
Wenn Sie soeben einen neuen iMac mit Intel-Prozessoren gekauft haben, sollten Sie wissen, dass Sie diesen Computer möglicherweise nicht von einem externen Laufwerk starten können; Jonathan Rentzsch erklärt Ihnen warum. Ebenfalls in dieser Ausgabe finden Sie Besprechungen von Matt Neuburg zu DropCopy und dem neuen Informationsmanager Yojimbo von Bare Bones Software. Wir berichten von einer Reparaturaktion für PowerBook G4s mit 15-Zoll-Bildschirm und Geoff Duncan erklärt die Übernahme von Pixar durch Disney und was das für den Macintosh und die Firma Apple bedeuten könnte.
Themen:
Copyright 2006 TidBITS: Reuse governed by Creative Commons
license
<http://www.tidbits.com/terms/>
Contact: <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
PowerBook-Reparaturaktion behebt RAM-Probleme -- Apple hat kürzlich das "PowerBook G4 (15-inch 1.67/1.5GHz) Memory Slot Repair Extension Program" (ja, das ist wirklich der vollständige Titel) angekündigt. Die Aktion behebt ein Problem, das viele Besitzer eines PowerBook G4-Modells festgestellt haben und das dazu führt, dass die untere RAM-Speicherbank nicht mehr funktioniert. Betroffen sind PowerBook G4-Modelle die zwischen Januar und April 2005 hergestellt worden sind (Seriennummern W8503xxxxxx bis W8518xxxxxx); Apple wird die Speicherbank ersetzen und die Garantie auf die Reparatur auf zwei Jahre verlängern. Mehr Informationen dazu finden Sie auf Apple Website. [JLC]
<http://docs.info.apple.com/article.html?artnum=303173>
von Geoff Duncan <geoff@tidbits.com>
[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]
Die Walt Disney Company kündigte letzte Woche an, man werde das Animationshaus Pixar in einer kompletten Börsentransaktion für 7,4 Mrd. US$ akquirieren (ein netter Ertrag für Steve Jobs ursprüngliches 10 Millionen-Investment, als er Pixar 1986 vom Filmemacher George Lucas kaufte). Das Geschäft wurde von den Aufsichtsräten beider Firmen gebilligt und wird voraussichtlich Mitte 2006 abgeschlossen sein. Pixar-Präsident Ed Catmull wird als Präsident der neuen Pixar Disney-Animationsstudios fungieren, und John Lasseter (der von vielen als Pixars Kronjuwel angesehen) wird Chief Creative Officer der Studios sowie Principal Creative Advisor bei Walt Disney Imagineering, wo er seinen Beitrag zu Disneys Freizeitpark-Attraktionen leisten wird.
<http://corporate.disney.go.com/news/corporate/2006/2006_0124_pixar.html>
<http://corporate.pixar.com/releaseDetail.cfm?ReleaseID=185239>
<http://www.pixar.com/companyinfo/history/1986.html>
Und was ist mit Pixars ikonischem CEO Steve Jobs, ebenfalls CEO von Apple Computer und in Kontrolle über etwa die Hälfte von Pixars Aktien? Er wird sich dem Disney-Vorstand als eines von drei nicht unabhängigen Mitgliedern anschließen und wird über Nacht mit etwa 6,5 % Anteil an Disneys Aktien Disneys größter Aktionär.
Pixar entwickelte mehrere erfolgreiche animierte Filme, die in einem Langzeit-Geschäft durch Disney vertrieben wurden, inklusive Toy Story, Toy Story 2, A Bug's Life, Monsters, Inc., Findet Nemo und Die Unglaublichen, mit Gesamteinnahmen aus den Filmen, die auf etwa 3,2 Mrd. US$ geschätzt werden. Spannungen zwischen Jobs und dem ehemaligen Disney-Chef Michael Eisner führten Jobs zunächst weg vom ursprünglichen Distributionsvertrag mit Disney, das dieses Jahr mit dem Start von "Cars" endet. Jobs kommt offensichtlich gut mit Disneys aktuellem CEO Robert Iger klar und plant, sehr viel mehr Zeit mit ihm zu verbringen.
Die Disney-Akquisition bringt Pixars Talent und einzigartige Kultur in den Schoß von Disney und befähigt das Haus der Maus, Pixar-Charakteren, -Geschichten und -Schöpfungen durch seine vielen Medien- und Vermarktungskanäle weiter zum Durchbruch zu verhelfen. Für viele Pixar-Angestellte dürfte mit dem Geschäft ein Teil eines Traums wahr werden: viele der Erzähl- und Produktionswerte klassischer Disney-Zeichentrickfilme inspirierten ursprünglich Pixar. Der Deal könnte aber auch Steve Jobs anderen Hauptberuf bei Apple Computer verkomplizieren, wo er, als Mitglied des Disney-Vorstands, zusätzlichen Hürden entgegensehen könnte, wenn er andere Anbieter von Videoinhalten (Time Warner, NBC/Universal, CBS, etc.) davon überzeugen will, ihre Inhalte zum Verkauf in Apples iTunes Music Store anzubieten.
Auf den ersten Blick mag die Fusion auf unheimliche Art Apples Kauf von Jobs Firma NeXT, Inc. ähneln, wobei Jobs einige Monate später Apple-Chef Gil Amelio verdrängte und 1997 Apples problembelastete Zügel übernahm. Mit Pixars oberem Management als Verantwortlichem für die kombinierten Pixar und Disney Animations-Studios könnte es tatsächlich einfach sein, diesen Kauf als umgekehrte Übernahme für Pixar, wenn nicht für Steve Jobs persönlich zu sehen. Aber die Situation ist signifikant anders. Um nur eines zu nennen, Jobs hat Disney nicht gegründet, daher ist es schwer, sich vorzustellen, Jobs habe dieselbe Leidenschaft für Disney wie für Apple. Darüberhinaus, abgesehen von einem kürzlichen Aktionärsaufstand, angeführt von Roy Disney gegen den früheren CEO Michael Eisner, ist Disney viel mehr als seine Animationsstudios. Insgesamt sammelte Disney fast 32 Milliarden US$ Einnahmen in 2005 aus Geschäften inklusive seiner eigenen Kabelfernseh-Kanäle, dem ABC-Fernsehsendernetzwerk, einem halben Dutzend Musiklabels, einem halben Dutzend weiteren Filmstudios plus Theaterproduktionen, seinen weltberühmten Vergnügungsparks und - natürlich - gewaltigem Merchandising. Das gesagt bedeutet nichts von dem, dass Jobs keinen Einfluss haben wird: er war immer unterwegs, die Welt zu verändern, und mit der Kontrolle über Apple und einem Sitz im Vorstand von Disney befindet er sich in einer besseren Position als jemals zuvor.
von Matt Neuburg <matt@tidbits.com>
[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]
Vor kurzem habe ich DropCopy von 10base-t Interactive entdeckt. Das "Fenster" dieses kleinen Hilfsprogramms ist ein kleiner durchsichtiger dunkler Punkt, eher wie ein Loch, der hinter allen anderen Anwendungen (und hinter Ihren Schreibtisch-Symbolen) sitzt. Bewegen Sie eine Datei oder einen Ordner auf dieses Loch, so erscheint daneben ein Menü, das die Namen aller anderen Computer in Ihrem Netzwerk anzeigt, auf denen DropCopy auch läuft. Wenn Sie sich weiter auf einen Listenpunkt dieses Menüs bewegen, wird die Datei oder der Ordner auf diesen Computer kopiert.
Man könnte natürlich Personal File Sharing benutzen, um dasselbe zu bewerkstelligen, aber DropCopy fühlt sich wesentlich leichtgewichtiger an: man muss File-Sharing nicht aktivieren, man benötigt keinen Benutzernamen und Passwort, man muss sich nicht einloggen oder irgendwelche entfernten Finder-Fenster öffnen, man muss sich keine Sorgen um Rechte machen. Stattdessen nutzt DropCopy Bonjour (vorher als Rendezvous bekannt) für automatische Erkennung und Datentransfer. Man könnte iChat benutzen, aber man müsste viele Benutzernamen erstellen, um das Problem der "mehrfachen Anmeldung" zu vermeiden, und man müsste bei beiden Computern gleichzeitig anwesend sein (an einem, um die Datei zu senden, am anderen, um sie entgegenzunehmen). Mit DropCopy schicken Sie einfach eine Datei ins Loch, und sie ist unterwegs. Um nur mal eben ein gelegentliches Finder-Objekt zu einem anderen Computer zu schicken, ist DropCopy einfach perfekt.
Mit DropCopy kann man auch eine Textnachricht an einen anderen Computer schicken, und man kann sogar den Inhalt der Zwischenablage des anderen Computers abholen. (Damals mit Mac OS 8.6 schrieb ich einige grauenvolle AppleScripts, um das zu ermöglichen.) Wenn Sie mehr als einen Computer in ihrem lokalen Netzwerk haben, selbst wenn es nur einen menschlichen Benutzer gibt, werden Sie in DropCopy wahrscheinlich eine riesige Zeitersparnis finden. Die Programmoberfläche ist entzückend (ich liebe die Animationen, wenn das Loch sich verdunkelt und aufhellt, während eine Datei hindurchgeht), und der Preis (kostenlos!) ist heiß.
<http://10base-t.com/dropcopy.html>
von Jonathan Rentzsch <jon.tidbits@redshed.net>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Als ich meinen iMac mit Intel-Prozessor erhalten habe, versuchte ich darauf Mac OS X von einer externen Festplatte zu installieren. Stellen Sie sich deshalb meine Überraschung vor, als ich an dieser ansonsten trivialen Aufgabe scheiterte. Obowhl die Macs mit Intel-Prozessoren grundsätzlich mit älteren Macs kompatibel sind, hat sich der Startprozess in einer fundamentalen und inkompatiblen Weise geändert.
Die Intel-Macs sind die ersten Macs, die Intels "Extensible Firmware Interface (EFI)" verwenden. Ursprünglich als Ersatz für das veraltete und ungeliebte "Basic Input Output System (BIOS)" gedacht, hat EFI jetzt auch in die neuen Macs Eingang gefunden und dort das Open Firmware der PowerPC-Macs abgelöst.
Im Schlepptau von EFI gibt es auch ein neues Partitionsschema: "GUID Partition Table (GPT)"; GUID ist dabei die Abkürzung für "Globally Unique Identifier". GUIDs sind lokal erzeugte, weltweit eindeutige Zufallszahlen, ideal geeignet um alle möglichen Dinge ohne zentrale Organisation weltweit einheitlich zu bezeichnen. GUIDs sind ebenfalls nützlich zum Identifizieren von Festplattenpartitionen und erlauben es dem Betriebssystem, Volumes auch nach einem Wechsel der Schnittstelle noch eindeutig zu erkennen (wie es eben passieren würde, wenn man seine alte Festplatte ausbaut und in eine neue FireWire-Hülle steckt).
GPT ersetzt die "Apple Partition Map (APM)" als die Startpartition bei Intel-Macs. Und da liegt auch der Hund begragen. Intel-Macs können nicht von älteren APM-Festplatten starten und PowerPC-Macs können nicht von neuen GPT-Festplatten starten. Dies scheint eine permanente Situation zu sein - jedes Schema macht völlig andere Annahmen zum Aufbau des physischen ersten Blocks der Festplatte. Obwohl GPT so entworfen wurde, dass es kompatibel zum "Master Block Record" ist (MBR ist das alte Partitionsschema von PCs), verträgt es sich mit APM überhaupt nicht.
Selbst wenn man die beiden Schemas irgendwie zusammenbringen könnte, so bleibt doch die traurige Tatsache, dass das Doppelleben von Mac OS X 10.4.4 noch nicht soweit bereinigt werden konnte, dass die gleiche Version von 10.4.4 sowohl auf Intel- als auch auf PowerPC-Macs starten könnte. Den Beweis dafür sehen Sie, wenn Sie auf beiden System den Menüpunkt "Über diesen Mac" anwählen und die Versionsnummer anklicken. Auf PowerPC-Macs ist es "Build 8G32", während auf Intel-Macs dort "8G1165" steht. Irgendwann wird Apple Mac OS X zu einer universellen Applikation für beide Systeme gemacht haben, aber heute sind wir noch nicht soweit.
Das neue Partitionsschema betrifft das Starten von externen Festplatten und mindestens drei Applikationen von Mac OS X (in gesamthaft vier möglichen Ausprägungen). Das Fazit dieser Auswirkungen ist leider für den Benutzer wenig erfreulich.
Installationsassistent von Mac OS X -- Auf Intel-Macs blockiert der Installationsassistent den Installationsvorgang, wenn Sie versuchen, Mac OS X auf eine APM-Festplatte zu installieren: "Sie können Mac OS X auf diesem Volume nicht installieren. Mac OS X kann von diesem Volume nicht starten."
Es ist zwar nett, dass Apple den Installationsassistenten aktualisiert hat und er die Unverträglichkeit feststellen kann, die Fehlermeldung verschweigt aber den wahren Grund, weshalb Mac OS X von diesem Volume nicht starten kann. Ich bin sehr dafür, den Benutzer nicht mit den Komplexitäten von Partitionsschemas zu belästigen, aber diese Fehlermeldung ist schlicht und einfach falsch. Mac OS X kann durchaus von einem APM-Volume starten - nur Mac OS X für Intel-Prozessoren kann es nicht. Eine bessere Fehlermeldung wäre etwa die folgende: "Sie können Mac OS X auf diesem Volume nicht installieren. Mac OS X für Intel-Prozessoren benötigt ein GUID-Partitionsschema."
Damit man den Installationsassistenten davon überzeugen kann, Mac OS X auf eine externe Festplatte zu installieren, muss man die Festplatte deshalb mit dem Festplatten-Dienstprogramm neu mit GPT formatieren. Leider ist die Benutzeroberfläche des Festplatten-Dienstprogramms nicht sonderlich gut für zusätzliche Partitionsschemas eingerichtet.
Festplatten-Dienstprogramm -- Seit der Version des Festplatten-Dienstprogramms die mit Mac OS X 10.4.3 ausgeliefert wurde (diese Version nennt sich komischerweise 10.5.3 (198.5)), ist eine wichtige aber völlig unscheinbare Schaltfläche namens "Optionen" auf dem Partitions-Tab aufgetaucht. Diese scheue Schaltfläche erscheint nur, wenn man eine externe Festplatte ausgewählt hat. Wenn man darauf klickt, kann man ein Partitionsschema auswählen. Obwohl im Text erklärt wird, für welche Zwecke das PC-Partitionsschema (MBR) geeignet sein könnte, wird mit keiner Zeile erwähnt, dass man APM für PowerPC-Macs und GPT für Intel-Macs auswählen sollte. Selbst die Hilfeseiten des Festplatten-Dienstprogramms verschweigen jeden Hinweis, weshalb man ein Partitionsschema einem anderen vorziehen sollte. Wir haben hier also eine unglaublich wichtige Einstellung, damit Intel-Macs überhaupt von einer externen Festplatte starten können. Wenn sie denn überhaupt sichtbar ist, bleibt sie jedoch gut verborgen - noch dazu ohne jede Erklärung - versteckt in einem Aufklappmenü in einem Fenster, ausgewählt über eine gewöhnliche Schaltfläche in einem Tab. Besser hätte man diese Einstellung wirklich nicht verbergen können.
Die Funktion "Löschen" des Festplatten-Dienstprogramms liefert überhaupt keinen Hinweis auf irgendwelche Partitionsschemas. Man kann natürlich behaupten, dass das nicht der Sinn der Löschen-Funktion ist, schliesslich wird ja nur etwas entfernt. Aber diese Sicht greift zu kurz, da man mit der Löschen-Funktion eine ganze Festplatte ganz einfach neu formatieren kann: man wählt eine existierende Festplatte mit mehreren Partitionen aus und klickt auf die Schaltfläche Löschen. Das Festplatten-Dienstprogramm formatiert die ganze Festplatte und erzeugt eine einzige neue Partition - und benutzt dabei immer das APM-Schema und verhindert gleichzeitig, dass die Festplatte jemals von einem Intel-Mac als Startlaufwerk genutzt werden kann. Idealerweise würde die Löschen-Funktion zuerst nachfragen oder sonst die Festplatte mit dem Partitionsschema des gerade benutzten Systems formatieren.
Startlaufwerk -- Die Voreinstellung des Startlaufwerks scheitert gerade in mehrfacher Hinsicht, je nachdem ob sie auf einem PowerPC- oder einem Intel-Mac ausgeführt wird. Versuchen Sie einmal eine GPT-Festplatte an einen PowerPC-Mac anzuschliessen. Die Voreinstellung erlaubt Ihnen, diese Festplatte als Startlaufwerk auszuwählen und geht sogar so weit, die Schaltfläche "Neustart" anzuzeigen. Wenn Sie diese Schaltfläche dann aber anklicken, gibt der Mac einen Warnton aus und bricht die Funktion ab. Wenn Sie die Log-Datei console.log lesen (mit Hilfe der Applikation Konsole im Ordner Dienstprogramme), sehen Sie, dass der Befehl "bless" (den die Voreinstellung im Hintergrund startet) nicht ausgeführt werden konnte, da die Partition des GPT-Laufwerks nicht erkannt werden konnte.
Das Verhalten ist leicht besser wenn man eine APM-Festplatte an einen Intel-Mac anschliesst: APM-Festplatten werden einfach ausgeblendet und erscheinen gar nicht erst in der Liste von möglichen Startlaufwerken.
Beide Verhaltensweisen sind schlecht. Die Voreinstellung des Startlaufwerks sollte eine Liste aller Partitionen anzeigen (ähnlich wie das unter Mac OS 9.2 der Fall ist). Inkompatible Startlaufwerke werden zwar angezeigt, sind aber inaktiv und können nicht ausgewählt werden. Ein kurzer Hinweis neben jeder Partition würde erklären, weshalb die entsprechende Partition nicht als Startlaufwerk gewählt werden kann.
Kein universelles Startlaufwerk -- Ein wichtiger Punkt darf dabei nicht vergessen werden, die ganze Komplexität kann getrost ignoriert werden, wenn es sich nicht um ein Startlaufwerke handelt. Wenn Sie eine Festplatte nur mit Daten besitzen, kann man diese Festplatte problemlos inner- und ausserhalb von PowerPC- und Intel-Macs verwenden.
Wenn Sie ein Startlaufwerk besitzen - intern oder extern - und das an einem PowerPC-Mac verwenden, müssen Sie es neu formatieren (und verlieren dabei alle Daten), wenn Sie das Laufwerk zum Starten eines Intel-Macs benutzen wollen. Das gleiche gilt für die andere Richtung (Intel-Mac zu PowerPC-Mac).
Zurzeit gibt es keine Möglichkeit, eine externe Festplatte als Startlaufwerk sowohl für einen PowerPC- als auch für einen Intel-Mac zu verwenden. Angesichts der tiefliegenden Ursache für die Unverträglichkeit der beiden Partitionsschemas wird diese Situation wohl bestehen bleiben.
Ich sehe die einzige Möglichkeit darin, von Hand eine hybride Partition zu basteln, die auf empirischer Basis beide Mac-Typen starten kann. Ich sage "empirisch", da das Vorgehen vermutlich darin bestehen wird, eine Partition zu erzeugen, die weder eine gültige APM- noch eine gültige GPT-Partitiion ist, aber aufgrund von Erfahrungswerten trotzdem irgendwie funktioniert. Beispielsweise verlangt APM dass der physische erste Block mit "PM" beginnt, während GPT "EFI PART" benötigt. Je nachdem wie strikt diese Überprüfung ist, könnte es möglich sein, einen PowerPC-Mac beim Starten bestimmte Befehle ausführen zu lassen, bevor die Gültigkeit von "PM" überprüft wird. Diese Befehle könnten das GPT-Schema in ein APM-Schema verwandeln und der Startvorgang könnte anschliessend wie gewohnt vonstatten gehen.
Obwohl es also vielleicht theoretisch möglich wäre, würde ich solche Methoden unter schwarze Magie einreihen und selber nie anwenden. Meine Daten sind zu kostbar, um sie einem solchen Risiko auszusetzen.
Stetig fortschreitende Technik -- Die Intel-Macs sind losgelassen und selbstverständlich gibt es immer einige Hindernisse bei neuen Geräte mit einer komplett neuen Architektur. Obwohl die ersten Programmversionen im Umgang mit dem neuen Partitionsschema nicht gut abschneiden, ist zumindest der Installationsassistent schlau genug, das Installieren von Mac OS X auf einer inkompatiblen Partition zu verhindern. Diese lobenswerte Überprüfung kann einen davon bewahren, 20 bis 40 Minuten Zeit beim Installieren zu verlieren.
[Jonathan "Wolf" Rentzsch ist ein freischaffender Programmierer im Nordwesten des US-Bundesstaates Illinois.]
von Matt Neuburg <matt@tidbits.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com>]
Das neueste Angebot auf dem wachsenden Markt "Informationsorganisation" kommt von Bare Bones Software, dem Lieferanten von Programmen wie Mailsmith und BBEdit (und seinem kleinen Freeware-Bruder TextWrangler). Yojimbo - dessen provozierender Name im Japanischen so viel wie "Miet-Bodyguard" bedeutet (wie im klassischen Kurosawa-Film), hebt sich durch seine einfache Handhabung und dadurch hervor, wie es bestimmten Datenarten eine Struktur verpasst.
<http://www.barebones.com/products/yojimbo/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1196>
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-762.html#Artikel2>
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-690.html#Artikel3>
<http://www.duallens.com/index.asp?reviewId=60603>
Yojimbo verfolgt einen einfachen Weg bei der Informationsverarbeitung. Es gibt für alle Einträge eine Datenbank, die Library. Die Einträge können sein: Text (möglicherweise formatiert und mit Bildern versehen), eine URL (auch "Favorit" genannt), ein Archiv (entweder ein Web-Archive von der Art, die Safari heute speichern kann oder ein PDF), eine Seriennummer oder ein Passwort. (arbiträre Dateien wie Bilder oder Excel-Dokumente oder wie Aliase, die auf solche Dateien verweisen, können in Yojimbo nicht als Einträge gespeichert werden.) Eine feine Eigenschaft ist die Möglichkeit, eine PDF-Datei in einem Arbeitsschritt zu erstellen und sie in Yojimbo abzulegen. Das geschieht mit dem Befehl "PDF in Yojimbo speichern" im PDF-Popup-Menü jeder Applikation, die einen Druck-Dialog anbietet. (Das kann man z.B. verwenden, um Kopien von Empfangsquittungen von Webbestellungen abzulegen.) Jeder Eintrag kann verschlüsselt werden, dafür muss der Library selbst ein Passwort zugeordnet werden; Passworteinträge werden immer verschlüsselt. In den Voreinstellungen kann man festlegen, ob man immer an sein Passwort erinnert werden möchte, wenn man einen Eintrag entschlüsselt, um ihn zu lesen.
Man muss nicht im Yojimbo-Fenster selbst arbeiten, um Einträge darin unterzubringen. Mit einer systemweit verfügbaren Tastaturabkürzung kann man eine Schnelleingabe aktivieren, in der der aktuelle Inhalt der Zwischenablage in einen Eintrag umformatiert wird, und in dem die Möglichkeit besteht, zu entscheiden, welche Art von Eintrag es werden und welche Bezeichnung er haben soll. Am Rand des Fensters kann man das Drop Dock wie eine Schublade herausziehen, um Einträge dort abzulegen. Schließlich kann man Text- und PDF-Dateien (nacheinander oder mehrere auf einmal) auf das Yojimbo Dock-Icon ziehen, um sie so zu importieren. Leider gibt es keine Möglichkeit, eine "tab-delimited"-Textdatei mit Passwörtern oder Seriennummern als individuelle Einträge für diese Art Informationen zu übernehmen. Damit wird das Überführen bestehender Datensammlungen aus anderen Applikationen in Yojimbo schwierig. Yojimbo ist auch nicht AppleScrip-scriptfähig, am besten transferiert man bestehende Daten also "organisch", d.h. während man sie verwendet.
Yojimbo ist einfach zu handhaben und bietet nur überschaubare Organisationshilfen. Man kann eine Eintragung markieren oder farbig kennzeichnen. Man kann "Sammlungen" erstellen (wie Playlists in iTunes oder Alben in iPhoto) und Einträge mit einer oder mehreren von ihnen verknüpfen. Es gibt auch einige eingebaute "smarte" Sammlungen, die für Kategorien von Einträgen stehen, wie z.B. alle Texteinträge oder alle markierten Einträge. Über ein Suchfeld lassen sich Einträge über Titel, Inhalt oder Kommentare sofort finden. (Sammlungen können aber nicht verschachtelt werden, eigene smarte Sammlungen können nicht erstellt und Suchabfragen können nicht gespeichert werden.)
Wenn es sinnvoll ist (z.B. bei Favoriten, Seriennummern und Passwörtern), stellt Yojimbo für die verschiedenen Datenbestandteile eigene Eingabefelder bereit. So hat ein Favorit beispielsweise ein Namens-, ein Adress- und ein Kommentarfeld; eine Seriennummer hat einen Namen, die Nummer und vier weitere Felder. Hier machen strukturelle Vorgaben Sinn, im Gegensatz zu Text- und Archivierungseinträgen, die diese Hilfen nicht benötigen. Sie selbst können allerdings keine Felder für eigene Eingabeformate bestimmen. Sollte dies in einer künftigen Version möglich werden, dann könnte man Yojimbo z.B. dafür verwenden, Rezeptverweise zu speichern, mit Feldern für Name, Kochbuch, Seitennummer u.s.w. Ich verwende z.Zt. iData 2 als eine abgespeckte Datenbank für diese Art von Informationen. Zweck eines Programmes zur Verwaltung von Informationen sollte aber ganz klar sein, dass man darin jede Art von Information vorhalten kann. Wie so oft denke ich mit Wehmut an den wunderbaren WebArranger zurück, mit dem man eigene Eingabetypen definieren konnte, jeden mit eigenen Feldern.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07761>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=01149>
Man sollte meinen, dass man von den aufmerksamen und fähigen Leuten bei Bare Bones ein verständliches und flottes Interface bekommt, dazu ein Schmuckstück, das alles zu nutzen weiß, was das fortschrittlichste und beste aller verfügbaren Betriebssysteme bietet. Mit Yojimbo bekommen Sie genau das. Yojimbo setzt Tiger voraus, weil es auf die neuesten Entwicklungen bei Mac OS X angewiesen ist. Es ist z.B. eine Core Data-Applikation, sodass Ihre Einträge einfach und automatisch in einer SQLite-Datenbank gehalten werden. Yojimbo macht den systemweiten Spotlight-Suchen alle unverschlüsselten Einträge verfügbar, indem jeder einzelne als Abschnitt in Ihrem Caches-Ordner auftaucht. (Ob das eine glückliche Wahl ist, hängt von Ihrer individuellen Sichtweise ab. Bei meinen Spotlight-Suchaktionen brauche ich nicht mehr Treffer, sondern weniger!) Und wenn Sie einen .Mac-Account haben kann Yojimbo mit Hilfe des .Mac SDK Ihre Yojimbodaten zwischen verschiedenen Rechnern synchronisieren; dann sind Ihre Passwörter und Seriennummern unterwegs von Ihrem iBook aus zugänglich.
<http://developer.apple.com/macosx/coredata.html>
<http://developer.apple.com/internet/dotmackit.html>
Auf der Yojimbo-Webseite behauptet Bare Bones, dass das Programm "keine Lernkurve" habe, und das ist absolut richtig, auch wenn man sich - nein, wir sind nicht pedantisch - darüber unterhalten könnte, was mit "Lernkurve" gemeint ist. Laden Sie es hinunter und probieren Sie es aus. Sie werden in weniger als einer Minute wissen, wie man Daten eingibt und wie man sie wiederfindet. Ich achte die Arbeit nicht gering, die Bare Bones in Yojimbo investiert hat, aber das Programm ist nicht so anspruchsvoll, dass es unbedingt zum Wechseln von anderen Applikationen her aufruft, die Ähnliches bieten. Trotzdem - wer sich bislang nicht an ein Instrument zur Informationsorganisation herangetraut hat, weil ihm das Angebot zu komplex und undurchsichtig erschien, könnte an Yojimbos Geradlinigkeit Gefallen finden und sollte es auf jeden Fall ausprobieren.
Yojimbo setzt Mac OS X 10.4.3 oder neuer voraus; es kostet 40 US$ für eine personenbezogene Lizenz, die ein Anwender auf verschiedenen Maschinen einsetzen kann, 70 US$ für bis zu fünf Anwendern auf mehreren Rechnern, oder 30 US$ für den Einsatz im Bildungsbereich auf jeweils einem Rechner. Die Demo ist 30 Tage lang nutzbar.
<http://www.barebones.com/products/yojimbo/demo.shtml>
<http://www.barebones.com/products/yojimbo/demo.shtml>
vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Die erste Internet-Adresse unter jedem Thema verweist auf die herkömmliche Website von TidBITS-Talk; die zweite Adresse zeigt auf unseren Web Crossing-Server, der mit einem anderen Erscheinungsbild aufwartet und etwas schneller ist.
Turbo Tax-Probleme -- Nachdem die Steuersaison hier in den USA wieder angefangen hat, teilen unsere Leser ihre Erfahrungen mit der Steuersoftware von Intuit mit. ("Turbo Tax problems" - 7 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2850>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/383/>
CCTV-Software für Macs -- Ein Leser sucht Software zum Einlesen von CCTV-Daten (CCTV: Überwachungskameras) und entdeckt eine günstige Möglichkeit zum Erstellen von Panoramen! ("CCTV software for Macs" - 3 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2852>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/694/>
Automatisches Nachschlagen von Längengrad/Breitengrad für Städtelisten? -- Verschiedene Methoden zum Feststellen des Längen- und Breitengrades eines Ortes sind verfügbar. ("Automated/batch lookup of longitude/latitude for city lists?" - 5 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2854>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/696/>
Fragen zum Rippen von DVD -- Leser berichten über unterschiedliche Methoden, den Inhalt einer ungeschützten DVD für ganz verschiedene Zwecke auf eine Festplatte zu kopieren. ("DVD Ripping Question" - 14 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2855>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/697/>
Konvertieren von komprimierten AOL-ART-Dateien -- Bewahren Sie noch eine Menge Bilder aus früheren AOL-Zeiten auf? Diese sind möglicherweise in einem proprietären Format komprimiert worden und können mit einem Windows-Programm wieder genutzt werden. ("Converting AOL.ART compressed files" - 2 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2857>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/698/>
Referenzen auf Fotos in iPhoto 6 -- Mit iPhoto 6 ist es nicht mehr nötig, dass die Fotos in ein eigenes iPhoto-Verzeichnis kopiert werden müssen. ("Referencing Photos in iPhoto 6" - 1 Beitrag)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2858>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/699/>
Technische Unterstützung für ThinkFree Office -- Ein Leser warnt davor, dass eine günstige Alternative zu Microsoft Office auch ohne nennenswerte technische Unterstützung daherkommt. ("Tech support for ThinkFree Office" - 1 Beitrag)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2859>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/700/>
Von Entourage auf Apple Mail wechseln? -- Ratschläge für einen einigermassen reibungslosen Übergang zwischen diesen beiden E-Mail-Programmen. ("Switching from Entourage to Mail?" - 3 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2861>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/701/>
Fragen zum Sonos Digital Music-System -- Andrew Laurence beantwortet Fragen nach seinem Artikel zum Sonos Digital Music-System. ("Questions about Sonos Digital Music System" - 1 Beitrag)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=2862>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/702/>
Übersetzung dieser Ausgabe: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>, Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com> und Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Lektorat: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Koordination dieser Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Nichtkommerzielle oder gemeinnützige Medien dürfen unsere Artikel nachdrucken, wenn sie einen Link auf die Seite der deutschen TidBITS oder eine volle Referenz angeben. Andere kontaktieren uns bitte per E-Mail. Der Inhalt der Artikel ist ohne Gewähr. Wenden Sie sich bitte an den Autor. Namen von Publikationen, Produkten oder Firmennamen können durch Gebrauchsmustereintrag geschützt sein. TidBITS engl. ISSN 1090-7017.