
Wir erholen uns immer noch von all den Anstrengungen im Zusammenhang mit Tiger, deshalb gibt es in dieser Woche eine Reihe kürzerer Artikel. Adam löst ein Problem mit einem iPhoto-Crash, der mit Tiger zusammenhängt, Glenn beschäftigt sich mit NetNewsWire 2.0, dem Trend zu 2 Gigabyte großen Webmail-Postfächern und mit dem Schicksal von Fontographer nach dem Zusammenschluss von Adobe/Macromedia. Adam wirft einen Blick auf ein GPS-fähiges Mobiltelefon, das gesprochene Fahrhinweise bietet. Im Nachrichtenteil: Yahoo startet einen Musik-Abodienst, Apple stellt eine neue Videobearbeitungs-Komponente vor und einigt sich außergerichtlich mit dem Musiker Eminem. [Das Gewinnspiel dieser Woche ist in der deutschsprachigen Version nicht enthalten -- JPF]
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[Übersetzung: Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com>]
Apple Intermediate Codec 1.0.1 mit Leistungsverbesserung -- Letzte Woche veröffentlichte Apple ein Update für eine seiner wichtigsten Videobearbeitungs-Komponenten, Apple Intermediate Codec 1.0.1. Wenn Sie iMovie HD oder Final Cut Express HD verwenden, wenn Sie mit HDV-formatiertem Material arbeiten und QuickTime 7 einsetzen, dann sei Ihnen diese Aktualisierung wärmstens ans Herz gelegt. Beide Applikationen können HDV-Szenen nicht direkt verarbeiten; beim Import von einem HDV-Camcorder konvertieren iMovie oder Final Cut Express das HDV Video in den Apple Intermediate Codec. (Das angekündigte Final Cut Pro 5 benötigt keine Konvertierung und kann HDV nativ bearbeiten.) Diese Aktualisierung verbessert die Leistung während des Abspielens und beim Export von Videomaterial; es ist ein 740KB Download aus dem Internet oder über Software Aktualisierung. [JLC]
<http://www.apple.com/support/downloads/appleintermediatecodec101.html>
<http://www.apple.com/ilife/imovie/>
<http://www.apple.com/finalcutexpress/>
<http://www.apple.com/finalcutpro/>
Apple zahlt an Eminem -- In der letzten Woche berichtete die Detroit Free Press, dass Apple Computer und Superstar Eminem ihren monatelangen Rechtstreit mit einer bilateralen Vereinbarung abgeschlossen hätten. Streitgegenstand war eine Werbung des Apple iPod/iTunes Music Store aus dem Jahr 2003, in der ein 10-jähriger Junge Eminems Oscar-gekrönten Song "Lose Yourself" aus dem Film 8 Mile singt. Der Werbespot war im Sommer 2003 drei Monate lang bei MTV zu sehen und erschien dann auf Apples Website, obwohl weder Apple noch die Werbeagentur TBWA/Chiat/Day Eminems Erlaubnis zur Verwendung eingeholt hatte. Eminems Label geht davon aus, dass es auf eine nachträgliche Genehmigung der Songverwendung hinausläuft, für die der Rapper ein Honorar "von möglicherweise mehr als 10 Millionen USD erwarte" und ist der Meinung, dass ihm wegen Apples Missbrauch des Materials ein "beispielhafter Schadenersatz" zusteht. Im Prozess wurde auch die MTV-Holding Viacom als Angeklagte benannt. [GD]
<http://www.freep.com/news/statewire/sw115563_20050510.htm>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07559>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com>]
Meinen kürzlichen Tiger-Upgrade habe ich auf Basis der "Löschen und Installieren"- Methode gemacht, die Joe Kissell in "Take Control of Upgrading to Tiger" empfiehlt; ich wollte sozusagen einen blitzsauberen Start mit Apples neuem Betriebssystem. Außer beim Start von iPhoto 5.0.2 gab es danach keine Probleme; das Programm hing immer mit der drehenden "Pizza des Todes". Ich konnte das Problem schließlich lösen und möchte Ihnen - zusammen mit der Auflösung - kurz erklären, wie ich bei der Fehlersuche vorgegangen bin:
<http://www.takecontrolbooks.com/tiger-upgrading.html>
Nachdem ich diese fünf Möglichkeiten durchgearbeitet hatte, ging ich davon aus, dass iPhoto mit großer Wahrscheinlichkeit selbst das Problem war (da ich ja alles andere ausgeschlossen hatte, was mir eingefallen war). Ich löschte das Programm iPhoto also und installierte es von der iLife '05 DVD neu. Beim nächsten Start wies ich iPhoto an, eine weitere leere iPhoto Library anzulegen und die Sache lief zum ersten Mal seit der Installation von Tiger. Danach aktualisierte ich mit iPhotos "Nach Updates suchen" auf 5.0.2, machte das Software-Update, und nachdem alles erledigt war, konnte ich all meine iPhoto Library-Ordner laden.
Da die Festplatte gerade erst neu formatiert worden war, ging ich nicht von einem fehlerhaften Verzeichnis aus. Hätte es nach der Neuinstallation aber nicht geklappt, dann hätte ich die Rechte mit dem Festplatten-Dienstprogramm repariert und danach - falls das immer noch nichts gebracht hätte - die Festplatte selbst.
Der Aufwand mit dem eingefrorenen iPhoto hat mich natürlich ziemlich geärgert, aber da ich zwei aktuelle Sicherungen meiner kompletten Festplatte besaß, machte ich mir wegen möglicher Datenverluste keine besonderen Gedanken.
von Glenn Fleishman <glenn@tidbits.com>
[Übersetzung: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>]
Die Leute von Ranchero Software haben eine neue Version von NetNewsWire (NNW) veröffentlicht. NNW ist ein News-Leseprogramm für alle RSS-Versionen sowie für Atom. NetNewsWire 2.0 gibt es als kostenlose Lite- und als kostenpflichtige Proversion.
<http://ranchero.com/netnewswire/>
Ein News-Leseprogramm hat erhebliche Vorteile gegenüber einem Webbrowser, denn Sie müssen nicht erst 50 Seiten ansteuern und damit ihren Browser aufblasen, sondern holen sich speziell formatierte Dateien im XML (eXtensible Markup Language)-Format auf Ihren Rechner, um zügig aktuelle Informationen zu erhalten.
Diese Version, die ich in ihren verschiedenen Betastadien bereits seit Monaten nutze, bringt einige Zusatzfunktionen wie Spotlight-Suche, Podcast-Unterstützung (siehe "Podcasting: Das Volksradio" in TidBITS-766_), Automator-Aktionen, Synchronisierung von Nachrichtenfeeds auf verschiedenen Rechnern und eine Script-Unterstützung zur Kontrolle der Anwendung. Enthalten ist auch ein Webbrowser, der das Browsen mit Reitern unterstützt.
<http://ranchero.com/netnewswire/whatsnew/netnewswire20.php>
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-766.html#Artikel4>
Version 2.0 schmeißt vorher vorhandene Funktionen für Weblogger raus, die nun in einer eigenen Software namens MarsEdit 1.0 enthalten sind. Damit können weiterhin Einträge für Weblogs offline geschrieben und dann an eine Reihe von Weblog-Hostern und andere Anwendungen weitergeleitet werden.
<http://ranchero.com/marsedit/>
Wegen der anstehenden Veröffentlichung von Tiger war NetNewsWire - in bestem Arbeitszustand - eine Langzeit-Betaversion. Nachdem der Tiger aus dem Käfig ist, konnte Ranchero seine von Mac OS X 10.4 abhängigen Funktionen enthüllen.
Zwar kann Safari unter Tiger jetzt auch mit RSS umgehen und bietet zusätzlich interessante Sortierungs- und Darstellungsmöglichkeiten an, doch an NNW kommt es nicht heran. Wenn Sie sich an RSS annähern wollen, starten Sie mit Safari, nutzen Sie dann die kostenlose Liteversion von NNW und graduieren Sie schließlich mit der Proversion.
<http://www.apple.com/macosx/features/safari/>
NetNewsWire 2.0 Pro kostet 25 USD oder mit MarsEdit 40 USD. Für Nutzer von Vorgängerversionen ab 1.x ist es kostenlos. Kostenlos ist auch die abgespeckte Liteversion. MarsEdit 1.0 kostet 25 USD.
von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>
[Übersetzung: Klaus Werner Wirtz <pleins@gmail.com>]
Letzte Woche hat der Internet-Riese Yahoo den Dienst Yahoo Music Unlimited enthüllt, womit er in den Online-Markt für Musik-Abonnenments eintritt. Für uns Mac-Nutzer ist Yahoo Music Unlimited eine weitere Party, zu der wir nicht eingeladen sind, da nur Windows unterstützt wird und die Musik noch nicht einmal auf iPods abgespielt werden kann. Yahoo Music Unlimited ist eher von Interesse, weil es Druck auf die direkten Konkurrenten - Rhapsody und das wiedergeborene Napster - ausübt und, weniger direkt, auch auf MSN Music und Apples iTunes Music Store.
<http://music.yahoo.com/unlimited/>
<http://www.rhapsody.com/>
<http://www.napster.com/>
Eine (nicht so) neue Hoffnung -- Yahoo Music Unlimited ist ein Essen-Sie-soviel-Sie-können-Abonnementdienst, der Zugang zu mehr als einer Million Stücke bietet. Er baut im Wesentlichen auf MusicMatch auf, das Yahoo letztes Jahr gekauft hat: der Benutzer sucht und verwaltet Musik mit der Yahoo Music Engine, einer Anwendung, die auf MusicMatch Jukebox basiert und iTunes ähnelt; mit Yahoo Messenger kann man dann Stücke und Abspiellisten mit anderen Abonnenten austauschen. Abonnenten können die Musik, die sie durch den Dienst erwerben, solange abspielen, wie ihr Abonnement besteht, und auch Stücke auf einige tragbare Musikabspielgeräte überspielen.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07819>
Da Yahoos neuer Dienst auf der WMA-Technik von Microsoft zur digitalen Rechteverwaltung aufbaut, enthält die Liste der unterstützten Geräte _nicht_ den iPod. Der iPod unterstützt nur die Fairplay-Technik von Apple; bisher hat Apple gnadenlos alle Ansätze unterdrückt, andere DRM-Systeme auf dem iPod zu unterstützen. Aber das ist nichts Neues, weil andere Abonnementdienste den iPod auch nicht unterstützen.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07756>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=08013>
Die Erlöse schlagen zurück -- Neu bei Yahoo Music Unlimited ist der Preis - 6,99 USD pro Monat, oder 59,88 USD für ein Jahr (das heißt 4,99 USD pro Monat) - und die Tatsache, dass es zu einer der meistbesuchten Seiten im Internet gehört.
Yahoos Preise unterbieten sowohl Rhapsody als auch Napster, die 14,95 USD pro Monat verlangen. Yahoo sagt nicht, ob es sich um Einführungspreise handelt und wie lange diese gelten werden. Zieht man in Betracht, dass sich sowohl Napster als auch RealNetworks Abonnementdienste mit ihren heutigen Preisen schwer tun und dass ein großer Teil der Kosten ähnlich sein dürfte (Musik- und Techniklizenzen, Bandbreite, Benutzerunterstützung, Personal, usw.), dann wird Yahoo Music Unlimited mit seinen derzeitigen Preisen wohl wenig oder gar kein Geld verdienen - oder sogar an jedem Abonnenten Geld verlieren.
Die wirkliche Frage ist, ob Yahoo das kümmert. Yahoo hat sowohl ein dickeres Portemonnaie als auch ein diversifizierteres Geschäftsmodell als RealNetworks oder Napster und kann es sich wahrscheinlich länger als die Konkurrenz leisten, seinen Musikdienst zu unterstützen. Wenn Yahoo seinen Musikdienst bekannt machen kann, dann kann es die Verluste aus den Abonnementgebühren vielleicht durch Werbeeinnahmen wettmachen. Als eine der meistbesuchten Seiten im Internet ist Yahoos profitables Geschäft mit der Online-Werbung ein virtueller Riese.
Was bringt die Zukunft? -- Im Moment stellt Yahoo Music Unlimited keine Gefahr für Apples iTunes Music Store dar. Die Inkompatibilität mit dem iPod macht den iTMS zum Online-Musikdienst der Wahl für mehr als 15 Millionen iPod-Besitzer, die weiße Ohrstöpsel tragen und im Takt der Musik nicken. (Zum Vergleich: Napster hat die halbe Million Abonnenten noch nicht erreicht.) Außerdem hat das iTMS-Modell der gekauften Musik - im Gegensatz zu der für die Dauer des Abonnements _gemieteten_ Musik - offensichtlich Vorzüge: laut dem Analytiker Gene Munster von Piper Jaffray ziehen es im Moment nur 15 Prozent der Musikkonsumenten vor, Musik zu mieten, statt sie zu kaufen.
<http://news.yahoo.com/news?tmpl=story&u=/ap/20050512/ap_on_hi_te/online_music_war_13>
Trotz allem richten sich die Unternehmen, die Online-Musik und weitergehende Techniken beobachten, primär an Apple und dem iTMS aus, vielleicht auch aus dem Grund, dass es derzeit nicht der Mühe wert ist, auf andere Marktteilnehmer zu zielen. Wenn Yahoo Music Unlimited Erfolg hat, wird Apple vielleicht auch Abonnements zusätzlich zu seinem Kaufmodell anbieten müssen. (Anzumerken ist, dass alle Abonnementdienste auch den Kauf von Musik ermöglichen, zu Preisen, die denen des iTMS entsprechen - dann aber zusätzlich zu den Abonnementgebühren.) Wenn andererseits Yahoos Dienst schwächelt oder geringe Erträge einfährt, dann mag das vielleicht der letzte Versuch gewesen sein, den Online-Musikmarkt von einem Käufermarkt zu einem Mietermarkt zu verbiegen.
Vielleicht stellt die folgende Frage eine dunklere Wolke am Horizont von Apples Musikgeschäft dar: werden Geräte wie der iPod oder eher Mobiltelefone die Geräte sein, mit denen der Benutzer Musik erwirbt und abspielt? Zwar hat Apple mehr als 15 Millionen iPods verkauft, aber diese Zahl ist winzig im Vergleich zu den schätzungsweise 500 Millionen Mobiltelefonen, die 2003 verkauft wurden (von denen 75 Millionen Fotohandys mit großem Speicher und Verarbeitungskapazität waren). Bill Gates, der Gründer von Microsoft, sagte letzte Woche in Frankfurt (Deutschland), dass seiner Meinung nach das gegenwärtige Geschäftsmodell des iPod nicht tragfähig sei; er würde eher darauf wetten, dass Mobiltelefone den ersten Platz beim Hören von Musik einnehmen werden. (Er zog sogar eine Parallele zwischen dem Erfolg des iPod und und Apples früherer Führungsrolle bei grafischen Benutzerschnittstellen.) Die heutigen Handy-Techniken und -Geschäftsmodelle sind eher für Abonnements geeignet als für den Kauf.
<http://insidedsp.eetimes.com/features/showArticle.jhtml?articleID=21100222>
<http://news.yahoo.com/news?tmpl=story&u=/nm/20050512/tc_nm/
tech_microsoft_gates_dc>
Alles in allem ist es noch zu früh für einen Nachruf auf den iPod oder den iTMS. Der Online-Musikmarkt ist noch sehr anfällig; in den letzten Jahren hat es nur zwei konstante Themen gegeben: 1) unerwarteter Erfolg und Innovation von Apple und 2) Kommentatoren und Industriegrößen, die behaupten, dass Apple keinen Erfolg haben kann.
von Glenn Fleishman <glenn@tidbits.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com>]
Es geht um Gmail. Google kontrolliert weiterhin - vertikal und horizontal - so ziemlich alles, was sie anfassen, und Gmails Kapazitätserweiterung auf 2 GB kostenlosen E-Mailspeicher ist die neue Herausforderung für andere Firmen, die auch gern einen Anteil an dem begehrten Werbekuchen von den Leuten hätten, die Webmail nutzen anstatt des Angebotes ihres Internet Service Providers (ISP). Die ISPs dürften langsam nervös werden, da mit E-Mail allein nicht viel zu verdienen ist.
AOL ist der jüngste Mitspieler und ein überraschender dazu. Vor fast einem Jahr hat man Mailblocks gekauft, einen Provider der "challenge-response" basierte Email anbietet, die dafür sorgt, dass ausschließlich Absender mit menschlichen Eigenschaften in Ihrem Eingangskorb landen. Mailblocks berechnet bescheidene Gebühren für sein bescheidenes Speicherangebot, aber AOL nutzte ihre Technologie, um das eigene Gratisangebot aufzubauen (2 GB, AOL Instant Messenger (AIM) in Verbindung mit Webmail). Ein AIM Account hat eine direkte Verbindung zu einem Webmail-Postfach. AIM Accounts kosten nichts, sind eigenständig und können mit iChat genutzt werden.
<http://www.aim.com/>
<http://www.mailblocks.com/>
Yahoo vergrößerte seine Mailbox vor einigen Monaten auf 1 GB und bietet 2 GB für 20 USD pro Jahr. Apples .Mac Service enthält nur 250 MB Speicher für 100 USD im Jahr, für zusätzliche 50 USD jährlich kann man 1 GB bekommen. Hotmail bietet 250 MB - in den ersten 30 Tagen nur 25 MB - und 2 GB für einen Jahresbeitrag von 20 USD.
<http://mail.yahoo.com/>
<http://mac.com/>
<http://hotmail.com/>
Natürlich arbeitet Google noch an seinem Konzept. Als die Grenze am 1. April von 1 GB auf 2 GB angehoben wurde, hieß es, dies sei nur der Anfang. Und das stimmt. Meine Mailbox wird immer ein wenig größer. Ich habe etwa 535 MB gespeicherte Mail (durch Ankopieren meines Gmail-Postfachs bekomme ich eine automatische Sicherung meines Hauptaccounts), und die obere Grenze nimmt mit jedem Tag etwas zu.
von Glenn Fleishman <glenn@tidbits.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com>]
Der Zusammenschluss von Adobe und Macromedia ist noch nicht einmal annähernd vollzogen, und schon gibt es ein Produkt (siehe "Adobe schluckt Macromedia" in TidBITS_777). Das in Ehren ergraute und ansprechende Fontographer Typ Designprogramm wird von Macromedia (das es 1995 zusammen mit Altsys übernommen hatte) an Fontlab lizenziert, den einzigen echten Konkurrenten der Software. Fontlab wird Anwendern von Fontographer und eigenen Produkte Aktualisierungsmöglichkeiten anbieten. Fontographer 4.1 für Mac und Windows kostet 350 USD; registrierteTypeTool-Nutzer können Fontographer für 250 USD kaufen.
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-777.html#Artikel1>
<http://www.fontlab.com/The-News/Announcements/Fontographer-Has-a-New-Home-at-Fontlab-Ltd./>
<http://www.fontlab.com/Font-tools/Fontographer/>
Fontographer hat einen besonderen Platz in meinem Herzen, weil ich es in einer kritischen Phase meines Senior Projekts "Graphisches Design" am Yale College verwendet habe. Auf Vorschlag eines Mentors habe ich die Berthold Wolpe Type Albertus überarbeitet und einige Änderungen eingeführt, um sie etwas moderner und gefälliger zu machen. Den Prozess des Zeichnens, Scannens und der Font-Gestaltung habe ich dokumentiert und als Ergebnis eine A-minus für das Projekt bekommen.
<http://www.linotype.com/7-624-7/bertholdwolpe.html>
Der Font wurde unter dem Namen Furioso als Shareware veröffentlicht (mit der Namensgebung sollte Roland Hoover, der Drucker der Universität geehrt werden, der mir den Vorschlag gemacht hatte. "Orlando Furioso" ist ein episches Gedicht, das man mit "Roland der Wüterich" übersetzen könnte, daher der Name. Als eines der frühen Shareware-Produkte brachte mir das Programm 1990 fast 500 USD Einzahlungen von wohlmeinenden Nutzern. Ein Geschenk des Himmels für jemand, der gerade mit dem College fertig war.
<http://sunsite.berkeley.edu/OMACL/Orlando/>
Die Shareware kostete 10 USD und ich habe nur die Titel gratis zur Verfügung gestellt; für ein paar Dollar habe ich eine Diskette mit dem kompletten Font verschickt. Im Prinzip war es also eigentlich eher eine frühe Demoware oder Teilsoftware als eine echte Shareware. Sie steht immer noch als Download zur Verfügung. 1994 habe ich für den Font nichts berechnet, allerdings bat ich die Leute, 10 USD NPR in Gedenken an Berthold Wolpe zu spenden.
<http://www.erik.co.uk/font/serif.html>
<http://www.npr.org/>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Lars Buchholz <Lars.Buchholz@t-online.de>]
Kennen wir nicht alle die Situation wenn man in einer unbekannten Gegend mit dem Auto unterwegs ist, am besten auf einer Schnellstrasse und der Beifahrer krampfhaft versucht, die Karte zu lesen und die Fahrtrichtung zu bestimmen? Wahrscheinlich ist dass auch für Sie stressig. Und wenn sie wie Tonja versuchen, die Karte zu lesen und während der Fahrt widersprüchliche Richtungsanweisungen geben, dann führt das nicht zu einer entspannten Reise-Atmosphäre.
Auf unserer letzten Tour durch New Mexiko hatten wir mehr Freude, weil wir von der Autovermietung Alamo für 10 USD Aufpreis ein GPS-taugliches Handy bekamen, welches den Weg vor jeder Kreuzung ansagte. Das funktionierte prima, hatte aber auch einige konstruktive Mängel. Wir sind keine Fans von elektronischem Spielzeug, aber wir haben uns entschieden etwas ähnliches für unsere nächsten Reisen in unbekannte Gegenden zu kaufen.
Funkgesteuert Fahren -- Alamo hatte keine Angaben dazu gemacht, wie das Telefon funktioniert und was es alles kann. Also entschuldige ich mich schon mal im Voraus, wenn meine Erkenntnisse und Rückschlüsse nicht ganz korrekt sind. Was ich auf jeden Fall sagen kann ist, dass es sich bei dem Navigationsgerät um ein Motorola i58sr-Telefon handelte, welches eine eher kleine S/W-Anzeige hat und mit einem Halter für die Windschutzscheibe geliefert wurde.
Nach dem Einschalten läuft ein spezielles Java-Programm. Nach einer Kennwortabfrage (vermutlich zur Verfolgbarkeit des Telefon-Standorts) kommt man an einer lausigen Benutzerschnittstelle an, in der man seinen Zielort oder eine Sehenswürdigkeit eingeben kann. Wenn dann die Zieladresse eingegeben ist, benutzt das Telefon das Netz der Firma Nextel um die Wegstrecke zu laden und führt dann mit Hilfe von GPS über Lautsprecheransagen und Wegweisern auf dem Display zum Ziel. Dabei wird laufend die Entfernung zur nächsten Kreuzung und zum Ziel aktualisiert. Das Telefon meldete sich ca. 800m vor einer Kreuzung zum ersten Mal, und dann noch einige Male bis die Kreuzung erreicht ist, aber nie so, dass es nervend wurde. Dicht an der Kreuzung gab es dann noch eine Meter-Anzeige bis zur Kreuzung, was sehr hilfreich war, wenn Kreuzungen sehr dicht aufeinander folgen.
Auch wenn die Benutzerführung schlecht war (während der Fahrt ist es schlecht, wenn man sich ohne Anleitung durch die Menüs schlängeln muss), wurden wir ganz süchtig nach dem Navigationshinweisen. Mit einer Ausnahme, die Route führte von einer Schnellstrasse auf eine Abfahrt und dann von der gegenüberliegenden Abfahrt gleich wieder auf die Schnellstrasse) war die Navigation sehr gut und genau. Interessanterweise wiederholte sich der Fehler in der Route nicht, als wir die gleiche Strecke zurückfuhren. Es sieht so aus, als wenn das Verhalten der Navigation von der Fahrspur abhängt. Wenn sie eine Abzweigung verpassen (wir hatten die vorgeschriebene Fahrtrichtung ignoriert), wird die Route sofort neu berechnet und neue Anweisungen erstellt.
Problematischer gerade in den Städten war, dass man als Ziel immer die komplette Adresse angeben musste. Als wir ein paar Nächte bei unseren treuen Autoren John Tollet und Robin Williams verbrachten, hatten wir von ihrer Adresse nur die Strasse, aber nicht die Nummer. Wir schafften es, das Gerät zu beschummelt, indem es eine erdachte Hausnummer akzeptierte. Aber in manchen Städten kann eine falsche Nummer am anderen Ende der Stadt liegen. Eine Übernachtung mit Frühstück hatten wir in Chimayo. Von diesem Haus gab es nur eine Postfachadresse, das Gerät hatte von dem Postfach natürlich keine Ahnung.
Auch wenn Tonja irgendwo in der Benutzerführung des Telefons ein GPS-Menü fand, schafften wir es nicht, eine Kartendarstellung im Display einzublenden. Wie ich später im Handbuch las, gab es auch keine solche Darstellung. Es wäre sehr hilfreich gewesen, wenn man einfach einen Zielpunkt auf der Karte antippen könnte, um sich eine Route dorthin berechnen zu lassen. Zum Glück bemerkte ich bei einer Gelegenheit mit Hilfe meines normalen GPS-Empfängers, dass uns das Telefon (in welchem es ja keine Kartendarstellung gab) in die falsche Richtung führte. Später bemerkten wir aber doch die Nützlichkeit des GPS-Telefons, als unser Ziel der Reise in Los Alamos, vermutlich aus Gründen der Geheimhaltung, in der Karte nicht verzeichnet war und wir trotzdem ans Ziel kamen, indem wir eine andere Hausnummer in der gleichen Strasse angaben. Nach den Angaben im Handbuch kann das Telefon auch mit Routenplanern auf dem PC zusammenarbeiten, aber es war nicht klar, ob diese Software auch für den Mac verfügbar ist.
<http://nextelonline.nextel.com/assets/pdfs/en/support/guides/phones/ i58sr/ug.pdf>
Erwartungsgemäß war die Verbindung zum Nextel-Telefonnetz in einigen Gegenden zwischen Taos und Santa Fe schwierig bis nicht vorhanden. Wir hatten aber trotzdem keine Probleme diese Gegenden ohne Netz anzufahren, weil die Weginformationen schon nach dem eingeben des Ziels vollständig geladen werden. Aber nachträgliche Informationen konnte das Telefon natürlich nur in der Nähe eines Nextel-Sendemastes empfangen.
Planungen für die nächste Reise -- Solche Navigationssysteme mit Sprachausgabe sind nicht neu. Die Leute redeten schon vor Jahren davon. Nur die Preise waren mit 400-1000 USD recht hoch, und gerade in Ithaka, wo wir jede Gasse kennen, lohnte sich die Anschaffung eines solchen Gerätes kaum. Aber dieses GPS-Telefon und der gebotene Service, auch wenn er nur durchschnittlich war, fallen unter die Kategorie von Technik-Spielzeug, welches die Lebensqualität erhöhen kann. Besonders wenn ich es eilig habe, bin ich nicht entspannt genug, um mir keine Sorgen darüber zu machen, ob ich mich verfahre. Und Tonja mag es nicht besonders, während unserer Reisen ständig auf Karte und Straßenverkehr acht zu geben und die Richtung zu bestimmen. So war die Benutzung dieses Gerätes für uns beide ein klarer Gewinn an Lebensqualität.
Ich habe mich auf dem Markt nach besseren GPS-Geräten umgesehen. Es ist nicht akzeptabel, dass die Navigation von der Netzabdeckung des Telefonanbieters abhängt. Außerdem ist der Service von Nextel (nach den Angaben aus einem PC-World Artikel) mit 11 USD zusätzlich zum Telefontarif recht teuer.
<http://www.pcworld.com/reviews/article/0,aid,115273,00.asp>
Es gibt einige reine GPS-Geräte, welche deutlich mehr bieten als die GPS-Funktion des Telefons. Es gibt verschieden Kartenansichten, Bedingungen wie "keine Autobahn" oder "nur Autobahn" können definiert werden usw. Sprachausgabe ist Bedingung, weil Ablenkung durch Menüs und verspielte Funktionen am Gerät im Straßenverkehr eine tödliche Gefahr darstellen. Einige Geräte habe ich gefunden, auf die ich noch einen näheren Blick werfen werde:
<http://www.magellangps.com/en/gpsAdventures/driving/road.asp>
<http://www.garmin.com/mobile/products.html#automotive>
<http://www.tomtom.com/products/category.php?ID=0&Language=4>
Wenn sie eines dieser Geräte in Benutzung haben, können sie an <tidbits-talk@tidbits.com> schreiben, was sie darüber denken.
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
"Take Control of Upgrading to Tiger" neu in Version 1.0.1 -- Als wir die Version 1.0 unseres E-Buches zusammen mit Apples Veröffentlichtung von Tiger vorstellten, wussten wir, dass wir schon bald eine erste Aktualisierung werden nachliefern müssen - wichtige neue Informationen kommen erst einige Tage später ans Licht. Diese neue Version, jetzt basierend auf 44 Testinstallationen, führt die Leser so umfassend durch die Installation von Mac OS X wie nie zuvor. Wenn Sie die Version 1.0 bereits besitzen, können Sie mit dem Knopf "Check for Updates" in der linken unteren Ecke der Titelseite direkt erfahren, was sich geändert hat und gleichzeitig die neue, kostenlose Aktualisierung herunterladen.
<http://www.takecontrolbooks.com/tiger-upgrading.html>
vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]
Der zweite Link unter jeder Absatz-Beschreibung führt zur Diskussion auf unserem schnelleren Web Crossing-Server.
"Böse" Widgets in Dashboard -- Hier sind wir wieder. Scheinbar ist es nicht absolut sicher, Dashboard-Widgets herunterzuladen; lesen Sie mehr über die Details. ("'Evil' Widgets in Dashboard" - 8 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=
2593>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/448>
Unter Tiger zwischen Basisstationen wechseln -- Das Wechseln zwischen Basisstationen im Betrieb mit Tiger funktioniert nicht immer richtig, aber Apple kennt das Problem. ("Moving between base stations under Tiger" - 1 Beitrag)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2598>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/
454>
Des Tigers Tasten und Zeiger -- In Tiger kann man der Feststelltaste jede Funktion zuweisen, die man möchte, und die Leser teilen andere hilfreiche Vorschläge über Tasten, Knöpfe und den Cursor mit. ("Tiger's keys and cursors" - 2 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2595>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/451>
Funktionen für Profi-Anwender und Funktionen mit Knalleffekt -- Verschwendet Apple zu viel Zeit für schön anzusehende Features wie Dashboard zugunsten von Funktionen, die für Profi-Anwender einen Unterschied machen? Und ist das schlecht? ("Power user features vs. whizz bang features" - 7 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2594>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/450>
Ein NeXTstep Speichermedium lesen -- Was macht man, wenn man Daten auf einem alten NeXTstep Speichermedium hat, die man benötigt? ("Reading NeXTstep disk" - 4 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/
getbits.acgi?tlkthrd=2597>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/453>
Ein Mac OS 9 Netzlaufwerk in Tiger mounten -- Berichte über Probleme bei der Benutzung von AppleShare über AppleTalk-Netzwerke in Tiger führt zu Diskussionen darüber, wie die beiden Begriffe oft verwechselt werden. ("Mounting a Mac OS 9 network volume in Tiger" - 13 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2579>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/436>
Wissenschaftliche Anwendungen auf dem Mac -- Was benutzen denn Wissenschaftler auf ihren Macs für die Programmierung von Experimenten, publikationsfähigen Diagrammen, Schaubildern etc.? ("Science applications on the Mac" - 7 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2592>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/449>
Neues Dateisystem in Tiger -- Sperrt Tiger Dateien anders als frühere Versionen von Mac OS X, um zu verhindern, dass verschiedene Anwendungen dieselbe Datei verändern? Oder nicht? ("New File System in Tiger" - 6 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2583>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/440>
Alte Powerbook SCSI-Festplatten -- Kann man heutzutage Daten von einer alten SCSI-Notebook-Festplatte herunterziehen? Einen Adapter zu finden, stellt sich als echte Herausforderung dar. ("Old PowerBook SCSI hard drives" - 2 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/
getbits.acgi?tlkthrd=2581>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/438>
Spotlight und Datensicherungen -- Wie wird Tigers neues Suchwerkzeug die Art und Weise beeinflussen, wie wir unsere Daten sichern? Wenn alles über die Festplatte verstreut ist, werden Programme zur Datensicherung eine erwartete Auflösung der hierarchischen Datenanordnung bewältigen? ("Spotlight and backups" - 2 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2582>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/
439>
Übersetzung dieser Ausgabe: Lars Buchholz <Lars.Buchholz@t-online.de>, Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>, Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com>, Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>, Klaus Werner Wirtz <pleins@gmail.com> und Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Lektorat: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>.
Koordination dieser Ausgabe: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
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