
Apples spezieller Musik-Event von letzter Woche enthüllte den neuen iPod nano, iTunes 5 und das Mobiltelefon Motorola ROKR mit integriertem iTunes. Wir liefern die Details und weitere Informationen zu diesen neuen Geräten. Ausserhalb des Musikbereichs wirft Jeff Carlson einen Blick auf ShowMacster, ein Programm zum Darstellen von Fotos und Filmen in Videokonferenzen mit iChat. Adam kommt noch einmal auf seine Arbeitsmethoden im Umgang mit E-Mail zurück und wir vermelden die Veröffentlichung von Nisus Express 2.5.
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[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Nisus Writer Express 2.5 vorgestellt -- Nisus Software hat seine Textverarbeitung für Mac OS X auf Version 2.5 aktualisiert und neue Funktionen hinzugefügt sowie Fehler ausgemerzt. Die Eingabe von rechts nach links laufendem Text, beispielsweise in Hebräisch und Arabisch, ist jetzt auch in Express verfügbar. Hinzu kommen Funktionen für Auflistungen und Nummerierungen, die Unterstützung von LinkBack und Hyperlinks sowie eine allgemeine Leistungsverbesserung. Nisus Writer Express 2.5 kostet 70 US$; für Besitzer der Version 2.0 ist die Aktualisierung auf 2.5 kostenlos. Das Update ist 19.6 MByte gross. [JLC]
<http://www.nisus.com/Express/>
<http://www.linkbackproject.org/>
von Jeff Carlos <jeffc@tidbits.com>
[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]
Erinnern Sie sich noch, als der iPod ein Wunder der kompakten Ingenieurkunst war? Bei einer Presseveranstaltung letzte Woche in San Francisco führte Apple den iPod nano ein, einen noch winzigeren Musikspieler, der den jetzt eingestellten iPod mini ersetzt und sich näher an das originale iPod-Design anlehnt als der mini. (Das neue Design wurde von Crazy Apple Rumors ausgelassen verulkt, die "berichteten", dass die neuen iPods über ein Coolness-Ablaufdatum auf der Metallrückseite per Laser eingraviert hätten.) Obwohl nicht so klein wie der iPod shuffle, lässt der iPod nano den iPod mini fast überdimensional erscheinen: der iPod nano ist 8,9 cm hoch (3,5 Zoll), 4,1 cm breit (1,6 Zoll) und nur 0,68 cm (0,27 Zoll) dick. Er wiegt 42,5 Gramm (1,5 Unzen) und ist in weißem oder schwarzem Lack zu haben. Apple bietet den iPod nano in zwei Festspeicher-Kapazitäten an: 2 GB (etwa 500 Lieder) oder 4 GB (ungefähr 1000 Lieder).
<http://www.apple.com/de/ipodnano/>
<http://www.crazyapplerumors.com/archives/000549.html#000549>
Wie der normale iPod verfügt der iPod nano über ein hintergrundbeleuchtetes Farbdisplay (mit einer Bilddiagonale von 3,8 cm oder 1,5 Zoll), Apples Click Wheel-Navigation und den selben Dock-Anschluss, der USB 1.1 und 2.0 unterstützt, aber überraschenderweise kein FireWire. Obwohl der Dock-Anschluss genauso teuer wie bei vorherigen iPod-Modellen ist, zeigt der iPod nano eine Nachricht an, dass der Liedtransfer über FireWire nicht unterstützt wird, wenn man versucht, sein Dock über FireWire anzuschließen. Immerhin kann die Batterie auch über FireWire geladen werden. Eine weiteren Änderung zu anderen Modellen ist, dass die Kopfhörerbuchse am Boden sitzt. Apple gibt eine Batterielaufzeit von bis zu 14 Stunden beim Abspielen von Musik an, oder 4 Stunden Diashows mit Musik.
Ja, Diashows. Genau wie beim aktuellen iPod-Modell (und dem iPod photo davor) können Sie Bilder auf den iPod nano laden. Als der erste iPod photo herauskam, spottete ich über das kleine Display, aber jetzt sehe ich oft Leute, die ihre Fotos auf Handys zeigen, also ist die Größe keinesfalls ein Problem. In der Tat muss ich nach ein Paar Tagen Spielen mit dem iPod nano verspätet zugeben, dass es jede Menge Spaß macht, eine so bequeme Fotodarstellung zu haben (Besitzer aktueller Farb-iPods schlagen sich jetzt wahrscheinlich mit der Hand vor den Kopf).
Dennoch sind die Fotos auf das Display des iPod nano beschränkt. Eine Weltuhr zeigt verschiedene Zeitzonen an (mit Zifferblättern in Weiß für Tageszeit und Schwarz für nächtliche Stunden). Eine Bildschirmsperre versetzt Sie in die Lage, einen Sicherheits-Code zu vergeben, um die Bedienung des iPod nano zu entsperren (was aus dem Click Wheel ein kleines Kombinationsschloss macht), während Stopwatch hilfreich ist, um beim Lernen die Zeit im Auge zu behalten. Es ist unklar, ob diese Fähigkeiten ihren Weg auch in andere iPods finden werden.
<http://www.apple.com/de/ipodnano/features.html>
Es mag schwer zu glauben sein, aber Apple bietet auch diverses Zubehör für den iPod nano an, wie zum Beispiel ein Armband (29 EUR, in fünf Farben), Dock (29 EUR), und iPod nano Tubes (29 EUR für ein Set mit fünf bunten schützenden Plastikgehäusen). Mich interessiert jedoch eher das Kopfhörer-Trageband für 39 EUR, das in den Dock-Anschluss gesteckt wird und Ohrhörer mit einschließt (erhältlich ab Oktober).
<http://www.apple.com/de/ipodnano/accessories.html>
Wenn es irgendwelche Mankos am iPod nano gibt, dann haben sie mit den geringen Abmessungen zu tun. Ich habe ziemlich große Hände, deshalb ist es für mich nicht so einfach, das Click Wheel mit dem rechten Daumen zu bedienen, wie das auf einem größeren iPod der Fall ist, denn das Rad des iPod nano hat einen kleineren Durchmesser. Aber das offensichtlichere potentielle Problem ist, und da bin ich mir sicher, dass einige iPod nanos in einem Waschgang enden werden, wenn Leute sie versehentlich in einer Jacken- oder Hosentasche vergessen.
Der iPod nano ist jetzt für 200 EUR (für das 2 GB-Modell) und 250 EUR (für das 4 GB-Modell) erhältlich. Und nur um das einmal festzuhalten, TidBITS erwähnte den Namen "nano" im April, obwohl unsere "Quellen" zu der Zeit diesen Namen der Einstiegs-Linie anstatt des iPods zuordneten. [Leider haben wir ausgerechnet diese Ausgabe nicht ins Deutsche übersetzt... - SK]
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=08044>
von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>
[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]
Letzte Woche ließ Apple die Hüllen von iTunes 5 fallen, der neuesten Version ihrer kostenlosen Jukebox-Software für Mac OS X und Windows.
<http://www.apple.com/de/itunes/>
iTunes 5.0 verfügt über folgende neue Fähigkeiten:
<http://daringfireball.net/2005/09/anthropomorphized>
iTunes 5 ist kostenlos erhältlich. Es benötigt Mac OS X 10.2.8 oder neuer oder Windows 2000 oder XP. Für den Macintosh ist die eigenständige Installationsdatei 13,8 MByte groß.
<http://www.apple.com/de/itunes/download/>
Apple CEO Steve Jobs hob auch die aktuelle Marktposition des Apple iTunes Music Store hervor und stellte fest, dass der Dienst momentan über 1,8 Mio. Lieder pro Tag verkauft und in den Vereinigten Staaten einen Marktanteil von 82 Prozent hält, und fast 85 Prozent des globalen Marktes für digitale Musikabspielgeräte. Der Store bietet jetzt über 2 Millionen herunterladbare Stücke - was die Bibliothek zur größten der digitalen Musik-Downloaddienste macht. Vielleicht noch wichtiger rühmt sich der Store jetzt über 10 Millionen Kontoinhaber weltweit, die wie Jobs bemerkte, "mit Kreditkarten kommen".
Jobs kündigte auch an, dass der iTunes Music Store jetzt alle sechs Harry Potter-Titel als Hörbücher führt, und enthüllte einen neuen iPod mit einem eingravierten Hogwarts-Emblem. (Hogwarts ist die Schule, die der junge Zauberer Harry Potter in den berühmten Büchern besucht.) Der Harry Potter Sammler-iPod kostet 300 US$, das digitale Komplettpaket mit sechs Hörbüchern kostet 250 US$ (diese werden auch separat verkauft).
<http://www.apple.com/itunes/harrypotter/>
Der Store bietet über sein Podcast-Verzeichnis jetzt Zugriff auf über 15.000 Podcasts, eine Zahl, die laut Jobs "explodiert", indem sie jede Woche um 1.000 steigt.
von Mark H. Anbinder <mha@tidbits.com>
[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]
Als Teil der letztwöchigen Presseveranstaltung teilte sich Apples CEO Steve Jobs die Bühne mit dem COO [Leiter der operativen Geschäftsbereiche -- SK] von Cingular Wireless [Cingular ist der größte Mobilfunkanbieter in den USA -- SK], Ralph de la Vega, um die Verfügbarkeit des seit langem von Gerüchten umgebenen iTunes-Handys, des neuen Motorola ROKR E1 anzukündigen. Das erste Mobiltelefon mit iTunes-Unterstützung, das ROKR (ausgesprochen "Rocker") ist in den USA sofort exklusiv von Cingular Wireless für 250 US$ in Verbindung mit einem Zwei-Jahresvertrag erhältlich.
<http://www.makemedance.com/>
<http://onlinestorez.cingular.com/cell-phone-service/itunes_ROKR.html>
Das neue Telefon kommt mit installierter iTunes-Software, Stereo-Kopfhörern und einem USB-Kabel. iTunes-Software für den Mac oder Windows-Computer des Besitzers wird wie immer als kostenloser Download von Apples Website verfügbar sein, allerdings nicht dem Telefon in der Verpackung beigelegt. Scheinbar kann man keine Lieder im iTunes Music Store direkt über das Handy kaufen, was nicht überrascht, wenn man an die Schwierigkeit denkt, durch 2 Millionen Songs im iTunes Music Store über ein Handy-Interface zu navigieren.
<http://www.apple.com/de/itunes/>
Das Telefon verfügt über ein Farbdisplay, ist aber ansonsten von den Eigenschaften vergleichbar mit einem iPod Shuffle, es unterstützt bis zu 100 Songs mit Zufallswiedergabe und zufälliger automatischer Befüllung. Gemäß eines frühen Testberichts in der New York Times ist die Begrenzung auf 100 Lieder festgelegt, obwohl man vermutlich mehr Musik auf der 512 MB Speicherkarte des Telefons unterbringen könnte.
<http://www.nytimes.com/2005/09/08/technology/circuits/08pogue.html>
Zusätzlich verfügt das Handy, das eher in einem Backstein- als einem Klapp-Design daherkommt, über Stereo-Lautsprecher und eine eingebaute Kamera. Es unterbricht automatisch die Wiedergabe, wenn ein Anruf eingeht, und der Anwender kann über einen Knopf zwischen Telefon und Musik hin- und herschalten, der das bekannte iTunes Musiknoten-Design trägt. Motorola sagt, dass das Handy "für Sprachanrufe bluetooth-fähig" ist, weshalb wir hoffen, dass es drahtloses Synchronisieren von Kontaktinformationen, wenn nicht Musik, erlaubt.
Das ROKR beginnt jetzt, in Kanada und Großbritannien verfügbar zu werden; es wird in Frankreich, Italien und Hong Kong Ende September erscheinen; in Australien, Singapur und den Philippinen Anfang Oktober; und in Argentinien, Brasilien, Mexiko und anderen Märkten später dieses Jahr.
von Jeff Carlson <jeffc@tidbits.com>
Dieser Artikel konnte leider nicht übersetzt werden. Den englischsprachigen Originalartikel finden Sie unter der folgenden Internet-Adresse:
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=08245>
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com>]
Im letzten Dezember hatte ich eine neue Technik empfohlen, die bei der Bearbeitung von E-Mails in Eudora hilft. Sie beruhte auf Eudoras bewährter Fähigkeit, eine sogenannte "gesicherte Suche" zu erstellen, wobei es sich im Wesentlichen um die gleiche Idee handelt, die auch die neuen "Smart Mailboxes" in der Version von Apple Mail verfolgen, die mit Mac OS X 10.4 Tiger ausgeliefert wurde. Auch hier definiert man eine Reihe von Kriterien, und alle Nachrichten, die diese Vorgaben erfüllen, erscheinen in der Such-Mailbox, egal wo sie abgelegt sein mögen. Der Schlüssel zu dieser Technik, die ich damals in dem Artikel beschrieb, ist der Gedanke, dass ich mich in erster Linie um nicht gelesene Mail kümmere (was nicht unbedingt ideal ist, aber so funktioniert mein Hirn eben). Deshalb habe ich eine gesicherte Suche erstellt, die ungelesene Post aus 33 verschiedenen Mailboxen extrahiert, von denen jede gefilterte Nachrichten bestimmter Personen enthält (Mailing-Listen werden separat gehandhabt). Immer wenn ich gerade nicht in der Lage war oder keine Lust dazu hatte, mich sofort mit neuen Nachrichten zu beschäftigen, markierte ich diese und meine gesicherte Suche zeigte auch Nachrichten mit dieser Markierung an.
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-760.html#Artikel3>
Für den Anfang war das schon ganz gut und es funktionierte auch eine ganze Weile, aber schließlich hatte ich soviele markierte Nachrichten, dass sie anfingen, in meinem Fenster mit ungelesener E-Mail immer weiter nach unten zu rutschen. Bei mir ist es leider so, dass ich dazu tendiere, Nachrichten zu ignorieren, die aus meinem Gesichtsfeld verschwinden, mit dem Ergebnis, dass ich mit der Beantwortung von Nachrichten wieder ins Hintertreffen gerate, was sich dann meistens auf Meldungen auswirkte, deren Beantwortung aus irgendeinem Grund nicht so leicht war.
Erste Verbesserungen -- Etwa zu dieser Zeit haben Tonya und ich angefangen, David Allens exzellentes Buch "Getting Things Done" ("Effizientes Arbeiten") zu lesen, in dem er vorschlägt, für eingehende Informationen vier "Eimer" vorzubereiten, egal ob es sich dabei um E-Mails handelt oder nicht. (Siehe auch meinen Artikel "Ein schönes, neues Notebook" in TidBITS-777_, in dem ich beschreibe, wie ich andere Aspekte des "Effizient arbeiten"-Modells mit NoteBook von Circus Ponies Software umsetze). Zuerst kommt der Eimer "Ungelesen" für alles, was Sie sich bisher noch nicht angesehen haben. Als nächstes folgt der Eimer "Erledigen" für das, was sich nicht in ein paar Minuten abhandeln lässt. Danach folgt der Eimer "Wartezone" für solche Sachen, bei denen Sie auf eine Reaktion von jemand warten. Zuletzt brauchen Sie einen Eimer "Lesen und Überprüfen" für die Dinge, bei denen es keine Zeitdruck gibt, die Sie aber irgendwann lesen müssen.
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-777.html#Artikel3>
<http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/0142000280/tidbitselectro00/ref%3Dnosim/>
Mir ging es ähnlich, da die gesicherte Suche für ungelesene Mail mir alles als Neuigkeiten auswies. Damit hatte ich mir theoretisch einen Eimer "Erledigen" zugelegt, indem ich die Nachrichten markierte, mit denen ich mich nicht sofort beschäftigen konnte. Da ich aber zu viele markierte Nachrichten hatte, gingen sie in der Menge der vielen hundert ungelesenen Nachrichten unter, die ich täglich bekomme.
Die erste Verbesserung also, die ich für mein System einführte, bestand darin, eine zweite gesicherte Suche "Erledigen" zu erstellen, die nur die Nachrichten aus den 33 relevanten Mailboxes mit der Markierung "Erledigen" enthielt. Dasselbe machte ich mit den Eimern "Wartezone" und "Lesen und Überprüfen", indem ich Markierungen erstellte, die ich bestimmten Nachrichten zuweisen konnte, um sie dann mit einer gesicherten Suche einzusammeln.
Diese Verbesserungen funktionierten zuerst ganz gut, da ich auf diese Weise meine gesicherte Suche "Ungelesene Mail" regelmäßig aufräumen konnte - es waren, wann immer ich die E-Mails überprüfte, nie zu viele Nachrichten zu bearbeiten. Ich habe in der Eudora-Toolbar für jedes Label Buttons eingeführt, um sie schnell zuordnen zu können (einen Befehl-Klick auf einen leeren Bereich in der Toolleiste und den gewünschten Menüpunkt auswählen oder eine Tastenkombination drücken), außerdem habe ich Skriptsoftwares iKey eingesetzt, um mit Befehl-1 bis 3 eine gesicherte Suche für Ungelesene Mail, Bearbeiten und Wartezone zu öffnen.
<http://www.scriptsoftware.com/ikey/>
Leider erging es mir wie mit fast jedem anderen Suchsystem, das ich mir ausgedacht hatte: ich geriet in Verzug. Das Problem ist einfach (und mein Modell war anscheinend nicht die richtige Antwort darauf), dass ich in der zur Verfügung stehenden Zeit zu viel zu tun habe, und dass die vielen Dinge, die ich erledigen muss, viel Zeit am Stück beanspruchen und dass ich deshalb keine Chance habe, andere Dinge einzuschieben, die eigentlich nicht viel Zeit brauchen. Meine "Erledigen"-Mailbox wurde deshalb immer umfangreicher, obwohl ich immer wieder versuchte, dagegen anzugehen, und je größer sie wurde, desto schwieriger wurde es aus psychologischer Sicht, diese Mailbox zu öffnen. In ähnlicher Weise verschwand die "Wartezone" in einer Grauzone - ich öffnete sie, wenn überhaupt, nur selten und sorgte damit vor ein paar Wochen für eine peinliche Situation, weil ich eine Nachricht völlig vergessen hatte, die ich immer noch für die "Wartezone" markiert hatte, obwohl die benötigte Antwort bereits vorlag. Die Abteilung "Lesen und Überprüfen" wurde vollends zum Friedhof, ich glaube, ich habe sie seit ihrer Einrichtung nur einmal geöffnet.
Ein wichtiger Aspekt des Modells "Effizientes Arbeiten" ist die wöchentliche Überprüfung, eine Aufgabe, die Sie jeden Freitag am frühen Nachmittag erledigen sollten. Bei dieser wöchentlichen Überprüfung sollten Sie alle Punkte in der "Wartezone" durchsehen und Ihre laufenden Projekte insgesamt kontrollieren. Dann können Sie verschiedene Punkte, die erledigt werden müssen, vor dem Wochenende an andere Leute weiterreichen, und sich so etwas Luft verschaffen, ohne dauernd an alle offenen Projekte erinnert zu werden. Eine wunderbare Idee, die gut funktioniert hat, wenn ich dazu kam. Aber das wahre Leben folgt in der Regel eigenen Gesetzen (in Form unerwarteter Besucher oder Anrufer oder einer ernsten Krise), oder die wöchentliche Übersicht fällt wichtigeren Arbeiten zum Opfer, z.B. dem Abschluss eines TidBITS-Artikels oder der Arbeit an einem Take Control-E-Buch. Und wenn man einmal ein paar wöchentliche Überprüfungen ausgelassen hat, dann vergisst man sie sogar in den Wochen, in denen man eigentlich Zeit dafür hätte.
Gutes besser machen -- Jetzt dürfte klar geworden sein, dass mir immer noch einige Antworten fehlen; ich suche weiter nach der bestmöglichen Kombination von Methoden, die zu meinem Arbeitsstil und meiner Zeiteinteilung passen. Das bedarf dauernder Anstrengungen oder genauer gesagt, es sind Anstrengungen, die von hektischer Geschäftigkeit unterbrochen werden, wenn ich ein neues Problem identifiziere und nach einer Lösung dafür suche. Hier sind meine neuesten Versuche.
Besonders wichtig: ich muss verhindern, dass die Suchroutinen ("Saved Searches") "Erledigen" und "Wartezone" zu schwarzen Löchern werden, in denen wichtige Nachrichten auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Da ich inzwischen gelernt habe, dass reine mentale Kraft nicht ausreicht - ich finde immer wieder Methoden diese gesicherten Suchen zu ignorieren - plane ich den Einsatz von iKey zur Unterstützung meines Bewußtseins. Ich habe iKeys so eingestellt, dass die "Saved Searches" zweimal täglich, einmal morgens vor dem Aufstehen und einmal kurz vor Tagesende, automatisch geöffnet werden. Wenn mir diese regelmäßig angezeigt werden, finde ich hoffentlich den Mut, mich mit einigen der unangenehmeren Nachrichten zu beschäftigen, mit denen ich mich in der Vergangenheit schwer getan habe.
Bei "Lesen und Überprüfen" handelt es sich um ein anderes Problem. Im Prinzip habe ich jede Menge Arbeit, sodass mir kaum Zeit bleibt, lange Artikel oder E-Mails zu lesen, egal wie interessant oder wichtig sie auch sein mögen. Es gibt immer irgendetwas Dringenderes, das versucht meine Aufmerksamkeit zu erregen. Trotzdem ertappe ich mich manchmal dabei, dass ich nachts mit meinem PowerBook im Netz browse oder andere Internet-Aufgaben erfülle, die nichts mit meiner eigentlichen Arbeit zu tun haben, was mich auf eine Strategie brachte, die in der kurzen Zeit, in der ich sie anwendet, sehr gut funktioniert hat.
Bei meinem E-Mail-Account handelt es sich um einen POP-Account, weil ich gerne den örtlichen Zugang zu den Gigabytes an E-Mail habe, die ich bekommen und abgespeichert habe. Da aber Web Crossing, unsere integrierte Server-Software, wunderbarerweise IMAP unterstützt, habe ich ein neues E-Mail-Konto eingerichtet (das außer mir niemand anderes direkt benutzen wird). Dann habe ich jede Meldung mit der Markierung "Lesen und Überprüfen" in einen Ordner in diesem IMAP-Account kopiert, und einen Button für die Eudora-Toolbar eingerichtet, mit dem ich neue Nachrichten leicht in dieses Konto kopieren konnte. Wenn ich jetzt irgendetwas habe, von dem ich weiß, das ich dafür Zeit zum Lesen brauche, kann ich es leicht in meinem IMAP-Ordner "Lesen und Überprüfen" ablegen, um es später auf meinem PowerBook mit Hilfe irgendeines IMAP-Programms zu lesen, (zur Zeit versuche ich es mit Apple Mail, obwohl seine Nutzeroberfläche nach den Jahren der Eudora-Benutzung schon etwas merkwürdig aussieht).
Nachdem ich meinen privaten IMAP-Account eingerichtet hatte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: es passiert manchmal sehr schnell, dass man sich von interessanten Mailinglisten einfangen lässt, die mit der eigentlichen Arbeit nichts zu tun haben, und ich bekomme - wie jeder andere auch - jede Menge "lustige" Mails oder weitergeleitete, elend lange politische Stellungnahmen. Da ich keine Lust habe, tagsüber wertvolle Arbeitszeit in das Lesen und die Beantwortung solcher Mails zu investieren, habe ich die Filter, die Nachrichten von Mailinglisten in bestimmte Ordner weiterleiten, so abgeändert, dass eine Kopie dieser Meldungen in meinem IMAP-Account abgelegt werden. Mit einem weiteren Button auf dem Toolbar kann ich andere Zufallsscherze oder sonstige persönlichen Nachrichten in meinen IMAP-Account kopieren, um sie auch abends auf dem PowerBook zu lesen.
Ich habe damit - wie gesagt - noch nicht lange gearbeitet, aber es ist schon eine Erleichterung, etwas von der Zeit zurück bekommen zu haben, die ich tagsüber für das Lesen von E-Mail gebraucht habe, und es ist schön mit Tonya (für die wir das gleiche System eingerichtet haben) und unseren Laptops auf dem Sofa zu sitzen, Post von Freunden oder der Familie zu lesen oder uns über Diskussionen zu unterhalten, die in einer Mailingliste gerade aktuell sind.
Ich möchte kurz auf zwei Feinheiten eingehen. Zuerst hatte ich überlegt, Nachrichten aus Mailinglisten auf den IMAP-Account umzuleiten, es stellte sich aber heraus, dass das keine gute Idee war, sogar nachdem ich das x-eudora-setting:273 so hingefummelt hatte, dass Eudoras eingebaute Sicherung gegen die Weiterleitung von Nachrichten aus Listen abgestellt war (die dafür sorgt, dass Post sich nicht in Endlosschleifen verheddert). Durch die Umleitung wurden einige der Original-Header bei einkommenden Meldungen gelöscht, was das Filtern in den IMAP-Account erschwerte, ein "über" an jede Nachricht angefügt, eine Kopie jeder Nachricht in meinen Ausgangskorb gelegt und - besonders wichtig - es wurde in einigen Fällen die Reihenfolge der Meldungen in einem Thread geändert. All diese Probleme lösten sich dadurch in Luft auf, dass ich dafür sorgte, dass meine Eudora-Filter die Nachrichten aus der Mailingliste nicht in meinen IMAP-Account weiterleiteten, sondern sie dorthin kopierten. Außerdem kopiere ich jede Nachricht absichtlich in meinen IMAP-Account und verschiebe sie nicht dorthin, weil ich meine Post gern an einem Platz aufhebe. So kann ich nach dem Lesen problemlos alles aus dem IMAP-Account löschen, ohne mir um mein Hauptarchiv Sorgen machen zu müssen.
Ich werde über diese Arbeitsverbesserungen näher berichten, sobald ich mehr Erfahrungen gesammelt habe - mein Bauchgefühl sagt mir, dass manche Ideen so gut sind, dass sie überleben werden und dass einiges dabei ist, das bestimmt noch verbessert werden kann.
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
"Take Control of Customizing Microsoft Office" ist auf Version 1.0.1 aktualisiert worden -- Die Version 1.0.1 des E-Buchs "Take Control of Customizing Microsoft Office" von Kirk McElhearn ist neu in der Version 1.0.1 erhältlich. Die neue Fassung klärt und korrigiert einige Details aus der vorherigen Version und bietet nun bessere Hinweise bei Änderungen der Symbolleisten, bei Anpassungen an der Vorlage Normal.dot und beim Deaktivieren von Tastaturkürzeln, die ungewollt die Menüs von Word 5 aufrufen könnten. Wer bereits Version 1.0 besitzt, kann die neue Fassung kostenlos herunterladen und braucht dazu nur die Schaltfläche "Check for Updates" auf der Umschlagseite anzuklicken. Wenn Sie sowieso auf die erste korrigierte Fassung gewartet haben, ist jetzt die Zeit gekommen, sich das E-Buch zu kaufen. Denken Sie auch daran, dass Kirk und das gesamte TidBITS-Team 10 % der September-Einnahmen an das amerikanische Rote Kreuz zur Hilfe an die Unwetteropfer in New Orleans überweisen werden (bis jetzt sind bereits 500 US$ zusammengekommen).
<http://www.takecontrolbooks.com/office-customizing.html>
vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Die erste Internet-Adresse unter jedem Thema verweist auf die herkömmliche Website von TidBITS-Talk; die zweite Adresse zeigt auf unseren Web Crossing-Server, der mit einem anderen Erscheinungsbild aufwartet und etwas schneller ist.
Kommentare zu FreeConference.com -- Adams Artikel über FreeConference.com hat Vorschläge für neue Funktionen und einige Fragen ausgelöst. ("FreeConference.com comments" - 3 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2699>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/550/>
MP3-Spieler unter Mac OS X betreiben -- Ein Leser hat Probleme, seinen Musikspieler (nicht von Apple) unter Mac OS X zu betreiben und erhält dazu Tipps von anderen Lesern. ("Mounting MP3 players in Mac OS X" - 4 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2697>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/551/>
iTunes 5 -- Leser diskutieren die neue Version von iTunes und machen sich Gedanken über das neue Erscheinungsbild. ("iTunes 5" - 9 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2700>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/553/>
Popup Dock und Dock-Erweiterungen -- Ein Leser preist die Vorzüge von Popup Dock, einem Programm zur Verbesserung der Funktionen des Docks und ein anderer Leser gibt eine Empfehlung für DragThing ab. ("Popup Dock and Dock Enhancers" - 2 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2703>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/556/>
Übersetzung dieser Ausgabe: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>, Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com> und Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Lektorat: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Koordination dieser Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
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