
Haben Sie manchmal das Gefühl, mit den wichtigen und dringenden Aufgaben ständig im Hintertreffen zu sein? Jeff Porten untersucht das System "Getting Things Done" mit einem Seitenblick auf den Mac, der Ihnen helfen kann, Ihr Leben besser zu organisieren. Ebenfalls diese Woche veöffentlichen Adam und Jason Snell einen "Request for Proposal" für die Entwicklung eines Textwerkzeugs für die Gruppenarbeit. Zusätzlich hat Apple erneut ein Rekordquartal mit einem Gewinn von 472 Mio US$ vermeldet, Adam und Tonya sprechen über das Publizieren von Computerbüchern auf dem MacNotables-Podcast und wir kündigen Änderungen an unserem Backend-System an.
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[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Apple gibt Gewinn von 472 Mio US$ im 3. Quartal 2006 bekannt -- Apple hat die Reihe der erfolgreichen Quartale mit der Bekanntgabe eines Gewinns von 472 Mio US$ auf einem Umsatz von 4.37 Mia US$ im dritten Quartal des Jahres 2006 weitergeführt. Diese guten Zahlen basieren auf dem Verkauf von 1'327'000 Macintosh-Computern (verglichen mit 1.1 Mio im letzten Quartal und 12 % über dem Ergebnis des gleichen Quartals letzten Jahr) und 8'111'000 iPod (leicht unter dem Ergebnis des letzten Quartals mit 8.5 Mio iPods, aber 32 % höher als im gleichen Quartal des letzten Jahres). [JLC]
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1046>
<http://www.apple.com/pr/library/2006/jul/19results.html>
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-827.html#MailBITS1>
Änderungen am TidBITS-Backend sind bald fällig -- Nachdem wir viele Jahre lang das gleiche System zum Erstellen, Publizieren und Verteilen der TidBITS-Ausgaben betrieben haben, werden wir in der nächsten oder übernächsten Woche auf ein neues System umsteigen, an dem wir zurzeit noch die letzten Retuschen anbringen. Sobald das System erfolgreich in Betrieb gegangen ist, werde ich weitere Einzelheiten darüber verraten. Jetzt möchte ich nur darauf hinweisen, dass wenn die Tests erfolgreich verlaufen, die nächste TidBITS-Ausgabe über das neue System verteilt wird und ein etwas anderes Aussehen aufweist. Im unwahrscheinlichen Fall dass etwas schieflaufen sollte, brauchen Sie uns nicht extra darauf hinzuweisen, da wir selber mit Test-Accounts den Erfolg der Umstellung überprüfen können und notwendige Statusinformationen auf dem Weblog von ExtraBITS veröffentlichen werden. Das habe ich gerade letzte Woche tun müssen, nachdem ein kleiner Teil unserer Leser nur eine Benachrichtigung anstelle der eigentlichen Ausgabe erhalten hat. Ich habe das Problem mit unserer Benutzerdaten lösen können. [ACE]
<http://www.tidbits.com/ExtraBITS/>
<http://www.tidbits.com/webx/.3c7d0148>
Adam & Tonya sprechen über das Publizieren in MacNotables -- Tonya und ich führten letzten Woche eine weitere interessante Diskussion mit Chuck Joiner im MacNotables-Podcast - wie es ist, ein gedrucktes Buch herauszugeben. Für alle die das nicht wissen, es gibt zwei Möglichkeiten, ein Computerbuch zu schreiben. Normalerweise schreibt ein Autor direkt in Microsoft Word, fügt Bildschirmfotos hinzu und schickt die ganze Datei an den Verlag, der das Buch redigiert und das Layout festlegt. Das scheint ein ziemlich einfacher Vorgang zu sein, aber wir verwenden seit langem die zweite Methode, bei der wir das Layout und das Korrekturlesen selber übernehmen und dem Verlag ein fertiges Buch präsentieren (wir bezahlen sogar fürs Indexieren und stellen einen professionellen Indexierer an). Obwohl das natürlich mehr Arbeit verursacht, erleben wir dafür keine bösen Überraschungen und die Tantiemen fallen ebenfalls höher aus. Wenn Sie herausfinden möchten, wie Ihre beliebtesten Computerbücher hergestellt worden sind, sollten Sie einmal in den Podcast hineinhören. [ACE]
<http://macnotables.com/archives/2006/662.html>
Vor einigen Monaten habe ich in "Gesucht: Ein besseres System für gemeinsame Dokumentenbearbeitung" darüber geschrieben, dass wir hier bei TidBITS dringend ein besseres System für die gemeinsame Arbeit an Dokumenten benötigen. Daraus ergaben sich viele Vorschläge von Lesern und viel weiteres Nachdenken auf unserer Seite, aber wir kamen zu dem Ergebnis (insbesondere nachdem wir das Problem mit Jason Snell, Redakteur bei Mac Publishing, diskutiert hatten), dass die Macintosh-Gemeinschaft ein eigenes Programm für die gemeinsame Dokumentbearbeitung braucht.
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-824.html#Artikel3>
Zunächst eine kurze Zusammenfassung. In obigem Artikel schrieb ich, dass Flow von Near-Time nahezu alles tut, was wir brauchen, aber einige Probleme aufweist und vom Hersteller nicht aktiv weiter entwickelt wird. Ich schlug vor, dass Weblog-Editoren wie Ecto und MarsEdit in Verbindung mit einem privaten Weblog das leisten könnten, was wir benötigen, und ich diskutierte das Pro und Contra des Subversion-Versionskontrollsystems in Verbindung mit BBEdit. Keine dieser Ideen passt. Wir können uns einfach nicht auf ein Programm wie Flow verlassen, dem die aktive Unterstützung der Entwickler fehlt, und der Ecto/Weblog-Ansatz stellte sich als umständlich und anfällig für Datenverlust heraus, wenn einer von uns etwas nicht genau richtig machte. Also benutzen wir wieder die Subversion/BBEdit-Lösung, obwohl sie kompliziert ist (wir brauchen telefonische Unterstützung von Matt, der mehr darüber wei§ als wir anderen), weil es nahezu undenkbar wäre, Daten zu verlieren, weil jemand einen Fehler macht.
Andere Vorschläge -- So ging unsere Suche weiter. Unsere klugen und beschlagenen Leser machten einige interessante Vorschläge, darunter drei in etwa vergleichbare Online-Textverarbeitungsprogramme: Writeboard von 37signals, Zoho Writer von AdventNet und Writely, frisch von Google erworben. Alle drei funktionieren ganz gut, aber sie berücksichtigen einige Schwierigkeiten der realen Welt nicht. Erstens nehmen sie an, dass man immer online ist; während es eine nette Vorstellung ist, überall Internet-Zugang zu haben, gibt es in unserer heutigen Welt doch zahlreiche Situationen, in denen man offline ist, z.B. auf Reisen mit Zug, Bus oder Flugzeug, oder in denen Internet-Zugang sehr teuer ist, z.B. in Hotels oder Flughäfen. Zweitens können diese Programme nicht mit richtigen Mac-Textverarbeitungsprogrammen konkurrieren, obwohl sie es schaffen, die Textverarbeitung in einen Web-Browser einzubetten (jedenfalls in manche Browser: Writely und Zoho Writer funktionieren nicht in Safari und in OmniWeb). Es beeindruckt, dass der Bär tanzt, aber man darf nicht Schwanensee erwarten. Drittens ist jeder Nutzer dem Server-Betreiber ausgeliefert, da die Programme auf dem Server laufen. Mir ist extrem unwohl bei dem Gedanken, die Kontrolle über etwas so wichtiges wie meine Schreibumgebung an jemand abzugeben, über den ich praktisch nichts wei§. Ich mache mir Gedanken über Server-Abstürze, die Speicherung von sensiblen Daten, möglicherweise unerwünschte Updates und langfristige Verfügbarkeit. Alle diese Sorgen verschwinden - oder werden zumindest mein Problem -, wenn ich ein Programm auf meinen Rechnern laufen lasse.
<http://writeboard.com/>
<http://www.zohowriter.com/>
<http://www.writely.com/>
Ein anderer interessanter Vorschlag von mehreren Lesern war MediaWiki, ein kostenloses Wiki-Paket, das zuerst für die Wikipedia entwickelt wurde und nun weite Verbreitung gefunden hat. Wie mit anderen Wikis kann man mit MediaWiki leicht eine Web-Seite bearbeiten, aber der Unterschied liegt in den hervorragenden Versionsvergleich-Funktionen. Und es gibt Erweiterungen für den Mozilla Web-Browser, die die Benutzer Wiki-Seiten in Mac-Editoren bearbeiten lassen statt in der doch sehr beschränkten Browser-Umgebung. Obwohl wir sicher MediaWiki unter Mac OS X installieren und mit einem externen Editor testen könnten, braucht es doch den Internet-Zugang. Wie die drei Online-Textverarbeitungsprogramme auch behandelt MediaWiki den Dokumentvergleich als eine vom Schreiben getrennte Aufgabe, so dass man die Unterschiede im gerade bearbeiteten Dokument nicht sehen kann (wie es Microsoft Word ermöglicht).
<http://www.mediawiki.org/>
<http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Text_editor_support>
Bitte um Vorschläge -- Obwohl diese Werkzeuge nützlich sind, sind sie doch nicht für die Bedürfnisse einer Gruppe von verteilten professionellen Schreibern und Redakteuren entwickelt worden. Genauer gesagt, sind sie nicht _von_ professionellen Schreibern und Redakteuren entworfen worden, deren Lebensinhalt das Schreiben und Redigieren von Text in Zusammenarbeit mit anderen ist. Diese Programme verstehen die grundlegenden Konzepte, verfehlen aber Schlüsselaspekte der Implementierung - sie sehen den Wald, aber nicht die einzelnen Bäume.
Mit diesem Hintergrund haben Jason Snell und ich gemeinsam eine Bitte um Vorschläge (RFP - Request for Proposal) erstellt, die genau umschreibt, was wir brauchen. Sie ist natürlich nicht so detailliert wie eine Programmiervorgabe, aber sie beschreibt in groben Zügen die Art von Funktionen, die TidBITS und Mac Publishing benötigen. Sie ist eine echte Bitte - wir suchen aktiv Vorschläge von Mac-Entwicklern, um diese Anwendung zu entwickeln, die im Moment den Codenamen GroupEdit hat. Wie Dilberts Kunden hätten wir am liebsten eine wunderschön polierte Open Source-Anwendung, die nichts kostet, aber wir sind bereit, bei Entwurf und Test zu helfen, um sicherzustellen, dass sie unsere Bedürfnisse trifft, und wir sind sogar bereit, ein paar Tausend Dollar für die Entwicklung zu zahlen. Wenn die Entwickler die Anwendung selbst vermarkten wollten, wäre das natürlich in Ordnung, und wir könnten uns gut vorstellen, dass die Anwendung zumindest in TidBITS und Mac Publishing vorgestellt werden würde (natürlich ohne unsere redaktionelle Integrität zu kompromittieren). Wir glauben, dass es eine gro§e Zielgruppe für eine solche Anwendung gibt, und dass man damit ein gutes Geschäft machen könnte. Oder es könnte ein Aushängeschild für ein Open Source-Programm mit einer fantastischen Oberfläche und einer exzellenten Dokumentation sein.
Ich will nicht den ganzen RFP hier wiederholen, aber ich möchte jeden Interessenten auffordern, einen Blick darauf auf der QuickTopic Document Review-Seite zu werfen, auf der man Kommentare eingeben und Diskussionen führen kann. Wenn Sie ein ernsthafter Entwickler sind und schon einige solide Mac-Programme entwickelt haben, schreiben Sie mir; Jason und ich werden gern eine tiefer gehende Diskussion anfangen.
<http://www.quicktopic.com/37/D/bVHWhMLMj74?inline=1>
von Jeff Porten <civitan@jeffporten.com>
[Übersetzung: Almut Pabel <sebalpa@web.de>]
Die langjährigen Leser von TidBITS und Hörer von MacNotables riefen Adam wahrscheinlich zurück um zu sagen, dass er und Tonya David Allens Methode aus seinem Buch "Getting Things Done " benutzt hätten. Für all die, die neu sind hier, GTD (wie es abgekürzt wird) ist nicht nur das namengebende Buch oder einfach eine Organisationsmethode. GTD ist ein Kult, oder es hört sich wenigstens so an, wenn Sie den Tausenden im Internet zuhören, die damit arbeiten. Und wie jeder respektable Kult hat es zum Ziel, die wichtigsten Lebensprinzipien zu organisieren und sogar die Art wie Sie denken. Der ultimative Zielpunkt ist jedoch, Sie glücklicher zu machen - während Ihr Geld nebenbei zu ehrenwerten Produktentwicklern weitergeleitet wird. Ich bin selbst ein sehr glücklicher Anhänger dieses Kultes.
<http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/0142000280/tidbitselectro00/ref%3Dnosim/>
Die meisten von Ihnen sind schon Mitglieder eines Produktivitäts-Kultes welcher aber nicht so recht funktioniert: wie viele E-Mail Nachrichten sind in Ihrem Posteingang? Haben Sie schon die heutige Aufgabenliste abgearbeitet? - aber GTD arbeitet sehr gut für diejenigen von uns bei denen sich alles um den Computer dreht. Vielleicht ist es jedoch wichtiger, dass dieses System eines von den wenigen ist, bei dem man leicht ist einmal aussteigen und einfach irgendwann wieder darauf zurück kommen kann.
In diesem Artikel will ich einige Tricks weitergeben, die ich beim Einrichten meines eigenen Mac herausgefunden habe. Aber ich will damit beginnen die Grundsätze von GTD kurz zusammenzufassen. GTD ist eher auf Verfahrensweisen spezialisiert als auf bestimmte Mechanismen. Jede Komponente hat seinen eigenen spezifischen Weg des Einrichtens einer Anwendung. Ich werde über meine reden und über ein paar andere populäre Methoden. Ich fange mit einem Überblick der besten GTD-zugeordneten Quellen aus dem Internet an, so dass Sie, falls Sie sich dafür entscheiden, an der Party teilzunehmen, tatsächlich ein paar neue Ideen haben werden. Zusätzlich zu diesem Artikel habe ich eine Anzahl AppleScript-Texte auf meine Website gestellt. Diese Texte liefern mir die Automatisierungen, die jedes GTD-System in Schwung bringen.
GTD, die Kurzfassung -- Das Versprechen von GTD ist, dass es die "Leerläufe" in unserem Leben füllen wird, es verspricht dass wir uns selbst dazu bringen werden, alles etwas ruhiger angehen zu können. Das Problem ist, dass unsere Gehirne nicht für diese Art Arbeit gemacht sind. Erinnern Sie sich: Es ist meist so, dass Sie erst wissen, dass Sie Milch brauchen, wenn das Müsli trocken am Morgen in Ihrer Schüssel liegt. Oder Ihnen fällt morgens um 4:00 Uhr wenn Sie in Ihrem Bett liegen und an die Decke starren ein, dass Sie ein E-Mail senden müssen, aber Sie kriegen diese Dinge im Moment nicht hin. Diese Leerläufe führen zu einer Art seelischem Rückstand, denn alles was Sie dann tun können ist eigentlich nur: ärgerlich sein, dass Sie es nicht schon eher gemacht haben.
Die GTD-Methode hat fünf Schritte: Sammeln, Aufarbeiten, Organisieren, Bewerten und Tun.
Einfach, nicht? Sie sehen, dass dieser Vorschlag nicht sagt, dass das Senden einer E-Mail wichtiger ist als Milch zu kaufen und deshalb auf die B-Liste der Wichtigkeiten geht, oder dass z. B. das Füllen des Benzintanks nicht auf den Dienstags-Kalender geschrieben werden muss. Stattdessen ist der Nutzen dieses organisatorischen Prozesses, dass Sie ihre Gedanken von den kleinen Dingen frei bekommen und sich so auf wichtige Probleme konzentrieren können - das ist ein Zustand, den Allen "klarer Geist" nennt.
Äußerst wichtig für das System ist das Konzept der "nächsten Aktion". Das ist das absolut nächste Ding das zu tun ist um die Reihenfolge einzuhalten in der Sie die Sachen erledigt haben möchten. Ich nehme jetzt ein lächerliches Beispiel, das andere Leute, die selbstständig sind, wiedererkennen werden. Das Problem, das Sie lösen müssen ist: "Ich bin hungrig und der Kühlschrank ist leer." Bei den meisten To-Do-Systemen müssten Sie jetzt schreiben: "Entscheide mich dazu Essen zu gehen". Dabei wäre Ihre nächste Aktion eigentlich: "Ziehen Sie sich um", weil ja vielleicht die Restaurants in Ihrer Nähe ein bissen vornehmer sind, als in meiner Gegend. Ich zum Beispiel neige dazu, mich automatisch zwischen einem Thai-Essen oder einem Burrito zu entscheiden noch bevor ich in meine Schuhe gestiegen bin. Jedenfalls wäre meine nächste Tat, nachdem ich entsprechend gekleidet wäre "entscheiden wohin ich gehe". Dies beeinflusst sowohl die Wahl des Restaurants als auch die weitere Gestaltung meines Abends.
Der Unterschied liegt hier in der bestimmten und der weniger genauen Auswahl: das Nachdenken über einen Teller Thai-Essen wird wahrscheinlich 15 Minuten Tagträumerei bedeuten, was Sie nicht notwendigerweise näher dazu gebracht hat, dass Sie etwas zu essen bekommen. Eine nächste Aktion ist immer konkret. Wichtiger: wenn die Aktionen alle sehr klein sind und sofort erledigt werden müssen, dann sollten Sie darüber nachdenken, welche Sache möglicherweise andere Sachen nach sich zieht. "Essen gehen" ist keine nächste Aktion, weil es etwas mehr Nachdenken erfordert. "Zum Restaurant in der Nähe der Post gehen und nachsehen, welche Tagesgerichte es gibt" das ist eine nächste Aktion.
Listenmanie -- Das Herzstück eines guten GTD Systems ist ein Stapel Listen. Diese Listen sind organisiert und oft bewertet und jede Aufgabe darauf hat eine nächste Aktion zur Folge, die wiederum normalerweise zu einem größeren Projekt führt.
Der erste Stolperstein ist für Mac-Anwender die Frage, wo sie diese Listen aufbewahren können. Wir haben so sehr die Qual der Wahl, dass es paralysierend sein kann. Jede Software, die Text akzeptiert, kann dazu verwendet werden, Listen zu machen. Es ist wichtig, dass Sie wissen, GTD kann auch nur mit Stift und Papier ausgeführt werden oder mit jedem halbwegs vernünftigen TextEdit-Dokument. Aber viele GTD-Teilnehmer möchten Software, die automatisch deren Listen sortiert und verarbeitet. Dafür habe ich hier ein paar Prinzipien, wie ich sie beim Aussuchen für mich selbst gefunden habe:
1. Schnelles Abarbeiten: Ich benutze ein System, dass es mir erlaubt die Dinge so schnell als möglich zu organisieren.
2. Flexibilität: Manchmal macht es Sinn, jedes Ding an einem bestimmten Platz zu haben, ein anderes Mal teile ich Dinge in verschiedene einzelne Dateien und Dokumententypen auf.
3. Eigene Klassifizierung: wann immer es möglich ist schreibe ich nicht: "Besprechung von Software X", wenn es leichter ist, die Anwendung irgendwohin zu verschieben und ich weise ihr dann selbst eine Erinnerungsfunktion zu. Am Liebsten mit URL, Dokumenten, Medien oder irgendwas anderem, das mir gerade über den Weg läuft.
4. Erreichbarkeit: Genauso wie ich zu jeder Zeit Gedanken sammeln möchte, möchte ich auch immer auf meine Liste zurückgreifen können. In meinem Fall hieß das, dass ich es mit meinem PDA synchronisiere, das wiederum bedingt einen guten Ausdruck.
Das Herzstück Ihres Arbeitssystems sollte so etwas wie eine "Master-Liste" sein. Sie können vielleicht Hunderte verschiedene Listen haben (besonders wenn Sie hauptsächlich mit Papier arbeiten). Aber Sie sollten die EINE Liste haben, der die anderen zugeordnet sind. Zum Beispiel beginne ich meinen Tag, jeden Tag, damit dass ich meine Routineliste prüfe. Die meisten der Dinge sind hirnlose, aber wichtige immer wiederkehrende Aufgaben, die folgen wenn ich nicht genug Kaffee in meinen Schädel geschüttet habe. Ich komme immer wieder zu dieser Liste zurück, den ganzen Tag lang - und habe sie hoffentlich vor dem Zubettgehen abgearbeitet.
[Übersetzung: Sven Kornmann <kornmann@arcor.de>]
Meine Liste für Routineaufgaben ist auch meine Hauptliste; das machte für mich Sinn, da ich routinemäßig "Arbeiten erledigen" muss. Daher erscheint "Arbeitsliste anpacken" täglich; auf ähnliche Art weist mich meine Routineliste auch auf andere Listen, die ich erstellt habe, hin (solche wie "Computerfreak- Zeit"-Listen, die nicht so wichtig sind), oder auf andere Orte, an denen sich Dinge für mich ansammeln (eine Erinnerung, Sprachnachrichten abzuhören).
Mit der Zeit wird es das System, auf das Sie vertrauen; sobald Sie Ihre Aufgaben oder Projekte an den entsprechenden Platz gebracht haben, erlaubt sich Ihr Verstand, sich auszuruhen, weil Ihr Unterbewusstsein weiß, dass es Sie nicht mit kommenden Aufgaben oder Ereignissen annerven muss. Alles kann in eine GTD- Sammlung oder Übersichtsliste gebracht werden, von Ihrem Laptop bis zu Ihrem Handschuhfach; alles, was Sie tun müssen, ist Ihre Hauptliste dazu zu bringen, Sie daran zu erinnern, dort nachzusehen, und Organisationsweisen, was Sie dort führen.
Software für die eine wahre Liste -- Dieser Bericht überspringt einen entscheidenden vorbereitenden Schritt, um Ihr GTD-System aufzusetzen, und zwar den Punkt, an dem Sie die existierende Chaosmasse in Ihrem Leben nehmen und alles in eine GTD verarbeiten. Ein GTD wird scheitern, wenn Sie versuchen, nur einen Teil Ihres Lebens da hineinzumodularisieren; die psychologischen Erträge, die das System betanken, funktionieren nur, wenn Sie nichts außerhalb des GTD haben, worum Sie sich Sorgen machen. Allen dokumentiert diesen Prozess in seinem Buch, und ich empfehle Ihnen, es zu lesen, um den Sinn davon, "alles in den Eingang zu packen", zu verstehen; wenn Sie das einmal getan haben, können Sie von diesen Vorschlägen, wie Sie Ihren Mac verwenden können, das alles umzusetzen, profitieren.
Wenn Sie das Buch nicht gelesen haben, ist das Entscheidende, was Sie sich merken müssen, während wir das Erstellen dieser Listen besprechen, dass wir über das Durchführen, Organisieren und Überprüfen reden. Ihr Sammeln wird an anderer Stelle getan, und manchmal für Sie: Ihre E-Mail, Ihre Sprachnachricht, Ihre Notizen des Treffens letzten Freitag. Ebenso tun Sie diese Dinge tatsächlich nicht, während Sie in diesen Abschnitten sind; es ist möglich, 2.000 Mailnachrichten und 400 Dateien auf Ihrem Desktop zu bearbeiten, solange Sie ein schnelles System für die Durchführung haben. Das Tun kommt später.
Ich benutze immer noch Life Balance von Llamagraphics, um meine Hauptliste zu verwalten, das ich in TidBITS in 2004 getestet habe; seine Implementation von "Orten" ist den "Kontexten" des GTD sehr ähnlich, und auf diese Weise enge ich mich selbst auf nur meine hirnlose Routineliste jeden Morgen ein. Life Balance hat auch eine Palm-Komponente, daher wird alles, das in meiner Hauptliste ist, auch automatisch mit meinem Palm synchronisiert, wenn ich ihn verbinde.
<http://www.llamagraphics.com/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=07529>
Eine beliebte Alternative ist OmniOutliner, das wahrscheinlich die beste Skizzierungssoftware ist, die es für den Macintosh gibt. Ein Vorteil, den es Life Balance gegenüber hat, ist seine Fähigkeit, jede Datei zu akzeptieren, die auf eines seiner Dokumentenfenster gezogen wird, was ein großartiger Weg ist, einen Haufen Dateien in einer Projektdatei zu verwalten und mit Anmerkungen zu versehen. Wenn Sie OmniOutliner Pro verwenden, haben Sie die zusätzliche Option, die Freeware Kinkless GTD Templates zu nutzen. Kinkless GTD ist eine Sammlung von AppleScripts, die wie Life Balance Ihre Aufgaben skizzieren und in eine einfache Liste von zu erledigenden Punkten herunterbrechen. Wenn Sie schon ein OmniOutliner-Fan sind, werden Sie wahrscheinlich in diesem System ziemlich glücklich sein; ich würde es wahrscheinlich auch nutzen, hätte ich es mir nicht schon bequem mit Life Balance eingerichtet. Aber andere meinen, die Kinkless-Software fühle sich an wie aufgesetzt auf OmniOutliner (was den Tatsachen entspricht), und nicht nahtlos genug, um die beste Anwenderfreundlichkeit zu erzielen.
<http://www.omnigroup.com/applications/omnioutliner/>
<http://kinkless.com/>
Es ist auch möglich, dass sowohl Life Balance als auch OmniOutliner zuviel des Guten für Ihre Bedürfnisse sind; viele Menschen bewältigen ihre GTD-Syteme mit eine Reihe von Textdateien, und andere setzen all ihre nächsten Aktivitäten in iCal-To-Do-Listen auf. iCal-Kalendergruppen in Mac OS X 10.4 sind ein besonders guter Weg, Ihre Aufgaben kontextbezogen zu organisieren. Das häufigste Versagen dieser Systeme ist jedoch ihre Unfähigkeit, wiederkehrende Aufgaben zu erstellen, ohne durch Extra-Schritte zu gehen; es ist viel einfacher, sowohl Life Balance als auch Kinkless zu benutzen, wenn man sagen will: "Ich habe das jetzt getan, aber erinnere mich morgen erneut." Trotzdem benutze ich selbst noch iCal-To-Dos zusätzlich zu Life Balance, worauf ich in Teil 2 dieses Artikels zurückkommen werde.
Zuletzt können Sie Ihren Mac komplett umgehen und webbasierte Methoden einsetzen, um Ihre Listen zu pflegen. Das ist am beliebtesten bei Menschen, die mehrere Computer oder Geräte einsetzen; suchen Sie sich den richtigen Web- Service aus und Sie können Ihre Listen von Ihrem Laptop, Bürocomputer, Handy und Ihrem PDA füllen. Die offensichtliche Kehrseite: Viel Glück beim Herausfinden, was Sie in 20 Minuten in der U-Bahn erledigt bekommen, ohne eine Internetverbindung. Viele schwören auf den Backpack-Service von 37signals, und dessen großen Bruder Basecamp; eine weitere beliebte Alternative ist Tracks zu nutzen, eine Ruby on Rails-Anwendung (was einiges an Geek-Fu zur Umsetzung erfordert). Andere implementieren persönliche Wikis, so dass sie ihre Daten mit Hyperlinks untereinander verbinden können; jedes Wiki beherrscht den Trick dafür, aber wenn Sie ein eigenständiges System wünschen, sind Ihre einfachsten Optionen die VoodooPad-Anwendung und das sehr clevere TiddlyWiki, welches JavaScript benutzt, um eine GTD-Umgebung direkt in Ihrem Webbrowser einzurichten. Wenn Sie die alte Schule mit Stift und Papier vorziehen, schlage ich vor, dass Sie die kostenlos erhältlichen D*I*Y Papiervorlagen von Douglas Johnston und Merlin Manns "hipster PDA" ausprobieren.
<http://www.backpackit.com/>
<http://www.basecamphq.com/>
<http://www.rousette.org.uk/projects/>
<http://www.flyingmeat.com/voodoopad/>
<http://shared.snapgrid.com/>
<http://www.diyplanner.com/>
<http://www.43folders.com/2004/09/03/introducing-the-hipster-pda/>
Ich kann keine Empfehlung dafür aussprechen, welches für Sie die Aufgabe erfüllt; dies ist die individualisierte Auswahl, um Ihr eigenes GTD-Sytem aufzusetzen. Alle oben erwähnten Optionen haben kostenlose Probeversionen (und einige davon sind komplett kostenlos), also legen Sie los und probieren Sie einfach aus. Die beste Empfehlung, die ich machen kann ist, dass Sie bereits eine Vorstellung in Ihrem Kopf davon haben, wie komplex Ihr Leben ist; Sie wollen ein System, das Ihr Lebensmodell akzeptieren wird, ohne zu kneifen und zu zwicken. Wie der Mann sagte: "So einfach wie möglich, aber nicht einfacher."
Die Gefahr, vor der Sie sich vorsehen müssen, ist dass die meisten von uns es stimulierend finden, mit unserer Organisationssoftware zu spielen, anstatt tatsächlich Dinge zu erledigen. In den Worten Merlin Manns: "Wie ein Koch in einem Schnellrestaurant wollen Sie Ihr Augenmerk auf das Machen von Sandwiches legen und nicht darauf, die Bestellungen in hübsche Stapel zu sortieren." Wählen Sie ein System, das gut genug läuft, um den Anfang zu machen; dann, wenn Sie wollen, verbessern Sie Ihr System (und bauen Sie es vielleicht radikal neu auf) und überführen Sie es in ein GTD-Projekt, das Sie neben allem Anderen priorisieren können. Auf diese Weise werden Sie nicht in die Falle tappen, hübsche Stapel zu machen, während die Sandwiches anbrennen. Ich persönlich kann sagen, dass ich Dutzende Organisationssysteme und Programmpakete benutzt habe, vier Auswertungen und sieben Bücher gelesen habe, und wortwörtlich Wochen damit verbracht habe, angepasste FileMaker Pro-Datenbanken zu schreiben, die ich später verwarf. Versuchen Sie, nicht so viel Zeit zu verschwenden, wie ich das tat, um "produktiv" zu sein.
In Teil 2 dieses Artikels werde ich in die Einzelheiten des Aufsetzens eines GTD auf Ihrem Mac eintauchen, indem ich ein wenig bekanntes, aber effektives Organisationswerkzeug benutze: den Finder.
[Jeff Porten ist ein Internetberater in Washington, DC. Er praktiziert vielleicht drei von sieben effektiven Verhaltensweisen.]
vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]
Die erste Internet-Adresse unter jedem Thema verweist auf die herkömmliche Website von TidBITS-Talk; die zweite Adresse zeigt auf unseren Web Crossing-Server, der mit einem anderen Erscheinungsbild aufwartet und etwas schneller ist.
Wiederauftauchen von Intellitext? Einige Websites nutzen die IntelliTXT-Technologie, die aus Schlüsselwörtern automatisch Links generiert und Werbung oder anderes anzeigen kann. Wie funktioniert das genau und kann es auch abgeschaltet werden? (7 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=3058>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/889/>
Newsletters vom Mac aus schicken -- Ein Leser versucht mit phpListe regelmässige Newsletter an Verwandte und Freunde zu schicken, aber ist das die beste Lösung? Mehrere Alternativen werden vorgeschlagen. (10 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=3060>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/892/>
Einfache iPod/Auto-Integration -- Der Artikel von letzter Woche über Radioadapter für den iPod im Auto führt zu einer Vielzahl von Vorschlägen mit anderen Produkten oder Lösungen. (15 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=3061>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/891/>
Vista-Systemanforderungen veröffentlicht -- Leser berichten von ihren Erfahrungen mit der letzten Betaversion von Windows Vista auf Macs, entweder mit Boot Camp oder Parallels Desktop. (3 Beiträge)
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=3062>
<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/893/>
Übersetzung dieser Ausgabe: Klaus Werner Wirtz <pleins@gmail.com>, Almut Pabel <sebalpa@web.de>, Sven Kornmann <kornmann@arcor.de> und Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Lektorat: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Koordination dieser Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
Copyright der deutschen Ausgabe: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.
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