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TidBITS#781/23-Mai-05

Die Tage in denen Sie Ihr Auto anhalten und nach der Richtung fragen mussten, gehören schon bald der Vergangenheit an, wie Adam auf einer Fahrt nach New York mit dem Garmin StreetPilot c330 feststellen konnte. Glenn Fleishmann wirft einen Blick auf die neue Technologie LightScribe, mit der sich eine Beschriftung direkt auf die Oberfläche einer CD oder DVD ätzen lässt. Letzte Woche hat Apple zudem Mac OS X 10.4.1 veröffentlicht und eine Rückrufaktion für einige iBook- und PowerBooks-Akkus angekündigt. Schliesslich ist auch noch ein Fehler in Eudora bestätigt worden und Fetch 5 herausgekommen. Nächste Woche ist Memorial Day und wir gönnen uns eine wohlverdiente Pause und melden uns im Juni wieder zurück!

Themen:

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MailBITS/23-Mai-05

[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]

Nächste Ausgabe erscheint am 06-Jun-05 -- Da nächste Woche in den USA "Memorial Day" gefeiert wird, Jeff Carlson Geburtstag hat und ich eventuell als Geschworener aufgeboten werde, gönnen wir uns eine Woche ohne TidBITS. Sie erhalten deshalb die Erlaubnis, die Zeit die Sie ansonten mit dem Lesen von TidBITS verbringen würden, anderweitig und hoffentlich ebenso angenehm zu gestalten. Wir treffen uns im Juni wieder! [ACE]

Apple ruft Notebook-Akkus zurück -- Apple hat eine freiwillige Rücknahmeaktion für bestimmte Notebooks-Akkus angekündigt, die zwischen Oktoboer 2004 und Mai 2005 zusammen mit dem 12-Zoll iBook G4, dem 12-Zoll PowerBook G4 oder dem 15-Zoll PowerBook G4 verkauft worden sind. Das Unternehmen hat mitgeteilt, dass diese Aktion nach Absprache mit der amerikanischen Produktsicherheits-Kommission und internationalen Behörden durchgeführt wird, nachdem sich herausstellte, dass sich gewisse Akkus überhitzen und deshalb zu Brandverletzungen führen können. Die Batterien werden ohne Kostenfolge für den Besitzer umgetauscht.

<http://www.apple.com/support/batteryexchange/>
<http://www.cpsc.gov/cpscpub/prerel/prhtml05/05179.html>

Die zurückgerufenen Akkus umfassen solche mit den Modellnummern A1061, A1078 und A1079 und haben Seriennummern beginnend mit HQ441 bis HQ507 und 3X446 bis 3X510. Es gibt intakte Akkus mit den gleichen Modellnummern, aber unterschiedlichen Seriennummern, es ist deshalb nötig, beide Nummern zu überprüfen. Wenn Sie festgestellt haben, dass Ihr Akku unter die Rücknahmeaktion fällt, wird Ihnen Apple kostenlos einen Ersatzakku schicken und Sie können den defekten Akku in der gleichen Packung und mit einer vorfrankierten Adressetikette postwendend zurücksenden. [MHA]

Fetch 5 ist für einen Spaziergang bereit -- Als Beweis, dass man einem alten Hund doch noch neue Tricks beibringen kann, hat Jim Matthews und Fetch Softworks heute Fetch 5 veröffentlicht, eine neue und elegante Version des ersten FTP-Programms für den Macintosh, das immer noch aktiv weiterentwickelt wird. Bei Fetch 5 hat sich Jim darauf konzentriert, die Oberfläche zu vereinfachen und Unterstützung für Funktionen wie SFTP hinzuzufügen. Fetch verfügt nun über eine Symbolleiste für einen raschen Zugriff auf die häufigsten Funktionen, Schaltflächen zum Aufrufen der vorherigen Ansichten ("Back" und "Recent"), eine stärker dem Finder angeglichene Darstellung und eine Statuszeile am unteren Ende jedes Übertragungsfensters. Weitere Nettigkeiten sind eine Fortschrittsanzeige im Dock-Symbol, kontextsensitive Hilfe und ein Pop-Up-Menü mit den letzten Verbindungen im Fenster für neue Verbindungen. Unter der Haube unterstützt Fetch 5 jetzt die Wiederaufnahme von abgebrochenen Uploads, die automatische Erkennung von FTP- und SFTP-Servern auf dem lokalen Netzwerk via Bonjour (vormals Rendezvous genannt), den Import von Buchzeichen aus Interarchy und Transmit, Unterstützung für das automatische Packen und Entpacken von StuffIt-Archiven, verbesserte Behandlung von Dateinamen mit Unicode- und Nicht-ASCII-Zeichen und einen automatisch erkannten "Passive"-Modus für stabile Verbindungen hinter einer Firewall oder einem NAT-Gateway. Fetch 5 arbeitet unter Mac OS X 10.2.4 oder höher (inklusive Tiger) und kostet 25 US$, für die Aktualisierung von Fetch 4 sind 15 US$ zu bezahlen. Eine neue oder aktualisierte Lizenz kann direkt aus Fetch 5 gekauft werden; Sie rufen einfach "Purchase" oder "Purchase Upgrade" aus dem Applikatonsmenü auf. Benutzer an einer Schule oder wohltätigen Organisation können eine kostenlose Lizenz beantragen. [ACE]

<http://www.fetchsoftworks.com/>
<http://www.fetchsoftworks.com/edapply/>

Qualcomm bestätigt Fehler in Eudora -- Wie unsere Freunde bei MacInTouch berichtet haben, hat Qualcomm bestätigt, dass neuere Versionen von Eudora für den Macintosh einen Fehler aufweisen, der fälschlicherweise Meldungen aus dem Posteingang eines IMAP-Kontos löschen könnte.

<http://www.macintouch.com/newsrecent.shtml#tip.2005.05.20.eudoramail>

Das Unternehmen hat seinen Grosskunden mitgeteilt, dass die in Kürze erhältliche Version 6.2.3 von Eudora diesen Fehler beheben wird. Der frühere Ratschlag, auf Eudora 6.1 zu wechseln, löst das Problem nicht, da dort der Fehler auch auftreten kann. Qualcomm empfiehlt stattdessen, die publizierte Beta-Version 6.2.3 zu installieren oder die Option "Show Deleted Messages" im Optionsfenster in der rechten unteren Ecke des Mailbox-Fensters einzuschalten. Der seltene Fehler betrifft nur Mailboxes auf die mit IMAP zugegriffen wird. Benutzer die das POP3-Protokoll verwenden, sind davon nicht betroffen. [MHA]

<http://www.eudora.com/betas/>

DealBITS-Wettbewerb: Gewinner von PublicVPN -- Herzliche Gratulation an Diane Palumbo von gmail.com und Philip Hudson von spamgourmet.com, die letzte Woche für je drei Monate einen kostenlosen PublicVPN-Zugang gewonnen haben. Selbst wenn Sie nicht gewonnen haben, können Sie 10 Prozent sparen, wenn Sie bis zum 30-Mai-05 mit dem Couponcode "dealbits10" einen Zugang bestellen möchten; dieses Angebot gilt für alle TidBITS-Leser. Wir danken den 230 Lesern die am Wettbewerb teilgenommen haben. [ACE]

<http://www.publicvpn.com/>
<http://www.tidbits.com/dealbits/publicvpn/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=08105>


Apple veröffentlicht 10.4.1 hart auf den Fersen des Tigers

vom Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>
[Übersetzung: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>]

Vergangene Woche veröffentlichte Apple Mac OS X 10.4.1, eine Aktualisierung für das gerade erst erschienene Mac OS X 10.4 "Tiger"-Betriebssystem. (Und natürlich kam Apple damit nur wenige Minuten nach Erscheinen unserer Ausgabe TidBITS-780_. Seufz.) Als eigenständiger Download sind es 37 Megabyte, via Software-Aktualisierung ein bißchen weniger, 19,4 Megabyte.

<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=301517>
<http://www.apple.com/support/downloads/macosxupdate1041.html>

Mac OS X 10.4.1 Update enthält bedeutende Verbesserungen und Fehlerbereinigungen, obgleich die Nutzer dringend aufgefordert werden, Apples Liesmichdatei vor der Installation zur Kenntnis zu nehmen und das Sytem zu sichern.

<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/454>

<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=301584>

<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=301416>
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-719.html#Artikel4>


CD-Etiketten mit LightScribe brennen

von Glenn Fleishman <glenn@tidbits.com>
[Übersetzung: Klaus Werner Wirtz <pleins@gmail.com>]

Ich sichere meine Rechner auf Festplatten; das benötigt etwa 1 Terabyte Speicher (500 GB in jedem Set). Diese Sets sind inkrementell und rotieren. Ich hebe keine dauerhaften Kopien auf, nur zwei verschiedene Sets. Daneben habe ich auch gern Speichermedien, die nicht wiederbeschreibbar sind, wie z.B. die neuen zweischichtigen DVD-Brenner, die ungefähr 8,5 GB auf eine Scheibe packen. Dies scheint der beste Kompromiss zwischen Kosten, Dauerhaftigkeit und Kapazität zu sein - der Gedanke an das Brennen vieler billiger CDs erinnerte mich an die automatischen Diskettenwechsler von früher.

Bei der Suche nach einem guten zweischichtigen DVD-R-Brenner stieß ich auf eine andere Neuheit: LightScribe, ein Verfahren, mit dem man Text und Bilder auf die Oberseite spezieller CD-Rs und DVD-Rs brennen kann. LightScribe verwendet die CD- und DVD-Brenntechnik, um Graustufenbilder zu erzeugen.

<http://www.lightscribe.com/>

Erstaunlich preiswert -- LaCie hat schon vor Monaten das einzige LightScribe-Laufwerk mit Mac-Unterstützung angekündigt: das "d2 DVD+/-RW with LightScribe 16x". Ich dachte, es würde ein kleines Vermögen kosten bei der Ausstattung mit FireWire 400, zweischichtiger DVD+R, DVD+RW und DVD-RW (plus CD-R und CD-RW) zusätzlich zu LightScribe.

<http://www.lacie.com/products/product.htm?pid=10548>

Es kostet aber nur USD 170 für eine Version, die zusätzlich USB 2.0 beinhaltet; für USD 200 erhält man ein Paket mit einem FireWire-Laufwerk und Toast Titanium 6 von Roxio, während ein internes EIDE-Laufwerk ohne Software nur USD 120 kostet. Toast ist aktualisiert worden, um unter Tiger, mit zweischichtigen Medien und mit DVD+RWs zu funktionieren.

<http://www.roxio.com/en/products/toast/>

Ich habe die FireWire/USB-Version des Laufwerks gekauft, deren Erscheinen sich um etwa einen Monat verzögerte. Mein Laufwerk kam vor einigen Wochen an; ich war erstaunt, dass separate LightScribe-Software beilag. Halten Sie mich ruhig für dämlich - ich habe die Anleitung nicht ganz gelesen und schaffte es nicht, ein Etikett zu brennen.

Das Geheimnis? Man muss den Datenträger umdrehen, so dass die Etikett-Seite unten liegt und vom Laser beschrieben werden kann. "Brennen - Umdrehen - Brennen" steht überall drauf - auf den Medien, der Software, den Web-Seiten. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur anführen, dass ich ein junger Vater bin; wir alle wissen, was das mit den Synapsen anstellt.

Ich habe eine paar Packungen mit CD-R- und einschichtigen DVD-R-Datenträgern gekauft - zweischichtige DVD-Rs für Lightscribe scheint es noch nicht zu geben - und mit der neuesten Version von LaCies Software, die auch für Tiger aktualisiert worden ist, experimentiert.

LightScribe-Software -- Die LightScribe-Software enthält vernünftige Werkzeuge, um Text, Bilder und Zeichenobjekte wie Linien oder Rechtecke zu editieren. Da eine typische Anwendung darin besteht, Text auf einem Etikett entlang einer Kurve zu setzen, gibt es dafür mehrere Werkzeuge, die mit jeder Schriftart auf dem Mac arbeiten können. Man kann mit einem Hintergrundbild anfangen und dann Ebenen benutzen, um die Platzierung anderer Bilder auf dem Etikett zu kontrollieren.

Für die Etiketten gibt es eine Vielzahl von Vorlagen, die man auch verändern kann. Etiketten können verschieden groß sein: ein Etikett, das die ganze Scheibe bedeckt, wird in etwa 30 Minuten gebrannt, während ein kreisförmig angeordneter Titel sieben Minuten braucht. Es gibt auch einen Titel in sehr kleiner Schrift, der nur zwei Minuten benötigt.

Die Software erlaubt, jedes Etikett mehrfach zu brennen; man kann sogar nachträglich zu einem gebrannten Etikett etwas hinzufügen. Beispielsweise kann man einen Stapel Medien mit demselben Text bedrucken und dann einzelnen Medien noch Bilder hinzufügen.

Momentan sind nur Graustufenbilder möglich, aber der technische Fortschritt wird uns sicher bald Farben bescheren. Sie können heute schon innerhalb der LightScribe-Software mit Farben arbeiten; beim Drucken wird dann alles in ein Graustufenbild konvertiert.

Etiketten-Trends -- Die Entwicklung der Etiketten von CDs und DVDs begann mit der Möglichkeit, mit Spezialstiften auf die Oberfläche zu schreiben - obwohl es Hinweise gibt, dass diese Stifte auf die Dauer das Medium beeinträchtigen können -; dann kamen mehrere Möglichkeiten auf, Etiketten auf die Medien zu bringen, die den gedruckten Etiketten der Massenproduktion ähnelten.

<http://www.mscience.com/faq508.html>

Runde Klebeetiketten, die erst bedruckt und dann aufgeklebt wurden, wurden gefolgt von speziellen Disk-Druckern, die direkt auf die Medien druckten. Dann kamen die Allzweckdrucker, die auch auf Datenträger mit einer geeigneten Beschichtung drucken konnten.

LightScribe ist eine natürliche Fortsetzung des Bedürfnisses, Medien genauso einfach zu etikettieren, wie man sie brennt, und dabei gut aussehende Etiketten zu erzeugen. Bei einem Preisvergleich für kleine Stückzahlen zwischen Siebdruck und LightScribe kommt LightScribe gut weg. CDPrintExpress druckt 50 CDs für USD 110 (das schließt Medien, Versand und Bearbeitung ein); 60 leere LightScribe-fähige CD-Rs von Verbatim kosten ungefähr USD 42 mit Versandkosten. Das sind USD 2 gegen USD 0,70. (Natürlich muss man beim Brennen von 60 LightScribe-Etiketten noch etwa 30 Stunden Bearbeitungszeit dazurechnen, während der man die Medien einlegen und umdrehen muss.)

<http://www.cdprintexpress.com/Cddvdservices_Printingonly.aspx>
<http://www.blank-cd-cdr.com/verbatim94934.html>

Die LightScribe-Geschwindigkeit soll sich in diesem Jahr noch verdoppeln, und ich erwarte, dass dieser erste Technikschub in ein oder zwei Jahren schmerzhaft langsam erscheinen wird - so wie die ersten CD-Brenner, die 30 Minuten oder mehr benötigten, um eine CD zu brennen, heute lächerlich erscheinen, wo CD-Rs mit 40-facher Geschwindigkeit in drei oder vier Minuten fertig sind.


Ordnung für das New Yorker Chaos: Garmin StreetPilot c330

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com>]

Es ist 23:00 Uhr, und wir sind in lebhaftem Verkehr auf der Tappan Zee Bridge in Richtung New York City unterwegs. Unsere Wegbeschreibung - seit Generationen in der Familie weiter vererbt (so scheint es jedenfalls) - sagt, dass wir die zweite Abfahrt nach der Brücke nehmen müssen. Wenn man herunter zählt, ist es Abfahrt 9, dann kommt Abfahrt 8A, dann Nummer 8... ganz klar, wir müssten Abfahrt 8A nehmen; die allerdings ist für die Interstate I-87, wir hingegen sollten eigentlich als nächstes auf den Sprain Brook Parkway (welch schöner Name). Der Verkehr ist zu schnell und als Tonya merkte, dass wir eigentlich die Abfahrt 8 hätten nehmen sollen, hatte ich mich schon auf 8A eingestellt.

<http://www.nycroads.com/roads/sprain-brook/>

Unter normalen Umständen hätte dieser Fehler eine Menge Ärger ausgelöst (Zähneknirschen, Haareraufen und Beschimpfungen zumindest der Verkehrsplaner, die diese verwirrende Abzweigung entworfen hatten). Die aktuellen Umstände waren aber nicht normal, und wir fuhren mit der Hilfe eines Garmin StreetPilot c330 GPS-Systems, das uns ruhig, ohne das leiseste Anzeichen von Ungeduld in der Stimme, mit Hinweisen versorgt, die uns über den Hutchinson River Parkway zur Throgs Neck Bridge bringen. Nachts um 23:00 Uhr. Im Dunkeln. Auf Straßen, die wir nie vorher gesehen hatten. Es funktioniert einwandfrei und bringt uns zu dem Hotel in Queens, wo sich meine Familie versammelt hatte, um an der Beerdigung meines Großvaters am nächsten Tag teilzunehmen.

Die Beerdigung kam unerwartet, wegen der medizinischen Versorgung, die mein Großvater in der letzten Zeit erhalten hatte, allerdings nicht völlig überraschend. Trotzdem hatten wir nur 24 Stunden Zeit, eine TidBITS-Ausgabe stand vor der Herausgabe, eine DealBITS-Ziehung war zu koordinieren, verschiedene Abgabetermine zu beachten, die mit unserer "Take Control of Tiger"-Reihe bei Peachpit zu tun hatten, außerdem das übliche Packen und was sonst an Reisevorbereitungen nötig war. Glücklicherweise hatte ich den StreetPilot c330 zu Verfügung, um ihn auf den rauen Straßen (Freeways, Expressways und gebührenpflichtigen Schnellstraßen) der New Yorker Wirklichkeit zu testen. New York ist vielleicht nicht das ultimative Testgelände für ein GPS-System, aber was Komplexität und Stress beim Fahren angeht, da hat die Stadt doch einiges zu bieten.

<http://www.garmin.com/products/sp330/>

Als ich letzte Woche über den Gebrauch des Motorola i58sr GPS-fähigen Mobiltelefons schrieb, hatte ich angemerkt, dass mich einiges daran enttäuschte: seine Abhängigkeit von einem einwandfreien Signal, um Anweisungen herunter laden zu können, die unmögliche Bedienung zum Eingeben der Zielinformationen und anderes. Der StreetPilot c330 hat sich all dieser Dinge angenommen und er lässt nur bei einigen Vergleichen etwas zu wünschen übrig. Bei einem empfohlenen Verkaufspreis von 964.27 US$ kann man das auch verlangen.

<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-780.html#Artikel6>

Das Äußere -- Der StreetPilot c330 hat ein gefälliges Design, besser noch als das GPS-fähige Mobiltelefon. Anders als beim schokoriegel-förmigen Mobiltelefon, bei dem der Bildschirm wegen der Tastatur zwangsläufig klein ausfällt, besteht der StreetPilot c330 nur aus einem Bildschirm. Ein bisschen ähnelt er dem abgespeckten Original iMac - leicht bonbon-förmig. Sein 3.5 Zoll-Monitor (8.9 cm, von hinten beleuchtet) bietet eine Auflösung von 320 x 240 bei 16-bit Farbe; fast alle Funktionen sind über den Touchscreen erreichbar, damit entfällt die Notwendigkeit für jegliche Art von Tastatureingabe. Die eingebaute Lithium-Batterie reicht angeblich für 4 Betriebsstunden; unsere Fahrten von/nach New York City dauern in der Regel 3,5 Stunden, und wir hatten keine Probleme mit der Batterie. Die einzigen Knöpfe zum Anfassen sind ein Drehknopf für die Lautstärke und ein Ein-/Ausschalter. Das Gerät passt genau in einen Halter, der mit einem Saugnapf fest an der Windschutzscheibe angebracht werden kann.

Der Bildschirm ist einwandfrei und leicht lesbar, ausgenommen in hellem Sonnenlicht. Mit einer Sonnenbrille als Schutz gegen das helle Licht war der Bildschirm noch schwerer erkennbar (ein Teilgebiet, auf dem der monochrome Bildschirm des GPS-fähigen Mobiltelefons die Nase vorn hatte). In der Dämmerung wechselt der StreetPilot c330 seine Displayfarben automatisch von einem gelben zu einem schwarzen Hintergrund, um die Ablenkung durch ein helles Licht im Sichtbereich des Fahrers zu verringern. Der Touchscreen selbst funktionierte anstandslos, und die Bedienung des Gerätes stellte auch ohne Lesen der Gebrauchsanleitung keinerlei Anforderungen.

Die Batterie - nicht unbedingt Standard bei den Konkurrenzprodukten - erwies sich als besonders hilfreich, da wir den StreetPilot c330 nutzen konnten und unseren iPod im DLO TransPod in der einzigen Stromversorgung in unserem Honda Civic eingestöpselt lassen konnten. Wir mögen den TransPod nicht und werden ihn irgendwann ersetzen, im Moment ist er einfach eine Lösung für das Problem, den iPod im Wagen einzusetzen, ohne dass überall Kabel herumliegen. Falls wir mal zwei Geräte an einer Steckdose einsetzen müssen, dann gibt es anscheinend Adapter, die aus einer "Dose" zwei machen. Leider ist der Stecker des StreetPilot c330 im Saugnapfhalter integriert, sodass man das Kabel auch dann in der Gegend baumeln hat, wenn man das Gerät über die Batterie betreibt. Zum StreetPilot c330 gehört auch ein Netzteil, mit dem man die Batterie über eine normale Steckdose aufladen kann.

Alles im Kopf -- Einer der wichtigsten Gründe für den StreetPilot c330-Test auf dieser Reise war der Umstand, dass alle Karten bereits gespeichert waren, was uns von der Aufgabe entband, herauszufinden, wie man Karten über USB von einem PC aus lädt. Ich habe einen alten Garmin eTrex Legend Handheld GPS, für den man ein serielles Kabel und einen PC braucht, wenn man Karten laden möchte (vielleicht klappt es auch mit einem USB-Adapter, aber da ich einen alten PC habe, mit dem ich nichts anderes tue als Karten in den GPS zu laden, habe ich mich nicht darum gekümmert, ob ich meinen neueren PC auch dafür benutzen kann). Ich bin mir zwar sicher, dass ich das mit dem Kartenladen hinbekommen hätte, aber ich möchte nicht von einem PC abhängig sein, und die Software ist weder Mac-kompatibel noch - dem Vernehmen nach - mit Virtual PC. Ausschlaggebend war letztlich, dass ich weder Zeit noch die Kraft hatte, vor dieser Reise noch irgendwelche Karten zu laden. Automatisch mitgeladen wurde übrigens eine Datenbank mit Orten, die einen Besuch lohnten; da unsere Reise aber einen bestimmten Zweck hatte, brauchten wir dieses Angebot nicht. Ein Nachteil des StreetPilot c330 (und wohl aller Garmin-Geräte) ist, dass es jeweils nur ein Gratis-Update gibt; danach kosten Datenbankänderungen weitere 150 US$ (in anderen Ländern können unterschiedliche Preise gelten), ziemlich heftig für ein Gerät, das fast 1000 US$ kostet.

Der Umgang mit dem StreetPilot c330-Interface ist einfach und elegant. Nach dem Start werden zwei Buttons angeboten: "Wohin?" und "Karte ansehen". Nach dem Klick auf "Wohin?" werden Sie durch den Eingabevorgang für die Adresse (Staat, Stadt, Straßenname und Hausnummer) geführt. Bei jedem Punkt bietet der StreetPilot c330 eine Liste zum Auswählen, sobald genügend Zeichen eingegeben wurden, um die Alternativen einzugrenzen. Ich musste z.B. nur "IT" eingeben, und schon hatte das Gerät korrekt "Ithaca" erkannt, obwohl es merkwürdigerweise den 2-Buchstabencode eines Staates nicht akzeptierte. Ärgerlicherweise - und ich unterstelle, dass dies auch für andere GPS-Geräte gilt - war es ziemlich kleinlich, was die Angaben zur Stadt anging. In New York City haben die verschiedenen Stadtgebiete eigene Namen; obwohl wir in Queens, in New York City waren, mussten wir wissen, dass das Hotel in Wirklichkeit in der Stadt Bayside lag und das alte Haus meiner Großeltern (wo Tonya, Tristan, meine Schwester und ich immer zu Besuch waren) in Fresh Meadows, obwohl wir als ihre Adresse immer Jamaica als Stadt angegeben hatten. Wenn möglich erinnert der StreetPilot c330 sich an den aktuellen Staat und die Stadt, ich musste also nur den Button "New York" anklicken, anstatt jedes Mal den Staat wieder einzugeben.

Der StreetPilot c330 hat zwar nur eine einzige weibliche Stimme, aber die war klar und immer leicht zu verstehen, obwohl wir die Lautstärke während der Fahrt auf Freeways oder in der Stadt meistens aufdrehen mussten. Auf kleineren Straßen habe ich die Lautstärke gelegentlich etwas zurückgenommen, weil es sonst unangenehm wurde. Ich für mein Teil brauche keine Stimmenauswahl (wer Probleme mit dem Hören hat, wird für Alternativen vermutlich ganz dankbar sein), was mich am StreetPilot c330 aber am meisten enttäuschte war, dass es nur über ein beschränktes Vokabular verfügt, mit dem die Ansagen gemacht werden, wo man in welche Richtung abbiegen soll und wie weit dieser Punkt noch entfernt ist. Das GPS-fähige Telefon hat auch die Straßennamen ausgesprochen, in die wir eingebogen sind - eine großartige Sache, weil damit jeder Blick auf den Monitor überflüssig wurde. Da der StreetPilot c330 diese Möglichkeit nicht hatte, musste ich dauernd auf den Monitor starren, um den Namen der nächsten Abbiegung zu sehen. Obwohl ich es genau für diesen Zweck passend montiert hatte, gilt, dass alles, was die Aufmerksamkeit von der Straße ablenkt, eine gefährliche Sache sein kann.

Trotzdem fand ich den Blick auf die 3-D Kartendarstellung in zwei Situationen ganz hilfreich. Z.B. als wir auf der Route 17 nachts zügig Richtung New York City fuhren; auf dieser Straße gibt es ab und zu größere Kurven, die man im Dunkeln nicht vorhersehen konnte. Ich konnte mich aber darauf einrichten, weil sie mir ein paar hundert Meter vorher auf dem Monitor des StreetPilot c330 schon angezeigt wurden. Ähnlich hilfreich war es, wenn man bei der Abfahrt von Freeways schon vorher einen Blick auf die verwirrenden Abfahrtrampen werfen konnte.

Der StreetPilot c330 hat eine ganz anständige Auswahl an Optionen, obwohl ich vermute, dass andere Geräte mehr zu bieten haben. Beispiel: das etwas teurere Gerät Garmin StreetPilot 2620 akzeptiert eine Reihe von Zielen auf einer Fahrstrecke und ist theoretisch in der Lage, Umleitungen um vorübergehende Probleme wie Staus oder Baustellen anzubieten (das geschieht nicht automatisch, der Nutzer muss die Straßen eingeben, die nicht benutzt werden sollen; als wir uns auf der Rückreise auf dem Cross-Bronx Expressway im dicksten Verkehr befanden, hätte uns diese Arbeit sicher nichts ausgemacht). Man kann auch festlegen, ob man vorzugsweise auf großen, mittleren oder kleinen Straßen fahren möchte, und man bekommt eine Fernbedienung dazu, sodass man das Gerät bedienen kann, ohne sich dauernd nach vorn lehnen zu müssen. Nachteil: man kann es nicht mit Batterien betreiben und es ist in der Anwendung anscheinend komplexer.

<http://www.garmin.com/products/sp2620/>

Sie bekommen das, wofür Sie zahlen -- Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob wir uns am Ende für den StreetPilot c330 als unser GPS-Navigationssystem entscheiden werden. Abgesehen von den Schwierigkeiten beim Ablesen des Monitors in direktem Sonnenlicht und seiner Unfähigkeit, die Namen der nächsten Abbiegungen laut auszusprechen, gefiel es uns ganz gut, und wenn es nichts anderes gäbe, dann wären wir damit ganz zufrieden. Aber bei Straßenpreisen ab ungefähr 750 US$ und mit der Aussicht auf eine oder mehrere Datenbankaktualisierungen für 150 US$ im Ohr, ist es kein billiges Vergnügen, und wir sind eigentlich nicht soviel in fremdem Gelände unterwegs. Die Kosten würden wir natürlich etwas ausgleichen, indem wir das Gerät innerhalb der Familie oder an Freunde verleihen wenn wir es nicht brauchen, aber trotzdem... Und nachdem uns der GPS-Navigationsbazillus angesteckt hat, ist es sicher in Ordnung, auch andere Konkurrenten von Garmin, darunter Magellan und TomTom, zu untersuchen. Besprechungen auf der Basis persönlicher Erlebnisse finden sich im TidBITS Talk mit einer Sammlung sehr schöner Kommentare anderer TidBITS-Leser.

<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/456/>

Bei der Überlegung, wie man die Kosten drücken kann, habe ich mir auch den Garmin StreetPilot c320 angesehen, der sich nur dadurch unterscheidet, dass er eine 128 MByte SD-Card für die Karten hat, die man mit einem PC darauf laden muss. Angabegemäß werden SD-Cards bis zu 1 GByte für jede Menge Karten akzeptiert, was etwa 75 US$ zusätzlich kostet. Da aber der StreetPilot c320 mit allen Nachlässen nur etwas weniger als 700 US$ kostet, wäre der Spareffekt gegenüber dem c330 mit bereits geladener Karte nicht besonders groß.

<http://www.garmin.com/products/sp320/>

Ach ja - erinnern Sie sich an das Problem mit den Fahrhinweisen in unserer Familie? Es stellte sich heraus, dass die Abfahrt 8A relativ neu war und zum Zeitpunkt, als die Hinweise verfasst wurden, noch gar nicht existierte. So ändern sich die Dinge eben, aber ein Update von meiner Mutter ist umsonst.


Aktuelle Themen in TidBITS-Talk/23-Mai-05

vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]

Die zweite URL unter jeder Beschreibung verweist auf die Diskussion auf unserem - schnelleren - Web Crossing-Server.

Sprachgesteuerte GPS-Navigation -- Adams kürzliche Erfahrungen mit GPS-Navigationsgeräten hat zu einer Diskussion über andere Geräte und deren Funktionen geführt. ("Voice-enabled GPS navigation devices" - 25 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2601>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/456/>

Batterie-Laufzeit in Bluetooth-Mäusen -- Drahtlose Mäuse sind mehr oder weniger stromhungrig, allerdings scheint auch die Wahl des Batterietyps (wiederaufladbar oder Alkalin) einen Einfluss zu haben. ("Battery Life in Bluetooth Mice" - 13 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2602>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/457/>

X11 und vorinstallierte Kopien von Tiger -- Apples X11 für Mac wird mit Tiger nicht standardmässig installiert, aber Leser geben Tipps, wie es sich auf einem vorinstallierten Tiger nachinstallieren lässt. ("X11 and pre-installed copies of Tiger" - 3 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2604>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/459/>

GPS-Geräte für den MACINTOSH -- Was macht der geplagte Macintosh-Anwender, wenn alle GPS-Geräte nur mit PCs zu funktionieren scheinen? ("GPS devices for MACINTOSH" - 3 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2603>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/458/>

Spotlight-Dokumentation - SO NICHT -- Nach der Installation von Mac OS X Tiger ist ein Leser von den neuen Funktionen und der Dokumentation zu Spotlight etwas enttäuscht. ("Spotlight Documentation - NOT" - 1 Beitrag)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2599>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/455/>


Übersetzung dieser Ausgabe: Jens Peter Franke <jpfranke@gmx.net>, Klaus Werner Wirtz <pleins@gmail.com>, Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com> und Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

Lektorat: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

Koordination dieser Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

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