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TidBITS#805/14-Nov-05

Glenn Fleishmann ist wieder mit zwei Artikeln da, in denen er sich weiter dem von ihm bereits behandelten Thema der AirPort-Probleme in Tiger widmet, sowie dem Apple USB-Modem und Mac-kompatiblen EVDO PC-Cards. Adam verheddert sich beim Versuch, fünf Hörbuch-Dateien zu verknüpfen, in Apples FairPlay DRM [Digitales Rechtemanagement -- SK]. Wir kündigen außerdem die Veröffentlichung von "Take Control of Digital TV" an, schauen uns kurz Mellel 2.0 an und bitten um Stimmen für die vielen Take Control-Vorschläge, die wir erhalten haben.

Themen:

Copyright 2005 TidBITS: Reuse governed by Creative Commons license
<http://www.tidbits.com/terms/> Contact: <editors@tidbits.com>


MailBITS/14-Nov-05

[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]

Mellel 2.0 wird ausgeliefert -- Die israelische Firma RedleX hat Mellel 2.0 veröffentlicht, eine bedeutende Aktualisierung ihres Textverarbeitungsprogramms mit einer Fülle neuer Eigenschaften, die in erster Linie auf das Arbeiten mit langen und komplexen Dokumenten ausgerichtet sind. Mellel 2.0 unterstützt jetzt Absätze und Spalten, beinhaltet erweiterbare Rechtschreibwörterbücher, beherrscht RTF-Import und -Export in und aus Mellels proprietärem Dateiformat besser, kontrolliert Fenster und Schusterjungen, und bietet eine "Keep with Next"-Option (diese Option behält zusammengehörende Absätze auf der gleichen Seite). Es bietet außerdem automatische Größeneinstellung für Tabellen, Hintergrundfarben, linke und rechte Seiten, flexiblere Absatzkontrollen und mehr, obwohl Änderungsverfolgung und Kommentierfähigkeiten nicht erwähnt werden. Mellel 2.0 kostet 50 US$; Aktualisierungen für registrierte Nutzer sind kostenlos und eine unentgeltliche Testversion ist als 13,4 MByte großer Download verfügbar. [ACE]

<http://www.redlers.com/mellel20.html>
<http://www.redlers.com/releasenotes.html>


Apple behebt Panther-zu-Tiger AirPort Aktualisierungsprobleme

von Glenn Fleishmann <glenn@tidbits.com>
[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]

Ich bitte Apple seit ein paar Monaten, mit Ingenieuren oder Produktmanagern über das Problem zu sprechen, worüber ich kürzlich geschrieben habe (siehe "Tigers Liste der 'bevorzugten Netzwerke' aktivieren" in TidBITS-794_ und "Tiger weigert sich immer noch, bevorzugte Netzwerke anzuzeigen" in TidBITS-795_).

<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-794.html#Artikel2>
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-795.html#MailBITS5>

Zusammengefasst, einige Anwender, die von Panther auf Tiger aktualisiert hatten, konnten die Liste der bevorzugten Netzwerke im AirPort-Reiter des Netzwerk-Kontrollfelds nicht sehen. Nicht jeder Umsteiger hatte dieses Problem, und die Lösungen, die ich in dem TidBITS-Artikel dokumentiert hatte, funktionierten nur für einige Anwender.

Den Grund für Apples Weigerung erfuhr ich erst nachdem man mir die kommenden Arbeiten mitgeteilt hatte und bestand darin, dass die Ingenieure das Problem offensichtlich bereits im neuesten AirPort-Update für Tiger gelöst haben, das am 2. November als AirPort Update 2005-001 veröffentlicht wurde. (Apple hat am 8. November auch ein Panther-Update für Mac OS X-Versionen 10.3.3 bis 10.3.9 als AirPort Extreme Driver Update 2005-001 herausgegeben.)

<http://www.apple.com/support/downloads/airportupdate2005001.html>
<http://www.apple.com/support/airport/>
<http://www.apple.com/support/downloads/airportextremedriverupdate2005001.html>

Ich nahm Kontakt mit drei Lesern auf, die mir nach Erscheinung des ersten TidBITS-Artikels geschrieben hatten. Zwei der drei hatten den AirPort-Patch installiert und bestätigten, dass Tiger umgehend genau so mit AirPort-Netzwerken zusammenarbeitete, wie es sollte. Der dritte hatte mehrere Probleme nach seinem Umstieg auf Tiger gehabt, Tiger neu installiert, und danach keine AirPort-Probleme mehr.

Ich würde gerne wissen, ob dieses Problem weit verbreitet war. Wenn Sie ein Problem wie in den zwei TidBITS-Artikeln beschrieben hatten und dieses Update diese löste, schreiben Sie mir eine E-Mail an <glenn@tidbits.com>.


Cell and Dial-Up Modem Updates

von Glenn Fleishman <glenn@tidbits.com>

[Dieser Artikel konnte leider nicht uebersetzt werden und Sie finden untenstehend deshalb den Verweis auf den englischen Originaltext.]

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=08325>


Verknüpfung von Audiodateien - vom DRM in den Wahnsinn getrieben

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com>]

Als ich "iPods gegen Schlaflosigkeit" in TidBITS-768_ schrieb, hörten Tonya und ich uns abends auf unseren iPods gerne Hörbücher an, um besser einschlafen zu können. Nach etwa sieben Monaten wechselten wir von Bill Brysons "A Short History of Nearly Everything" zu seinem Titel "In a Sunburned Country" (darin geht es um Australien, eines unserer Lieblingsländer), das wir uns im iTunes Music Store von Audible.com gekauft hatten. Das erste Audiobook hatte ich in drei Teilen à 6 Stunden heruntergeladen, bei diesem waren es fünf 2.5-Stunden-Dateien. Dabei kann es etwas nervig sein, zu bestimmen, an welcher Datei man gerade arbeitet, sogar dann, wenn man ihnen kürzere Namen mit einer Teil-Nummer davor gibt. Wenn ich es mit Kassettenbändern oder auch CDs zu tun hätte, dann wäre mir das ja egal, aber hier ging es um reine Daten - es sollte doch möglich sein, sie zu einer einzigen großen Datei zusammenzuführen. Wie sich herausstellte, war das nicht so einfach.

<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-768.html#Artikel5>

Und jetzt alle zusammen -- Bei iTunes gibt es den Befehl "CD-Tracks verbinden", aber als ich die fünf Tracks in iTunes markiert hatte und im Advanced-Menü nachsah, war "CD-Tracks verbinden" ausgegraut. Offensichtlich stimmt der Name sehr genau, das funktioniert nämlich nur mit den Tracks einer richtigen CD und nicht mit denen, die sich bereits in Ihrer iTunes-Bibliothek oder sogar als AIFF-Daten auf der Festplatte befinden. Ich erwog für einen Moment, Audio-CDs der Bücherdateien zu brennen, aber da jede Datei etwa 150 Minuten lang war, war mir der Aufwand zu groß, zu berechnen, wie man das mit 70 Minuten-CDs hinbekommt. Selbst wenn ich es gemacht hätte, hätte ich nicht gewusst, wie man Tracks aus mehreren CDs verbindet. Mist!

Als nächstes nahm ich mir die wunderbare Website "Doug's AppleScripts for iTunes" vor, wo es anscheinend für jedes iTunes-Problem ein Script gibt. Ich wurde auch nicht enttäuscht: angeboten wurde "Join Together", das versprach AAC-Dateien zu verknüpfen. QuickTime Pro 7.0.1 wurde vorausgesetzt, das war aber kein Problem. Beim Lesen der Release-Anmerkungen kam allerdings schnell die enttäuschende Erkenntnis: das Script funktioniert nicht mit geschützten AAC Dateien. Verdammt!

<http://www.dougscripts.com/itunes/scripts/scripts07.php?page=1#jointogether>

Verblüfft erkundigte ich mich bei Freunden nach diesem Problem. Einer von ihnen war gerade über eine Betaversion von iTunesJoin gestolpert, das hörte sich an, als ob es genau das sei, was ich suchte. Meine Freude war allerdings nur von kurzer Dauer, als ich die Programmbeschreibung las. iTunesJoin (übrigens nichts anderes als eine Sammlung von AppleScript-Skripts) kann zwar AAC-Dateien für den Einsatz auf einem iPod verknüpfen, und es kann sogar geschützte AAC-Dateien verbinden (indem sie zu einem QuickTime-Film zusammengesetzt werden), dieser Weg führt aber in eine Sackgasse - eine Datei aus verknüpften geschützten AAC-Dateien kann auf dem iPod nicht abgespielt werden. Dritter Reinfall!

<http://www.3am.pair.com/iTunesJoin.html>

Jetzt war ich sauer, und alles wegen Apples FairPlay Digital Rights Management (DRM) Code, der kein bisschen fair aussah und der sich auch nicht besonders fair verhielt. So entschloss ich mich, wenn Apple mich wie einen Kriminellen behandeln wollte, diese Erwartungen nicht zu enttäuschen und Jhymn einzusetzen, ein Tool, das den "Digital Millennium Copyright Act (DMCA)" zweifellos verletzt, weil man damit die FairPlay DRM-Restriktionen ohne Qualitätsverlust entfernen kann. Da ich nicht anderes vorhatte, als zu meinem privaten Gebrauch fünf Dateien zu einer zusammenzufügen, machte ich mir über den rechtmäßigen Gebrauch von Jhymn keine Gedanken. Allerdings stellte sich heraus, dass iTunes 6.0 bei FairPlay-Veränderungen bewirkte, die Jhymn’s Einsatz verhinderten, und damit fiel dieses Programm für mich sowieso aus. Wieder angeschmiert!

<http://www.hymn-project.org/>
<http://hymn-project.org/jhymndoc/>

Langsam fing ich an, die Sache persönlich zu nehmen. Soviele Dateien wollte ich ja gar nicht verknüpfen, aber nachdem ich nun mal auf verknüpfte Tracks als eine Möglichkeit gestoßen war, den iPod nachts leichter zu bedienen, wenn ich müde und kurzsichtig auf dem Interface des iPod herumfummele, war für mich klar, dass das gestattet sein müsse. Dabei erinnerte ich mich an Rogue Amoebas exzellentes Audio Hijack Pro, mit dem man alles Hörbare in einer neuen Datei aufzeichnen kann. Es kann einen kleinen qualitativen Verlust geben, aber da meine Originaldateien nur die Stimme von Bill Bryson enthalten, stellte sich die Frage nach der dynamischen Bandbreite ohnehin nicht.

<http://www.rogueamoeba.com/audiohijackpro/>

Zunächst erstellte ich eine vorläufige Playlist der fünf Hörbücher-Tracks, nach Namen sortiert, um die richtige Reihenfolge herzustellen. Dann stellte ich sicher, dass iTunes die Tracks nicht in beliebiger Reihenfolge (Shuffle) abspielt oder sie nach dem ersten Durchgang wiederholt, und ich vergewisserte mich, dass jeder Track am Anfang beginnen würde. In Audio Hijack Pro wählte ich iTunes, stellte das Format auf AAC bei 32 KBit/s Mono ein, klickte auf den Record-Button, wechselte zurück zu iTunes und startete den Abspielvorgang. Weil es darüber 19 Uhr geworden war, drückte ich die Stummtaste auf meiner Tastatur. So mussten wir uns nicht die ganze Nacht über Bill Brysons Stimme aus meinem Büro anhören. Audio Hijack Pro hörte sich alles an und nahm 11 Stunden und 54 Minuten Audio in einer ganz neuen Datei auf. Als ich mich am nächsten Tag vor meinen Mac setzte, hatte ich die gewünschte Datei.

Das war natürlich keine elegante Lösung, aber sie funktionierte, und für die wenigen Male, die ich sie wahrscheinlich benötigen würde, ist das nächtliche Abspielen eines kompletten Hörbuchs in Echtzeit nicht sonderlich lästig. Mein Dank an die Leute von Rogue Amoeba, die das möglich gemacht haben!

Verdammtes DRM! Solche Situationen belegen, warum DRM-Lösungen immer etwas Problematisches anhaftet. Wenn als Ergebnis einer Reihe digitaler Verarbeitungsschritte etwas herauskommt, das man sehen oder hören kann, dann gibt es auch immer einen Punkt, an dem man mit entsprechendem Vorsatz und der geeigneten Ausrüstung eine Kopie anfertigen kann. Am ärgerlichsten ist aber, dass ich nichts vorhatte, was ein normaler Mensch als illegal oder sogar unethisch ansehen würde. Das Herstellen einer Kopie zum persönlichen Gebrauch würde wahrscheinlich das Urheberrecht nicht verletzen, und der "Audio Home Recording Act" von 1992 gestattet ausdrücklich "den nicht-kommerziellen Gebrauch eines solchen Gerätes oder Mediums zur Herstellung einer digitalen oder analogen Musikaufnahme durch einen Konsumenten." All dies wird aber durch das DMCA übertroffen, demzufolge es illegal ist, die DRM-Restriktionen zu umgehen, egal ob der vorgesehene Gebrauch nach den Copyright-Bestimmungen als fairer Gebrauch angesehen würde oder nicht. (Siehe "Warum Digital Rights Management 'stört'" in TidBITS-769_ und "The Evil That Is the DMCA" in TidBITS-656_.)

<http://www.copyright.gov/title17/92chap10.html#1008>
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-769.html#Artikel4>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06997>

Und so wird - um es nochmal zu sagen - aus einer völlig vernünftigen und legalen Angelegenheit, die in wenigen Augenblicken zu erledigen sein sollte, wegen des DRM eine aufwändige und stupide Arbeit. Herzlichen Dank an Apple! FairPlay hat mich nicht daran gehindert, den Gebrauch meines iPod mit Inhalten zu vereinfachen, die ich im iTunes Music Store gekauft habe, aber es hat mich auf jeden Fall eine Menge überflüssiger Zeit gekostet, und ich bin sauer genug, um das Ergebnis meiner Verknüpfungsbemühungen in den Peer-to-Peer File-Sharing-Netzwerken zu veröffentlichen. Das werde ich natürlich nicht tun, weil es der Absicht des Copyright-Gesetzes zuwiderlaufen würde, und sehr wenige Leute (ich auch nicht) haben irgendwelche Probleme mit der Zielsetzung des Urheberrechts. Bis aber der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinnt, und solange durch DRM keine größeren Schäden an bereits bestehenden Rechten ausgelöst werden, werde ich weiter dort einkaufen, wo es keine DRM gibt, was leider bedeutet, das ich weniger als bisher im iTunes Music Store kaufen werde.


Take Control News/14-Nov-05

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>

[Dieser Artikel konnte leider nicht uebersetzt werden und Sie finden untenstehend deshalb den Verweis auf den englischen Originaltext.]

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=08327>


Aktuelle Themen in TidBITS-Talk/14-Nov-05

vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]

Die erste Internet-Adresse unter jedem Thema verweist auf die herkömmliche Website von TidBITS-Talk; die zweite Adresse zeigt auf unseren Web Crossing-Server, der mit einem anderen Erscheinungsbild aufwartet und etwas schneller ist.

Stundenplan-Software-- Ein Leser, der nach Software-Vorschlägen sucht, findet jede Menge mögliche Lösungen. (2 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2772>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/619/>

iBook G4 tatsächliche Batteriekapazität -- Durch merkwürdige Batterieleistungsschwankungen verwirrt bittet ein Leser um Hilfe beim Überprüfen, ob seine neue iBook-Batterie gleichwertig ist. (1 Beitrag)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2773>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/620/>

Sollten Macs Modems haben?-- Der neueste iMac G5 verfügt nicht über ein internes Modem, aber ist das nur eine Maßnahme zur Kostenersparnis oder eine Verkrüppelung? Und ersetzt Apples USB-Modem (das separat verkauft wird) die Funktionalität eines internen adäquat? (2 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2774>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/621/>

EVDO-kompatible Telefone-- Ein Leser fragt nach EVDO-Telefonen [ein amerikanischer Konkurrent zu UMTS; weitere Infos zu EVDO (englisch): http://en.wikipedia.org/wiki/EVDO -- SK], die mit Sprint kompatibel sind, und endet mit Ratschlägen über dessen Bluetooth-Kompatibilität. (2 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2775>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/622/>

OpenOffice als Alternative-- Das Versprechen einer Open-Source-Alternative zu Microsoft Office ist verführerisch, aber wie sieht die Realität aus? (4 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2776>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/623/>


Übersetzung dieser Ausgabe: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de> und Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com>.

Lektorat: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

Koordination dieser Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

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