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TidBITS#834/19-Jun-06

Die schnelllebige Welt von Windows auf dem Mac hat sich mit der Freigabe von Parallels Desktop für den Mac festgesetzt; Robert Movin steuert für uns einen kompletten Testbericht bei. Steve Sande ist mit zusätzlichen Informationen und Antworten auf seinen Vergleich von iWeb mit RapidWeaver und Sandvox zurück. Glenn Fleishmann schreibt lyrisch über die Verwendung von OmniDazzle zur Verbesserung von Präsentationen und in den Neuigkeiten werfen wir einen Blick auf Fetch 5.1, Microsoft Office 11.2.4 und einen kostenlosen Schriften-Troubleshooting-Flyer.

Themen:

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MailBITS/19-Jun-06

[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]

Fetch 5.1 erhält Eigenschaften von Tiger, wird Universal -- Fetch Softworks hat Fetch 5.1 herausgebracht, die neueste Version ihres einfach zu benutzenden FTP-Clients. Die wichtigsten neuen Fähigkeiten beinhalten ein verständliches Set von 11 Automator-Aktionen, ein Dashboard-Widget in Knochenform zum Hochladen und Überprüfen des Übertragungsfortschritts, und Universal Binary-Unterstützung für Intel-Macs. Weitere Änderungen beinhalten ein modusloses Fenster für "Neue Verbindungen", ein neues Zip-Archivformat, das Macintosh-Metadaten bewahrt, die Einbindung der Stuffit-Engine, so dass die Fetch Stuffit-Unterstützung die Installation oder Aktualisierung von Stuffit nicht mehr benötigt, und das Speichern von Passwörtern im Schlüsselbund. Fetch 5.1 erhält auch eine Reihe Fehlerbehebungen und kleinere Änderungen; für registrierte Kunden ist es ein kostenloser 14,2 MByte-Download. Eine neue Kopie kostet 25 US$, für Bildungs- und gemeinnützige Einrichtungen sind kostenlose Lizenzen verfügbar. [ACE]

<http://www.fetchsoftworks.com/fetch5.release.notes.html#5.1>

Microsoft veröffentlicht Office 2004 Update -- Microsoft hat ein weiteres Update für Office 2004 veröffentlicht. Version 11.2.4, ein 57,5 MByte großer Download, flickt eine Sicherheitslücke in PowerPoint, die es einem Angreifer erlauben könnte, den Speicher Ihres Computers zu überschreiben. Es löst außerdem einen Absturzfehler in allen Office-Anwendungen in Verbindung mit Grafiken mit eingebetteten EPS-Daten, und einen weiteren, der bei deutschen Dokumenten im Verbindung mit Microsofts deutscher Rechtschreibkorrektur auftrat. Zwei Verbesserungen für Entourage komplettieren das Paket: verbesserte Kalendersynchronisation mit Exchange-Servern und die Ausbesserung eines Absturzes, der bei der Verwendung von SSL-Verbindungen zu einem LDAP-Server auftreten konnte.

Die Aktualisierung ist auf Microsofts Website als eigenständiger Updater erhältlich oder, wenn man in einer Office-Anwendung über Hilfe > Nach Updates suchen geht. Dieses Update beinhaltet alle vorherigen Office 2004-Updates, inklusive der neuen Spotlight und Sync Service-Unterstützung in Entourage, die im März mit dem 11.2.3-Update eingeführt wurden. [JK]

<http://www.microsoft.com/mac/downloads.aspx>


iWeb 1.1 and the Competition, Revisited

von Steve Sande <steve.sande@gmail.com>

[Dieser Artikel konnte leider nicht übersetzt werden und Sie finden untenstehend deshalb den Verweis auf den englischsprachigen Originaltext.]

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=08565>


Making Presentations OmniDazzling

von Glenn Fleishman <glenn@tidbits.com>

[Dieser Artikel konnte leider nicht übersetzt werden und Sie finden untenstehend deshalb den Verweis auf den englischsprachigen Originaltext.]

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=08566>


Parallels Desktop: der vollendete Switch

von Robert Movin <rmovin@gmail.com>
[Übersetzung: Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com>]

Als ich mich damals bei TidBITS meldete, um meinen ersten Artikel "Vom iPod zum MacBook Pro: die Geschichte eines Switchers" zu schreiben, hatte ich nicht geahnt, dass daraus eine Trilogie werden würde, die sich dem Stand der Virtualisierung auf dem Mac widmen würde. Mit diesem letzten Kapitel kann ich aber stolz verkünden, dass mein Switch zu einem Vollzeit-Mac-Anwender vorzeitig abgeschlossen ist, und dass die Virtualisierung kaum sechs Monate nach dem Erscheinen der ersten Intel-Macs viel mächtiger ist als ich mir jemals hätte träumen lassen. Und das hat nichts mit mächtigen Giganten wie Microsoft (Virtual PC), EMC (VMWare) oder sogar Open-Source (QEMU) zu tun, sondern eher mit einem winzigen aber flinken Startup-Unternehmen namens Parallels. (Siehe auch meinen letzten Artikel "WinOnMac Smackdown: Dual-Boot versus Virtualization" mit einer eingehenderen Erklärung der Virtualisierung und der Unterschiede zur Beta-Ausgabe von Apples Boot Camp.)

<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-820.html#Artikel2>
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-825.html#Artikel3>

Bei neuen Technologien bin ich sonst eher zynisch und kritisch, aber Parallels Desktop hat meine Anfangserwartungen so deutlich übertroffen, dass es schwer fällt, eine überschäumende Wortwahl zu vermeiden. Es gibt zwar noch jede Menge Verbesserungspotential, aber hier haben wir eines der wenigen Softwarebeispiele, die ich vorbehaltlos und nachdrücklich empfehlen kann; vielleicht ist es auch eine, die für eine andere Wahrnehmung des Mac sorgen wird. Solange es nicht um Spiele geht, ist Parallels Desktop die beste Möglichkeit, Windows (und mehr) auf einem Mac laufen zu lassen.

<http://www.parallels.com/en/products/desktop/>

Vom Beta-Program bis zur Endfassung -- Parallels hat die erste Betaversion von Parallels Desktop für Mac (damals Parallels Workstation genannt) Anfang April vorgestellt, als ich gerade dabei war, meinen letzten TidBITS-Artikel fertig zu stellen. Anders als bei irgendeinem der Programme, die ich getestet oder besprochen habe (inkl. Apples Boot Camp) konnte ich jede Windows-Version, alle Updates und alle wichtigen Softwarepakete installieren. Die Leistung war anständig, aber die erste Beta-Version litt noch unter einer schwachen Speicherverwaltung, unter Beschränkungen (wie der mangelnden Möglichkeit, Dateien mit dem Hostsystem auszutauschen) und unter Fehlern, die dafür sorgten, dass mein Mac bei so ungewöhnlichen Aufgaben wie der Aktivierung des Ruhezustandes abstürzte. Wie auch immer - Windows lief, alle notwendige Software lief (auch unser Firmen-VPN) und das auch noch schneller, als auf meinem Büro-PC. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Entwicklerteam bei Parallels seit der ersten Betaversion kein Auge zugemacht hat - die folgenden zweieinhalb Monate brachten fast im Wochenrythmus neue Versionen voller beeindruckender Verbesserungen der Leistung und der Eigenschaften. Das Endprodukt ist ein einwandfreies, stabiles Produkt mit mehr Möglichkeiten, als die erste Betaversion ahnen ließ, auch wenn noch einiges von dem fehlt, was fortgeschrittene Anwender von VMWare vielleicht erwarten. Trotz der Bezeichnung "Beta" habe ich alle Versionen in meinem persönlichen Produktionsumfeld ausprobiert, und ich bin überzeugt, dass ich bei diesen Tests sorgfältig vorgegangen bin und keine Zugeständnisse gemacht habe.

<http://www.apple.com/macosx/bootcamp/>

Die endgültige Version von Parallels Desktop für den Mac ist am 15. Juni 2006 zum Preis von 80 US$ erschienen, wer bis zum 15. Juli 2006 bestellt zahlt nur 50 US$. Das Frühbucherangebot für 40 US$ gibt es leider nicht mehr. [Falls Sie aber "Take Control of Running Windows on a Mac" kaufen sollten, dann finden Sie am Ende des Buches einen Coupon, mit dem Sie 10 US$ beim Kauf von Parallels Desktop sparen können. -Adam]. Die endgültige Version enthält einen Bonus: Parallels Compressor - normalerweise 180 US$ teuer - mit dem man die virtuellen Images verschiedener Produkte, darunter auch VMWare eindampfen kann.

<http://www.takecontrolbooks.com/windows-on-mac.html?14@@!pt=TB834>
<http://www.parallels.com/en/products/compressor/>

Meine Meinung -- Was ist das Gute an dieser Version? Man kann damit schnell in Windows XP SP2 booten. Windows, Linux, OS/2 und so ziemlich jedes andere x86-Betriebssystem laufen damit. Es unterstützt die meisten USB-Geräte. Unterschiedliche Betriebssysteme lassen sich damit im Vollbild-Modus auf mehreren Bildschirmen betreiben. Cut & Paste funktioniert zwischen unterschiedlichen Betriebssystemen. Datenaustausch mit Mac OS X funktioniert. Es ist wahrscheinlich schneller als Ihr PC.

Und die schlechte Nachricht? Ehrlich gesagt gibt es da nicht viel zu erzählen. FireWire oder Grafiken für Spiele werden nicht unterstützt, USB 2.0-Geräte laufen mit der 1.1-Geschwindigkeit, außerdem gibt es einige Probleme mit der Steuerung von CDs und DVDs.

Wie man es von Mac-Software her kennt, ist die Installation von Parallels ein Kinderspiel. Einfach herunterladen, Diskimage mounten und das Installationspaket doppelklicken. Mit der Installation der Software erhalten Sie allerdings noch keinen Zugang zur Windows-Welt. Sie benötigen noch eine Windows-Installations-CD und eine gültige Lizenz, dazu sind noch einige grundlegende Schritte erforderlich. Parallels vereinfacht den Prozess zwar, für einen technisch nicht so bewanderten User, der die Anleitungen in "Take Control of Running Windows on a Mac" nicht gelesen hat, mag die Arbeit aber etwas anspruchsvoll anmuten.

Ich habe mit Hilfe des mitgelieferten Wizard, der die Arbeit sehr einfach macht, eine neue virtuelle Maschine eingerichtet. Ich habe festgelegt, welches Betriebssystem (Windows XP) es werden soll und der virtuellen Maschine einen Namen gegeben, um dann in die Konsolenansicht geführt zu werden, in der ich unter mehreren Konfigurationen ausgewählt habe. Die Standardeinstellung dürfte für die meisten Nutzer ausreichen, aber ich habe meiner virtuellen Maschine zusätzlichen Speicher zugeteilt (256 MByte sind voreingestellt) und File Sharing mit Mac OS X aktiviert (normalerweise ist das nicht aktiviert, um die nervenden Windowsviren von Ihren Mac-Dateien fernzuhalten). Danach habe ich meine Windows-Installations-CD eingelegt, den Play-Button in Parallels Desktop geklickt und mich auf den Weg durch die Windows-Installation begeben. Ab jetzt unterscheidet sich der Prozess in nichts von der Windows-Installation auf einem neuen PC. Nach weniger als 30 Minuten war Windows betriebsbereit, danach installierte ich die Parallels Tools für ein verbessertes Netzwerk, zur Unterstützung von Bildschirm und Maus, um mich dann der etwas aufwändigeren Einrichtung all der Windows-Software zuzuwenden, die ich so brauche. Nach etwa 90 Minuten hatte ich Parallels Desktop, Windows XP, Parallels Tools und meine wichtigste Windows-Software installiert. Bitte bedenken: Sie brauchen auf jeden Fall eine gültige Windows-Lizenz, und Sie müssen den kompletten Aktivierungsprozess durchlaufen.

Das Parallels Desktop Interface ist klar strukturiert, leicht verständlich und dürfte Ihnen bekannt vorkommen, wenn Sie andere Virtualisierungstools wie VMWare einsetzen. In der Ecke rechts unten stehen kleine Icons für Ihr Netzwerk, für USB, Festplatte und den Status anderer Peripheriegeräte, mit einem verschiebbaren Toolbalken können Sie die virtuelle Maschine starten, stoppen, unterbrechen, zurücksetzen oder in die volle Bildschirmanzeige umschalten. Nach der Installation von Parallels Tools können Sie die Maus so über das Gastbetriebssystem bewegen, als ob es ein Teil von Mac OS X wäre. Bei Gastsystemen ohne Parallels Tools müssen Sie daran denken, Ctrl-Alt zu drücken, um die Kontrolle über Ihre Maus zurückzubekommen. Die Steuerung über die Tastatur kann beim Umgang mit virtuellen Maschinen etwas Probleme bereiten, da es sich hier - auch wenn die Anmutung der eines beliebigen Mac OS X gleicht - immer noch um ein eigenes Betriebssystem mit Tastaturkombinationen handelt, die mit denen von Mac OS X nicht unbedingt zusammenpassen müssen. Parallels Desktop bietet ein Menü, um spezielle Befehle (wie das ewig gefragte Ctrl-Alt-Del) an das Gast-Betriebssystem zu senden, aber mir passiert es immer wieder, dass ich den Unterschied zwischen Ctrl-C im Windows-Fenster und Ctrl-C unter Mac OS X vergesse.

Die Leistungsfähigkeit von Parallels Desktop ist wirklich beeindruckend. Es ist die erste Virtualisierungssoftware, die die VT-Technologie - das sind Hardwareerweiterungen, die in erster Linie zur Verbesserung der Leistung bei virtuellen Maschinen gedacht sind - in Intels neueren Chips ausnutzt. Auf meinem MacBook Pro braucht Windows XP ungefähr 10 Sekunden zum Starten und es ist unglaublich reaktionsschnell. In einigen Berichten wird behauptet, dass die Leistungsfähigkeit nur etwa 2% langsamer sei als beim Betrieb von Windows XP unter Boot Camp, und es sei schneller als auf manchen Core-Duo PC-Systemen anderer Hardware-Hersteller. Auch nach dem Starten ist die Leistung immer noch sehr stark und leicht mit meinem Pentium 4 vergleichbar (schneller als mein Pentium M-Laptop ist es allemal). Windows startet so schnell, dass der Anzeigebalken es kaum bis zum ersten kleinen Punkt schafft - das hat schon einen hohen Unterhaltungswert. Egal wo ich bin - überall hängt mir eine Meute von IT-Profis im Nacken, die zusehen, wie ich in und aus Windows heraus starte. Wenn Apple Empfehlungsprämien zahlen würde, dann könnte ich mich in ein paar Monaten wahrscheinlich zur Ruhe setzen.

[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]

Ich kann normalerweise diese Skeptiker, die die Leistung bemängeln, dadurch überzeugen, dass ich ihnen eine Vollbilddemonstration vorführe. Sie kennen sicher diesen grandiosen Würfeleffekt beim Wechseln des Benutzers in Mac OS X. Das ist einer von ungefähr einem halben Dutzend Effekten beim Umschalten in den Vollbildmodus. Der Würfel rotiert und pausiert kurz für eine Sekunde, während sich die Bildschirmauflösung an den Breitbildmodus des MacBook Pro anpasst. Da ist es dann und sieht aus wie ein ganz gewöhnlicher Windows-PC (ohne die hässlichen Kleber, die dort die Oberfläche verunstalten). Wenn Sie zwei Bildschirme Ihr eigen nennen, können Sie auf einem davon Mac OS X und auf dem anderen das Gastsystem anzeigen lassen und mit der Maus durchgehend auf beiden Bildschirmen navigieren. Sie sollten einfach den Befehl zum Verlassen des Vollbildmodus nicht vergessen (Alt-Enter) oder Sie stecken fest wie mir das beim ersten Mal passiert ist. Aus irgendeinem Grund habe ich dabei eine kleine Verzögerung festgestellt und musste den Befehl manchmal mehr als einmal anwenden.

Die Netzwerkunterstützung ist passabel aber schwächer als bei einigen Konkurrenzprodukten (nicht dass irgendeines davon auf Intel-Macs funktionieren würde). Parallels Desktop erstellt sein eigenes Netzwerk und nutzt dazu die aktive Netzverbindung des Basissystems und erscheint deshalb wie ein normaler Computer in Ihrem lokalen Netzwerk. Sie können auch festlegen, dass irgendeine andere Netzverbindung Ihres Macs genutzt wird. Parallels unterstützt auch ein separates privates Netzwerk, etwa wenn Sie das Gastsystem isolieren möchten, oder kann die bestehende Netzwerkverbindung des Macs mitbenutzen. Ich habe das gebraucht, um meine drahtlose EVDO-Verbindung über Bluetooth auf Reisen zu nutzen (diese Einstellung machen Sie in den "Sharing"-Voreinstellungen. Anders als VMWare ist es nicht möglich, ein komplettes virtuelles Netzwerk einzurichten, eine praktische Funktion die von IT-Spezialisten zum Testen eines virtuellen Systems in einem sicheren, abgeschirmten Netzwerk gebraucht wird.

Eine der Möglichkeiten die ich besonders schätze ist die Tatsache, dass ich fast jede Version von Linux betreiben kann, eingeschlossen dynamische Distributionen (wie Knoppix) die direkt von einem Diskimage gestartet werden können und nicht vorgängig installiert werden müssen. Dabei muss man dann allerdings die Maus- und Tastatursteuerung von Hand umstellen. Die Hardware-Unterstützung ist ebenfalls eingeschränkt, aber Versionen von Slax und Knoppix sind ohne Probleme gelaufen. Netzwerke und Bildschirmdarstellung arbeiten für meine Zwecke gut genug. Wie andere Virtualisierungstools auch kann Parallels Desktop von jedem startfähigen Diskimage gestartet werden und braucht nicht auf einer eigenen Partition installiert zu werden.

<http://www.knoppix.org/>
<http://www.slax.org/>

Unterstützung für USB erschien in den letzten "Release Candidates" und funktionierte mit den USB-Geräten die ich getestet habe, eingeschlossen einem Gerät (meine SCUBA-Taucheruhr), das in früheren Betaversionen nicht erkannt wurde. Gemäss den Parallels-Diskussionforen werden noch nicht alle USB-Geräte unterstützt, aber das Entwicklungsteam macht grosse Fortschritte. Eine wichtige Einschränkung betrifft Geräte mit USB 2.0, die vorherhand nur mit der Geschwindigkeit von USB 1.1 funktionieren. Ich empfehle auch die automatische Erkennung von USB-Geräten nicht, da ansonsten jedes Gerät von der virtuellen Maschine "gekidnappt" wird. Es ist etwas lästig, wenn ich meinen iPod anschliesse und er in der virtuellen Maschine als externe Festplatte erkannt wird anstatt iTunes zu starten.

Wie andere Virtualisierungsprodukte erlaubt Parallels Desktop das Starten von mehreren Betriebssystemen gleichzeitig - Sie brauchen dazu aber genügend Speicherplatz. Ich habe mein MacBook Pro auf 2 GByte aufgerüstet und kann jetzt zwei oder drei virtuelle Maschinen problemlos nebeneinander und zusammen mit Mac OS X laufen lassen

Virtuelle Maschinen bestehen aus zwei Dateien: ein Festplattenimage und eine Konfigurationsdatei. Das Klonen von virtuellen Maschinen ist einfach und man kann ganze Windows-Installationen sichern, indem man einfach das Festplattenimage kopiert. Wenn doch nur alle Computer virtuell wären. Parallels enthält dazu auch Werkzeuge mit denen sich die Grösse eines Festplattenimages verändern lässt, dieser Prozess ist aber etwas kompliziert; es ist besser wenn man gleich von Anfang an eine genügend grosse Datei anlegt.

In der Wirklichkeit -- Neben dem reinen Angeben habe ich unterdessen komplett auf Parallels gewechselt, nachdem die verschiedenen Betaversionen immer besser wurden. Ich habe alle Applikationen ausser einer in meine virtuelle Maschine transferiert und meine Produktivität hat sich verbessert. Meine Windows-Installation ist viel sauberer als mein "offizieller" Arbeitsplatz-PC, da ich alle meine Applikationen unter Mac OS X einsetze und nur eine kleine Menge von Windows-Programmen nutze. Windows läuft nun schneller, ist einfacher zu unterhalten und lässt sich besser absichern. Ich bin sogar in Verhandlung mit Leuten in meiner Informatikabteilung, damit die ein komplettes, offizielles Festplattenimage anbieten können, das ohne Administrationsrechte auskommt. Da Parallels auch Parallels Workstation für Microsoft Windows anbietet, liesse sich damit ein sicheres und offizielles Image anbieten, das einfach migriert, gesichert und verteilt werden kann. Benutzer können dann auf Ihren PCs alle möglichen Schädlingsprogramme und Viren haben (Mac-Benutzer sind davon natürlich nicht betroffen), während das offizielle und virtuelle Arbeitssystem sicher und isoliert bleibt. Ich habe auch festgestellt, dass ich immer gleich mehrere Versionen von Windows und Linux nutze, eine gute Entschuldigung um die Speicherkapazität meines Computers auf 2 GByte aufzurüsten.

Die Vorteile des "Wow!"-Faktors kann ich gar nicht genug betonen. Wenn andere Personen, besonders natürlich Informatiker, Windows auf einem Mac sehen, schwinden ihre Vorurteile vor meinen Augen. Wenn sie dann feststellen, dass meine virtuelle Windows-Maschine schneller läuft als ihr neuer PC, wird der Neid förmlich mit Händen greifbar. Der Effekt beim Betrachten des Würfeleffekts beim Umschalten auf den Vollbildmodus ist etwa ähnlich wie die Reaktion von Teenagern in alten Elvis-Filmen. Das ist die Zukunft der Informatik auf allen Plattformen.

Ein Blick in die Zukunft -- Obwohl Parallels Desktop/Workstation für Macs und PCs erhältlich ist, trägt die grössere Einheitlichkeit der Mac-Hardware dazu bei, Virtualisierung noch grossartiger zu machen. Eine der grössten Schwächen der Virtualisierung ist heutzutage die schlechte Unterstützung von Graphikkarten. Ohne direkten Zugriff auf die Hardware von Graphikkarten sind viele Funktionen nicht möglich, die heute von Spielen und Benutzeroberflächen genutzt werden (beispielsweise wie in Windows Vista). Das Entwicklungsteam von Parallels soll offenbar hart an diesem Problem arbeiten und ich wäre nicht erstaunt, wenn die nächste Version solche Funktionen unterstützen würde. Hoffentlich finden wir dann auch eine bessere Unterstützung von Netzwerken und USB (und vielleicht sogar FireWire) und ich hätte auch gegen einige Verbesserungen der Oberfläche nichts einzuwenden, beispielsweise beim Auswählen und Umschalten von virtuellen Maschinen. Der durchschnittliche Anwender der nur mal eben Windows auf seinem Mac nutzen möchte, wird mit den jetzigen Funktionen bereits vollauf zufrieden sein. Für die Spezialisten unter uns gibt es für Parallels aber noch Raum für Verbesserungen. Für grosse Unternehmen fehlen Parallels zurzeit noch die Möglichkeiten zur zentralen Verwaltung von Images.

Abgesehen von solchen zusätzlichen Funktionen sehe ich Parallels Desktop als eine der wenigen Applikationen, die die Wahrnehmung und Akzeptanz von Macs dramatisch verändern können. Zusammen mit Mac OS X, iLife und Microsoft Office for Mac bildet Parallels Desktop die Kategorie der Software, die "alles ändert".

Wenn Sie noch immer nicht überzeugt, bedenken Sie mal: Apple weist in ihrer neuen "Get a Mac"-Werbekampagne unter dem Titel "Sie können sogar Windows-Software einsetzen" auf einer ganze Seite auf Parallels Desktop hin. Sie werden dabei irgendeinen Hinweis auf das eigene Boot Camp vermissen (wobei ein Grund darin bestehen dürfte, dass Boot Camp immer noch eine Betaversion ist). Werden wir erleben, dass Parallels zu einem Teil der Apple-Familie wird? Vielleicht, aber Parallels hat einen steilen Aufstieg im Virtualisierungsmarkt hinter sich und ihre Zukunft sieht selbst ohne den Namen Apple sehr rosig aus. Wie dem auch sei, Gewinner sind in jedem Fall die Mac-Anwender, auch wenn ich mich nicht darüber beschweren würde, wenn Parallels direkt in Mac OS X eingebaut wäre.

<http://www.apple.com/getamac/windows.html>

Dank Parallels Desktop ist das Betreiben von Windows auf einem Mac Wirklichkeit geworden, ohne dabei auf den gewohnten Komfort des Macs (und von Windows) verzichten zu müssen. Ich kann Parallels Desktop für jeden Besitzer eines Intel-Macs und einem Bedürfnis (vermutlich wird es kein Wunsch sein) nach Windows nur wärmstens empfehlen.


Take Control-Neuigkeiten/19-Jun-06

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>
[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]

Kostenloser Flyer löst verwirrende Schriftenfrustration -- Wenn Ihre Schriften Ihnen Kopfschmerzen bereiten, ist Sharon Zardetto Akers "Take Control of Font Problems in Mac OS X" die ultimative Informationsquelle. Aber wenn Sie nicht davon überzeugt sind, dass Sie das komplette Buch benötigen, fahren Sie fort und laden Sie sich einen kostenlosen einseitigen Flyer herunter, auf dem Sie Sharons Font-Troubleshooting-Flow-Chart finden. Er zeigt einen klaren Prozess, den Sie abarbeiten können, um zu verfeinern und viele unspezifische Schriftenprobleme zu lösen (mit unspezifisch meinen wir Probleme, für die Sharon die genaue Lösung im E-Buch nicht bietet). Der Flyer wird von einer Creative Commons-Lizenz abgedeckt, die Ihnen erlaubt, ihn in Originalform für nicht-kommerzielle Zwecke zu kopieren, zu vertreiben und anzuzeigen, fühlen Sie sich also frei, gedruckte Kopien zu verschicken und sie an jeden weiterzugeben, der die enthaltenen Fehlerbehebungsratschläge gebrauchen könnte. Viel Spaß! (Wenn Sie den Flyer schon heruntergeladen haben, empfehlen wir einen erneuten Download, damit Sie die neue Verison erhalten, die wir auf eine bessere Lesbarkeit hin optimiert haben.)

<http://www.takecontrolbooks.com/font-problems-macosx.html?14@@!pt=TRK-0037-TB834-TCNEWS>
<http://www.takecontrolbooks.com/resources/0037/TakeControlOfFontProblemsFlier.pdf>


Aktuelle Themen in TidBTITS-Talk/19-Jun-06

vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]

Die erste Internet-Adresse unter jedem Thema verweist auf die herkömmliche Website von TidBITS-Talk; die zweite Adresse zeigt auf unseren Web Crossing-Server, der mit einem anderen Erscheinungsbild aufwartet und etwas schneller ist.

iWeb nimmt es mit dem Wettbewerb auf -- Steve Sandes Artikel über iWeb und andere einfach zu benutzende Programme zur Webseiten-Erstellung trifft einen Nerv bei den Lesern, die ihre eigenen Empfehlungen weitergeben. (27 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=3029>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/862/>

Spieleentwicklung für Kinder -- Es ist nie zu früh, junge Coder zu fördern! Leser empfehlen Pakete, die Kinder benutzen können, um ihre eigenen Anwendungen zu bauen. (8 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=3030>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/863/>

Lebewohl, Michael Bartosh -- Wir trauern über den Tod von Mac-Autor Michael Bartosh, der nach einem Sturz starb, mit Links zu einer Online-Gedenkstätte und einem neuen Bartosh-Stipendium für MacIT Conference Track (bei der Macworld Expo). (3 Beiträge)

<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=3031>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/864/>


Übersetzung dieser Ausgabe: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>, Hartmut Greiser <linarte.post@gmail.com> und Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

Lektorat: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

Koordination dieser Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

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