower/52.html>
Damit - wenn auch etwas besorgt wegen des Absturzes meines Rechners - begab ich mich mit dem Gefühl zu Bett, dass Apples Art und Weise, mit der Sache umzugehen, lobenswert und effizient war.
Zweifel -- Am nächsten Tag wachte ich auf und fing an, mir Sorgen zu machen. Mir fielen noch einige der Sachen ein, von denen ich in den Nutzerberichten im Internet über verschiedene Spontanabstürze gelesen hatte. Einige Anwender hatten von aufgeblähten Kondensatoren berichtet, außerdem hatten sich Experten über MacInTouch und anderswo mit Erklärungen dazu gemeldet, wie eine Charge Kondensatoren mit fehlerhafter elektrolytischer Formel aufgrund von Industriespionage hergestellt worden sein soll, und warum dies der Grund für ihr Anschwellen sein könnte. Bei meinen Kondensatoren war mir aber nichts aufgefallen. Außerdem hatten die, die von Kondensatorproblemen berichtet hatten, ganz allgemein auch von flackernden Displays gesprochen und davon, dass der Apple Hardwaretest nicht bestanden wurde, was bei meinem Rechner ja nicht der Fall war.
<http://discussions.info.apple.com/webx?128@@.68a31fdd>
<http://www.pbase.com/johncoggi/image/40667990>
<http://g5support.com/group/viewtopic.php?t=4124>
<http://www.oliver-kreuzenbeck.de/iMac_
problems/iMac.html>
<http://www.badcaps.com/causes/>
<http://www.spectrum.ieee.org/WEBONLY/resource/feb03/ncap.html>
Darüber hinaus wurde bei den Hinweisen auf den Geruch meistens auch die Stromversorgung angesprochen. Manche erweckten den Eindruck, als wollten sie sagen, dass der Tausch des Midplane allein noch nicht die Wende gebracht habe. Andere schienen sogar anzudeuten, dass der Ersatz des Netzteiles ausgereicht habe. Nach meinem Gefühl gab es zwei verschiedene Probleme - eins betraf die Kondensatoren, das andere die Stromversorgung; ich fürchtete, dass mich meine Erinnerung an die Geschichten über die Kondensatoren zu der Annahme verführt haben könnte, die Diagnose "kaputtes Midplane" für bare Münze zu nehmen, wo hingegen möglicherweise die Stromversorgung das wirkliche Problem darstellte. Für zusätzliche Verwirrung sorgten Nutzer, die anscheinend unterstellten, dass das Versagen des Netzteiles auch für das Abrauchen des Midplane verantwortlich sei, vielleicht durch den einfachen Umstand bedingt, dass Ruß aus dem brennenden Netzteil sich über das Midplane verteilt hat. Trotz der Online-Diagnose mit den internen LED's war ich jedenfalls nicht länger davon überzeugt, dass das Problem durch einen Midplanetausch zu lösen sein würde, und ich entschloss mich, Apple direkt anzusprechen.
Telefonieren -- Apple telefonisch zu erreichen war leichter gesagt als getan. Egal wann ich es versuchte - es war besetzt. Ich nahm zunächst an, dass ich außerhalb der Bürozeiten anrief, aber - soweit ich sehen konnte - waren auf Apples Website keine Öffnungszeiten angegeben, ich konnte also nicht sicher sein. So wurde es Freitag, bis ich bei Apple endlich ein menschliches Wesen erreichte. Ich fing damit an, dass ich mich durch das Anrufbeantwortungssystem zu jemandem beim Kundendienst durcharbeitete, der vielleicht in der Lage sein würde, mir den Status meiner Midplane-Bestellung mitzuteilen, über den ich auf Apples Supportseiten nichts hatte in Erfahrung bringen können. Sie war sehr freundlich, konnte mir aber merkwürdigerweise keinerlei Auskunft geben und verband mich mich schließlich - nicht ohne Schwierigkeiten - mit einem Kollegen vom technischen Support.
Hier wendete sich die Geschichte wieder zum Guten. Ich hatte der Kundendienstberaterin die Situation schon in etwa beschrieben, und sie hatte diese Information offensichtlich an den technischen Support weiter gegeben, bevor er sich am Telefon meldete. So konnte er sich sofort eingehend mit dem Problem beschäftigen. Er schien mit all diesen iMac G5-Aussetzern vertraut zu sein, und ich hatte das Gefühl, dass er mir eigentlich gar nicht zuhören musste, sondern darauf wartete, dass ich mit dem Reden aufhörte, um mir die Antwort geben zu können, die er schon vorliegen hatte. Meine Ahnung stellte sich als völlig richtig heraus: das Netzteil lieferte wahrscheinlich ausreichend Spannung, um die internen LED zu versorgen, aber nicht genug, um den Rechner zu starten, und er würde mir umgehend ein neues Netzteil schicken lassen. Er notierte sich nochmal meine Kreditkarteninformationen; mehr war nicht nötig, da die Seriennummer meines Computers und damit auch meine Adresse schon bekannt waren.
Damit begann das Warten. Während des Wochenendes passierte nichts. Zu meiner großen Überraschung kam das Midplane am Montag; glücklicherweise war ich zu Hause, da eine Unterschrift nötig war. Die Sendung ließ ich ungeöffnet, da sie mit dem Hinweis verschlossen war "Nur zum Gebrauch des Ersatzteiles öffnen". Für mich war das in Ordnung, da ich ja noch nicht wusste, ob ich das Midplane austauschen würde solange unklar war, ob das Problem nicht vielleicht durch den Tausch des Netzteils behoben werden könnte; außerdem wollte ich nicht fälschlicherweise den Eindruck erwecken, ich hätte das Ersatz-Midplane verwendet.
Das Netzteil kam weder am Dienstag noch am Mittwoch, und ich wurde langsam nervös. Mich nervte besonders der Umstand, dass ich der Apple Supportseite zwar entnehmen konnte, dass die Netzteilbestellung eingegangen war, dass aber keine weitergehenden Informationen verfügbar waren. Man hätte ja erwarten dürfen, dass - wie bei Amazon und ähnlichen Anbietern - vermerkt sein würde, wann der Versand erfolgt war, vielleicht zusammen mit einer Sendungsnummer, mit deren Hilfe man eine ungefähre Ankunftszeit bestimmen könnte; aber nichts dergleichen wurde geboten. Für mich ein klarer Nachteil von Apples Sendungsabwicklung.
Am frühen Mittwoch Nachmittag versuchte ich also nochmal, jemand bei Apple ans Telefon zu bekommen. Es war fast unmöglich, durchzukommen. Ich hing für 45 Minuten in der Warteschlange, und als es gerade schien, als könne ich mich endlich mit einem menschlichen Wesen unterhalten, wurde die Verbindung unterbrochen. Ich rief nochmal an und wartete wieder 45 Minuten. Schließlich sprach ich aber doch mit jemandem und merkte - nachdem ich ihn gebeten hatte, mich nicht abzuhängen - dass er in der Lage war, mir genau das zu sagen, was ich wissen wollte: das Netzteil war noch nicht unterwegs, das würde noch an diesem Tag geschehen, und er habe eine Sendungsnummer für mich.
Enttäuschung und nachträgliche Überlegungen -- Es gab ein einfaches und schnelles Happy-End. Am nächsten Tag (Donnerstag) war das Netzteil da. Nach 5 Minuten war es ausgetauscht; ein routinierter Techniker hätte es in 2 Minuten geschafft, da Zubehör und Verkabelung auf dem Midplane so genial entworfen sind, dass die Sache eigentlich ein Kinderspiel ist. (Apple hat eine Druckversion der Einbauanleitung beigelegt und stellt sogar einen Kreuzschlitz-Schraubenzieher zur Verfügung.) Ich befestigte das Rückenteil wieder am Computer, verband ihn mit der Steckdose, drückte den Startknopf und - nach einer kurzen, lähmenden Pause - fuhr der Rechner hoch. Mit DiskWarrior prüfte ich dann - man kann ja nie wissen - ob der Rechnerabsturz irgendwelche negativen Auswirkungen auf die Verzeichnisstruktur der Festplatte hatte (es konnte nichts dergleichen festgestellt werden) und synchronisierte noch einmal mit dem iBook G3, das eine Woche lang tapfer mein wichtigster Rechner war. Alles war wieder wie vorher.
<http://www.info.apple.com/usen/cip/pdf/imacg5/033-2497.pdf>
<http://www.alsoft.com/DiskWarrior/>
Die beiden Behälter - in dem einen das gebrauchte Netzteil, im anderen das unberührte Midplane - gab ich an DHL zurück, die Gebühr für die Rücksendung hatte Apple schon bezahlt. Das Midplane verursachte mir noch einige Bedenken; vielleicht, so überlegte ich mir, sollte ich es einbauen, solange ich es hatte. Ich entschied mich dann aber dagegen; mein altes Midplane schien tadellos zu funktionieren, und falls es auch versagen sollte, dann musste ich eben warten, bis es passiert und mich dann damit beschäftigen. Logische Erwägungen müssen Vorrang vor Gefühlswallungen haben; die anderthalb Wochen ohne Rechner waren zwar ziemlich kompliziert gewesen und ich wollte nicht, dass es nochmal passiert, aber ich hatte nach allem, was gesagt und getan, war keinen Beweis dafür, dass es ohne Austausch wieder geschehen bzw. dass es nur mit Austausch ohne Beanstandungen funktionieren würde.
Meine Gedankenwelt war immer noch in irrationalen Gefühlen gefangen: es ist schwer im Nachhinein Tatsachen und Einbildung voneinander zu trennen. Ich hege gegenüber dem iMac G5 ein gewisses Misstrauen. Die Datensicherung stoße ich täglich statt wöchentlich an. Ich schnüffle nach Spuren dieses bedrohlichen Geruchs. Ich neige dazu, den Rechner abzuschalten, wenn ich aus dem Haus gehe, anstatt ihn in den Ruhezustand zu versetzen (er schlief nämlich, als das mit dem Geruch anfing, und wenn der Strom nicht eingeschaltet ist, dann kann auch kein Netzteil in Brand geraten). Natürlich gibt es dafür keine rationale Begründung: es gibt nicht den geringsten Beweis dafür, dass der Computer nicht so gut wie neu ist, und das Misstrauen wird mit der Zeit wohl von selbst verschwinden, wenn der iMac weiter normal funktioniert.
Antwort und Verantwortung -- Was sind die Auswirkungen dieses kleinen Abenteuers für Apple Computer, Inc.? Aus meiner Sicht war es Apples eigenes Diskussionsforum, das mich vorher auf die drohende Gefahr hingewiesen hatte; das ist gut so. Auf der anderen Seite hat mir das Online-Diagnosetool eine zwar beruhigende aber falsche Antwort gegeben; auf dem Höhepunkt der Krise war Apple irritierend schwer per Telefon zu erreichen; Ersatzteile wurden nur schleppend auf den Weg gebracht, und Versanddaten und Sendungsverfolgungsnummern waren über das Web nicht zu bekommen. Ganz allgemein gefragt: wie verbreitet sind diese Ausfälle und was kosten sie Apple? Im kürzlichen Konferenzgespräch zum finanziellen Ergebnis erwähnte Apple diese Vorfälle nicht, es gab auch keinen Hinweis darauf, dass das Ergebnis insgesamt darunter zu leiden gehabt hätte. Das mag ein Fall von unaufrichtiger, kreativer Buchführung sein, aber vielleicht ist die Zahl der fehlerhaften iMac G5 ja wirklich nicht so hoch oder - falls doch - vielleicht sind ja auch die Kosten für Ersatz und Kundendienst unbedeutend im Vergleich mit Apples Gesamtgewinn. Da alle Reports eher als eine Art Anekdote kursieren, und da in Diskussionsforen eher über Fehler berichtet wird als über normales Verhalten, kann man unmöglich abschätzen, welcher Prozentsatz von iMac G5 von jetzt auf gleich die Grätsche macht. Trotzdem: ein Anwender berichtete von einer 18% Ausfallquote in seinem Geschäft; ein anderer erzählte von einem Mitarbeiter der Genius Bar im örtlichen Apple-Store, der von fünf ähnlichen Versagern sprach, die er in der Woche schon gesehen habe; ein Angestellter von CompUSA hatte in den letzten Monaten mehr als 20 fehlerhafte Maschinen gesehen. MacInTouch berichtet laufend von diesen Versagern. Apple dürfte eine Menge mehr von dem Problem wissen, als offiziell zugegeben wird, und es wäre wünschenswert, wenn offen und ehrlich darüber gesprochen würde: "Dies ist schief gegangen und so werden wir uns der Sache annehmen; das haben wir daraus gelernt, dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Computer betroffen sein wird, und das werden wir unternehmen, wenn es wirklich passiert". Das wird aber ziemlich sicher nicht passieren.
<http://www.apple.com/quicktime/qtv/earningsq205/>
<http://www.macintouch.com/imacg5part08.html>
vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Die zweite URL unter jedem Diskussionsthema verweist auf die entsprechende Diskussion auf unserem Web Crossing-Server, der um einiges schneller ist.
Vielleicht ändert sich die Welt ja doch... -- Leser haben festgestellt, dass die Apple-Stores einen enormen Zuspruch geniessen, selbst an Orten wo nahegelegene und grössere Läden einen Rückgang verzeichnen. ("Maybe the World is Changing..." - 17 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2548>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/406>
An FM Transmitting Monster -- Der Artikel von Geoffrey Bronner über den Monster iCarPlay hat einen Leser veranlasst, von seinen eigenen Erfahrungen mit dem UKW-Sender zu erzählen. ("An FM Transmitting Monster" - 1 Beitrag)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2550>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/408>
Breitband-Wahnsinn -- Die letzten Aktualisierungen von Mac OS X waren Dutzende von MByte grosse, was es für Personen mit einer Einwählverbindung ins Internet schwierig macht, ihre Systeme auf einem aktuellen Stand zu halten. ("Broadband Update Bigotry" - 36 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2551>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/409>
10.3.9 and Safari -- Die letzte Aktualisierung von Mac OS X enthält Safari 1.3, was auf einigen Systemen zu Problemen geführt hat. ("10.3.9 and Safari" - 12 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2554>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/412>
Software zum Speichern von Websites -- Ein Leser möchte ganze Websites lokal auf seinem Computer abspeichern und erhält einige Vorschläge für passende Software. ("Web site caching software" - 5 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2555>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/413>
Billige drahtlose Kopfhörer -- Statt viel Geld für einen Satz von drahtlosen Bluetooth-Kopfhörern auszugeben, schlägt ein Leser eine viel billigere Lösung mit einem UKW-Sender und Stereokopfhörer mit einem integrierten Radio vor. ("Cheap Wireless Headphone Solution" - 2 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2556>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/414>
Aktualisierung von iMovie 5.0.2 -- Die letzte Aktualisierung von Apples iMovie behebt einige ärgerliche Fehler, andere sind aber weiterhin vorhanden. Matti Haveri liefert eine kurze Übersicht zu den offenen Punkten. ("iMovie 5.0.2 update" - 1 Beitrag)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2557>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/415>
Zwang zur Verwendung von Microsoft Windows im Umgang mit Regierungsbehörden -- Ein Lieferant für die amerikanische Regierung benötigt Microsoft Windows, damit er mit den Behördenstellen zusammenarbeiten kann. Was bedeutet das für Besitzer eines Apple Macintosh? Software zur PC-Emulation oder Briefe an die Kongressmitglieder? ("Forced to use Microsoft OS to get and submit Federal grants" - 4 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2558>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/416>
Übersetzung dieser Ausgabe: Alexander Lorani <alexanderlorani_at_yahoo.com>, Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>, Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com> und Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Lektorat: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Koordination dieser Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
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