
Über das Internet läßt sich das amerikanische Wahlspektakel gut beobachten. Aber wie schlägt es zu Buche, ein Neugeborenes nachmittags um drei in den Schlaf zu singen? Tonya Engst meldet sich bei den TidBITS zurück mit einem Artikel, indem nicht nur der Gebrauch des Nets zur Suche nach Eltern-Informationen, sondern auch seine Eignung zur Unterstützung beim Erziehen von Kindern behandelt wird. Außerdem haben wir Anmerkungen zu den neuen Ausgaben von Netscape 6.0 und Palm OS 3.5, besehen uns das Schicksal einiger Internethändler und begrüßen Blue World Communication als TidBITS Sponsor.
Themen:
[Übersetzung: Holger Skok <skokho@porsche.de>]
Blue World Communications wird TidBITS-Sponsor -- Wir freuen uns, einen neuen TidBITS-Sponsor ankündigen zu können - Blue World Communications. Blue World Communications hat seinen Firmensitz in Bellevue im Staat Washington und wurde bekannt durch die "Lasso Web Data Engine", eine Anwendung (auch "Middleware"), die es einem Web Server erlaubt, mit einer Datenbank zu kommunizieren. Da das Netz sich von statischen Seiten zu dynamisch erzeugten Web-Seiten bewegt hat, sind Applikationen wie Lasso immer wichtiger geworden. Blue World hat diesen Bedarf abgedeckt, indem sie Lasso auf eine Reihe von Betriebssystemen portierte, es an mehrere Datenbanken anpaßten haben und darüberhinaus die speziellen Tags von Lasso in Macromedias Dreamweaver und Adobes GoLive integriert haben. Lasso hat sich ursprünglich in 1996 einen Namen gemacht als flexibles und schnelles CGI für die Verbindung zwischen dem weit verbreiteten FileMaker Pro und Macintosh Webservern wie WebSTAR etabliert. FileMaker Pro mag nicht die ideale Datenbank für das Web sein, aber es war billig, einfach und weit verbreitet. Sobald man Lasso und eine Datenbank auf einem billigen Macintosh hinzufügte, erhielt man ein schnelles Web-Angebot zu einem Bruchteil dessen, was ein anderer Ansatz kosten würde. Ich spreche aus Erfahrung - wir verlassen uns stark auf Lasso, um zusammen mit FileMaker jeden Artikel, der jemals in TidBITS veröffentlicht wurde, im Web zu präsentieren (in einer stark verknüpften Weise). Genauso präsentieren wir jede Veröffentlichung aus TidBITS Talk sowie alle unsere Umfragen und Ratespiele. FileMaker ist für uns immer noch manchmal ein Engpass, aber Lasso hat uns geholfen, viele der Schwächen von FileMaker zu umgehen und bietet viele zusätzliche, subtile Möglichkeiten wie das Caching von Artikeln und von Nachrichten in TidBITS Talk, die Erzeugung unserer gerade angekündigten TidBITS Ausgabe für HandHelds, die Erkennung von Überlastungs-Angriffen, sowie das Abblocken von Umfrage-Sättigung durch übereifrige Umfrageteilnehmer.
Kurz, Lasso ist integraler Bestandteil der Web-Präsentation von TidBTIS und daher sind wir besonders froh, Blue World in unserer erlesenen Sponsorenliste begrüßen zu können. [ACE]
<http://www.blueworld.com/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=04179>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05012>
<http://www.tidbits.com/about/handheld-edition.html>
Netscape 6 kommt - auf unsicheren Beinen -- Mit Netscape 6 hat Netscape Communications die bedeutendste Version ihrer Internet Applikation seit Netscape Communicator 4.5 herausgegeben - allerdings nicht ohne einige Schwierigkeiten. Netscape 6 bietet eine mit herunterladbaren "Skins" konfigurierbare Oberflche, ein zusammenfaltbares Feld namens "My Sidebar" im Web-Browser, zum Zugriff auf Suchmaschinen, AOL "buddy lists, Internet Foren und andere Informationen. Zuletzt bietet es auch mehrere Web-Abkürzungen zu Bereichen auf Netscapes Webseiten wie Einkauf, Reise, Informationen usw. Wichtiger ist Netscapes neue HTML-Rendering Maschine namens Gecko, die verbesserte Unterstützung für gestaffelte Stilvorlagen, HTML 4 und XML verspricht und noch mehr. Leider hat sich Netscapes 6.0 Version als instabil erwiesen; wir haben Berichte gesehen über Probleme mit Netscapes Installationsprogramm, mit Abstürzen beim Start nach der Installation und diese Berichte sind fast unbedeutend verglichen mit den Problemen, die wir selbst erlebt haben. Auf der Habenseite scheint diese Ausgabe von Netscape - im Gegensatz zu den letzten Ausgaben von Netscape Communicator 4.x - aktuelle Versionen von Zubehör-Programmen wie AOL Instant Messenger zu enthalten.
Das Netscape 6.0 - Installationsprogramm lässt sich kostenlos als 265K gro?e Datei laden. Es lädt dann selbst die Komponenten, die ausgewählt wurden. Eine reine Basis-Installation benötigt ca. 10 MB und für eine Voll-Installation werden 29 MB fällig. [JLC]
<http://home.netscape.com/browsers/6/>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05144>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=06043>
Palm bringt endlich Polm OS 3.5 heraus -- Palm, Inc. hat endlich Palm OS 3.5 als vollständigen Aktualisierer für Anwender von Palm Organizern herausgebracht. Obwohl Palm OS 3.5 auf neuen Organizern bereits seit einigen Monaten vorinstalliert war, ist dies das erste Mal, dass der Aktualisierer für Maschinen mit Palm OS 3.3 und früher verfügbar ist. Das neue Betriebssystem bietet einige Verbesserungen, darunter eine Agenda-Ansicht in der Kalender-Anwendung, mit der Treffen und Aufgabenliste gleichzeitig dargestellt werden können, direkten Zugriff auf Menus durch berühren des Menubalkens und einen Befehlsbalken für den Zugriff auf oft verwendete Befehle. Andere Verbesserungen enthalten ein Verfahren zum maskieren von privaten Einträgen (anstatt sie nur zu verstecken), die Fähigkeit per IR empfangenen Objekten eine Kategorie zuzuweisen und Unterstützung für schnelleren Datenabgleich. Stellen Sie vor der Aktualisierung sicher, dass Ihre Daten mit einem Dienstprogramm wie Palm Buddy oder BackupBuddy gesichert worden sind, denn der Aktualisierer überschreibt den gesamten Speicher des Organizers inklusive ROM. Palms Standard-Backup kann nicht immer alle Applikationen von Drittanbietern wiederherstellen. Darüberhinaus können Geräte wie der Palm IIIe und der Handspring Visor, die nicht überschreibbaren Speicher verwenden, diesen Aktualisierer nicht verwenden. Verwirrenderweise kostet der Palm OS 3.5 Aktualisierer US$ 15.- für die 1.3MB große Version zum Herunterladen oder US$ 20.- für eine Version auf CD-ROM. Dagegen können Eigentümer von Palm Vx - Geräten eine kostenlose Version erhalten, wofür Palm keine Erklärung anbietet.
Sobald man Palm OS 3.5 installiert hat, solle man nach Empfehlung von Palm noch auf Palm OS 3.5.2 aktualisieren (eine 3K große Datei), wodurch einige wenige Inkompatibilitäten mit Applikationen von Drittanbietern beseitigt werden. [JLC]
<http://www.palm.com/support/35upgrade/>
<http://perso.wanadoo.fr/fpillet/>
<http://www.backupbuddy.com/>
<http://www.palm.com/support/35upgrade/palmvx_upgrade.html>
<http://www.palm.com/support/downloads/update352.html>
Internet Lebensmittelhändler sterben wie die Fliegen -- Könnte der Lebensmittelhandel über das Internet eine der Dienstleistungen sein, die wenige Menschen sehr anspricht, gleichzeitig aber nicht die notwendige Massenkundschaft anzieht? In der letzten Woche hat ShopLink - ein Internet Lebensmittelhändler, der mehrere Staaten im Nordosten der USA bedient - seine Server plötzlich heruntergefahren und Streamline, ein anderer Internet-Lebensmittelhändler, der auf die Ostküste zielte, hat angekündigt, dass er sein Geschäft zum 22.11.00 schließen werde. Diese Schließungen folgen auf das Ableben von Priceline.coms WebHouse Club - einer Lebensmittel Bietergemeinschaft, die immerhin als Entschuldigung anführen konnte, eine dumme Idee zu sein. Die verbleibenden großen Fische sind Webvan (die vor kurzem HomeGrocer.com gekauft haben, den zweiten im Markt), Peapod (die vor zwei Monaten die Aktivitäten von Streamline in Chicago und Washington D.C. aufgekauft haben) und die texanischen GroceryWorks (an denen die Supermarktkette Safeway sowohl organisatorisch als auch finanziell beteiligt ist). Es gibt zweifellos eine Verbindung zwischen den Schwierigkeiten der Internet-Lebensmittelhändler und den Leistungen der "Dot.coms" der jüngsten Zeit, die eine Anzahl von vielbeachteten Konkursen zu verzeichnen haben - darunter Pets.com, Furniture.com und MotherNature.com. Wenn aber der Aufstieg von Internet-Lebensmittelhändlern gewöhnliche Supermärkte dazu bringt, Bestellmöglichkeiten über das Internet mit Lieferung nach Hause anzubieten, dann haben die Verbraucher am Ende doch einen Gewinn davon. [ACE]
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1184>
Umfrageergebnisse: "To Go Forward, You Must..." -- Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Universum uns genau beobachtet und die letzte Woche war ein perfektes Beispiel. Wir machten eine Umfrage, in der wir fragten, wie alt Ihr letztes Backup sei und einige Tage später, irgendwo zwischen den Abstürzen, die ich hatte während ich versuchte, Netscape 6 zu installieren, erlitt mein Mac einen seltsamen Festplattenfehler, der immer wieder auftauchte, selbst nachdem DiskWarrior und Norton Utilities behaupteten, ihn beseitigt zu haben. Wie üblich rettete mich Retrospect von Dantz Development, diesmal zusammen mit einem Ecrix VXA-1 Bandlaufwerk (das 250 MB pro Minute von meinem G4 auf 60GB Bänder sichern kann). Alles, was ich verloren habe, waren einige Stunden meiner Zeit und meine archivierten Kopien von gelöschten Emails in Eudora, da ich Retrospect so eingestellt hatte, dass es Eudora Mailbox-Dateien mit "Trash" im Namen ausließ, mehrere Jahre bevor ich entschieden hatte, dass ich genügend Festplattenplatz hatte, um sie aufzuheben. Die Moral dieser Geschichte? ?berpr¸fen Sie nicht nur immer wieder einmal, ob Ihre Backups in Ordnung sind, sondern testen Sie auch, ob die Auswahlkriterien für die Sicherungen noch stimmen.
Ich freue mich sagen zu können, dass über ein Viertel der Teilnehmer unserer letzten Umfrage die Folgen eines solchen Problems ebenso schnell hätten beseitigen können, denn ihre Sicherungskopien waren weniger als 24 Stunden alt. Von hier ab fielen die Anteile mehr oder weniger regelmäßig, mit einer erkennbaren Spitze bei 1 bis 3 Monaten. 6ä der Teilnehmer gaben zu, überhaupt keine Sicherungskopien zu haben. Denkt daran, Leute - wie es meine Erfahrung von letzter Woche zeigt, ist es nicht die Frage, ob ihr Daten verlieren werdet, sondern nur die Frage wann. Wenn Sie bereit sind, Ihre Daten regelmäßiger zu sichern, lesen Sie sich unsere "Have You Backed Up Today?" - Artikelserie genauso durch wie die Diskussion von Sicherungsstrategien und verschiedene Medien in TidBITS Talk.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbpoll=65>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbser=1041>
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tlkthrd=1229+892+880>
Umfragevorschau: "Das 'I' im Internet" -- Wir hören sehr viel darüber, wie das Internet den Handel und das Verlagswesen verändert und jede Menge von wichtigen beruflichen und technischen Beschäftigungen beeinflusst. Wie steht es aber mit unseren persönlichen Lebensumständen? Tonya hat sich in den letzten zwei Jahren ganz als Mutter beschäftigt und sie erzählt uns unten, wie sie das Internet benutzt hat, um eine ganze Menge über Elternschaft zu lernen - ein natürlich sehr komplexes Thema mit einer großen Menge von Informationen und Meinungen zu jeder Entscheidung. Also wollen wir in dieser Woche fragen, inwieweit Sie das Internet für Ihr persönliches Leben als eine lohnende Quelle von Informationen, Gemeinschaft, Lernmöglichkeiten oder Unterstützung empfinden. Bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung auf unserer Homepage noch heute - Ich denke, dass die Ergebnisse recht interessant sein werden. [ACE]
von Tonya Engst <tonya@tidbits.com>
[Übersetzung: Heike Kurtz [HK] <mail@heikekurtz.de>]
Vor ungefähr zweieinhalb Jahren schrieb ich den letzten Artikel für die TidBITS. Der Grund für die Pause war meine Schwangerschaft und die anschließende Geburt von Tristan - Adams und mein erstes Kind. Als Hausfrau und Mutter habe ich mich schnell an meine Rolle als normale Mac-Nutzerin mit einem iBook und einem lebenswichtigen kabellosen AirPort Netzwerk gewöhnt. Ich nutze das Internet weiter sehr viel, wenn ich auch nicht mehr die Welt der Macintosh-Software erforsche, sondern eher nach Fakten und Meinungen zu Erziehungs-Entscheidungen suche. In diesem Artikel möchte ich darüber schreiben, wie ich das Internet in meiner Rolle als Hausfrau und Mutter nutze, welches meine Lieblings-Sites sind und ich möchte zeigen, wie das Internet Menschen in ihrer Erziehungsarbeit beeinflusst.
<http://db.tidbits.com/getbits.acgi?tbart=05244>
Mit der Geburt fing alles an -- Als ich zum ersten Mal Informationen über Erziehung und Elternschaft im Internet recherchierte, war ich auf der Suche nach etwas intimeren Details über das Kinderkriegen, weil es mir peinlich war, Fragen darüber zu stellen oder weil nur wenige Bücher detaillierte Informationen darüber lieferten. Ich brauchte nicht lange zu suchen und stieß auf jede Menge Berichte von Geburten.
In einem solchen Bericht schreibt eine Frau darüber, wie sie die jeweilige Geburt erlebt hat, üblicherweise mit persönlichen Details darüber, wie die einzelnen Wehenphasen verliefen. Ich fing an, immer wieder ein paar zu lesen. Dieses Rohmaterial war weder redigiert noch zusammengefasst und so verstand ich besser, warum Menschen verschiedene Orte für die Geburt ihrer Kinder auswählen (Zuhause, Geburtshaus, Krankenhaus) und mir wurde klar, wie viele verschiedene Methoden es gibt (Hypnose, Wassergeburt, medizinische Unterstützung, Kaiserschnitt usw.). Ich las über Geburten, die nach Plan abliefen, Geburten, die fürchterlich schwierig wurden und Geburten, die tragisch endeten. Ich fasste diese direkten Informationsquellen zusammen und entwickelte daraus ein tiefes Verständnis dafür, wie ich mir die Geburt meines Kindes wünschte und was ich tun könnte (und wann ich besser nichts tun sollte), um meinen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Ohne, dass es mir klar war, begann ich, meine Entscheidungen als Mutter zielgerichtet, also auf Grund sorgfältig erwogener Argumente, zu fällen.
<http://www.birthstories.com/>
<http://www.tidbits.com/tonya/tristanbirth.html>
Wäre mir die Bedeutung zielgerichteten Handelns klar gewesen, hätte ich meine Forschungen über verschiedene Erziehungs-Stile bestimmt nicht bis in die 37. Schwangerschaftswoche aufgeschoben (in den USA geht man bei einer Schwangerschaft von 40 Wochen Dauer aus [in Deutschland auch -- HK] ; in anderen Ländern werden die ersten 2 bis 4 Wochen nicht mit gezählt). Tristan wurde in der 37. Schwangerschaftswoche geboren und so kamen Adam und ich vom Puget Sound Birth Center mit einem fast sechs Pfund schweren Baby, einer Kiste Windeln und fast ohne Ahnung nach Hause. Nachdem wir die grundlegenden Probleme mit Input und Output (Stillen und Wickeln) gelöst hatten, stellten wir fest, dass wir unter eklatantem Schlafmangel litten.
Die Schlaf-Krise überwinden -- Eines Morgens wurde mir unsere Schlaf-Krise voll bewußt. Tristan wachte um drei Uhr morgens auf, ich trug ihn die Treppe hinunter, um ihn zu stillen und nachdem er eine Weile getrunken hatte schlief Tristan in meinen Armen ein. Um auszuprobieren, ober er auch weiter schlafen würde wenn ich ihn nicht berührte legte ich ihn in einen gepolsterten Babysitz und beobachtete ihn konzentriert. Er sah unruhig aus und ich dachte, dass es sich wohl nicht lohnen würde, wieder ins Bett zu gehen; statt dessen wählte ich mich ins Internet ein und suchte nach Informationen darüber, ob Babies jemals nachts durchschlafen. Zwei Stunden später war mein Kopf voller Ideen und Tristan schlief immer noch. So viel zum Thema "Nachtschlaf"!
Aber ich fand jede Menge Ansätze zum Thema wann und wo Babies schlafen sollten - manche davon hatte ich vorher nicht verstanden oder ernsthaft in Erwägung gezogen. Ich habe noch kein Buch über Babies und Schlaf gefunden, das die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten in der Ausführlichkeit enthält, die ich beim Surfen auf einer Handvoll Websites gefunden habe.
<http://www.parentsplace.com/health/babycare/gen/0,3375,15340,00.html>
<http://www.iparenting.com/sears/columns/co-sleep.htm>
<http://www.pediatricservices.com/parents/pc-13.htm>
Ist das normal? -- In den ersten paar Monaten verbrachte Tristan viel Zeit damit, in meinen Armen zu schlafen oder zu trinken. In dieser Zeit fing ich an, meine E-Mail abzuarbeiten und mich in die so genannte "Januarliste" einzutragen. "Pregnancy Today" hat verschiedene Mailinglisten für Eltern (normalerweise die Mutter), je nach dem Monat des errechneten Geburtstermins des Babies. Ich schrieb mich ungefähr im dritten Schwangerschaftsmonat in "meine" Liste ein und empfand sie als Unterstützung - ich kannte nicht viele schwangere Frauen und deshalb war es für mich hilfreich, über die Erfahrungen der anderen zu lesen. Die Liste hatte allerdings ein hohes Mail-Volument und es gab lange, oft hitzige Debatten; einige der Mitglieder waren auch E-Mail-Neulinge.
<http://www.pregnancytoday.com/interact/>
Als ich nach Tristans Geburt die Mails aufarbeitete, stellte ich jedoch fest, dass die Liste reifer und erwachsener geworden war, die Leute schrieben nun darüber, wie sie mit der Elternrolle klar kamen. Für mich war es bei diesem ersten Kind so, als wäre ich in See gestochen und hätte mitten auf dem Ozean festgestellt, dass ich die Orientierung verloren und keine Ahnung vom Navigieren hatte. Die Anweisungen die ich hatte funktionierten nicht, mein Schiff hatte mehrere kleinere Lecks und die Vorräte gingen zur Neige. Die Leute auf der Januarliste halfen mir, den Mut nicht zu verlieren und herauszufinden, wie man auf See überlebt. Die Frauen sprachen offen über allerlei persönliche Details und es gab jede Menge Ratschläge und Anekdoten.
Also wurde die Januarliste zu einem Ort, den ich besuche, um Mitgefühl und Rat auszutauschen und ich hoffe, dass ich ein paar von den rund hundert Frauen auf der Liste einmal persönlich kennen lernen werde. In den vergangenen Monaten gab es einige Treffen, aber nicht in meiner Nähe. Die Liste hilft mir auch dabei herauszufinden, was normal ist. Es sind so viele Mütter auf der Liste (aus allen Altersstufen und Gesellschaftsschichten), dass ich ein besseres Gefühl dafür bekomme, wie weit bei einem bestimmten Thema die Spanne des "Normalen" geht und wie Kinder sind, die sich am Rande dieser Normalität bewegen. Für mich ist es sehr beruhigend zu wissen, was normal (oder zumindest üblich) ist.
Der Doktor ist nicht im Haus -- Adam und ich haben das Glück, einen Hausarzt zu kennen, den wir mögen und der mit E-Mail umzugehen weiß. Das hat sich als sehr nützlich herausgestellt, als wir letztes Frühjahr in Florida waren - Tristan bekam einen Ausschlag am Handgelenk, der sich schnell zu purpurfarbenen Blasen weiter entwickelte. Es schien Tristan nicht zu stören, aber wir schickten trotzdem ein Digitalfoto davon an unseren Arzt. Der schlug uns vor, im Meer baden zu gehen, die Stelle sauber zu halten und uns nicht allzu viele Sorgen zu machen, so lange Tristan sich nicht kratzte.
Als ich allerdings am Weihnachtsmorgen eine harte Stelle in meiner Brust feststellte - wohl im Zusammenhang mit dem Stillen - rief ich nicht den Doktor an, sondern ging zur La Leche League (La Leche Liga - gibt es auch in Deutschland -- HK) und ParentsPlace, die heiße Duschen und Massage empfahlen. Am selben Abend rief mich eine Freundin an und teilte mir mit, dass Tristan Kontakt mit Herpangina (Hand-, Fuß- und Mundfäule) gehabt haben könnte - worauf ich meine beiden Lieblingsseiten für Kindermedizin checkte, um zu entscheiden, ob es wohl sinnvoll wäre, am darauffolgenden Tag in die Krabbelgruppe zu gehen.
<http://www.lalecheleague.org/>
[Deutschland: <http://www.lalecheliga.de/index.html>,
Österreich: <http://www.telecom.at/lalecheliga/>
-- HK]
<http://www.parentsplace.com/>
<http://www.drgreene.com/>
<http://www.drreddy.com/>
Das unvermeidliche Einkaufen -- Was mir als Mutter am Internet am besten gefällt, ist die Möglichkeit, Unterstützung und Information aus erster Hand zu bekommen. Beim Einkaufen kommen diese Vorteile nicht so oft zum Tragen wie ich es gerne hätte, aber es gibt Ausnahmen: Wir kauften Tristans Kleinkind-Autositz zwar hier, aber wir nutzten das Internet - vor allem eine Web site von SafetyBeltSafe USA - um die Widersprüche zwischen den Empfehlungen der Verbraucherschutzorganisationen und den physikalischen Gegebenheiten unseres Autos herauszuarbeiten (unter Einbeziehung unserer eigenen Erfahrungen beim Testen der in unserer Gegend verfügbaren Sitze).
Andere Nachforschungen - vor allem im Spielzeug-Bereich - brachten verschiedene Ergebnisse. Beliebte Spielzeugseiten wie eToys und Amazon.com haben zwar Produktrezensionen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass nicht genügend Eltern sich beteiligt haben, sodass die meisten Rezensionen von Marketing-Leuten geschrieben wurden. Etwas abseits vom Mainstream fand ich Lakeshore Learning Materials sehr schön. Diese Site hat eine real existierende Ladenkette im Hintergrund, wo Spielzeug und Lehrmaterialien verkauft werden - manchmal mit multikulturellem Ansatz und mit sehr wenig kommerziellen Figuren. Eine andere lustige Spielzeugsite, SmarterKids.com, bietet einen Test, mit dem man den Lernstil seines Kindes herausfinden kann und bietet dann Spielzeug an, das an diesen Lernstil angepasst ist. Schließlich gibt es noch Hedgehog Farms mit einer wundervollen Palette an Spielzeug für Verkleidungs- und Rollenspiele.
<http://www.amazon.com/>
<http://www.etoys.com/>
<http://www.lakeshorelearning.com/>
<http://www.smarterkids.com/>
<http://www.hedgehogfarms.com/>
Seit ich Mutter bin, nutze ich unsere Bücherei am Ort intensiver denn je. Wenn sich Tristan für ein Thema interessiert, gehe ich per Internet in den Online-Katalog und fordere Bücher darüber an (unsere Bücherei ist klein, hat aber Zugang zu einem riesigen Büchereisystem über den Katalog). Wir hatten eine kurze Dinosaurier-Phase, dann kamen Züge und nun - schon seit ein paar Monaten - sind Flugzeuge dran. Kürzlich schrammten wir knapp an einer Katastrophe vorbei als zwei Bücher "The Airplane Alphabet Book" und "The Jet Alphabet Book" von Jerry Palotta bereits einmal verlängert waren und zurück gegeben werden mussten. Amazon.com schrieb, sie seien vergriffen und würden nicht mehr gedruckt - ich suchte also den Herausgeber im Web und bestellte die Bücher. Sie kamen an, bevor die Exemplare aus der Bücherei fällig waren.
<http://www.charlesbridge.com/jerry.htm>
Wenn ich in einer ländlicheren Gegend lebte, würde ich das Internet bestimmt noch intensiver nutzen, um Baby-Sachen zu kaufen. Da Tristan mein erstes Kind ist, fand ich es allerdings wichtig, in richtige Geschäfte zu gehen um einen besseren Überblick darüber zu bekommen, was ich möchte und um die Qualität zu prüfen. Für Kleidung gehe ich oft in Second-Hand- oder Restpostenläden hier am Ort - ich habe noch keinen Online-Laden gefunden, der preiswerte bunte Baumwollkleidung anbietet. Aus einem Second-Hand-Laden komme ich u. U. mit zehn Strampelanzügen für insgesamt US$ 30 heraus.
Wenn ich an Online-Versteigerungen teilnähme, schriebe ich hier darüber. In der Tat habe ich einen Schrank voller Sachen, die ich irgendwann mal auf eBay verkaufen möchte. Ich habe schon viele Geschichten über Mütter gehört, die Babysachen zu tollen Preisen bei Versteigerungen kaufen. Sicher ist eBay nicht die einzige Versteigerungs-Seite; meine Mutter schrieb mir über einen kürzlich erzielten Erfolg: "Eine Seite, die ich mit einigem Vergnügen ausprobiert habe, ist eWanted. Ich habe dort ein "Big Boggle Set" [ein Wortspiel-- TE] gekriegt. Ich hatte eBay ausprobiert und herausgefunden, dass dieses Spiel zu einer Art Sammlerobjekt geworden war mit Preisen, die für mich nicht akzeptabel schienen. Bei eWanted gibt man an, was man sucht und die Leute bieten immer niedriger und niedriger, bis jemand zugreift."
<http://www.ebay.com/>
<http://www.ewanted.com/>
Schließlich habe ich nicht nur Sachen für Tristan online gekauft. Die Web Site von LaLeche League ist ein Muss für stillende Mütter - abgesehen davon, dass dort Fragen rund um das Stillen beantwortet und Links zu lokalen LaLeche League-Seiten aufgeführt werden, gibt es auch einen Geschenkshop mit Ratgeber-Büchern, Milchpumpen und sogar Kinderbüchern, die das Stillen positiv darstellen. Stillende Mütter freuen sich u. U. auch über einen Besuch bei "One Hot Mama", einer Web-Site, die "stillfreundliche" Gesinnung, Umstands- und Stillmoden gleichermaßen bewirbt.
<http://www.lalecheleague.org/>
<http://www.onehotmama.com/>
Kleinkinder Online? -- Ich denke, ich sollte eine Frage beantworten, die sich manche von Ihnen vielleicht stellen - nutzt Tristan das Internet? Bin ich auf viele tolle Seiten für Kleinkinder gestoßen? Um ehrlich zu sein - ich habe gemischte Gefühle wenn ich daran denke, wie Web-Sites, Computerspiele und das Fernsehen Kinder (und Erwachsene auch) vereinnahmen. Die "American Academy of Pediatrics", eine allgemein anerkannte Autorität für amerikanische Kinderärzte und Eltern, sprach sich kürzlich gegen Fernsehen für Kinder unter zwei Jahren aus und deshalb denke ich über das Thema nicht ernsthaft nach, bis Tristan mindestens zwei Jahre alt ist. Auch ein Artikel, über den ich neulich stolperte, als ich die Links auf der Web-Site einer lokalen Waldorfschule verfolgte, verstärkte meine immer noch vagen Bedenken.
<http://www.aap.org/policy/re9911.html>
<http://www.allianceforchildhood.net/projects/computers/computers_articles_call_for_action.htm>
<http://www.threecedars.org/>
Tristan wird extrem selten mit Fernsehen konfrontiert. Er wackelt oft die Treppe hinunter in Adams Büro und bittet darum, Flugzeugbilder im Internet anschauen zu dürfen. Er sitzt auch gerne in einem Schreibtischstuhl, patscht auf einer alten Tastatur herum und verkündet, er "arbeite". Es ist süß, aber es macht auch Angst. Eine Site, die ich mir kurz angeschaut habe und die auf der Januarliste empfohlen wurde, ist der "Sesame Workshop". Dort werden Aktivitäten mit Bezug zur Sesamstraße sowie Tipps und Ideen für Eltern angeboten.
<http://www.sesameworkshop.org/>
Eltern, die mitdenken -- Meine Gedanken darüber, ob elektronische Medien für kleine Kinder angebracht sind, geben Ihnen vielleicht einen Einblick, welche Art von Internet-Information mit interessiert. In den ersten paar Monaten hatte ich stundenlang Zeit im Internet zu surfen während Tristan in meinen Armen schlief. Ich fand ein paar Eltern-Sites, bei denen es sich lohnt, eine Bookmark zu setzen. Abgesehen von den Seiten, die ich bereits erwähnt habe, empfehle ich Breastfeeding.com für alles, was sie schon immer über das Stillen wissen wollten; the Natural Child Project für Gedanken über freundlichere, sanftere Erziehungsmethoden und the Northwest Attachment Parenting Site für eine Einführung in die Erziehungsmethode des "Attachment Parenting".
<http://www.breastfeeding.com/>
<http://www.naturalchild.org/>
<http://www.nw-ap.org/><
Eine andere erwähnenswerte Site ist Salon's Mothers Who Think, die fast täglich neue Abhandlungen über Erziehungsfragen bringt. Dort finden sich weder einfache Ratschläge über die Diagnose von Ausschlägen noch witzige Vorschläge, wie man einen Familienurlaub überlebt. Es gibt leichte Aufsätze, aber meistens geht es um provokative Themen wie Drogensucht und Vergewaltigung bei Verabredungen {"date rape"). "Mothers Who Think" brachte mich oft zum Nachdenken, aber was ich an dieser Seite kritisiere - und weshalb ich sie nicht mehr frequentiere - ist die Tatsache, dass die Autoren oft sehr viel nachdenken, ohne jedoch Schlussfolgerungen zu ziehen. Für mich als Mutter kommt es aber darauf an, Entscheidungen zu treffen und nicht, die Verwirrung auszudiskutieren.
Das Treffen konkreter Entscheidungen ist besonders wichtig, weil es so viele davon gibt: sind Spielzeugwaffen zuhause erlaubt? Wie detailliert nenne wir Körperteile beim Namen? Wer bestimmt über den Zeitpunkt des Abstillens - das Kind oder die Mutter? Impfungen? Die Liste ist unendlich. Ich habe im "richtigen Leben" viele großartige Menschen und programme gefunden, die mir als Mutter viel bedeuten. Nichts kommt jedoch an das Internet und seine noch nie dagewesene Vielfalt an Unterstützung, Rat und Information heran. Das Internet hilft mir herauszufinden, welche Möglichkeiten ich habe, was ich tun möchte und gibt mir anschließend den Mut und das Wissen, meine Entscheidungen umzusetzen.
Erziehungshilfe für Jedermann im Internet -- Obwohl die späten Sechziger Jahre oft als Zeit der Rebellion und der Rückkehr zur Natur dargestellt werden, erzählte mir meine Mutter, dass sie, 20 Jahre alt und im Sommer 1967 mit mir schwanger, in diesem Herbst große Schwierigkeiten hatte, als sie lernen wollte, wie sie mich stillen sollte. Sie beschrieb mir eine Welt, in der Hilfe für Eltern selten und weit weg war und in der Eltern sich hauptsächlich auf ihre Intuition und den Rat naher Verwandter und Freunde verließen - und vielleicht ein paar Büchern, die verfügbar waren. Ich kann mir vorstellen, dass die einzigen Informationsquellen für Eltern, als es noch keine Massenkommunikation und keine gedruckten Bücher gab, Freunde und Familie - und vielleicht die örtliche Hebamme, der Lehrer, der Priester oder der Arzt waren.
Was in Bezug auf den Austausch von Informationen über Erziehungsstile und -theorien mit Massenmedien und Reisemöglichkeiten begann wird nun durch das Internet vollendet. Kombiniert man dies mit immer intensiveren Forschungen und vielen schlauen Köpfen, die diese Forschungen interpretieren, so bekommt man ein revolutionäres System für die Erzeugung und Verbreitung von Gedanken zum Thema "Erziehung". Natürlich erzeugen die vielen Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten des Internet den Bedarf danach zum Teil selbst. Jetzt, wo Informationen so leicht verfügbar sind, scheint es angebracht, Themen zu recherchieren, die in der Vergangenheit unbekannt blieben oder als sicher galten. Auch wird unsere Gesellschaft immer komplexer und schneller. Das Internet trägt viel dazu bei, aber ich glaube, dass das Internet für die derzeitige Elterngeneration mehr eine Hilfe als ein Hindernis darstellt.
Die Halbwertzeit im Internet beschleunigt die Entwicklung der Erziehungsmethoden unserer Kultur - Änderungsvorschläge, die früher im Laufe mehrer Generationen übernommen wurden, können nun von vielen Eltern innerhalb von Wochen geprüft werden. Außerdem glaube ich, dass diese Ressourcen dazu führen, dass die jetzige Elterngeneration effizienter und mit mehr Selbstvertrauen an die Sache heranget (selbst Eltern, die das Internet selbst nicht nutzen, profitieren von dem Wissen anderer das Internet nutzender Eltern und Experten wie z. B. Ärzten und Lehrern).
Auch werden die Eltern- und Erziehungsseiten im Internet immer besser - in den vergangenen zwei Jahren wurden die Seiten immer besser redigiert und organisiert und der Inhalt wurde detaillierter, vielfältiger und besser durchdacht. Ich hoffe, dass Eltern in zehn Jahren das Internet nicht mehr so häufig für Nachforschungen über alltägliche Themen nutzen werden (weil diese Daten dann in FAQ-Listen und leicht durchsuchbaren Datenbanken abgelegt sein werden, die man einfach haben muss), sondern mehr als ein Mittel zur Beantwortung der Probleme, die hinter den Fragen stehen: Bin ich jetzt vollständig erwachsen? Woher kommt Geduld? Wie erziehe ich meine Kinder so, dass sie für bewegende Ereignisse wie Geburt, Liebe und Tod gewappnet sind? Trotz der Erfolge des Internet denke ich aber, dass es auch in zehn Jahren noch nicht das Ei des Kolumbus bieten wird, das alle Eltern suchen: wie man Babies hilft, nachts durchzuschlafen.
[Tonya Engsts Terminkalender ist normalerweise vollgestopft mit Verabredungen zum Spielen, Besuchen in der Bücherei und Spaziergängen auf der Suche nach Kiefernzapfen. Sie antwortet hin und wieder auf E-Mail, aber da sie für diesen Artikel zwei Monate gebraucht hat, bittet sie Leser darum, keine lange oder ausführliche Antwort zu erwarten - auch wenn sie sicherlich alle Kommentare lesen wird.]
[Da ich auch Mutter eines kleinen Sohnes bin (Martin, geb. a 03.03.99) möchte ich für Interessierte gerne ein paar deutsche Links zum Thema beisteuern: - HK]
<http://www.urbia.de> -
ein Sammelsurium von Themen rund um Familie und Co.
<http://www.geburtshaus.de/deutsch/d_01.htm>
- Eine Liste von Geburtshäusern in Deutschland
Mitwirkende dieser Version:
Holger Skok <skokho@porsche.de>
und Heike Kurtz <mail@heikekurtz.de>
Koordinator: W.Sonnenberg <dr.w.sonnenberg@t-online.de>
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