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TidBITS#851/16-Okt-06

Gerade als wir gedacht hatten, dass Eudora nie mehr aktualisiert würde, erhalten wir überraschende Neuigkeiten: das ehrwürdige E-Mail-Programm wird zu einem Open-Source-Projekt basierend auf Mozillas Thunderbird. Lesen Sie weiter für mehr Details, die Kommentare vom TidBITS-Team und einen MacNotables-Podcast mit Adam Engst. Ebenfalls in dieser Ausgabe haben wir einen Artikel über den roten iPod nano von Apple, von dessen Verkaufserlös ein Teil in die weltweite AIDS-Hilfe fliesst, berichten über den Kauf von YouTube durch Google für 1.65 Mia US$ und stellen das Programm 3D-XplorMath vor, das wissenschaftliche Kunstwerke schafft. Glenn Fleishman vermeldet die ersten ExpressCards für den Mac und Charles Maurer liefert eine Besprechung von Photomatix.

Themen


Neuer iPod nano sieht (RED)

von Mark H. Anbinder <mha@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]

Apple will einen Teil des Verkaufserlöses seines neuen, roten iPod nanos für den weltweiten Kampf gegen AIDS einsetzen. Der iPod nano (PRODUCT) RED für 200 US$ bietet 4 GByte Speicherplatz, genau gleich viel wie die anderen farbigen iPod nano-Modelle, die Apple letzten Monat angekündigt hat (siehe den Artikel "Apple aktualisiert iPods, stellt Movies vor und gibt eine Vorschau auf iTV", 18-Sep-06). Apple wird 10 US$ von jedem verkauften Exemplar an den Global Fund für den Kampf gegen AIDS in Afrika spenden.

<http://www.apple.com/ipodnano/red/>
<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-847.html#Artikel1>

Der iPod nano (PRODUCT) RED Special Edition stösst damit zu roten Mobiltelefonen von Motorola, roten Armbanduhren von Armani und roten Kreditkarten von American Express, die zu den Produkten gehören, die das Bewusstsein für AIDS erhöhen und gleichzeitig finanzielle Mittel für antiretrovirale Medikamente bereitstellen sollen. Die (RED)-Bewegung wurde vom Sänger Bono von U2 und dem politischen Aktivisten Bobby Shriver ins Leben gerufen, um Firmen in den weltweiten Kampf gegen AIDS einzuspannen.

<http://www.joinred.com/>

Das (RED)-Manifesto hält fest: "Wir glauben, dass wenn Konsumenten diese Wahl haben und die Produkte ihren Bedürfnissen entsprechen, sie (RED) wählen würden." Apple hat ebenfalls bekanntgegeben, ab nächstem Monat einen spezielle (RED) iTunes-Geschenkgutschein für 25 US$ anzubieten. Das neue iPod-Modell ist ab sofort weltweit verfügbar.

Runder Tisch -- Handelt es sich hier um Aktivismus oder Marketing? Das TidBITS-Team diskutiert über den neuen iPod nano (PRODUCT) RED Special Edition:

[Adam Engst] Vielleicht habe ich früher solche Dinge einfach nicht zur Kenntnis genommen, aber ich bin sehr gespannt zu sehen, welche Auswirkungen diese Marketing-Kampagne haben wird, die es Firmen ermöglicht, ihre Produkte besser zur Geltung zu bringen und noch dazu Geld für einen guten Zweck aufzubringen. Es gab immer schon zeitlich begrenzte Spendenaktionen in denen Firmen einen Teil der Erlöse für einen bestimmten Zweck gespendet haben (selbst TidBITS hat nach dem verheerenden Hurrikan Katrina in New Orleans 10 % des Erlöses der im September 2005 verkauften E-Bücher der Take Control-Reihe für die Opfer gespendet), aber das hier ist anders. Durch die Kombination einer bekannten Marke wie dem iPod mit einer neuen Marke - (RED) - gewinnen sowohl Apple wie (RED). Apple setzt sich für einen guten Zweck ein und (RED) wird mit einem coolen Produkt assoziiert. Wir können es Kapitalaktivismus oder Aktivkapitalismus nennen, aber für mich ist das eine neue Form von Konvergenz.

Allerdings muss ich zugegen, dass mich die Grossschreibung und Interpunktion von (RED) verrückt machen.

[Mark H. Anbinder] In dieser Zeit definieren sich Aktivismus und Bewusstsein vorallem über Marken. Ich liebe die Idee, dass Konsumenten, die etwas Gutes tun wollen, dies mit dem Kauf von bekannten Produkten ausdrücken und damit die eigene Unterstützung zeigen und gleichzeitig den Firmen zu einer Spendenaktion verhelfen können. Der Konsument profitiert, Firmen wie Apple und Motorola profitieren und wichtige Hilfswerke profitieren auch.

[Jeff Carlson] Selbstverständlich benötigt man eine bekannte Marke und grossen Einfluss (in diesem Fall Apple und Bono) um ein solches Geschäftsmodell durchziehen zu können. Was kommt als nächstes? Man denke nur an die Publizität, wenn Microsoft sich entschliessen würde, 10 US$ von jedem verkauften Microsoft Office für den Kampf gegen AIDS (oder ein anderes Hilfswerk) zu spenden. Das Unternehmen kann sich das sicherlich leisten und das positive Bild würde sicher auch nicht schaden. Aber kann dieses Modell auch nach unten funktionieren? Wäre (RED) daran interessiert, mit Herstellern von Shareware-Programmen zusammenzuarbeiten? Ich hoffe einfach, dass das grosse Unterfangen von (RED) auch als Beispiel dienen kann und weitere dazu motivieren wird, andere Hilfswerke in ähnlicher Weise zu unterstützen.


Mathematische Kunst von einem Mac

von David Elliott <delliott@umd.edu>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]

Das Titelbild des Wissenschaftsmagazin Science vom 22. September 2006 ziert eine wunderschöne Grafik namens "Still Life: Five Glass Surfaces on a Tabletop" vom Künstler Luc Benard und dem Mathematiker Richard Palais, aber das Bild ist weder ein Foto noch eine Photoshop-Illustration. Stattdessen sind die fünf dargestellten Objekte berühmte mathematische Oberflächen, die vom kostenlosen Macintosh-Programm 3D-XplorMath erzeugt wurden. Die Objekte wurden dann nach Bryce importiert, wo Luc Benard ihnen eine glasartige Beschaffenheit verpasste und sie auf einem Holztisch mit einer verglasten Oberfläche platzierte.

<http://www.sciencemag.org/cgi/content/short/313/5794/1729>
<http://rsp.math.brandeis.edu/3D-XplorMath/Surface/a/MathCollection.jpg>
<http://rsp.math.brandeis.edu/3D-XplorMath/>
<http://bryce.daz3d.com/>

Das Bild hat in der Kategorie Illustration der "2006 Science and Engineering Visualization Challenge" den ersten Preis gewonnen, die vom Magazin Science und der National Science Foundation gesponsert wurde.

<http://www.sciencemag.org/sciext/vis2006/>

Richard Palais ist ein bekannter Mathematikprofessor an der University of California in Irvine und arbeitet seit 1997 an seinem mathematischen Grafikprogramm 3D-XplorMath (früher 3D-Filmstrip genannt). Benutzer können im Programm eine Galerie von interessanten mathematischen Objekten betrachten und zudem verschiedene Parameter und Darstellungsoptionen verändern und damit herumexperimentieren. 3D-XplorMath läuft unter Mac OS 9 und Mac OS X als Carbon-Anwendung, ist kostenlos und 12.3 MByte gross.

<http://rsp.math.brandeis.edu/3D-XplorMath/TopLevel/download.html>


ExpressCards sind erschienen

von Glenn Fleishman <glenn@tidbits.com>
[Übersetzung: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>]

Wir haben für die nahe Zukunft eine ganze Reihe von ExpressCards vorhergesagt, diese neuen Erweiterungskarten für das MacBook Pro und professionelle PC-Notebooks. Nahe Zukunft bedeutet in diesem Fall heute. Diese Woche sind drei ExpressCards auf den Markt gekommen, die SATA2-Storage, Gigabit-Ethernet und eine neue Form von Notebook-Dock bieten.

Am interessantesten ist die TeraCard Express34 von WiebeTech, die Übertragungsraten von 2.5 GBit/s für SATA-Speichersysteme bietet und zwar sowohl für SATA1 wie SATA2. SATA2 ist zurzeit eine der besten Methoden für schnelle Festplattenzugriffe, insbesondere beim Bearbeiten oder Aufnehmen von Videos in Echtzeit oder rechen- und speicherintensiven Berechnungen in der Forschung. Die beiden unabhängigen eSATA-Anschlüsse (externes SATA) leisten nominell bis zu 3 GBit/s, aber der einspurige Bus der ExpressCard lässt nur 2.5 GBit/s zu. Die Karte wird mit Treibern für Windows und Mac OS X ausgeliefert und kostet 120 US$.

<http://www.wiebetech.com/products/TeraCard_Express34.php>

Das MacBook Pro hat wie alle aktuellen Macintosh-Modelle einen Gigabit-Ethernet-Anschluss (10/100/1000 MBit/s) eingebaut. Wer allerdings noch höhere Geschwindigkeiten benötigt, wird eventuell mit zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüssen glücklich, wie sie beim Mac Pro und dem Xserve angeboten werden. Damit kann der Notebook als Verbindungsglied zwischen zwei Netzwerken dienen oder die Daten mit der grösstmöglichen Übertragungsrate ins Netzwerk jagen. Die Firma Small Tree Communications hat das Produkt PEG34m eingeführt, eine ExpressCard für das MacBook Pro für 80 US$; Treiber für Windows sind ebenfalls erhältlich. Der Ethernet-Anschluss kann nach aussen geklappt werden, damit die Karte bei Nichtgebrauch schön flach liegt; wie bei CardBus-Karten sind ExpressCards dünn genug, damit ein externer Anschluss als hässliche Ausbuchtung sichtbar wäre.

<http://www.small-tree.com/Laptop_pcie.html>

Man kann das Notebook Expansion Dock von Belkin für 200 US$ eine Vision der Welt von morgen nennen. Sie sind wahrscheinlich mit dem Konzept von Notebook-Dockingstationen vertraut, beispielsweise dem BookEndz oder dem Duo Dock das Apple vor langer Zeit für mein altes, innig vermisstes PowerBook Duo angeboten hat. Dockingstationen bieten eine Fülle von Anschlüssen, die sich automatisch mit den entsprechenden Buchsen des Laptops verbinden (DVI- oder VGA-Port, USB, FireWire, Audiobuchsen oder dem Stromanschluss), damit Sie nicht jedes Mal beim Verbinden oder Entfernen des Notebooks den ganzen Kabelsalat ein- oder ausstöpseln müssen. Aber anstatt alle Anschlüsse mit dem Dock zu verbinden, vereinfacht Belkin diese Vereinigung indem alle Buchsen über einen ExpressCard-Anschluss geschleust werden - allerdings funktioniert das zur Zeit nur für Windows-Notebooks.

<http://www.bookendzdocks.com/>
<http://www.belkin.com/pressroom/releases/uploads/10_10_06NotebookExpansionDock.html>

Das Belkin-Dock nutzt den ExpressCard-Anschluss für fünf USB 2.0-Ports, einen 10/100-MBit/s-Ethernet-Anschluss, VGA- und DVI-Anschlüsse sowie einen 5.1 Surround-Sound Audioein- und ausgang (analog und optisch digital). Sein Monitoranschluss sollte die Verwendung von zwei externen Monitoren unterstützen, zusätzlich zum eingebauten LCD-Bildschirm des MacBook Pro - das MacBook Pro kann bereits standardmässig einen externen Monitor ansteuern und mit dem Dock liesse sich ein zweiter externer Monitor anschliessen.

A Belkin representative said that the company was working on Mac support, but wouldn't commit to a release timetable. If you think you might want this particular product available for your MacBook Pro, letting Belkin know might help raise its priority.

Ein Vertreter der Firma Belkin hat mitgeteilt, dass das Unternehmen an der Mac-Unterstützung arbeitet, wollte sich aber nicht zu einem konkreten Zeitplan äussern. Wenn Sie denken, Sie könnten ein solches Produkt für Ihr MacBook Pro sinnvoll einsetzen, rate ich Ihnen, dies Belkin mitzuteilen, damit die Priorität eines solchen Vorhabens bei Belkin etwas gesteigert werden kann.


Google Buys YouTube for $1.65 Billion

von Adam C. Engst <ace@tidbits.com>

[Dieser Artikel konnte leider nicht übersetzt werden und Sie finden untenstehend deshalb den englischsprachigen Originaltext.]

Search engine giant Google announced last week that it is buying the popular video sharing site YouTube for $1.65 billion in Google stock. Although Google has its own video sharing service, Google Video, traffic statistics from Hitwise show YouTube with two and a half times more hits than Google Video back in August 2006, and more than four times the visits in September 2006. YouTube will keep its name and will continue to operate independently from Google, and Google claims that YouTube will complement Google Video rather than replace it.

<http://www.google.com/press/pressrel/google_youtube.html>
<http://weblogs.hitwise.com/bill-tancer/2006/08/google_youtube_and_myspace_an.html>
<http://weblogs.hitwise.com/leeann-prescott/2006/10/google_youtube_rumor_-_hitwise.html>

Does the acquisition make sense? From Google's perspective, it gives Google the lion's share of the fast-growing video sharing world, and another vast source of pages on which to display contextual advertising. Google has said it won't run ads before videos, but I have to assume that people at Google are thinking hard about new ways to turn user-contributed video into a serious revenue stream.

It's even easier to see why YouTube would want this deal. The company has been losing money and hasn't come up with any reasonable way to reverse that trend. Bandwidth and server costs and maintenance must be insane for YouTube, but those are problems that Google has already solved. Plus, YouTube was facing threats of lawsuits from the major movie studios, and Google announced deals to display music videos from Sony BMG Music Entertainment and Warner Music Group. Those deals indicate Google may have the negotiating clout to make licensing happen more broadly, and Google certainly has the money and legal firepower to fight any lawsuits that do ensue.

<http://www.google.com/intl/en/press/pressrel/google_sonybmg.html>
<http://www.google.com/intl/en/press/pressrel/google_wmg.html>

These music videos will be made available for online viewing for free (select music videos from Warner Music Group will also be available for purchase as downloads for $2), and the studios will gain revenue via Google's normal ad model. That may hurt Apple's ability to sell $2 music videos via the iTunes Store (see "iTunes 6 Gets Video," 17-Oct-05), although it remains to be seen if the audio and video quality of free music videos on Google Video/YouTube will be comparable to downloads from the iTunes Store.

<http://db.tidbits.com/article/8288>

Google's press releases also note that the company is working with content companies to allow people access to music and video for use in their "creative user-generated productions," which presumably is meant to cover user-created videos, but makes me wonder about sample and mixing of music as well. But the most interesting statement in the Warner Music Group press release is: "Once Google's technology is implemented, content companies such as Warner Music Group will have the opportunity to monetize the use of music in user-generated content, or if they choose, have the content removed from the platform."

There's clearly a dance going on here, but it's unclear who's leading or where it's headed, and it bears future scrutiny. Google may or may not always live up to its motto, "Don't be evil," but companies like Sony BMG Entertainment and Warner Music Group have definitely thrown their lot in with the devil in the past, as with the scandal surrounding Sony BMG's surreptitious distribution of spyware on audio CDs as a copy prevention mechanism.

<http://en.wikipedia.org/wiki/2005_Sony_BMG_CD_copy_protection_scandal>


Eudora Goes Open Source with Thunderbird

von Mark H. Anbinder <mha@tidbits.com>

[Dieser Artikel konnte leider nicht übersetzt werden und Sie finden untenstehend deshalb den englischsprachigen Originaltext.]

Qualcomm announced last week that future versions of the venerable email program Eudora, which the company has sold for many years, will become an open-source collaboration with the Mozilla Foundation. Steve Dorner, vice president of technology for Qualcomm's Eudora group and the software's original developer, says he'll lead a group that will "build an open-source mailer with Eudora features on top of Thunderbird."

<http://www.eudora.com/faq/>
<http://www.mozilla.com/thunderbird/>

First created in 1988, Eudora was a popular Macintosh email client in the early days of the Internet, and it still enjoys broad use, especially at academic institutions and among Mac veterans who refuse to give up its power-user capabilities in favor of newer software. In 1992, Qualcomm (otherwise known for developing wireless phone technologies) acquired the software from the University of Illinois and hired Steve Dorner, and has continued to develop Mac OS and Windows versions.

"I was getting really tired of maintaining Eudora's elderly code base, as well as working on extremely boring things like HTML rendering," Dorner told TidBITS. He looks forward to "using Thunderbird as a base," allowing him to focus on "the things that make up the core productivity parts of the Eudora experience." The company picked the cross-platform Thunderbird product because, he says, "it has strengths where Eudora has weaknesses, and will complement us quite nicely. Mozilla is also happy to have us developing for their platform, and has made it very clear to us that they welcome our effort." He hopes "that improvements [will] flow freely between the two mailers."

Qualcomm plans to release the first freeware, open-source version of Eudora in the first half of 2007. In the meantime, the company has released the final commercial versions (6.2.4 for Mac OS X and 7.1 for Windows), which will continue to be available, now for $20, with support provided for six months. Existing support contracts and site licenses will be honored until the end of the current terms, and paid and sponsored-mode versions of the current software will continue to work "in perpetuity."

Steve Dorner admits he doesn't know which parts of Eudora are most useful to its proponents, and asks users to speak up and offer input "on what our priorities should be." Users who wish to weigh in, or developers who'd like to pitch in for the open-source effort, should visit the Eudora developer page.

<http://eudora.com/developers/>

The just-released Eudora 6.2.4 is a minor upgrade, offering mostly a new importer for the Tiger version of Apple Mail (as much as it seems somewhat unlikely that many people would be switching from Mail to Eudora until progress is seen on the open source version of Eudora), updated SpamWatch definitions to help Eudora keep up with spammer tricks (available only in Paid mode), and a variety of minor tweaks and bug fixes. Since it costs $20 to keep using Eudora in Paid mode, the decision of whether or not to upgrade is mostly a matter of whether you've been having trouble with now-fixed bugs. It's a 12.3 MB download.

<http://www.eudora.com/download/eudora/mac/6.2.4/ReleaseNotes.txt>
<http://www.eudora.com/download/>

Staff Roundtable -- Although not everyone on the staff currently uses Eudora, many of us still do, and our long experience with the program generated some opinions.

[Adam Engst]: I've already had numerous people asking me what I think of Qualcomm's announcement, often with what seem to be ominous undertones or the assumption that this announcement means the end of Eudora as we know it. But in fact, I'm happy to hear that Qualcomm will be working with the Mozilla Foundation to build the next version of Eudora on top of Thunderbird. It's a relief to have a strong public statement of direction after watching Eudora exist in a kind of corporate limbo for several years, never receiving the resources that were necessary to give it a modern code base. Although I don't have any particular experience with Thunderbird, open source projects generally work well under the hood, so a combination of open source underpinnings and Eudora's power-user feature set could be great. Plus, although Eudora has been available for free in various forms over the years, having the full program become freeware will enable it to compete better with bundled applications like Mail.

That said, I do have some reservations. First, will Eudora attract developers who will make substantive contributions? I'd guess that Eudora has a disproportionate number of developers in its user base, and universities that desperately want to avoid Microsoft Outlook (and they do) may well be interested in contributing development resources. Second, will the Eudora team be able to create something compelling in a reasonable time frame? I'm sure it will be plenty of work just to get a basic set of Eudora's current features working, but email is crying for a complete rethinking.

What I'd really hope to see is a plug-in capability in the new Eudora that enables developers to create innovative plug-ins, much as has happened with the open source Firefox Web browser. Firefox itself isn't particularly unusual, but the numerous plug-ins extend its functionality in a wide variety of ways. Plug-ins for the new Eudora would seem likely, since Thunderbird already offers this capability.

<https://addons.mozilla.org/thunderbird/>

I encourage anyone interested in the future of Eudora, whether or not you're a developer, to participate in the open source project. Goodness knows that open source software could use more user interface designers, documentation specialists, and normal users to provide real-world feedback.

Also, Jason Snell of Macworld and I discussed the Eudora announcement with Chuck Joiner on a special edition of our MacNotables podcast. It's a hoot, so give it a listen!

<http://www.macnotables.com/archives/2006/681.html>

[Glenn Fleishman]: I have to ask, as a loyal user of Bare Bones Software's Mailsmith, what Eudora becoming free and open-source does to the cosmos of email clients for Mac OS X. It's pretty clear there's a very small market to sell email clients to Mac OS X users based on Qualcomm exiting the paid market - and you could use Eudora in one of two free modes, anyway - and the paucity of unbundled commercial email clients.

<http://www.barebones.com/products/mailsmith/>

Apple's Mail is part of Mac OS X. Eudora has a free and paid mode. Entourage is part of Microsoft Office. AOL's mail is part of the AOL client. Thunderbird is free. PowerMail and GyazMail are commercial, and although I have no idea of their user bases, neither shows up in my email with any frequency. And Mailsmith is commercial software.

<http://www.ctmdev.com/powermail/>
<http://www.gyazsquare.com/gyazmail/>

Of course, most Eudora users I know used the free Sponsored mode, which means that switching to free, open-source (no sponsor) as their only method of release isn't as profound a shift as switching from a commercial client. This may not, therefore, affect Bare Bones or any bundled/free mail clients' market share or mind share.

What will be interesting is whether the open-source community and existing projects merge into a Eudora/Thunderbird code base, or even fork from Thunderbird into something completely new. I have long said that open-source can't make decent graphical user interfaces, and that's still been generally true, with projects under the Mozilla Foundation (which is heavily funded by corporations and donations) being the biggest exceptions.

[Mark H. Anbinder] No doubt because of its origins in higher education, Eudora enjoys a bigger market share in academia than anywhere else. That share has been dropping, though, as Eudora's ability to keep up with modern mail habits has fallen behind. At Cornell University, for example, Eudora users (especially on the Windows platform) have complained about inadequate IMAP support, and Steve Dorner would be the first to admit that the software's capability to display HTML-encrufted email is stuck in the 1990s.

Even though many users, looking for a more modern user experience or better IMAP handling, have migrated to Thunderbird or Mail over the last couple of years, Eudora's power-user contingent is holding on as long as it can, unwilling to give up years of perfectly tuned filters, fast and powerful searching, and comprehensive support for multiple "personalities."

Filters and personalities are certainly the key reasons I still use Eudora; it lets me handle mail to and from a dozen separate addresses in a way that no other clients I've tried can offer, including both Mail and Thunderbird. Combine that with over a decade of mail stored in Eudora, and you can imagine I'm looking forward to a new Eudora that will let me migrate effectively, gaining modern email features without losing the core capabilities I'm accustomed to.


Photomatix: Ein virtueller Zauberstab

von Charles Maurer
[Übersetzung: Almut Pabel <sebalpa@web.de>]

Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einer großartigen Bergkulisse - blauer Himmel, dramatische Wolken, vereiste Gipfel, Felsen mit unterschiedlichen Farbnuancen. Sie fotografieren diese Kulisse. Aber wenn das Foto entwickelt ist, sind Sie enttäuscht. Der Himmel und die Gletscher sind klar zu sehen, aber alles andere ist dunkel oder schwarz.

Jeder Photograph hat diese Art von Enttäuschung schon erlebt. Dies passiert, weil der Helligkeitsbereich bei Objekten, die sich draußen befinden, größer ist als eine Kamera sie abbilden kann. Aber auch auf einem Blatt Papier kann sie nicht so dargestellt werden. Typischerweise ist die Helligkeit um ein 1'000-faches höher oder sogar mehr - so muss die Farbtiefe während des fotografischen Prozesses komprimiert und reduziert werden. Mit der digitalen Bearbeitung kann man dieses Problem etwas ausgleichen (siehe "Die Realität und digitale Bilder", 12-Dez-05). Jetzt kann eine Anwendung direkt damit fertig werden: Photomatix von MultimediaPhoto. Wie Sie es beim Vorher-und-Nachher-Foto bei genau solch einer Szenerie sehen können - es wirkt wie Magie.

<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-809.html#Artikel5>
<http://www.hdrsoft.com/>
<http://www.tidbits.com/resources/851/IMG01004demo.jpg>

Der dynamische Wertebereich -- Der Helligkeitsbereich einer Szene oder eines Bildes wird als dynamischer Wertebereich bezeichnet. Eine Szene im Sonnenlicht wird wahrscheinlich einen Wertebereich von wenigstens 100'000:1 haben und kann auf ca. 1'000'000 erweitert werden. Im Gegensatz dazu kann der Bildsensor nur zuwischen 1'000:1 (DSLRs) oder 100:1 (andere Kameras) aufnehmen. Papier kann nur 100:1 abbilden. Der Bereich der Computermonitore ist etwa mit dem des Papiers vergleichbar.

Beachten Sie bitte, dass hier zwei verschiedene Probleme vorliegen: (1) der Wertebereich einer Szene kann größer sein, als eine Kamera ihn einfangen kann und (2) der Wertebereich eines digitalen Fotos kann größer sein, als auf dem Papier oder dem Bildschirm wiedergegeben werden kann. Beides sind sog. "high dynamic range"-Probleme [hoher dynamischer Wertebereich (HDR im Fachjargon)], wobei hier die Bedeutung von "hoch" vom Zusammenhang abhängt. Es gibt keine vorgegebenen Bedingungen für die Benutzung dieser Termini und es gibt kein festgelegtes HDR-Standardformat.

Das erste Problem hat erst einmal eine einfache Lösung. Wenn der Bereich der Farbtiefeauswahl einer Aufnahme zu begrenzt erfasst wurde, können Sie zunächst einmal genügend Aufnahmen machen und dann den Computer die überlappenden Aufnahmen kombinieren lassen. Um sie miteinander kombinieren zu können, machen Sie eine Art Mittelwert oder Sie nehmen helle Töne von einer Datei und dunkle Töne von einer anderen und erstellen ein Abbild mit genügend Bits, was jede Farbtiefe in beidem wiedergibt. Diese Lösung braucht in der Praxis etwas Übung, weil die Farbtiefen weder wahrnehmbar noch in ordentlichen Arbeitsschritten aufgenommen sind. Prinzipiell sind sie aber überschaubar.

Das zweite Problem ist viel schwieriger. Stellen sie sich vor, was es bedeuten würde, Farbtiefen zehnfach zu komprimieren. Manchmal passiert es, dass die Photographien in einer Zeitung einen Bereich von Helligkeit bis Schatten reflektieren, der bei 10:1 liegt. Ein Beispiel: Sie fotografieren einen Mann, der Zeitung liest. Wenn all die Farbtiefen zehnfach komprimiert sind, können Sie nur noch einen Mann sehen, der ein graues Blatt liest.

Farbtiefen-Kompression -- Die starke Kompression der Farbtiefe ist ein Trick. Aber Photomatix kennt ihn. Photomatix agiert mit seiner Magie wie ein Zauberer - dadurch, dass es die Aufmerksamkeit des Betrachters lenkt. Das Auge interessiert sich nicht für feine Abstufungen und unbedeutende Details. Das Auge schaut auf klare Kontraste zwischen benachbarten Farbtönen. "Lokaler Kontrast" ist der Jargon. Die meisten Informationen, die wir über eine Szene bekommen, kommen vom lokalen Kontrast. Photomatix unterstützt, dass wir diesen lokalen Kontrast bemerken und so rutschen wir durch die Kompression hindurch. Wo klare Kontrast-Farbtöne zu finden sind, werden sie aufgewertet und dann wird der Rest komprimiert.

Auf dem Bild vom Büffelhirten können Sie das sehen. Das dunkle Foto zeigt das Bild im RAW-Format [Anmerkung - unbearbeitete Datei]. Es ist dafür ausgelegt, die Helligkeit im Detail zu erhalten. Für das mittlere Foto hellte ich die Schatten mit Photoshops Shadow/Highlight-Control [Schatten-/Helligkeitsregler] auf. Bei dem rechten Foto benutzte ich Photomatix. Beide Versionen machte ich so realistisch wie ich konnte. (Der Bart des Hirten sieht unnatürlich aus, weil er ihn mit Henna gefärbt hat.)

<http://www.tidbits.com/resources/851/IMG05432demo.jpg>

Diese Funktion ist eigentlich dafür da, HDR-Bilder aufÕs Papier zu bringen - na ja, mancher Zauberer, der eine Frau in zwei Teile sägen kann, kann auch Kaninchen aus dem Hut zaubern. Der lokale Kontrast trägt die meisten Informationen in jedem Foto, aber hauptsächlich in Fotos mit einem hohen Wertebereich (HDR), allerdings auch manchmal in Fotos mit einem niedrigen. Wenn man Kontrast in ein an sich ausdrucksloses Photo bringt, kann das den sichtbaren Wertebereich verbessern.

Sie können sich dies in den folgenden drei Photos ansehen. Sie haben alle dieselbe Farbtontiefe. Das erste Photo ist unbearbeitet. Es enthält die Helligkeit und den Schatten, die man braucht, um die Dreidimensionalität zu zeigen, aber die Beleuchtung ist so schwach, dass Helligkeit und Schatten für das Auge schwer zu erkennen sind. Im mittleren Photo hat Photomatix diese Kontraste verbessert, um ein unbedeutendes Photo in ein anständiges zu verändern. Die neuen Kontraste konnte ich dann mit herkömmlichen Mitteln verbessern, um das fertige Photo unten zu bekommen.

<http://www.tidbits.com/resources/851/IMG06150demo.jpg>

Kombinierende Belichtungen -- Die Entwickler von Photomatix verkaufen ein Plug-in (70 US$), das lediglich Farbtiefen komprimiert. Des Weiteren gibt es ein autonomes Paket (100 US$) das mehrere Kombinationswege verschiedener Belichtungen für das einzelne Photo anbietet. Derzeit arbeitet das Plugin nur mit Photoshop CS2, möglicherweise aber auch mit Photoshop Elements 5. (Es arbeitet auch mit Photoshop CS und Photoshop Elements 4 für Windows.)

Ich benutze gewöhnlich nur das Plugin, weil ich mit Photoshop CS2 arbeite und selten Belichtungen kombiniere. Ich habe einige Photos kombiniert, um des verblüffenden Effektes willen aber der Foveon-Sensor meiner DSLR-Kamera hat einen ausreichend großen Wertebereich. Deshalb brauche ich selten die Kombination mehrerer Belichtungen. Wenn ich es einmal nutzen möchte, kann ich es nicht, weil die Kamera nicht auf einem Stativ fixiert ist oder das zu fotografierende Objekt nicht totenstill ist.

Die Photos von Kameras mit einem kleineren Sensor würden von dieser Bearbeitung öfter profitieren, z.B. beim Abtasten eines Films. Aber ich würde nicht das künstlerische Allheilmittel davon erwarten, nicht einmal wenn die Kamera auf einem Stativ steht oder das Objekt still ist. Wenn eine Szene zu viel Kontrast hat, wird es bestenfalls sehr unnatürlich aussehen wenn man diese Extreme durch Bearbeitung auch noch hervorhebt.

Das können Sie bei den Regenwald-Photos sehen. Links fängt eine einzelne Belichtung den extremen Kontrast des Waldes ein, aber die Farbtiefe verliert sich im Schatten. Es zeigt den Wald, aber nicht die Bäume. Das rechte Photo, eine Kombination von zwei Belichtungen, zeigt die Bäume, aber nicht den Wald.

<http://www.tidbits.com/resources/851/ForestDemo.jpg>

Weil ich selten Photos kombiniere, kann ich PhotomatixÕ kombinierende Funktionen mit den entsprechenden Funktionen bei Photoshop oder anderen Produkten nicht vergleichen. Ich kann allerdings sagen, dass die Tone-Mapping-Funktion [Anmerkung - Farbtiefe] von Photomatix mir als höher entwickelt aufgefallen ist, als irgendetwas anderes. Manchmal erscheint mir die Farbtonkorrektur von Photomatix etwas zu dramatisch, aber ich habe das Programm so hilfreich gefunden, dass ich dazu übergegangen bin, fast jedes Bild damit zu verwandeln und zu sehen, was Photomatix daraus macht.

Der erste Schritt -- Ein Bild das von Photomatix bearbeitet wurde ist ein Ausgangspunkt, kein fertiges Produkt. Nach dem Bearbeiten eines Bildes - das vor jeder anderen Operation ausgeführt werden muss - muss ich es immer noch mit den üblichen Mitteln nachjustieren, so wie bei Photoshops Schatten-/Helligkeitsregler (siehe "Bildbearbeitung für den Perfektionisten", 27-Sep-04). Wenn das Detail im Schatten und der Helligkeit verbessert wird, wird ebenso die Störung vergrößert, so dass das Photo am Ende noch eine "Reinigung" benötigt. Deshalb finde ich, dass ein spezielles störungsreduzierendes Programm wie Noise Ninja unbedingt notwendig ist.

<http://www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/TidBITS-de-745-748.html#Artikel4>

Obwohl Photomatix ein exzellentes Produkt ist, ist es noch sehr jung. Der Entwickler tüftelt noch an Algorithmen und an der Anwenderoberfläche herum. An meinem Computer waren das Plugin und die Anwendung stabil, aber manchmal haben sie nicht so gearbeitet wie erwartet und das zu bearbeitende Photo sah nicht immer wie in der Vorschau aus. Wie auch immer, der Entwickler ist eine einzelne Person, welche den Verkauf und die technische Hilfe und auch das Programmieren allein in der Hand hat. Deshalb kehrt sie Probleme nicht einfach unter den Teppich, sie versucht sie zu beheben. Die zuletzt herausgegebene Version (1.1 für das Plugin und 2.3 für die Anwendung) erschienen mir wesentlich fehlerfreier als die vorangegangenen Versionen. Demo-Versionen können umsonst heruntergeladen werden.

<http://www.hdrsoft.com/download.html>

PayBITS: Wenn CharlesÕ Empfehlungen für die Verbesserung von Photos Ihnen geholfen haben, bittet er Sie um eine Spende für "Ärzte ohne Grenzen" http://www.doctorswithoutborders-usa.org/ donate/
Sie können mehr über PayBITS lesen in: http://www.tidbits.com/ paybits/


Hot Topics in TidBITS Talk/16-Oct-06

vom TidBITS-Team <editors@tidbits.com>

[Dieser Artikel konnte leider nicht übersetzt werden und Sie finden untenstehend deshalb den englischsprachigen Originaltext.]

cross-platform: Visual Basic -- With Visual Basic disappearing on the Mac, what options exist for cross-platform scripting? (18 messages)

<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/973/>

Mac OS X 10.4.8: anyone tried it? Readers share their experiences with the latest Mac OS X update. (12 messages)

<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/974/>

Get a Piece of the Thinking Rock -- Matt Neuburg's review of the Getting Things Done utility prompts a look at Midnight Inbox. Plus, did traffic from our article crash the Thinking Rock servers? (11 messages)

<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/975/>

Power button -- Last week's tip for re-mapping the function of a laptop's power button brings up other ways to put a Mac to sleep. (16 messages)

<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/976/>

Editing/Healing a Corrupt Eudora Mailbox -- Where does Eudora keep the index information about a mailbox? It can depend on several factors. (6 messages)

<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/977/>

Eudora goes open source -- Speaking of Eudora, readers react to last week's news that the email software's next incarnation is going to be an open-source project built upon Mozilla's Thunderbird. (16 messages)

<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/978/>

UK Mac accounting software -- A reader in the United Kingdom is looking for opinions and alternatives to accounting software such as QuickBooks for the Mac. (7 messages)

<http://emperor.tidbits.com/TidBITS/Talk/980/>


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Übersetzung dieser Ausgabe: Almut Pabel <sebalpa@web.de> und

Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

Koordination und Lektorat: Heinz Gnehm <gnehm@infotrax.ch>.

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