
Wir melden uns zurück mit gewichtigen Erkenntnissen aus Jeff Carlsons Diskussion um seine Wahl der Canon Powershot S2 IS für eine Fotosafari. Zuvor teilt Tonya ihre Erfahrungen mit dem innovativen Musik-Streaming-Anbieter Pandora mit uns. Adam zeigt Entwicklern einen besseren Weg, Anwendern bei der Installation von Programmen behilflich zu sein. Matt Neuburg weist auf den Open-Source Unicode-Font Gentium hin und Glenn Fleishman berichtet über das Ableben von "TaxCut for Mac OS X". Die Neuigkeiten dieser Woche: die Vorstellung des Security Updates 2005-009, BBEdit 8.2.4, TextWrangler 2.1.1, EyeTV 1.8.4 mit iPod Videounterstützung, Rhapsody für Webbrowser, "Take Control of Apple Mail in Tiger", "Take Control of Podcasting on the Mac" und die zweite Auflage von "Take Control of Buying a Digital Camera" (irgendwann um Weihnachten herum).
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[Übersetzung: Roland Müller <mail@duesenschrieb.de>]
Letzter Aufruf für Weihnachtsgeschenkideen 2005 -- Allzuviele Vorschläge sind für unsere diesjährige Weihnachtsgeschenkausgabe noch nicht eingetrudelt, speziell in den Kategorien Hardware und Spiele hapert es noch ein wenig. Wenn Sie sich also bisher zurückgehalten haben, dann schicken Sie uns noch bis zum 7. Dezember 2005 Ihre Anregungen. Wie immer sammeln wir die Ideen im TidBITS Talk, Vorschläge bitte an <tidbits-talk@tidbits.com>. Oder Sie schicken diese an das TidBITS Talk Web-Forum, dann bitte im einfachen Textformat und nicht als HTML. Themen für spezielle Kategorien haben wir bereits angelegt. Bitte machen Sie nur jeweils einen Vorschlag je Nachricht und begründen sie diesen. Vergessen Sie nicht, eine URL oder sonst eine relavnte Kontaktinformation anzugeben und empfehlen Sie nur die Produkte von anderen, nicht Ihre eigenen. Vielen Dank! [ACE]
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Security Update 2005-009 veröffentlicht -- Apple hat das Security Update 2005-009 vorgestellt, mit dessen Hilfe eine Vielzahl potenzieller Sicherheitslücken sowohl in den Desktop- wie auch den Serverversionen von Mac OS X 10.3.9 und Mac OS X 10.4.3 geschlossen werden. Die auffälligsten Veränderungen betreffen Safari, wo Apple das Handling von Sicherheitscodes für Kreditkarten verbessert sowie einen Fehler in der PCRE-Bibliothek der JavaScript-Engine behoben hat. Zudem gewährleistet das Update, dass Dateien mit besonders langen Namen nicht an unerwünschte Orte heruntergeladen werden, JavaScript-generierte Dialoge ihre Ursprungsseite verifizieren und das unkontrollierte Ausführen von unerwünschtem Code aufgrund eines Speicherüberlaufs in WebKit-basierten Programmen verhindert wird. Zu den weiteren Komponenten von Mac OS X, die Updates erfuhren, gehören Apache2, apache_mod_ssl, CoreFoundation, CoreTypes, curl, iodbcadmintool, OpenSSL, passwordserver, QuickDraw Manager, ServerMigration, sudo und syslog. Das Security Update 2005-009 ist erhältlich via Software-Aktualisierung sowie als autarker Download für jede Version von Mac OS X. Die Größe der Datei liegt zwischen 6 und 33 MB. [ACE]
<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=302847>
Eins für den Mac, 19 für Windows -- Amerikanische Mac-User haben nun eine Alternative weniger zur automatischen Abwicklung ihrer Steuererklärung. Etliche Jahre lang gab es das von H&R Block parallel zu deren sehr guter Steueranleitungsseite entwickelte "TaxCut for Mac OS X". Es wird aber leider kein TaxCut 2005 geben (bezieht sich auf das Fiskaljahr, nicht das Jahr der Vorstellung).
Mit der Zunahme der Websites, die dialoggeführte Anleitungen zum korrekten Ausfüllen der Steuererklärung bieten, kein Herunterladen von Updates erfordern und alle möglichen Zusatznutzen bieten ("Lassen Sie einen Steuerberater für 75 US$ Ihre Rückerstattung ausrechnen, und wir senden Ihnen eine Käsesandwich im Wert von 15 US$!"), scheinen Mac OS X-Steuerberechnungsprogramme den Kürzeren zu ziehen. Allerdings bleibt Intuits TurboTax als Option für Mac-User im Markt (Intuit bietet auch Windows- und Onlineversionen an). Ihre Version zur Abgabe der Steuererklärung 2005 ist mittlerweile erhältlich. Zusätze für die bundesstaatlichen Steuererhebungen wird es ab kommendem Monat geben.
Da ich einige komplizierte Abschreibungen und ähnliches geltend zu machen hatte, habe ich jahrelang mit einem Steuerberater zusammengearbeitet. Dann bin ich zu TaxCut gewechselt, weil ich die Website mochte und obwohl die Programmversion ein paar Macken hatte. Die Wahl schien gut. Nachdem ich nun wieder gezwungen bin, TaxCut sein zu lassen, bin ich neugierig, wie einfach es sein wird, meine Quicken-Daten in TurboTax zu übernehmen. [GF]
Bare Bones aktualisiert Text-Editoren -- Bare Bones Software hat seine beiden Textverarbeitungen aktualisiert, das mächtige BBEdit und die Freeware TextWrangler. Beide Programme basieren auf der gleichen Text-Engine, profitieren von einer Reihe Fehlerbehebungen sowie von der Möglichkeit, das Skriptmenü auszuschalten. BBEdit 8.2.4 kommt als Gratis-Update und kann als 15,2 MByte große Datei heruntergeladen werden. TextWrangler 2.1.1 ist als Download 9 MByte groß. [ACE]
<http://www.barebones.com/support/updates.shtml>
<http://www.barebones.com/support/bbedit/current_notes.shtml>
<http://www.barebones.com/support/textwrangler/current_notes.shtml>
Gentium wird Open Source -- Bei Gentium handelt es sich um einen wunderschönen Unicode-Font, den Victor Gualtney von der Universität Reading in Großbritannien entworfen hat. Vertrieben wird der Font mittlerweile von SIL International, einer vorausschauenden Organisation, die lange Zeit eine herausragende Rolle im weiten Feld der computergestützten Sprachverarbeitung gespielt hat. Gentium beinhaltet ein komplettes Set von lateinischen Buchstaben mit allen Varianten und Sonderzeichen sowie griechische (alt- und neuzeitlich) und Lautschriftsymbole. Dies macht es zu einer erstklassigen Wahl für jeden, der ein auf dem Lateinischen basierendes System zum Schreiben und Transkriptieren sucht, wie auch für Altphilologen und andere. Das Neue daran ist, dass SIL zu einer neuen "Open Font Licence"-Struktur übergegangen ist, die es den Anwendern ermöglicht, Gentium zu modifizieren und damit einen Beitrag zu seiner Weiterentwicklung zu leisten. Wer sich für Sprachen, Schriften und die Open-Source-Bewegung interessiert, wird dies für eine ebenso bedeutende wie lobenswerte Entwicklung halten. [MAN]
<http://www.sil.org/>
<http://www.sil.org/computing/>
<http://scripts.sil.org/cms/scripts/page.php?site_id=nrsi&id=gentium>
EyeTV 1.8.4 ermöglicht Ein-Schritt-Export auf iPod Video -- Falls das begrenzte Angebot an TV-Serien im iTunes Music Store Sie davon abhält, auf Ihrem neuen iPod Videos abzuspielen, sollten Sie sich die neueste Version von Elgato Systems EyeTV anschauen. EyeTV arbeitet mit Video-Hardware zusammen, die es Ihnen ermöglicht, auf Ihrem Mac TV-Sendungen anzuschauen und aufzuzeichnen, nicht gewollte Inhalte herauszulöschen und (mit Roxio Toast) die aufgezeichneten Serienfolgen auf CD oder DVD zu brennen. Version 1.8.4, das neueste Update, verfügt nun über die Fähigkeit, die Aufzeichnungen in eines der beiden iPod Video-tauglichen Formate zu exportieren: QuickTime H.264 oder MPEG-4. Wobei letzteres laut Elgato fünf Mal schneller codiert und eine höhere Auflösung bietet. Die Updates sind für registrierte EyeTV-Anwender kostenlos. EyeTV gibts ansonsten separat zum Preis von 80 US$ oder eingebunden in eine Reihe von Elgato-Paketangeboten (je nach internationalem TV-Standard; nur vier Produkte sind geeignet für US-amerikanische Mac-Anwender). [ACE]
<http://www.elgato.com/>
<http://www.elgato.com/index.php?file=products_eyetvmain>
<http://www.elgato.com/index.php?file=support_updates_eyetv>
von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>
[Übersetzung: Klaus Werner Wirtz <pleins@gmail.com>]
RealNetworks haben heute Rhapsody.com angekündigt, die Beta-Ausgabe einer web-basierten Version von Rhapsody, ihres Musik-Abonnementdiensts für Breitbandnutzer in den USA. Vorher war Rhapsody eingeschränkt auf Benutzer einer Musikanwendung, die nur unter Windows lief; die neue web-basierte Version öffnet beliebte Funktionen des Dienstes erstmalig auch für Mac- und Linux-Anwender. Im Gegensatz zum iTunes Music Store von Apple, wo die Nutzer einzelne Stücke kaufen und herunter laden, abonniert man bei Rhapsody einen Audio-Datenstrom über das Internet. Der Rhapsody Unlimited-Dienst erlaubt es Abonnenten, für 10 US$ pro Monat so viel Audio zu hören, wie sie möchten; nach Ablauf des Abonnements verlieren die Teilnehmer den Zugang zur Musik, und es gibt keine Unterstützung für iPods, andere tragbare Musikgeräte oder digitale Musikabspieler für Mac- oder Linux-Anwender.
Bei Rhapsody.com kann jeder Benutzer umsonst bis zu 25 frei wählbare Stücke pro Monat abrufen und außerdem 25 werbefreie "Radio"-Datenströme hören, die nach Themen und Genre geordnet sind. Rhapsody hält über 1,4 Millionen Titel der fünf großen Musikverleger und von unabhängigen Vertriebsfirmen vor; also gibt RealNetworks freien Zugang zu einer großen Sammlung kommerzieller Musik, zweifellos in der Hoffnung, die Nutzer so zu begeistern - und so viel mit der Werbung in dem web-basierten Abspieler zu verdienen -, dass sich alles am Ende rechnet.
<http://www.rhapsody.com/>
<http://www.realnetworks.com/company/press/releases/2005/rhapcom.html>
Um Zugang zu Rhapsody zu erlangen, muss man sich anmelden (und dabei eine E-Mail-Adresse, eine Postleitzahl und das Geburtsjahr, aber keine Kreditkartennummer angeben), nachdem man die Rhapsody Player Engine, ein Browser-Plugin, installiert hat. Real sagt, dass Mac OS X 10.3.9 oder höher mit Internet Explorer, Firefox und Safari unterstützt wird; bei mir klappte die Installation unter Firefox 1.5 zwar nicht, aber unter Safari ging es, und danach war Rhapsody auch mittels Firefox erreichbar. Abgesehen von der Installation scheint die Audio-Qualität von Rhapsody etwas zu schwanken, und die web-basierte Oberfläche hat einige amüsante Schönheitsfehler (momentan wird jeder Titel der Radiostation mit Pop der 60er Jahre angeblich von Jan und Dean gesungen), aber trotz des Beta-Status erhöht Reals Angebot den Druck auf Apple, für den iTunes Music Store auch Abonnements und Audio-Datenströme ins Auge zu fassen.
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Klaus Werner Wirtz <pleins@gmail.com>]
Eine nette Eigenschaft von Mac OS X-Paketen (Ordner, die wie Dateien aussehen; so werden heute die meisten Anwendungen ausgeliefert) ist, dass sie die Installation vereinfachen. Man lädt ein Festplattenabbild herunter, öffnet sein Fenster und zieht das Programm darin in den Programme-Ordner. Was könnte einfacher sein?
Nun, es könnte einfacher sein, wenn der Programme-Ordner ein leicht erreichbares Ziel wäre; aber wenn man ihn nicht in das Dock aufgenommen hat oder ihn sonstwie dauernd sichtbar gemacht hat, muss man ihn erst anzeigen, indem man etwa ein weiteres Fenster öffnet oder die Seitenleiste im Fenster des Festplattenabbilds sichtbar macht. Was wäre, wenn der Entwickler im Fenster des Festplattenabbilds direkt einen Alias zum Programme-Ordner anbieten würde, so dass die Installation nur noch darin bestünde, das Programmsymbol eine kurze Strecke weit im gleichen Fenster zu ziehen? Solch ein Ansatz würde eine noch bessere Benutzeroberfläche ergeben, als wir sie jetzt haben, besonders wenn noch ein erläuternder Text und ein grafischer Hinweis wie etwa ein Pfeil hinzukämen.
Genau diese Idee hatte ich vor einigen Jahren bei der MacHack im Gespräch mit Josh Ferguson von MindVision über FileStorm, mit dem man leicht gut aussehende Festplattenabbilder erstellen kann. Aber wie bei so vielen guten Ideen habe ich nie untersucht, was nötig wäre, um sie umzusetzen. Neulich habe ich jedoch eine Beta-Version eines Server-Überwachungswerkzeugs namens Simon von Dejal Systems herunter geladen, und war erfreut zu sehen, dass David Sinclair von Dejal diese Idee implementiert hatte.
<http://www.mindvision.com/filestorm.asp>
<http://www.dejal.com/simon/>
Als ich David fragte, wie er es gemacht hat, gab er zu, dass er davon in einem Artikel von Ben Artin in O'Reilly's MacDevCenter gelesen hatte (Ben Artin arbeitet mit Jim Matthews an Fetch; letzterer besuchte regelmäßig MacHack - alle Wege führen also nach Dearborn, Michigan). Lesen Sie Bens Artikel, um die kompletten Einzelheiten zu erfahren; kurz gesagt, muss man einen symbolischen Link anstelle eines normalen Alias verwenden, da ein symbolischer Link auf den Programme-Ordner des Systems verweisen kann, auf dem wir uns gerade befinden, anstatt auf den Programme-Ordner des Entwicklers zu zeigen.
<http://www.macdevcenter.com/pub/a/mac/2005/09/02/easy-access-to-application-folder-from-a-disk.html>
Wenn Sie ein Entwickler sind, dessen Programm im Programme-Ordner stehen sollte, dann sollten Sie diesen Ansatz aufgreifen, um die Installation für die Anwender zu vereinfachen. Und wenn Sie ein Anwender wie ich sind, der verwirrt ist, weil er den Programme-Ordner öffnen muss, bevor er ein neues Programm hineinziehen kann, dann können Sie dem Entwickler ja mal einen freundlichen Hinweis geben.
von Tonya Engst <tonya@tidbits.com>
[Dieser Artikel konnte leider nicht uebersetzt werden und Sie finden untenstehend deshalb den Verweis auf den englischen Originaltext.]
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=08347>
von Jeff Carlson <jeffc@tidbits.com>
[Übersetzung Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com>]
Für einen bevorstehenden Urlaub wollte ich mir eine neue Digitalkamera kaufen, die mehr Möglichkeiten bietet und flexibler ist als mein aktuelles Einfachmodell. Meine angejahrte Canon PowerShot S200 hat mir zwar lange Zeit gute Dienste geleistet, aber ich wusste, dass sie für die Tierfotografie auf einer Safari nicht geeignet sein würde. Ich stand deshalb vor der Entscheidung: eine ausgewachsene digitale SLR (Single Lens Reflex) Kamera zu kaufen oder etwas Kompaktes dazwischen, das man leicht mit sich führen kann. Zum Glück hat mein Kollege Larry Chen gerade Version 2.0 seines Ebook "Take Control of Buying a Digital Camera" veröffentlicht, bei dem ich als Herausgeber mitgewirkt habe. Seine Tipps haben mir bei der Wahl der richtigen Kamera geholfen: der Canon PowerShot S2 IS.
<http://consumer.usa.canon.com/ir/controller?act=ModelDetailAct&fcategoryid=144&modelid=11368>
<http://www.takecontrolbooks.com/buying-digicam.html?14@@!pt=TRK-0015-TB807&cp=CPN51201HOL>
[Version 2.0 von "Take Control of Buying a Digital Camera" steht für die Eigentümer der letzten Ausgabe als Gratis-Aktualisierung zur Verfügung. Falls Sie noch keine eigene Ausgabe haben, während der Weihnachtszeit ist sie, wie unsere anderen Ebook-Ratgeber für die Hälfte zu haben: "Take Control of Digital TV", "Take Control of Your iPod: Beyond the Music" und "Take Control of Buying a Mac." Der Nachlass gilt für jeden der o.a. Titel, auch wenn man mehr als einen kauft. Den erforderlichen Coupon kann man über den Link oben herunterladen. -Adam]
Wer bin ich? -- Bevor ich mir Gedanken über Kamera-Modelle und ihre Besprechungen gemacht habe, habe ich erstmal überlegt, was für ein Typ von Fotograf ich überhaupt bin. In der Vergangenheit war ich immer ein "Knipser", mehr damit beschäftigt, ein Bild überhaupt einzufangen, als damit, es in bester Qualität zu bekommen; meine kleine Schnappschuss-Kamera bietet mir jede Menge Qualität für so ziemlich jede Art von Bild, das ich so benötige, und wegen ihrer kleinen Größe kann man sie auch leicht überall hin mitnehmen. In diesem Fall geht es aber um eine Reise nach Südafrika, wo ich mächtige Savannen, wilde Leoparden, Elefanten und anderes fotografieren möchte, was es in Seattle nicht gibt (dazu das wildeste, was es gibt: meine Nichte und meinen Neffen). So gesehen werde ich mehr als - das ist Larrys Beschreibung - "künstlerischer Fotograf" denn als Knipser tätig sein. Der leichte Transport der Kamera wird gegenüber der Bilderqualität in den Hintergrund treten müssen.
Die Suche nach besserer Qualität führt in der Regel aber zunächst zu den DSLR (Digital Single-Lens Reflex) Kameras, die mit Spezialobjektiven ausgerüstet werden können und Bilder mit viel höherer Auflösung liefern (derzeit zwischen 6 und 16 Megapixel). DSLRs bieten auch viel mehr manuelle Einstellungsmöglichkeiten wie Weißabgleich, ISO-Werte und dergleichen. Die Version 2.0 von "Take Control of Buying a Digital Camera" enthält ein neues Kapitel über DSLRs, das Ihnen nicht nur eine Vorstellung davon vermittelt, was so ein Gerät kostet, sondern auch die charakteristischen Besonderheiten der DSLRs nennt, denen Sie bei den einfachen Kameras wahrscheinlich nicht begegnen werden (z.B. dem Vergrößerungsfaktor für Brennweiten und Staubpartikel auf dem Sensor).
Eine DSLR würde mir schon zusagen, aber sie ist einfach zu teuer (am unteren Ende der Preisspanne müssen Sie mit mindestens 1000 US$ rechnen), und mir war klar, dass so eine Kamera für mich technisch zu anspruchsvoll ist - ich bin kein ausgebildeter Fotograf und möchte ganz einfach gute Aufnahmen mit dem geringstmöglichen Aufwand machen. Ich bin lernwillig, fotografiere aber nicht beständig genug, um Experte zu werden. Außerdem - wenn Sie eine DSLR kaufen, dann investieren Sie in ein System - bei den meisten Modellen kaufen Sie nur den Korpus, dazu ein paar Objektive und Zubehör. Die Vorstellung, eine riesige Kameraausrüstung mit mir herumzuschleppen, reizte mich nicht.
Prioritäten - Nachdem klar war, dass eine DSLR nicht in Frage kam und dass die Möglichkeiten einer Schnappschuss-Kamera zu begrenzt sind, stürzte ich mich in das Getümmel der Digitalkameras im mittleren Segement. Um das Kandidatenfeld einzugrenzen musste ich wissen, welche Merkmale für mich am wichtigsten waren. Zunächst mal - ganz klar - eine höhere Auflösung. Heutzutage heißt das mindestens 4 Megapixel. Das half mir beim Aussortieren aber noch nicht entscheidend weiter.
Also fing ich an, mir eine Prioritätenliste zusammenzustellen. Um nicht gezwungen zu sein, mich auf automatische Einstellungen zu beschränken, brauchte ich ein gewisses Maß an Eingriffsmöglichkeiten bei der Blendeneinstellung. Dazu suchte ich gute Makrofähigkeiten, da ich extreme Nahbereichsfotos machen wollte, ohne das Objekt und den Prozessor an ihre Grenzen führen zu müssen. Außerdem einen anständigen Zoom für Tieraufnahmen. Und ich erwartete eine hohe Auslösegeschwindigkeit, bei den meisten Digitalkameras ein besonderes Problem. Bei den Modellen mit höherer Auflösung brauchen die Kameras nämlich viel Zeit, um ein Bild zu erfassen, es auf der Speicherkarte abzulegen und sich für das nächste Bild vorzubereiten. Man kann einem Löwen nicht befehlen, einen Moment ruhig stehen zu bleiben, während die Kamera die Pixel verarbeitet, und Kinder sind nicht weniger schwer zu bändigen.
Die Größe war natürlich auch wichtig. In Larrys E-Buch wird sogar vorsichtig angeregt, erst über Größe und Handhabbarkeit nachzudenken, bevor man sich Gedanken über ausgefallene Eigenschaften macht, da man mehr mit dem Tragen, Betätigen und Einstellen der Kamera zu tun hat, als mit dem Bilderschießen selbst. Eine Kamera, die einen wegen der Steuerung auf dem Bildschirm oder wegen schlechter Bedienungsmöglichkeiten zur Verzweiflung bringt, läuft Gefahr, schließlich zu Hause gelassen zu werden, egal was für Möglichkeiten sie bietet. Nachdem ich jahrelang mit dem Modell "Einfach" zurecht gekommen war, wusste ich, dass ich etwas Größeres als eine Pocketkamera suchte, aber doch nur so groß, dass es leicht in Rucksack oder Schultertasche zu verstauen und leicht herauszuholen war.
Im mittleren Bereich der Digitalkameras bringen die Hersteller übrigens gern alle Neuentwicklungen unter, die ihnen so einfallen, um im Wettbewerb der Marketingeskalationen mithalten zu können. Deshalb habe ich auch eine kurze Liste von solchen Eigenschaften erstellt, die für mich uninteressant sind: digitaler Zoom (nutzlos), PictBridge-Kompatibilität (nett, wenn man - anders als ich - über einen passenden Fotodrucker verfügt), Video Capture (ich habe einen kleinen digitalen Camcorder) oder eingebaute Effekte (oh, ja bitte).
Zuletzt schwören manche auf bestimmte Kamerahersteller, aber ich bin da flexibel. Ich schaute mir zunächst Canon-Modelle an, weil ich mit ihnen gute Erfahrungen gemacht habe; meine S200 funktioniert immer noch gut, und die S100, die ich vorher besaß, macht immer noch ordentliche Fotos, sogar nachdem sie mir versehentlich in einen Fluss gefallen war.
Auswahl und Kauf -- Wie ein guter Streber bemühte ich eine Online-Suche. Webseiten wie der Digital Photography Review veröffentlichen ausführliche Testberichte aktueller Modelle - genug, dass einem davon schwindelig wird. Aber sie sind auch ein gutes Barometer dafür, an welchen Modellen Fotografen interessiert sind. So stieß ich auf die Canon PowerShot S2 IS.
<http://www.dpreview.com/>
<http://www.dpreview.com/reviews/canons2is/>
Wie sich herausstellte, besitzt mein Bürokollege und TidBITS-Redakteur Glenn Fleishmann das Vorgängermodell, die PowerShot S1 IS, was mir ermöglichte, dem Kamerakauf eine wertvolle Dimension hinzuzufügen: Erfahrungen aus erster Hand von Freunden und Familie. Die S2 verbessert sich gegenüber der S1 an mehreren Fronten, wie z.B. verbesserter Auflösung und schnellerer Bildfolge. Beide verfügen über ein Gehäusedesign, das meine Größe und ergonomischen Bedürfnisse trifft, mit einem abgerundeten Griff auf der rechten Seite, der gut in meine Hand passt.
Basierend auf den Tests mit Glenns Kamera, dem Lesen von Testberichten, und nachdem ich online Testbilder, die mit einer S2 geschossen worden waren, gesehen hatte, entschied ich mich, sie zu kaufen. Hier erwies sich Larrys Rat wieder einmal als hilfreich. Mithilfe einiger Online-Preisvergleich-Seiten fand ich die Kamera bei einem Anbieter für den halben Verkaufspreis von 500 US$. Dennoch wurde ich vorsichtig: ich kannte den Händler nicht (obwohl er recht gute Käuferbewertungen hatte), und die die meisten anderen Läden verkauften die Kamera entweder zum empfohlenen Verkaufspreis (was mir verriet, dass es sich um ein gefragtes Modell handelt, bei dem es keiner Preisnachlässe bedürfe, um Käufer anzuziehen) oder hatten sie momentan nicht auf Lager. Soweit ich weiß hätte dieser Discounthändler geliefert, aber es sah mir nach einem zu guten Geschäft aus und schreckte mich ab.
Stattdessen ging ich zu dealmac.com und richtete eine Benachrichtigung für "s2 IS" ein, und ein paar Wochen später erhielt ich eine E-Mail, dass Dells Online-Store eine Kamera-Aktion anbot, einen Coupon und kostenlosen Versand, was den Preis auf etwa 350 US$ senkte. Ich schlug zu und kaufte bei der Gelegenheit gleich zwei 512 MB SD-Speicherkarten.
Prioritäten an die Realität anpassen -- Also, wie sah meine Wunschliste im Vergleich zum Endprodukt aus?
Die 5 MP-Auflösung der S2 ist wahrscheinlich mehr als genug für meine Bedürfnisse, und die Aufnahmen, die ich gemacht habe, waren schön und klar. (Sie können einige von ihnen auf meiner Flickr-Site sehen; die Metadaten, die in jedem Bild gespeichert sind, beinhalten auch die verwendete Kamera, deshalb können Sie in der Spalte rechts vom Bild sehen, welche Bilder mit der S2 und welche mit anderen Kameras gemacht wurden.) Ich war überrascht zum Teil recht viel Rauschen in einigen Bildern zu finden, aber Larrys E-Buch half hier auch weiter: Rauschen kann bei hohen ISO-Einstellungen auftreten; ich hatte einige Tests bei wenig Licht gemacht und vergessen, die ISO-Einstellung zurückzusetzen.
<http://www.flickr.com/photos/jeffcarlson/>
Die manuelle Schärfeneinstellung ist intelligent platziert, wenn sie auch nicht so reibungslos funktioniert wie ein Einstellring am Objektivtubus. Der manuelle Fokusknopf liegt links vom Objektiv (besser gesagt Objektivvorsprung), ich kann ihn drücken und mit meiner linken Hand festhalten und mit meinem rechten Daumen einen Vierwege-Wippschalter am Kamerarückteil bedienen. Hoch- oder runterdrücken verlängert oder verkürzt die Brennweite, mit einem brauchbaren (aber dennoch in gewisser Weise begrenzten) vergrößerten Detailbereich auf dem Bildschirm, der den Fokuspunkt markiert.
Die Makrofähigkeiten sind, naja, traumhaft. Wenn ich den Super Makro-Modus einschalte, kann sie Objekte fokussieren, die gemäß Spezifikation 0,0 Zoll entfernt sind. Canon gibt sich besonders Mühe, Ihnen zu verstehen zu geben, dass Sie die Linse beschädigen können, wenn Sie sie gegen das Objekt stoßen, das Sie fotografieren!
Das 12-fache optische Teleobjektiv ist wunderbar, insbesondere verglichen mit dem zweifachen Zoom meiner S200. Das Foto der Lenin-Statue, die neben meinem Büro steht und auf meiner Flickr-Seite zu sehen ist, wurde fast einen Häuserblock entfernt mit maximaler Brennweite aufgenommen. Was beim Zoom der S2 auch gut ist, ist dass das Objektiv beim Heranzoomen nicht immer weiter ausgefahren wird; stattdessen fährt es im Fotografier-Modus bis zu einer fixen Länge aus, und die Linse verändert die Brennweite beim Zoomen innerhalb des Objektivs.
<http://www.flickr.com/photos/jeffcarlson/45674756/>
Die Bildfolge-Geschwindigkeit ist mit 1,6 Sekunden auch beeindruckend. Ich habe es mir zum Prinzip gemacht, Hochgeschwindigkeits-Speicherkarten zu nehmen, die es mit dem Datenstrom aufnehmen können. Ich werde mit dieser Eigenschaft vorsichtig umgehen müssen, weil ich eine Karte auf diese Weise schnell füllen könnte, ohne es zu merken.
Ich entdeckte auch eine Fähigkeit, von der ich nicht wusste, dass ich sie lieben würde, bis ich die Kamera in der Hand hatte. Bei meiner S200 und der Canon PowerShot S50 meiner Frau aktiviert sich der Blitz immer automatisch, wenn man die Kamera einschaltet, aber ich denke, dass der Blitz in den meisten Fällen zu hell ist und das Bild entweder auswäscht oder einen unerwünscht hohen Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrundobjekten produziert. Die S2 hat nicht nur eine Einstellung, mit der man die Intensität des Blitzes wählen kann, der physikalische Blitzmechanismus muss von Hand ausgefahren werden, um aktiviert zu werden. So muss ich mich nicht daran erinnern, den Blitz auszuschalten, bevor ich beginne, zu fotografieren.
Abschließende Gedanken -- Ich habe die Kamera jetzt seit ein paar Monaten und bin sehr glücklich damit. Ich bin außerdem Larry zu Dank verpflichtet, der ein E-Buch geschrieben hat, das all meine Fragen beantwortete (ein Grund, warum ich mich von vornherein bereit erklärt habe, das Buch zu redigieren). Ich schreibe diesen Artikel während des Fluges auf dem Weg nach Südafrika, weshalb ich sicherlich herausfinden werde, ob sich meine Recherchen und mein Experimentieren auszahlen werden. Abhängig von meiner Internetverbindung werde ich versuchen, Fotos auf meine Flickr-Seite hochzuladen, wenn möglich. Ich hoffe, Sie haben Freude daran!
von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Dieser Artikel konnte leider nicht uebersetzt werden und Sie finden untenstehend deshalb den Verweis auf den englischen Originaltext.]
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=08349>
vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Roland Müller <mail@duesenschrieb.de>]
Die erste Internet-Adresse unter jedem Thema verweist auf die herkömmliche Website von TidBITS-Talk; die zweite Adresse zeigt auf unseren Web Crossing-Server, der mit einem anderen Erscheinungsbild aufwartet und etwas schneller ist.
Ist Antivirenschutz nötig? -- Macs leiden nicht unter dem Virenproblem der PC-Welt. Sollten sich Mac-Anwender überhaupt mit Antiviren-Software beschäftigen? ("Is anti-virus protection necessary?" - 21 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2795>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/640/>
Programmumschaltung via Tastatur -- Die Geschenkempfehlung LiteSwitch löst eine Diskussion von Programm-Switch-Tipps per Tastatur aus. ("Keyboard application switching" - 4 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2806>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/651/>
Blogs vs. Wiki vs. Foren? -- Wann sollte man ein Weblog nutzen, wann ein Wiki und wann ein Diskussionnsforum? ("Blogs vs wiki vs forums?" - 3 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2791>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/636/>
Finden und Benutzen von Stromanschlüssen auf Flughäfen -- TidBITS-Talk-Leser greifen das Thema PowerBook-Netzteile auf und leiten über in eine Diskussion darüber, wie man auf Flughäfen Stromanschlüsse findet. ("Finding and using power outlets in airports" - 12 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2802>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/645/>
Bücher über Digitalfotografie -- TidBITS-Talk-Leser empfehlen hilfreiche Bücher zum Thema Digitalfotografie. ("Digital photography books" - 7 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2792>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/637/>
Konvertierung von Musikdateien -- Eine Beschwerde darüber, dass es nicht möglich gewesen ist, von einem AAC-Original eine MP3-CD zu brennen, löst eine Diskussion über Musikdateiformate und Konvertierungen aus. ("Music file conversions" - 8 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2794>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/639/>
Sicherung eines PowerBooks vor unbefugtem Zugriff -- Wie macht man sein PowerBook vollständig sicher? ("Protecting a PowerBook from unauthorized use" - 3 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2801>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/646/>
Korrektes Format für Audiobooks -- Was sind die besten Codierungs-Voreinstellungen, wenn man wenn man Hörbücher auf CD sichern will? ("Proper format for audiobooks" - 4 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2798>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/639/>
Übersetzung dieser Ausgabe: Roland Müller <mail@duesenschrieb.de>, Klaus Werner Wirtz <pleins@gmail.com>, Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com> und Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>.
Lektorat: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Koordination dieser Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
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